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Mark Mobius sieht US-Aktienmarkt gefährdet

Mark Mobius ist einer der bekanntesten Fondsmanager weltweit. Der mittlerweile 81-Jährige war jahrzehntelang bei Franklin Templeton Investments für die Investmentfonds mit Schwerpunkt Emerging Markets zuständig und hat - nach seinem Ruhestand beim Fondsanbieter - Anfang 2018 mit Mobius Capital Partners nun eine eigene Fondsboutique gegründet. Doch nicht nur bei Schwellenländer-Investments ist Mobius für seinen guten Riecher bekannt, auch bei den Aktienmärkten in den Industrienationen lag er mit vielen seiner Prognosen richtig. So sagte der Investmentexperte etwa im Jahr 2009 den Start des Bullenmarktes korrekt voraus. Auch jetzt hat Mark Mobius wieder einen Blick auf den US-Markt geworfen - dieses Mal stimmt ihn das, was er sieht, jedoch alles andere als optimistisch.

Massive Marktkorrektur erwartet
In einem Interview mit "Financial News London" sagte Mobius, dass für ihn alle Indikatoren auf einen kräftigen Einbruch des Dow Jones und des S&P 500 hindeuten würden. "Der Markt sieht für mich so aus, als ob er nur auf einen Auslöser für einen Absturz wartet", so der Börsenexperte. In dieser Marktkorrektur dürfte es dann rund 30 Prozent nach unten gehen, so seine weitere Einschätzung. Ausgehend vom aktuellen Kursniveau würde der Dow Jones somit auf etwa 17.300 Punkte zurückfallen, der S&P 500 auf rund 1.880 Zähler einbrechen. In beiden Fällen wären damit die Gewinne der letzten Jahre zunichtegemacht: Der Dow Jones stand zuletzt im Juni 2016 so tief, beim S&P 500 haben Anleger im Februar 2016 zuletzt solche Kursstände gesehen.

Welches Ereignis letztendlich das Signal für den Kurssturz geben werde, sei laut Mobius jedoch nicht vorherzusagen. Es könne sowohl eine Naturkatastrophe sein, als auch die Politik von Donald Trump, wenn dieser zum Beispiel doch noch einen Krieg mit Nordkorea beginnt. Bei einer Sache ist sich der Investor jedoch wieder sehr sicher: "Wenn der US-Markt fällt, dann sind wir alle in Schwierigkeiten".
ETFs werden für Schneeballeffekt sorgen
Laut Mobius gebe es vor allem eine Sache, die den nächsten Börsencrash brandgefährlich werden lasse: die steigende Beliebtheit von Indexfonds. "ETFs machen einen so großen Teil des Marktes aus, dass sie die ganze Sache verschlimmern würden, wenn der Markt erst einmal anfängt zu taumeln", so der Investmentprofi gegenüber "Financial News London". Es gebe dann kein "Sicherheitsventil", um einen weiteren Kursverfall zu verhindern. Stattdessen käme es durch ETFs zu einem Schneeballeffekt, so dass der Absturz sehr schnell eskalieren würde.
Mark Mobius ist nicht der erste prominente Investor, der vor den scheinbar harmlosen Indexfonds warnt. Bereits im vergangenen Jahr wies US-Experte Markus Koch darauf hin, dass ETFs aufgrund ihres steigenden Marktvolumens einen Crash beschleunigen könnten, und Fondsmanager des amerikanischen FPA Capital Fund bezeichneten ETFs gar als "Massenvernichtungswaffen". Tatsächlich haben die Exchange Traded Funds eine schier unglaubliche Marktmacht: Laut "Financial News London" sind sie momentan für knapp die Hälfte des gesamten Handelsvolumens mit US-Aktien verantwortlich. Und da ETFs immer so gut oder schlecht laufen wie ihr Referenzindex, dürften sich Anleger bei einem kräftigeren Fall des Dow Jones oder S&P 500 auch aus den Indexfonds zurückziehen - und durch die somit ausgelösten Aktienverkäufe einen Kursverfall tatsächlich noch schlimmer machen.

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