ETF`s auf den MSCI World - Risikolose Basis - Investments ?
Stand: Mai 2017
Im Februar 2017 wurde schon auf einen stolzen Anteil von 57,73 % US-Aktien am Index MSCI World hingewiesen. Nicht grundlos, da viele der großen im Index enthaltenen Aktien schon als sehr teuer eingestuft wurden.
Nun sind 3 Monate vergangen:
Der Index MSCI World hat weiter gut zugelegt und neue Rekordstände erreicht. Also alles in Ordnung?
Wer lediglich auf der Basis von Datenbank-Auswertungen die erzielte Performance vergleicht, sieht wohl keinen Grund zur Besorgnis. Wer jedoch etwas tiefer schürft, sieht sich aufgrund der Bewertungen großer Aktien an das Jahr 2000 erinnert.

So konstatiert man z. B. bei Value Asset Advisors:
"Die Aktien-Indizes werden weiterhin von wenigen, sehr hoch bewerteten Titeln angetrieben. Das meiste Geld fließt in völlig überteuerte Aktien wie Tesla, Amazon, Netflix, Puma etc. Ursache hierfür ist u.a. der Trend hin zu ETFs."
Und folgert daraus: "Umso teurer ein Markt ist, desto spekulativer ist er."
Die 5 größten Aktien nach Marktkapitalisierung machen inzwischen 10% der gesamten Marktkapitalisierung oder ca. 2,6 Billionen U$ aus. Mit einem KGV von 180 (!) ist Amazon die teuerste Aktie in dieser Gruppe.

Unternehmen Marktwert in US $
Apple
Alphabet/ Google
Microsoft
Amazon
Facebook
Summe
740
570
500
430
400
2640

Den Unternehmen sollen hier weder Qualität oder Zukunftschancen abgesprochen werden - es geht hier nur um überteuerte Bewertungen. Dass verantwortungsvolle aktive Fondsmanager aufgrund dieser Fakten mittlerweile Vorsicht walten lassen, ist nachvollziehbar.Ein zweischneidiges Schwert: Läuft der durch passive Indexfonds befeuerte Trend weiter (was nicht ausgeschlossen werden kann) und/oder investiert man nicht ebenfalls ca. 60 % in diesen partiell überteuerten US-Aktienmarkt, setzt man sich als globaler Aktienfonds-Manager schnell dem Vorwurf aus, aktives Management sei nicht in der Lage, beispielsweise den MSCI World zu schlagen.

Egon Wachtendorf, Chefredakteur von "Der Fonds", kommentiert die aktuelle Situation so:
"US-Konzerne wie Amazon, Apple, Facebook und Google haben die Welt erobert und schicken sich an, sie unter sich aufzuteilen. Was kann man mit dem Kauf ihrer Aktien falsch machen? Vielleicht nichts, wie in den vergangenen zehn Jahren. Vielleicht aber auch eine ganze Menge – zumindest dann, wenn Bewertungen an der Börse irgendwann einmal wieder eine deutlich größere Rolle spielen sollten als heute. Denn da sieht es für das Quartett mit Kurs-Buchwert-Verhältnissen, die von 4,6 (Google) bis 20,7 (Amazon) reichen, nicht gut aus."

Auf der anderen Seite notieren beispielsweise Autobauer wie Fiat und General Motors mit einem KGV von 5, Generikahersteller wie TEVA und Mylan mit einem KGV von 7, asiatische Blue Chips wie CK Hutchison oder CK Property mit einem KGV von 10. Dazu kommen hohe Dividendenrenditen und vielfach massive Aktienrückkäufe. Bei Value Asset Advisors (Fonds: MMT Global Value B, ISIN LU0346639395) setzt man gerade jetzt auf solche werthaltige Aktien, während zu teuere Index-Aktien gemieden werden.

Fazit:
Das Phänomen überteuerter Index-Aktien sollte zur Vorsicht mahnen, denn ähnlich verhält es sich auch bei diversen anderen Indizes bzw. deren Nachbildungen via ETF`s. Wer hier investieren möchte, der sollte sich vorher mit den Bewertungen der jeweils index-dominanten Aktien vertraut machen, um beim nächsten Kurssturz an den Börsen (auch den wird es wieder geben) böse Überraschungen zu vermeiden.
Vielen Anlegern, insbes. Neueinsteigern, denen Indexfonds als kostengünstig und als Basis-Investments angepriesen werden, dürfte erst im Krisenfall bewusst werden, dass ETF`s keinerlei Risikomanagement haben und daher ggf. mit ihrem Index im Gleichschritt abstürzen.
Auf die sonstigen Risiken (synthetische Index-Nachbildungen,Aktienleihen,Kontrahenten-Risiken,Handelbarkeit/Volumina) sei an dieser Stelle nur stichwortartig verwiesen.