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Acatis-Fondsmanager Leber: "Jetzt ist Kaufzeit!"

Acatis-Chef Hendrik Leber sieht die jüngsten Kursrückschläge an den Aktienmärkten als Chance. "Jetzt ist Kaufzeit", so der Value-Investor im Interview mit der "Neuen Zürcher Zeitung" (NZZ). Seit sechs Wochen sei es wieder eine Freude, Aktien zu kaufen. Aber genau so wie vor einigen Jahren geht Leber dabei nicht mehr vor. Während er früher darauf vertraute, dass sich die Aktienkurse bewährter Unternehmen wieder erholen, geht er heute davon aus, dass ganze Branchen langfristig seitwärts oder abwärts tendieren.

Leber sieht vor allem Universalbanken sowie Autohersteller und Zulieferer kritisch. In zehn Jahren wird die Automobilindustrie komplett anders aussehen als heute, ist er überzeugt. Zudem stellt er fest, dass sich die Lebensdauer von Unternehmen generell verkürzt hat: "Die Geschwindigkeit, in der Großunternehmen aufsteigen und wieder verschwinden, hat sich erhöht." Leber stellt sich bei Anlageentscheidungen deshalb vor, wie die Welt im Jahr 2025 aussehen könnte, welche Produkte und Technologien dann gefragt sind.

Vorsicht vor Brexit, Inflation und Verschuldung
Die Kursrücksetzer der vergangenen Wochen läuten keinen Bärenmarkt ein, sagt Leber. Die Börse nimmt seiner Einschätzung nach nur die Zinsentwicklung der kommenden zwei Jahre vorweg. Die Zinskurve wird flacher. Das führt dazu, dass Aktien mit einem langen Zeithorizont nicht mehr so stark nachgefragt werden. Daneben hat der Value-Investor den Computerhandel als Mitschuldigen an den Kursstürzen identifiziert.

Die größten Sorgen macht sich Leber um einen ungeordneten Brexit. Auch die Inflation behält er genau im Blick. Er weist zudem darauf hin, dass die Staaten in den kommenden Jahren ihre massive Verschuldung reduzieren müssen – auf welchem Weg auch immer. Bei Unternehmen rechnet der Fondsmanager mit steigenden Kreditausfallraten, wenn die Zinsen steigen.

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