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M.M.Warburg: Lockere Geldpolitik richtet mehr Schaden an als Nutzen

Auf seiner vorletzten Sitzung als oberster Währungshüter der Europäischen Zentralbank (EZB) hat Mario Draghi noch einmal alle Register gezogen. Wenn seine Amtszeit am 31. Oktober endet, kann er sich zugutehalten, als der wohl entscheidungsstärkste EZB-Präsident in der Geschichte einzugehen, schreiben die Analysten von M.M.Warburg in ihrem aktuellen Marktbericht. Ob er auch als derjenige gelten wird, der das Blatt für Europa zum Guten gewendet hat, halten sie dagegen für fraglich. Denn die Geldpolitik der EZB produziert viele Verlierer. Dazu zählen zuvorderst alle Bürger, die ihr Geld auf Spar- und Tagesgeldkonten liegen haben sowie Banken mit hohen Einlagen.
Die Verzerrungen und negativen Anreizeffekte an den Kapitalmärkten dürften durch die neuen geldpolitischen Lockerungen noch größer werden. "Beim Rentenmarkt kann kaum noch von einem Markt im herkömmlichen Sinne gesprochen werden, da die EZB als großer Käufer weiterhin für steigende Kurse und fallende Renditen sorgt", so die Analysten. Konsequenz: Investoren werden die Risikoleiter noch weiter hochklettern müssen, um Renditen zu erzielen.
Europa in der Liquiditätsfalle
Auch positive konjunkturelle Effekte sowie höhere Inflationsraten halten die Experten für unwahrscheinlich. Ihrer Analyse zufolge befindet sich Europas Wirtschaft in einer Liquiditätsfalle, höhere Zinsen in der Eurozone seien deshalb kaum zu erwarten. "Damit Unternehmen mehr Kredite für Investitionen aufnehmen, benötigt man vor allem ökonomische Planungssicherheit und weniger Bürokratie".

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