DJE: Auflösung des Immobilien - Dachfonds DJE Real Estate bekannt gegeben 29.12.11
  In einem Investorenbrief vom 29.12.11 hat die DJE Investment S.A. überraschend die Auflösung und Einstellung der Ausgabe und Rücknahme von Anteilen des
Immobilien - Dachfonds DJE Real Estate (ISIN LU0200037074 / LU0188853955) rückwirkend zum 28.12.2011 bekannt gegeben.
Aufgrund der schwierigen Marktphase und der Verunsicherung durch mehrere Fondsschließungen in diesem Marktsegment hat der DJE Real Estate hohe Anteilrückgaben erlitten. Die erschwerte oder fehlende Rückgabemöglichkeit der im Fonds gehaltenen offenen Immobilienfonds hat in den vergangenen Monaten zu einem deutlichen Abschmelzen der im DJE Real Estate enthaltenen liquiden Assets geführt. „Wegen der aktuellen Marktlage kann die Beachtung des Gleichbehandlungsprinzips bei der Weiterführung des Fonds nicht mehr gewährleistet werden,“ erläutert Ulrich Kaffarnik, Geschäftsführer der DJE Investment S.A. „Durch den kurzfristigen Verkauf aller liquiden Assets würde ein Portfolio zurückbleiben, das aus nicht veräußerbaren oder nur mit hohen Abschlägen veräußerbaren Investments besteht und somit die Anlageziele des Fonds nicht mehr widerspiegeln kann."
Aus diesem Grund hat die Gesellschaft den Entschluss gefasst, im Sinne der Anleger den Fonds zu schließen. Es kann auch nicht mit einer Beruhigung des Rückgabeverhaltens und einer Verbesserung der Liquidität der im Fonds befindlichen Produkte gerechnet werden. „Wir bedauern die Auflösung des DJE Real Estate sehr, aber die durch das schwierige Marktumfeld ausgelösten vielen Schließungen und Abwicklungen von offenen Immobilienfonds haben uns zu dem Schluss gebracht, diesen Weg zu gehen“, sagt Kaffarnik. Mit der Schließung und Auflösung des Fonds soll die Gleichbehandlung der Anteilinhaber sichergestellt werden, wie es in einer Presseaussendung heißt.
Aktuell haben mehrere im Fondsvermögen enthaltene deutsche offene Immobilienfonds (z.B. AXA Immosolutions, TMW Immobilien Weltfonds, Morgan Stanley P2 Value, DEGI Global Business, DEGI German Business) die Rücknahme ihrer Anteile über einen längeren Zeitraum ausgesetzt bzw. befinden sich bereits im Auflösungsverfahren. Der Anteil dieser Zielfonds stellt einen erheblichen Teil des Portfolios dar. Alle anderen derzeit im DJE Real Estate enthaltenen Immobilienfonds erlauben keine kurzfristigen Anteilrückgaben. Ferner ist nicht auszuschließen, dass weitere Zielfonds gezwungen sein werden, die Anteilrücknahmen auszusetzen.
Schroders: Aussichten für die USA in 2012  22.12.11
  "Trotz der ungewissen Gesamtsituation sind die US-Unternehmen für 2012 gut positioniert, um ihre Gewinne und Gewinnspannen zu erhöhen, da ihre Umsätze stärker steigen als das BIP. Zudem können die Renditen durch den Einsatz liquider Mittel gestützt werden, falls die gesamtwirtschaftliche Entwicklung negativer ausfallen sollte, als wir aktuell erwarten. Wir gehen davon aus, dass US-Aktien langfristig höhere Renditen abwerfen werden als die Aktien anderer entwickelter Märkte. Grund dafür sind die Stärke der Unternehmen sowie drei positive nachhaltige Faktoren: Innovation, ein zunehmender Wettbewerbsvorteil und das Bevölkerungswachstum", erläutert Joanna Shatney, Head of US Large Cap Equities bei Schroders.
Rückblick auf das Jahr 2011

Im Jahr 2011 sorgten die USA sorgten für jede Menge Negativschlagzeilen. Aber trotz der Korrektur um 20 Prozent zur Jahresmitte notiert der Markt derzeit lediglich fünf Prozent unter seinem Stand zu Jahresbeginn. Die Korrelation zwischen der Performance einzelner Titel bewegte sich 2011 auf einem Rekordhoch, da nach Ansicht der Schroders-Expertin die Besorgnis über die makroökonomische Lage einen differenzierteren Blick auf die Fundamentaldaten der Unternehmen verhinderte. Obwohl das Wahljahr 2012 von denselben Sorgen wie das Vorjahr geprägt sein könnte, gebe es Positives im Unternehmenssektor. Die Schroders-Expertin rechnet mit einem moderaten Gewinnwachstum entgegen niedriger Erwartungen: "Wir hoffen, dass sich die Anleger allmählich wieder auf Unternehmen mit starken Fundamentaldaten und attraktiven Bewertungen konzentrieren werden, sodass der Markt endlich aus der 'Korrelationsstory' des Jahres 2011 ausbrechen kann." 2012: Moderates Gewinnwachstum entgegen niedriger Erwartungen
Die Erwartungen bezüglich des BIP-Wachstums wurden in den vergangenen Monaten nach unten korrigiert. Trotzdem wird mit einem stärkeren Wirtschaftswachstum in den USA als in anderen Industriestaaten gerechnet. Shatney geht davon aus, dass ein Gewinnwachstum von mindestens fünf bis zehn Prozent im nächsten Jahr am wahrscheinlichsten ist – obwohl dies deutlich unter den sprunghaften zweistelligen Zuwächsen der Unternehmen im S&P 500 nach dem Tiefstand im März 2009 liegt, betrachtet die US-Expertin das Ergebnis vor dem Hintergrund sehr geringer Erwartungen als ausreichend. Langfristig – unter Ausschluss eines Rückfalls in die Rezession – glaubt Shatney nach wie vor, dass US-Unternehmen relativ gut für die kommenden Jahre positioniert sind, da verschiedene positive Faktoren das Gewinnwachstum stützen:
1) Das Umsatzwachstum der US-Unternehmen lag in den vergangenen drei Jahren über dem BIP-Wachstum.
2) Die Kapazitätsauslastung ist sehr gering. Mit höheren Volumen sollten sich auch die Gewinnspannen verbessern, wobei das Thema Kostenbegrenzung nach wie vor eine Rolle spielt.
3) Der Einsatz liquider Mittel sollte die Gesamtrendite für die Anleger durch höhere Dividenden und Aktienrückkäufe steigern. Falls das Umsatzwachstum hinter den Erwartungen zurückbleibt, werden die Unternehmen möglicherweise verstärkt auf Akquisitionen und den Einsatz liquider Mittel setzen, um die Gesamtrenditen zu schützen. Bewertungen im Vergleich zu anderen Industrieländern attraktiv
In den vergangenen 20 Jahren notierte der S&P 500 mit einem KGV von zehn bis 20 auf Basis der erwarteten Gewinne, wobei der Durchschnittswert bei 13,7 lag. "Unsere Prognose eines Gewinnwachstums von fünf bis zehn Prozent im kommenden Jahr würde einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa zwölf entsprechen. Während andere Industrieländer kurzfristig günstigere Bewertungen aufweisen, bieten US-Aktien auf lange Sicht attraktivere Ertragsströme und Gesamtrenditen als die meisten entwickelten Märkte. Grund dafür ist unter anderem  die Flexibilität der US-Unternehmen in Bezug auf die Gewinnsteigerung – die oben genannten positiven Faktoren – in Kombination mit den langfristigen Wachstumstreibern Innovation, Wettbewerbsvorteil und Bevölkerungswachstum", gibt sich Shatney überzeugt.
Wahljahr mit wenigen Entscheidungen könnte sich negativ auswirken

Wahljahre bedeuten oft – aber nicht notwendigerweise – gute Nachrichten für die Märkte. Shatney betrachtet 2012 als ein Jahr mit nur wenigen Entscheidungen – dies könnte sich negativ auswirken, wurde jedoch bereits zum Teil von den Märkten eingepreist. Zudem werden die Haushaltsausgaben das BIP-Wachstum im kommenden Jahr wahrscheinlich um mindestens 100 bis 200 Basispunkte drücken. Unklarheit herrscht für die Schroders-Expertin noch in Bezug auf Haushaltskürzungen: "Wir rechnen erst nach den Wahlen mit Entscheidungen zu diesem Thema (2013). Die Verlängerung einiger Steuerpakete, die Ende 2010 überarbeitet wurden, ist ebenfalls noch nicht beschlossen. Mit mehr Informationen dazu ist jedoch in den nächsten Monaten zu rechnen. Darüber hinaus sind die USA mitten in der Umsetzung umfassender Gesetzesänderungen für die Finanzbranche und den Gesundheitssektor. Mehr Klarheit in Bezug auf diese neuen Regelungen und Strukturen könnte insgesamt für größeren Optimismus sorgen."
Nach Meinung von Shatney können die USA im Gegensatz zu vielen anderen Industrieländern auf zweierlei Arten ihren haushaltspolitischen  Herausforderungen begegnen:
• Die US-Notenbank (Fed) hat ein doppeltes Mandat: Sie soll nicht nur die Inflation eindämmen, sondern auch für eine möglichst hohe Beschäftigungsquote sorgen. Dies bedeutet, dass sie bei einer anhaltenden Konjunkturschwäche versuchen könnte, die Geldpolitik weiter zu lockern. So könnte sie ihre Bilanz ausweiten und weiterhin kreative Lösungen wie beispielsweise die "Operation Twist" einsetzen, um die Wirtschaft anzukurbeln.
• Das Potenzial für weitere Konjunkturanreize besteht. Aber abgesehen von einer Verlängerung der Steuererleichterungen, die verhindert, dass die kalte Progression 2012 150 Basispunkte übersteigt, hat Shatney diesbezüglich keine großen Erwartungen.
Wachstum – eine Kernkompetenz der USA

Wettbewerbsvorteile und langfristige Strukturveränderungen sollten das Wachstum in den USA im Vergleich zu anderen Ländern stärker stützen:
Innovation:
Obwohl viele Trends sich auf globaler Ebene entwickeln, sind viele der weltweit größten, bekanntesten und innovativsten Unternehmen in den USA ansässig (beispielsweise Apple, Google und Amazon). Dies bietet eine solide Grundlage für organisches Umsatzwachstum und erweitert die Auswahl an Anlagegelegenheiten für unsere wachstumsorientierten Strategien.
Das Wettbewerbsumfeld für US-Unternehmen hat sich verändert:
Zunächst hat der fallende Dollar dazu beigetragen, die Kostenbasis im Fertigungsbereich in den USA zu senken, was mittlerweile auch auf Interesse seitens der Anleger stößt. Ein langfristiger Trend in den vergangenen zwanzig Jahren ist die Steigerung der Produktivität um jährlich 1,7 Prozent, die damit über den Werten für Europa und Japan liegt. Angestellte in den USA sind heute ein-, zweimal so produktiv wie europäische bzw. 1,4 Mal so produktiv wie japanische Angestellte.
Bevölkerungsentwicklung:
Im Gegensatz zu vielen anderen Industrieländern verzeichnen die USA immer noch ein reales Bevölkerungswachstum, das das langfristige Wirtschaftswachstum stützen und die Bewältigung einiger Herausforderungen ermöglichen sollte, darunter das Überangebot am Wohnimmobilienmarkt. Dieser Trend ergibt sich aus einer positiven Geburtenrate sowie der Einwanderung.
Schroders: Hoher Cashflow bei Unternehmen der Wachstumsmotor für 2012  20.12.11
  Die Finanzkrise von 2008 ist längst noch nicht vorbei, ihre Nachwirkungen sind auf den weltweiten Finanzmärkten noch immer zu spüren. Die Kreditnachfrage ist gesunken und die Privathaushalte versuchen weiter, ihre Schulden abzubauen. In einer solchen Situation haben die Staatsschuldenkrise in Europa, die Haushaltsdebatte im US-amerikanischen Kongress, aber auch das Erdbeben in Japan oder die deutliche Verteuerung der Energie- und Lebensmittelpreise schwerwiegende Folgen: Sie hemmen den globalen Wirtschaftsaufschwung im Allgemeinen und den Aufschwung in den Industriestaaten im Besonderen. Vor diesem wirtschaftlichen Hintergrund  am Ende von 2011 versuchen Keith Wade, Chefsvolkswirt, und Azad Zangana, Europavolkswirt beim britischen Vermögensverwalter Schroders, einen Ausblick auf die ökonomische Entwicklung im Jahr 2012.
Hoher Cashflow und niedrige Inflation als Wachstumsmotor in 2012
Zum Jahresauftakt sollten nach Meinung der beiden Experten zwei Faktoren das Wachstum stützen: erstens der bereits einsetzende Rückgang der Inflation, der die Realeinkommen der Privathaushalte stützen und damit für steigende Verbraucherausgaben sorgen werde. Zweitens könnte die Stärke der Unternehmen die Konjunktur ankurbeln: Viele Unternehmen haben ihre Liquiditätsbestände aufgestockt, ihre Gewinne gesteigert und freie Cashflows erwirtschaftet, die mit drei Prozent des BIP einen Rekordstand markieren. Zudem hätten Firmen ihre Investitionen, wenn auch vorsichtig, erhöht. Ein Investitionsanstieg von 17 Prozent im dritten Quartal 2011 sei ein Trend, der sich unserer Ansicht nach fortsetzen wird. Sollte die Anzahl neuer Stellen zunehmen, wofür es bereits erste Hinweise gibt, dürfte dies das Wachstum weiter fördern.
Zwei Hauptrisiken für die Erholung
Allerdings sehen Wade und Zangana die derzeitige Wachstumserholung in den USA nur als vorübergehend an. Sie gehen davon aus, dass sich die Lage in der Eurozone verschlechtert und den Welthandel im Jahr 2012 belasten wird. Zudem halten sie es für unwahrscheinlich, dass der  US-Kongress einer deutlichen Verlängerung der diesjährigen Konjunkturanreize zustimmt. Daher erwarten sie, dass die US-Notenbank Fed daher im Frühjahr 2012 eine dritte quantitative Lockerungsrunde starten wird.
Denn zwei Faktoren bremsen nach Meinung der beiden Experten die weltweite Konjunkturerholung: die haushaltspolitischen Einschnitte in den Industriestaaten und die Eurokrise. Da die Regierungen versuchen, ihre Haushaltsdefizite in den Griff zu bekommen, werden die Staatsausgaben weltweit gesenkt. Das zweite, weitaus größere Risiko sei aber die Unsicherheit, die in der Eurozone herrsche. Eine lange Rezession in der Eurozone würde das weltweite Wachstum erheblich belasten. Nicht zuletzt deshalb, da die Eurozone ein Viertel der Weltwirtschaft repräsentiere.
BVI: Vereinfachung der Investmentbesteuerung gefordert  20.12.11
  Der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) fordert in einer Erklärung eine Vereinfachung der Investmentbesteuerung. Die Vorschläge der Finanzministerkonferenz zur Neukonzeption der Besteuerung von Investmentfonds gehen ihm nicht weit genug.Im März dieses Jahres hatte die Finanzministerkonferenz, bestehend aus den Finanzministern der 16 Bundesländern, eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die bis März 2012 Vorschläge zur Vereinfachung der komplexen Besteuerung von Investmentfonds erarbeiten soll. Ziel ist es, dass Anleger eines Investmentfonds nur das zu versteuern haben, was sie tatsächlich ausbezahlt bekommen. Das ist insbesondere bei thesaurierenden Fonds – und vor allem von im Ausland aufgelegten – ein Problem, weil die Gewinne nicht ausgeschüttet sondern reinvestiert werden. Abhilfe soll hier eine einfach zu ermittelnde Vorabpauschale schaffen. Der BVI bemängelt, dass das vorgestellte Konzept statt Vereinfachungen für Anleger, Banken und Kapitalanlagegesellschaften zu Steuererhöhungen für Anleger führe, unter anderem weil die so genannte komplizierte Thesaurierungsbesteuerung für Unternehmen erhalten bleibt. Im Ergebnis würden Privatanleger mehr Steuern zahlen. Und für betriebliche Anleger würden Publikumsfonds unattraktiv, denn sie würden stärker belastet, als wenn sie ein identisches Portfolio mit Direktanlagen bildeten.
Der Verband plant daher, selber Vereinfachungsvorschläge einzubringen: „Der BVI wird daher konstruktive Vorschläge für eine aufkommensneutrale Vereinfachung der Investmentbesteuerung unterbreiten. Danach sollen insbesondere die komplizierten Regelungen zur Thesaurierungsbesteuerung entfallen und Publikumsfonds für betriebliche Anleger attraktiv bleiben“, heißt es in der Erklärung des BVI.
Sparinvest: Jährliches Rebalancing erhöht die Rendite  19.12.11
  Am Ende eines jeden Jahres ist es Zeit, Bilanz zu ziehen – das gilt auch für Privatanleger. „Gerade nach einem so turbulentem Jahr wie diesem sind Anleger gut beraten, ihr Portfolio einer genauen Prüfung zu unterziehen und ein Rebalancing vorzunehmen“, sagt J. Volker Grüneke, General Manager bei der dänischen Fondsgesellschaft Sparinvest. Er beruft sich dabei auf das Ergebnis einer aktuellen hauseigenen Untersuchung: Bei einer jährlichen Überprüfung eines Musterportfolios mit anschließendem Rebalancing ließen sich auf Jahressicht 0,5 Prozent mehr Rendite erzielen. Das klinge erst einmal wenig, so Grüneke, rechne man aber mit hohen Anlagesummen und langen Laufzeiten, wie beispielsweise bei der privaten Altersvorsorge, könne es doch schnell um beachtliche Summen gehen.
Bei der Untersuchung wurde die Performance eines Modellportfolios aus 50 Prozent internationalen Aktien (MSCI World), 35 Prozent Staatsanleihen (EFFAS 10+ Germany) und 15 Prozent hochverzinslichen Unternehmensanleihen (Merrill Lynch Global High Yield) über einen Zeitraum von knapp 14 Jahren (1997 bis 2011) analysiert. Das Ergebnis ohne Rebalancing: Eine Wertentwicklung von 95,55 Prozent – mit einer jährlichen Anpassung des Portfolios wären es 109,45 Prozent gewesen. „Die derzeitigen Börsenschwankungen und die gesamte unruhige Lage an den Finanzmärkten führen dazu, dass die Zusammenstellung des eigenen Portfolios nach einiger Zeit nicht mehr zum Anlageziel und zum eigenen Risikoprofil passt. Um die Balance der verschiedenen Anlageklassen im Portfolio wiederherzustellen, muss der Anleger korrigierend eingreifen".Rebalancing: Anleger handelt antizyklisch
Neben der Wiederherstellung der ursprünglichen Asset Allocation, also der genauen Ausrichtung des Portfolios auf das individuelle Anlageziel und Risikoprofil des Anlegers, biete das Rebalancing einen weiteren entscheidenden Vorteil: Der Anleger handelt antizyklisch. “Beim Rebalancing werden Anlageklassen, deren Wert gestiegen ist, verkauft, und andere, deren Wert gesunken ist, gekauft. Damit verfährt der Anleger entgegen dem typischen emotionalen Handlungsmuster an der Börse: Er kauft, wenn die Kurse steigen, und verkauft, wenn sie fallen. Auf lange Sicht ist das antizyklische Handeln die klügere Strategie für den Werterhalt und das Renditepotenzial des Portfolios”, sagt Grüneke. Insbesondere wenn es sich um langfristige Anlageziele wie beispielsweise die private Altersvorsorge handele, könne also mit einem regelmäßigen Rebalancing sichergestellt werden, dass eine bessere Rendite erzielt wird. Dabei sei die Strategie des Rebalancing zunächst nebensächlich – wichtig sei vor allem die Regelmäßigkeit. „Ein jährlich vorgenommenes Rebalancing sollte daher zu einer obligatorischen Aufgabe für jeden Anleger werden”, so der Rat von Grüneke.
CS Euroreal öffnet erst 2012 wieder  14.12.11
  Der derzeit geschlossene offene Immobilienfonds CS Euroreal verschiebt die geplante Wiedereröffnung auf das kommende Jahr. Zum genauen Zeitpunkt macht das Management derzeit noch keine Angaben.
Die Investmentgesellschaft Credit Suisse Asset Management (CSAM) öffnet ihren derzeit eingefrorenen offenen Immobilienfonds nicht wie geplant am Jahresende, sondern erst im nächsten Jahr wieder. Als Grund nennt der CSAM-Geschäftsführer Karl-Heinz Heuß die Verunsicherung der Anleger durch die Verschärfung der Eurokrise sowie durch die angekündigten Auflösungen der Konkurrenz-Produkte von Aberdeen und Axa, die die Anleger-Stimmung zusätzlich drücken. Die Gruppe der Unsicheren sei zu groß, erklärt Heuß und bezieht sich dabei auf Vertriebsumfragen.
Er erwarte zwar nicht, dass die Eurokrise bis zum Frühjahr 2012 gelöst sei, hoffe aber auf eine „Versachlichung der Diskussion“, so Heuß weiter. Zum konkreten Wiedereröffnungstermin macht der Manager keine Angaben. Die zweijährige Frist, nach der das Management den Fonds entweder wiedereröffnen oder auflösen muss, endet am 18. Mai 2012. In der Zwischenzeit will das Management weitere Immobilien verkaufen, um das Liquiditätsposter von derzeit rund 25 Prozent weiter auszubauen. Seit der Fondsschließung im Mai 2010 hat das Management 14 Objekte für rund 1,25 Milliarden Euro veräußert. Die beiden jüngsten Verkäufe – zwei Büroimmobilien in Issy-les-Moulineaux bei Paris – brachten dem Fonds rund 260 Millionen Euro ein.
„Die Verkaufspreise lagen bei allen Transaktionen auf Höhe des letzten durch den Sachverständigenausschuss festgestellten Verkehrswertes, teilweise sogar darüber“, erklärt die CSAM. Die Gesellschaft plant weitere Verkäufe, die 400 bis 500 Millionen Euro einbringen sollen.
Die Anleger des CS Euroreal erhalten für das Geschäftsjahr 2010/11 eine Ausschüttung von 1,80 Euro pro Anteil . Die Rendite liegt damit bei 1,2 Prozent
Sarasin: Die Zeit für einen Urknall in Euroland ist gekommen 14.12.11
  deutschen Wirtschaftsweisen in ihrem Jahresgutachten angesprochen haben. Daneben hält Poser auch noch das Intervenieren der USA und Schwellenländer für möglich, um Euro-Land wieder auf Kurs zu bringen, sowie eine stärkere Einbindung der EZB. Seine Kolumne:
„Euro-Gipfel um Euro-Gipfel vergeht ohne eine endgültige Lösung hervorzubringen. Dabei brennt Euroland unentwegt weiter. Nach Italien und Spanien ist nun auch der Kern in die Schusslinie geraten. Belgien, Österreich und Frankreich zahlen inzwischen prekär hohe Zinssätze, die Rating-Agenturen drohen mit Herabstufungen und die aus der Schuldenkrise erwachsende Bankenkrise würgt das Wachstum ab.
Zeit für einen Urknall! Jeder Lösungsvorschlag muss aber erstens auf der Basis der europäischen Verträge beruhen, um langwierige Ratifizierungen und Volksabstimmungen zu vermeiden. Zweitens muss er sicherstellen, dass sich in Not geratene Euroländer zu angemessenen Zinsen refinanzieren können. Drittens muss er die Anleihenmärkte beruhigen und damit die Kreditklemme im Bankensektor beheben.
Ein vielversprechender Vorschlag kommt von den deutschen «Wirtschaftsweisen». In ihrem Jahresgutachten zeigt der Sachverständigenrat das Konzept eines so genannten «Tilgungsfonds» auf, aus dem alle Euroländer ihre Schulden, die über dem Maastricht-Limit von 60 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt (BIP) liegen, refinanzieren dürfen und die gemeinschaftlich garantiert werden.
Der Fonds ist dazu geschaffen, sich selbst aufzulösen, denn im Gegenzug verpflichten sich die Länder zu einem strikten Konsolidierungsprogramm, das den Schuldenstand in 25 Jahren auf 60 Prozent vom BIP reduziert. Die Mehreinnahmen aus zusätzlichen nationalen Einkommens- oder Mehrwertsteuern gehen direkt an den Fonds und nicht in den Haushalt, so dass die Schulden garantiert getilgt werden. Als Sicherheit hinterlegen sie ihre Devisenreserven in Höhe von 20 Prozent der Schulden. Gemäss dem Sachverständigenrat ist das Konzept verfassungskonform, weil die Belastungen des deutschen Haushalts «zeitlich, sachlich und in der Höhe begrenzt» sind.
Können die Politiker Eurolands nicht bald mit einer ähnlichen Lösung aufwarten, würde eine weitere Zuspitzung an den Euro-Anleihenmärkten eine zweite Lösung möglich machen. Es ist denkbar, dass eine solche Eskalation die USA und die Schwellenländer auf den Plan rufen wird, die ein vitales Interesse daran haben, dass die Panik nicht auf sie überschwappt. So könnten dem europäischen Rettungsschirm über den Internationalen Währungsfonds auch Gelder anderer Staaten zufließen.
Scheuen sich auch die Schwellenländer bleibt als dritte Lösung nur die Europäische Zentralbank (EZB). Diese müsste allerdings auf die Erfahrungen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) setzen. Die SNB hat die EUR-CHF-Untergrenze mit minimalem Aufwand verteidigt, weil sie ein klares Bekenntnis zu unlimitierten Interventionen gegeben hat. Im Notfall kann die EZB die Solvenz aller Euroländer garantieren, indem sie die Zinsen bei fünf Prozent einfriert. Die Bank Sarasin geht davon aus, dass sie durch eine solche Maßnahme am Ende weniger Anleihen gekauft haben wird, als bei einer Fortsetzung der zögerlichen Anleihenkäufe."
Sparinvest: Einzigartige Einstiegsmöglichkeiten für Value-Investoren  14.12.11
  Nach Meinung von Michael Albrechtslund, Managing Director bei Sparinvest Asset Management, wird die Schuldenkrise im Euroraum die Welt auch 2012 in Atem halten. Er rechnet allerdings damit, dass die Lage im Laufe des Jahres aufklart und sich im zweiten Halbjahr die europäischen Finanzmärkte etwas erholen. Dazu ist jedoch nach den zahlreichen Fehlstarts entschlossenes Handeln der europäischen Politiker nötig, um Vertrauen zurückzugewinnen. Für Value-Investoren würde sich in den gestressten Märkten – gerade in Europa – einzigartige Einstiegsmöglichkeiten bieten, sowohl bei Aktien als auch bei Unternehmensanleihen.
nachhaltige Lösungen können die Märkte wieder ins Gleichgewicht bringen. "Doch auch wenn der Druck auf die globalen Märkte anhält, sollten unserer Meinung nach im Laufe des kommenden Jahres 2012 mehr Klarheit und eine Erholung eintreten".
Neben der Euro-Krise werden weitere Themen die Finanzmärkte beschäftigen. In den USA könnte es 2012 ähnliche politische Herausforderungen geben wie 2011 in Europa. Die anstehenden Präsidentschaftswahlen werden eine wichtige Rolle spielen. "Politischer Stillstand und Unsicherheit wären nicht gut für die Märkte. Auch die Entwicklungen in China sollten genau beobachtet werden. Dort steht ein Regierungswechsel an. Allerdings neigt China dazu, in solchen Jahren mit besonderem Nachdruck für Stabilität zu sorgen. Weiteres Augenmerk gilt der Lage im Nahen Osten und deren Auswirkung auf den Ölpreis und damit auf den Energiesektor", meint Albrechtslund.
Europäische Unternehmensanleihen werden deutlich outperformen
Nach Ansicht des Sparinvest-Managers bieten die angespannten Märkte hervorragende Möglichkeiten für Value-Investoren. Sie finden sowohl Aktien als auch Unternehmensanleihen von qualitativ hochwertigen Unternehmen mit soliden Bilanzen zu äußerst attraktiven Preisen. Unabhängig davon, wie lange die Krise anhält, haben solche Unternehmen eine gute Ausgangslage, wenn es in die Erholung geht. "Auch wenn der Zusammenbruch der Eurozone nicht 100-prozentig auszuschließen ist, gehen wir davon aus, dass der Euro überlebt. Europa bietet zurzeit die günstigsten Unternehmensanleihen. Die Marktmeinung ist extrem schlecht. Sobald sich diese bessert, werden Anleger ihre Untergewichtungen dort wieder ausgleichen und die Herdenmentalität wird den europäischen Unternehmensanleihen einen kräftigen Schub verleihen. Wenn sich Europas Krise von einem 'Lehman ähnlichen'-Thema zu einem 'normalen' Wirtschaftsabschwung entwickelt, der im ersten Halbjahr 2012 seinen Tiefpunkt erreicht, werden im Nachgang europäische Unternehmensanleihen stark outperformen. Sowohl hochwertigen Anleihen mit Investmentgrade-Rating als auch spekulativeren High-Yield Bonds steht ein gutes Jahr bevor", ist Albrechtslund überzeugt.
Unternehmen sind auf Abschwung gut vorbereitet
Für Aktien sieht der Sparinvest-Experte ebenfalls sehr gute Chancen. Die Marktstimmung für europäische Aktien, aber auch für zyklische Werte weltweit sei äußerst schlecht – und extreme Negativszenarien sind in den Bewertungen bereits eingepreist. Die Fundamentaldaten der Unternehmen seien jedoch deutlich besser als 2008. Damals hat die plötzliche Krise viele Unternehmen überrascht, davon könne heute keine Rede sein. Nach drei Jahren Kostensenkung und Restrukturierung seien die Unternehmen schlanker aufgestellt, die Gewinnschwellen liegen niedriger und die Bilanzen überzeugen durch eine geringere Nettoverschuldung in Relation zum Eigenkapital. Die Unternehmen sind also besser auf den Abschwung vorbereitet und können in der Erholung – egal ob diese schnell oder langsam erfolgt – die Früchte ihrer Anstrengungen ernten. "Niedrig bewertete Aktien bieten daher ein attraktives Aufwärtspotenzial, sobald nicht mehr Marktstimmungen im Vordergrund stehen, sondern wieder die Fundamentaldaten der Unternehmen die entscheidende Rolle für den Aktienkurs spielen. Dieser Zustand wird früher oder später unausweichlich eintreten. Ein wertorientierter Ansatz mit Fokus auf Qualität und günstige Einstiegspreise bleibt daher eine logische Anlagestrategie mit besten Aussichten", so Albrechtslund abschließend.
Bantleon: Währungsunion ist nur mit der EZB zu retten  14.12.11
  Überraschend schnell haben sich die EU-Regierungschefs vergangene Woche auf einen »Fiskalpakt« geeinigt. Die Verkündung der Ergebnisse bereits in der Nacht von Donnerstag auf Freitag sollte ein klares Zeichen der Entschlossenheit aussenden. In diese Richtung ist auch zu werten, dass Großbritannien bei der Vertiefung der Fiskalunion außen vor gelassen wird. Offensichtlich ist die Politik sogar bereit, ein Europa der zwei Geschwindigkeiten hinzunehmen – wichtig ist nur, dass die fiskalische Integration unter den Ländern der Währungsunion möglichst zügig voran kommt, meint Andreas Busch, Senior Analyst Economics beim Anleihemanager Bantleon. Ihm zufolge sind die jüngsten Entscheidungen unzweifelhaft ein Schritt in die richtige Richtung, um die Währungsunion auf lange Sicht durch eine Fiskalunion zu flankieren. Das Problem ist aber: Die angestrebte stärkere fiskalische Integration lässt sich nicht so schnell bewerkstelligen. Zum einen bestehen mehrere  juristische Schwierigkeiten. In Deutschland sei zum Beispiel unklar, ob die geplante Genehmigung des nationalen Haushalts durch die EU-Kommission verfassungskonform ist – daran bestehen Zweifel, sollten die Weisungen der EU-Kommission nicht nur konsultativen Charakter haben, sondern bindend sein. Denn dann wäre die vom Grundgesetz geschützte Haushaltsautonomie des deutschen Parlaments in Frage gestellt. Busch selber geht zwar  davon aus, dass diese Probleme zu bewältigen sind – sie zeigen jedoch, dass die Umsetzung der Beschlüsse nicht ganz so reibungslos ablaufen dürfte, wie das viele hoffen.
Zum anderen stehen die ökonomischen Realitäten schnellen Erfolgsmeldungen bei einer stärkeren fiskalischen Integration entgegen. Wenn die Länder der Währungsunion tatsächlich die angestrebte Haushaltskonsolidierung vorantreiben, verschärfen sie zunächst den konjunkturellen Abschwung, so Busch. Wie die schmerzhaften Erfahrungen in Griechenland gezeigt haben, konterkariert aber jeder stärkere wirtschaftliche Einbruch die Sparbemühungen erheblich, sodass die angestrebten Konsolidierungsziele kaum erreicht werden dürften, ist der Bantleon-Experte überzeugt. Erst auf längere Sicht kann diese Strategie ihm zufolge erfolgreich sein.
EZB gehen Entschuldigungen aus
Es hilft also nichts – die Politik alleine kann die EUR-Schuldenkrise nicht lösen. Über kurz oder lang muss die Notenbank in die Bresche springen, wenn die Währungsunion gerettet werden soll. Angesichts dieser Faktenlage scheint es somit mehr als fraglich, ob sich die EZB noch lange hinter der Entschuldigung verstecken kann, ihr sei die Finanzierung von Staatschulden vertraglich verboten. Dieses Argument ist Busch zufolge allein schon deswegen nicht glaubwürdig, weil es die EZB auch bislang nicht davon abgehalten hat, Anleihen aus den Peripheriestaaten im Umfang von mehr als 200 Milliarden Euro zu kaufen.
Entscheidend wird darüber hinaus künftig sein, dass die EZB Staatsanleihen kaufen wird – nicht um die Haushalte zu finanzieren, sondern um die Konjunktur zu stützen. Die derzeit außergewöhnlich hohe Zinsbelastung in den Peripheriestaaten könnte schon jetzt die Rezession empfindlich verstärken. Nur die Notenbank kann diesem Trend kurzfristig etwas entgegensetzen. In Anbetracht dieser Erwartung eines unumgänglichen Eingreifens der EZB ist festzustellen: Die attraktiven Bewertungen von Covered Bonds, Quasi-Staatsanleihen und EUR-Staatsanleihen rechtfertigen erste Zukäufe in diesem Segment, wie Busch resümiert.
Franklin Templeton (Mobius):  Turbulenter Monat für Emerging Markets  13.12.11
  Durch die negative Stimmung an den Finanzmärkten korrigierten auch die Schwellenländer im November wieder nach unten. Im Ergebnis beschloss der MSCI Emerging Markets den Monat mit einem Minus von 6,7 Prozent. Positiv ist laut Mark Mobius, Vorstandsvorsitzender von Franklin Templeton, die generell nachlassende Inflationsangst in den Schwellenländern. Die Zentralbanken konnten so ihren Wachstumskurs beibehalten. Während Brasilien bereits zum dritten Mal in vier Monaten die Leitzinsen senkte, reduzierte erstmals seit 2008 auch China die Mindestreservesätze. Alles in allem schwächte sich das Wirtschaftswachstum der meisten Schwellenländer zwar ab, blieb aber immer noch deutlich über den Vergleichswerten der Industrienationen. In einem Marktkommentar beleuchtet der Star-Fondsmanager Mobius die jüngsten regionalen Entwicklungen in den Emerging Markets.
Chinesische Regierung treibt Wachstum weiter voran
China meldet erneut starke Zahlen aus dem Industriesektor, so stieg die Produktion im Vergleich zum Vorjahr im Oktober um 13,2 Prozent an. Die Regierung unternimmt unterdessen weitere Maßnahmen, um Wachstum zu fördern. Dazu gehören Bemühungen um engere Handels- und Wirtschaftsbeziehungen mit einer Reihe von Ländern sowie eine Steuererleichterung für kleine und mittlere Unternehmen. Erstmals seit 2008 senkte die People’s Bank of China wieder den Mindestreservesatz für Großbanken (von 21,5 auf 21 Prozent). "Erfreulich ist auch, dass der Inflationsdruck im Oktober erneut nachließ, was nachgebenden Preisen für Nahrungsmittel und Wohnimmobilien zu verdanken war", sagt Mobius. Der Verbraucherpreisindex ging von 6,5 Prozent im Juli auf 5,5 Prozent zurück. Um weitere Impulse durch den Außenhandel bemühte sich auch Südkorea. Im November ratifizierte die Regierung das Freihandelsabkommen mit den USA, das damit im Januar 2012 umgesetzt werden kann.
Indien will Einzelhandel liberalisieren
In Indien ging das Wirtschaftswachstum im 3. Quartal 2011 gegenüber dem Vorjahr auf 6,9 Prozent zurück, nachdem es im Vorquartal noch 7,7 Prozent betragen hatte. Geringere Steigerungen bei Produktion und privatem Konsum und ein Produktionsrückgang im Bergbau waren die Hauptursachen dafür. Mit einer Grundsatzentscheidung will die Regierung unterdessen den 450 Milliarden US-Dollar schweren Einzelhandelssektor des Landes für globale Supermarktketten öffnen. Dieser Schritt stieß jedoch prompt auf politischen Widerstand. "Die Reform könnte für dringend nötige Investitionen, Arbeitsplätze und Infrastrukturentwicklung sorgen. Oppositionelle politische Parteien und indische Händler befürchten jedoch, der Einzug ausländischer Akteure könnte für kleine und mittlere Familienbetriebe das Aus bedeuten, die derzeit rund 90 Prozent des Sektors ausmachen".
Brasilien sorgt sich im Wirtschaftswachstum
Aus Sorge um eine Schwächung der Konjunktur senkte auch die brasilianische Zentralbank die Leitzinsen. Es handelt sich dabei um den dritten aufeinanderfolgenden Zinsschritt in vier Monaten. Der Satz fiel damit seit Juli 2011 insgesamt um 150 Basispunkte auf aktuell elf Prozent. Investoren vertrauen hingegen weiterhin auf die wirtschaftliche Stärke und Stabilität des Landes, ist sich Mobius sicher. Dies lasse sich dem Fondsmanager zufolge insbesondere an den ausländischen Direktinvestitionen ablesen. Insgesamt floss in den ersten zehn Monaten des Jahres Kapital in Höhe von 56 Milliarden US-Dollar in das Land, das ist fast doppelt so viel wie im Vergleichszeitraum 2010.
Russland gegen den globalen Trend
Das BIP-Wachstum in Russland zog im dritten Quartal 2011 gegenüber dem Vorjahr auf 4,8 Prozent an (Q2: 3,4 Prozent). Hauptmotor war der starke Anstieg des Konsums. Auch die Steigerung der Einzelhandelsumsätze und der Investitionen erreichte im September das bislang höchste Niveau dieses Jahres. Einen kleinen Dämpfer erlitt allerdings die heimische Industrie, der Zuwachs ging aufgrund geringerer Produktionszahlen gegenüber dem Vorjahr um 3,9 Prozent zurück. Die Inflation blieb im Oktober nach neun rückläufigen Monaten in Folge mit 7,2 Prozent unverändert. Russlands Haushaltsdefizit dürfte sich bis 2014 unterstützt von Öl- und Gaseinnahmen auf 2,3 Prozent zurückgehen, so die optimistische Prognose von Mobius.
Türkei: Preise weniger stabil als erhofft
In der Türkei nahm im Oktober der Inflationsdruck zu, die Teuerungsrate lag 7,7 Prozent und damit deutlich über dem Ziel der Zentralbank von 5,5 Prozent. "Das lag in erster Linie an höheren Preisen für alkoholische Getränke und Tabak, aber auch an gestiegenen Transportkosten", argumentierte es Mobius. Zum Ausbau der bilateralen Beziehungen trafen sich im November sudanesische und türkische Regierungsvertreter und einigten sich auf mehr Handel und Investitionen.
DWS: Immobilien-Dachfonds db ImmoFlex wird aufgelöst  13.12.11
  Erst im Mai 2011 hatte die Liquiditätskrise der offenen Immobilienfonds die DWS gezwungen, die Rücknahme und Ausgabe von Anteilen des db ImmoFlex einzustellen. Nun hat der Asset Manager der Deutschen Bank das Ende seines Immobiliendachfonds bekannt gegeben. Angesichts einer Liquiditätsquote von 10,3 Prozent (per Ende November) schließt man eine dauerhafte Wiedereröffnung des db ImmoFlex aus, heißt es in einer Mitteilung. Das Verwaltungsrecht wird deshalb unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von sechs Monaten mit Wirkung zum 16. November 2012 gekündigt. Dies, so die DWS weiter, schaffe die Möglichkeit, mittels einer geordneten Auflösung den Anlegern die jeweils verfügbare Liquidität bis zu zweimal im Jahr ausschütten zu können. Die Auflösung des Fonds werde bis Mai 2014 angestrebt.
Aktuell hält der im Oktober 2007 aufgelegte und zuletzt rund 250 Millionen Euro schwere Dachfonds neun offene Immobilienfonds im Portfolio. Bei allen Zielfonds ist die Rücknahme von Anteilsscheinen ausgesetzt, fünf befinden sich in der Auflösung. Im Zuge der Auflösung werden dem Fondsvermögen statt der in den Vertragsbedingungen vorgesehenen Kostenpauschale in Höhe von 0,9 Prozent p.a. künftig nur 0,1 Prozent p.a. belastet.
Bereits im August 2011 hatte Allianz Global Investors angekündigt, ihren eingefrorenen Premium Management Immobilien Anlagen (PMIA) zu liquidieren, mit 1,2 Milliarden Euro Volumen immerhin der bis dato größte Immobiliendachfonds am Markt. Die Ausgabe und Rücknahme von Anteilen ebenfalls ausgesetzt hat der Immobiliendachfonds RP Global Real Estate (seit März 2011).
Fidelity - Studie:  Aus Angst weniger Rendite 12.12.11
  Die Beschlüsse des EU-Gipfels werden die seit Monaten anhaltende Diskussion über Lösungen der Schuldenkrise nicht beenden und die Märkte nicht nachhaltig beruhigen. Auf diese fortwährende Unsicherheit reagieren die europäischen Sparer mit unterschiedlichen Anlagestrategien. Insgesamt besteht jedoch ein weit verbreitetes Sicherheitsbedürfnis – zu Lasten der Renditechancen. Dies geht aus der zweiten repräsentativen Studie zur Qualität der Finanzberatung hervor, die TNS Sofres im Auftrag von Fidelity Worldwide Investment unter mehr als 12.000 Privatanlegern in 14 europäischen Ländern durchgeführt . Sicherheit hat bei Anlage Priorität
Inmitten der größten Bewährungsprobe für die europäische Währungsunion offenbaren Europas Sparer vor allem eins: den Wunsch nach Sicherheit bei der Geldanlage. So war das gering verzinste Sparkonto bei Europas Anlegern in den zwölf Monaten bis August 2011 mit 40 Prozent das beliebteste Anlageprodukt. Insbesondere die wirtschaftlich leidgeprüften Briten (58 Prozent) setzten auf diese vermeintlich sichere Form des Sparens. Auch in den Niederlanden (58 Prozent), Polen (51 Prozent), Belgien (49 Prozent), Frankreich (43 Prozent) und Österreich (41 Prozent) wurde das Sparkonto bei Neuanlagen am meisten nachgefragt.

Die Beschlüsse des EU-Gipfels werden die seit Monaten anhaltende Diskussion über Lösungen der Schuldenkrise nicht beenden und die Märkte nicht nachhaltig beruhigen. Auf diese fortwährende Unsicherheit reagieren die europäischen Sparer mit unterschiedlichen Anlagestrategien. Insgesamt besteht jedoch ein weit verbreitetes Sicherheitsbedürfnis – zu Lasten der Renditechancen. Dies geht aus der zweiten repräsentativen Studie zur Qualität der Finanzberatung hervor, die TNS Sofres im Auftrag von Fidelity Worldwide Investment unter mehr als 12.000 Privatanlegern in 14 europäischen Ländern durchgeführt hat.
Sicherheit hat bei Anlage Priorität

Inmitten der größten Bewährungsprobe für die europäische Währungsunion offenbaren Europas Sparer vor allem eins: den Wunsch nach Sicherheit bei der Geldanlage. So war das gering verzinste Sparkonto bei Europas Anlegern in den zwölf Monaten bis August 2011 mit 40 Prozent das beliebteste Anlageprodukt. Insbesondere die wirtschaftlich leidgeprüften Briten (58 Prozent) setzten auf diese vermeintlich sichere Form des Sparens. Auch in den Niederlanden (58 Prozent), Polen (51 Prozent), Belgien (49 Prozent), Frankreich (43 Prozent) und Österreich (41 Prozent) wurde das Sparkonto bei Neuanlagen am meisten nachgefragtIn Deutschland vertrauten 35 Prozent der Sparer auf die Spareinlage bei der Hausbank. Damit ist diese Anlageform zwar weniger verbreitet als im europäischen Durchschnitt, überzeugt aber dennoch mehr Sparer als direkte Aktieninvestments (31 Prozent), Fondsanlagen (29 Prozent) oder die private Vorsorge (14 Prozent).
"Das starke Verlangen der europäischen Anleger nach Sicherheit ist absolut verständlich. Unter Renditegesichtspunkten ist der hohe Anteil festverzinslicher Spareinlagen allerdings wenig zielführend. Jeder Prozentpunkt Rendite, den Sparer heute verschenken, reduziert ihr Ausgabenbudget und im Alter ihre Rente", kommentiert Kerstin Behnke, Vertriebsleiterin und Mitglied der Geschäftsführung von Fidelity Worldwide Investment in Deutschland. Dabei müssen sich das Bedürfnis nach Sicherheit und Renditeerwartungen trotz der schweren Turbulenzen an Europas Kapitalmärkten nicht ausschließen. "Wir haben eine Staatsschulden-, keine Unternehmenskrise. Viele Unternehmen sind hervorragend aufgestellt und werden weiter wachsen", erklärt Behnke.  Ihr zufolge müssen sich Anleger deutlich stärker als bisher  am Wachstum der Unternehmen beteiligen, um ihr Vermögen zu mehren – entweder über Unternehmensanleihen oder über Aktien und Aktienfonds, wobei Dividenden gerade in volatilen Märkten einen Puffer darstellen können. "Anleger sollten beim Aktienkauf nicht nur auf Kursgewinne, sondern auf die Gesamtrendite abstellen".
Staatsanleihen in Italien beliebt in Deutschland geschmäht
Langfristig müssen Anleger ihre bisherigen Vorstellungen von Sicherheit überdenken. "Wir erleben derzeit einen grundlegenden Wandel von Risiko: Während das Staatsschuldendesaster in Europa jahrzehntelang als sicher geltende Anlagen immer stärker in Frage stellt, kristallisieren sich ganz neue Stabilitätsanker heraus. Dazu zählen Unternehmens- und Hochzinsanleihen gesunder Unternehmen ebenso wie Anleihen von Schwellenländerstaaten".
Dieses Wissen scheint bei den Anlegern noch nicht angekommen zu sein, denn nur sechs Prozent der Deutschen und sieben Prozent der Europäer investieren in Unternehmensanleihen. Zumindest bei den Deutschen liegt diese Assetklasse in der Gunst fast gleich auf mit Staatsanleihen – obwohl die Anleihen vieler Unternehmen heute deutlich höhere Renditen und mehr Sicherheit versprechen als die Anleihen einiger Staaten.
Trotzdem konnten sich fünf Prozent der deutschen Anleger in den zwölf Monaten bis August 2011 für Staatsanleihen erwärmen. Damit sind die Deutschen dennoch deutlich skeptischer als ihre europäischen Nachbarn. Vor allem in Italien ist der Hang zum Kauf von Staatsanleihen besonders stark ausgeprägt - obwohl Staatsanleihen mit wachsenden Sorgen um die Finanzkraft Italiens, Spaniens oder gar Frankreichs längst nicht mehr als grundsätzlich sicherer Hafen gelten: 21 Prozent der italienischen Sparer geben an, bis August 2011 in Staatspapiere investiert zu haben. Neben den Italienern haben auch die polnischen (14 Prozent), dänischen (12 Prozent) und spanischen (9 Prozent) Sparer mehr auf diese Anlageklasse gesetzt als der Durchschnitt der Befragten (8 Prozent) in Europa.
Skandinavier deutlich risikofreudiger
Dass es auch anders geht, machen die Skandinavier deutlich: Offensichtlich unbeeindruckt von der europäischen Staatsschuldenkrise, zeigen sich die nördlichen Nachbarn auffallend risikofreudig. So geben die Hälfte aller Dänen an, zuletzt direkt in Aktien investiert zu haben. Auch bei Kapitalanlagen in Investmentfonds sind die Nordeuropäer Spitzenreiter: 54 Prozent der Norweger haben inmitten der Kapitalmarktturbulenzen in Fonds investiert – gefolgt von ihren finnischen (53 Prozent) und schwedischen (47 Prozent) Nachbarn. Dazu passt, dass in keiner anderen Region Europas weniger Anleger Schutz vor Kapitalverlust für ein wesentliches Anlagekriterium halten als in Norwegen (21 Prozent), Schweden (17 Prozent) und Finnland (15 Prozent). Übrigens: In beiden Kategorien Aktien und Fonds bilden die häufig als kapitalmarktaffin beschriebenen Briten mit 17 bzw. 6 Prozent das Schlusslicht.
Für Österreicher spielt Reputation des Anbieters große Rolle
Ob ein Finanzprodukt von einem bekannten und etablierten Anbieter stammt, halten durchschnittlich 28 Prozent der Europäer für einen wesentlichen Aspekt der Geldanlage. Besonders für die Österreicher (38 Prozent), aber auch die Franzosen, Italiener und Polen (alle 33 Prozent) spielt die Reputation des Anbieters eine entscheidende Rolle bei der Auswahl von Finanzprodukten. Die Deutschen sehen das etwas lockerer. Nur für 23 Prozent der deutschen Sparer ist dieser Punkt wichtig.
Insgesamt machen die Ergebnisse der Studie vor allem eines deutlich: Ein großer Teil der europäischen Sparer wünscht sich vor allem Sicherheit bei der Geldanlage. Auch wenn es vielfältige Anlagestrategien gibt, um dieses Ziel zu erreichen, vernachlässigen die meisten die Rendite und damit das entscheidende Kriterium, um Vermögen langfristig zu mehren. Umso wichtiger ist es, Anleger bei der Zusammenstellung des Portfolios zu unterstützen - und zwar fortlaufend. "Hier kommt Produktanbietern und Beratern eine wichtige Rolle zu - vor allem mit Blick auf die steigende Rentenlücke und das mit Sicherheit noch für einige Zeit anhaltend niedrige Zinsniveau".
Studien - Hintergründe
Im Auftrag von Fidelity Worldwide Investment hat TNS Sofres für die repräsentative Studie 12.000 volljährige Sparer und Anleger befragt. Die Umfrage fand im Juli 2011 in folgenden 14 Ländern statt: Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Niederlande, Norwegen, Österreich, Schweden, Schweiz, Spanien.

Handelsblatt:  Chinas Devisenreserven schrumpfen  12.12.11
  Chinas Devisenschatz schrumpft das erste Mal seit acht Jahren. Das geht aus den aktuellen Zahlen der chinesischen Zentralbank hervor. Experten sehen dies als Anzeichen, dass sowohl Unternehmen als auch Privatleute ihr Geld aus China abziehen, berichtet das Handelsblatt.
Der Gesamtwert von Chinas Devisen ist um knapp 90 Milliarden Yuan auf 30 Billionen Yuan (2,7 Billionen Euro) gesunken. Der Grund dafür könnte in dem zuletzt sinkenden Verhältnis zwischen Exporten und Importen liegen, das die Anhäufung von Devisen verlangsamte. Daher hatte die Zentralbank zuletzt auch den Kurs der Währung niedriger festgesetzt und damit eine lange Phase der Aufwertung unterbrochen. Damit habe man aber auch eine Phase der Kapitalflucht eingeleitet.
Während die Unternehmen ihre China-Gewinne bisher zum größten Teil auch dort wieder reinvestiert haben, zeigen sie nun offenbar verstärkte Neigung das Geld ins Mutterhaus zu überweisen. Auch chinesische Privatleute schaffen, laut dem Handelsblattartikel offenbar verstärkt Geld ins Ausland. "Der Anreiz dazu ist groß", wird Victor Shih, Experte für chinesische Wirtschaft an der Northwestern University bei Chicago vom Handelsblatt zitiert, "die Kapitalkontrollen des Landes zu umgehen, denn die Verzinsung auf Sparkonten fällt derzeit wegen der hohen Inflation negativ aus."
Moody`s:  Kreditwürdigkeit französischer Banken gesenkt 12.12.11
  Der Reigen von Herabstufungen hält weiter an. Dieses Mal hat es drei französische Großbanken erwischt. Die Ratingagentur Moody's hat dabei die Kreditwürdigkeit der BNP Paribas, Société Générale und der Crédite Agricole gesenkt. Dabei wurde das Langfristrating für BNP und Credit Agricole auf Aa3 gesenkt, eine Stufe darunter liegt nun die Société Générale mit der Note A1, was insgesamt die fünfthöchste Note bedeutet.
Die Ratingagentur begründete ihre Entscheidung mit der sich verschlechternden Bedingungen für Liquidität und Finanzierung sowie das fragile Geschäftsumfeld für europäische Banken. Somit wird es immer schwieriger, sich zu refinanzieren. Zudem haben sich die Wirtschaftsprognosen verschlechtert.
Credit Suisse: Edelmetalle werden 2012 weiter profitieren  12.12.11
  Neues Jahr, neues Glück? Obwohl absehbar ist, dass sich die Unsicherheiten und erhöhte Stimmungsschwankungen an den globalen Aktienmärkten auch im neuen Jahr fortsetzen werden, bieten sich 2012 aber auch Chancen, meinen die Finanzmarktexperten von Credit Suisse. Positiv sind sie für Edelmetalle gestimmt, die als Folge hoher Investitionsnachfrage weitere Preissteigerungen erfahren sollten. Weiteren Rückenwind erwarten sie im Energiesektor, der ebenfalls von einer anziehenden Nachfrage profitiert. Was Aktien angeht sehen die Credit Suisse-Experten Value-Strategien als attraktiv an, sobald sich das Liquiditätsumfeld verbessert.
Bei Industriemetallen seien die technischen Trends hingegen weitgehend negativ, aber viele Märkte an der Grenze zu günstigen Bewertungen, was langfristig Unterstützung bietet, sind die Credit Suisse-Experten überzeugt. Im Landwirtschaftssektor sind die technischen Trends ebenfalls negativ, aber die Preise noch nicht billig.
Fp;  Eurokrise lässt auch Brasilien nicht kalt  7.12.11
  Im Zuge der internationalen Wirtschaftskrise hat auch der Aufschwung im boomenden Brasilien einen Dämpfer erlitten. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stagnierte im dritten Quartal, teilte das staatliche brasilianische Institut für Geografie und Statistik (IBGE) am Dienstag mit. Im zweiten Quartal betrug das Wachstum noch 0,7 Prozent. Für 2011 rechnen die Experten für Brasilien mit einem BIP-Wachstum zwischen drei und 3,5 Prozent, nachdem es 2010 noch 7,5 Prozent betrug.
Die privaten Konsumausgaben schrumpften, während die Unternehmen weniger investierten. Sektorenbezogen konnte sich nur die  Land- und Viehwirtschaft um 3,2 Prozent steigern, während etwa die Wirtschaftsleitung im Industriesektor um 0,9 Prozent zurückging. Eine rasche Trendwende ist Experten zufolge nicht in Sicht. Grund ist die Schuldenkrise in Europa, die das exportabhängige Land schwer trifft. Es liefert vor allem Rohstoffe wie Eisenerz und Soja.
Brasiliens Finanzminister Guido Mantega nannte die Stagnation in der siebtgrößten Volkswirtschaft vorübergehend. Im vierten Quartal ziehe die Wirtschaft bereits an, weil ein Teil der eingeleiteten Maßnahmen bereits Wirkung zeigten, wird er von mehreren Medien zitiert.
Um Investitionen zu erleichtern hatte die brasilianische Zentralbank vorige Woche zum dritten Mal in Folge seit August die Leitzinsen um je 0,5 Prozent auf elf Prozent gesenkt. Auch die hohe Inflation macht Brasilien zu schaffen. Seit April liegt die Teuerungsrate über dem Zielwert von 6,5 Prozent. Die Regierung zögert deshalb mit Konjunkturprogrammen, die die Inflation weiter anheizen und den Konsumenten Kaufkraft kosten könnte.
Credit Suisse: Eurozone – Lösung in Aussicht 5.12.11
  Stefan Keitel, Investmentexperte von Credit Suisse, beleuchtet  die derzeitige Situation an den Märkten.
Nachdem sich die Märkte über den Oktober merklich entspannt und zu einer markanten Erholungsbewegung angesetzt hatten, geriet die Aufwärtsbewegung bereits im November wieder ins Stocken. Trotz positiver makroökonomischer Indikatoren vor allem aus den USA und China blieben die Schwankungen – bedingt durch Unsicherheiten in der Eurozone – hoch und der Riskoappetit tief. Die sorgenvolle Haltung vieler Investoren hielt an. Daran konnten auch verbesserte Rahmenbedingungen wie die erfolgreiche Implementierung einer Übergangsregierung in Griechenland und Italien, die definitive Verabschiedung von Maßnahmenpaketen zum Abbau der europäischen Staatsverschuldung sowie weitere Ankaufprogramme von Peripherieanleihen durch die europäische Zentralbank (EZB) nichts ändern. Selbst ein Zusammenbruch der Eurozone wurde offen diskutiert. Dies manifestierte sich besonders im dramatischen Anstieg der Peripherierenditen – italienische Staatsanleihen überschritten die magische Marke von sieben Prozent. Auf diesem Niveau mussten andere Länder bereits den Rettungsschirm in Anspruch nehmen.
EZB muss sich als "Lender of last resort" positionieren
Keitel ist weiterhin der Meinung, dass die Situation in der Eurozone zwar ein erhebliches Risiko für die weltweite Konjunktur und die Kapitalmärkte darstellt, es am Ende aber doch eine versöhnliche Lösung geben wird: "Dazu sind jedoch weitere Schritte der Politik unabdingbar. Zudem muss sich die EZB unseres Erachtens als 'Lender of last resort' positionieren, um Unsicherheiten zu beseitigen und den Käuferstreik der Investoren gegenüber Staatsanleihen aufzubrechen. Denn mittlerweile scheint sogar die vormals so stabile deutsche Bundesanleihe nicht mehr über jeden Stabilitätszweifel erhaben zu sein. Deutlich wird dies im massiven Renditeanstieg. Wir bekräftigen daher nochmals unser Untergewicht bei traditionellen Staatsanleihen und eine kurze Duration."
EZB muss sich als "Lender of last resort" positionieren
Keitel ist weiterhin der Meinung, dass die Situation in der Eurozone zwar ein erhebliches Risiko für die weltweite Konjunktur und die Kapitalmärkte darstellt, es am Ende aber doch eine versöhnliche Lösung geben wird: "Dazu sind jedoch weitere Schritte der Politik unabdingbar. Zudem muss sich die EZB unseres Erachtens als 'Lender of last resort' positionieren, um Unsicherheiten zu beseitigen und den Käuferstreik der Investoren gegenüber Staatsanleihen aufzubrechen. Denn mittlerweile scheint sogar die vormals so stabile deutsche Bundesanleihe nicht mehr über jeden Stabilitätszweifel erhaben zu sein. Deutlich wird dies im massiven Renditeanstieg. Wir bekräftigen daher nochmals unser Untergewicht bei traditionellen Staatsanleihen und eine kurze Duration."
Euro könnte kurzfristig noch mehr unter Druck geraten
Bei den Währungen hat der Credit Suisse-Manager aktuell weiterhin keine ausgeprägten Präferenzen. Das ähnlich tiefe Zins- und Wachstumsniveau in den traditionellen Währungsblöcken schließe einen nachhaltigen Währungstrend zum aktuellen Zeitpunkt eher aus. Der Euro könnte allerdings kurzfristig aufgrund der erwarteten nochmaligen Zinssenkung der EZB und der Wachstumssorgen der Eurozonenperipherie noch etwas mehr unter Druck kommen. "Wir bekräftigen unsere strategisch positive Sichtweise der Schwellenländer-währungen und der Ersatzwährung Gold. Rohstoffe stehen zwar aufgrund des konjunkturellen Schwächezyklus zurzeit bei den Anlegern nicht im Mittelpunkt, sollten aber von der grundsätzlichen Entwicklung von Angebot und Nachfage strategisch gut unterfüttert sein. Daher stellen etwaige weitere Rücksetzer für uns eher Kaufgelegenheiten dar", zieht Keitel Fazit.
M&G: Anleger müssen umdenken 5.12.11
  Nach Meinung von Volker Buschmann von M&G Investments müssen sich Anleger 2012 weiterhin auf volatile Finanzmärkte weltweit einstellen: "Die Frage ist nur, wie hoch die Schwankungen ausfallen werden. Die Unsicherheit und Nervosität werden bleiben."
Laut Buschmann befinden wir uns in einer strukturellen und nicht zyklischen Finanz- und Wirtschaftskrise vor allem in den USA und Europa, die sich aufgrund der internationalen Vernetzung auch auf den Rest der Welt auswirkt. "Absehbare Lösungen wird es dafür nicht geben. Darauf müssen sich Anleger bei ihrer Investmentstrategie einstellen. Anleger müssen diesen Umdenkprozess vollziehen und in längeren Zeiträumen von fünf bis zehn Jahren denken. Markt-Timing ist praktisch unmöglich."
"Patentrezepte helfen nicht mehr"
Für den M&G Investments-Experten gibt zwar heute wie früher sehr gute Investmentmöglichkeiten bei Aktien und Anleihen rund um den Globus. Die Welt in der wir leben und damit auch die Finanzwelt sei jedoch schnelllebiger, komplexer und widersprüchlicher geworden. "Patentrezepte helfen nicht mehr. Im Gegenteil, es wird immer schwieriger für Anleger, in einer solchen Marktlage die Anlage mit dem passende Rendite-Risikoprofil aus dem zudem immer größer werdenden Universum herauszufiltern", ist Buschmann überzeugt.
Allgemein gültige Annahmen sind ins Wanken geraten
Erschwerend kommt für den Experten hinzu, dass ehemals allgemein gültige Annahmen inzwischen ins Wanken geraten sind: "Zum Beispiel kann eine früher als sicher wahrgenommene Staatsanleihe eines europäischen Staates heute riskanter sein als so manche Unternehmensanleihe. Oder Anlagen in Schwellenländer können geringeren Schwankungen unterliegen als solche aus den etablierten Industrieländern. Das heißt, es bedarf noch mehr Fachwissen, Sachverstand und langjähriger Erfahrung, um die richtige Anlageentscheidung treffen zu können."
Für denjenigen, der sein Kapital erhalten oder sogar vermehren möchte, sind Sparbücher, Tagesgeldkonten oder passive Produkte aus Sicht von M&G Investments jedoch keine Lösung. "Unserer Meinung nach sollten Anleger vielmehr ein ausgewogenes Depot haben, in dem sie ihr Kapital langfristig auf Unternehmen und Staaten sehr guter Qualität setzen und über Länder und Anlageklassen hinweg streuen, um das Risiko so weit wie möglich zu minimieren".
UBS: Neuer UBS-Währungsfonds meidet große Reservewährungen 3.12.11
  UBS Global Asset Management (UBS Global AM) startet mit dem UBS (Lux) Bond SICAV – Currency Diversifier einen neuen Fonds, der sich auf Staatsanleihen kleinerer Industriestaaten mit soliden Staatsfinanzen fokussiert. Anleger können beispielsweise durch Schuldtitel auf den Schweizer Franken, den Kanadischen oder den Neuseeland-Dollar ihr Portfolio hinsichtlich der Währungen diversifizieren und sich unabhängiger von der Entwicklung der großen Reservewährungen wie US-Dollar oder Yen machen.
Vermeidung von Risikokonzentration beim Währungsinvestment
"Die größten Wirtschaftsräume wie die USA, die Eurozone, aber auch Japan und Großbritannien stehen wegen ihrer hohen Verschuldung, schwacher Bankbilanzen und anfälliger Immobilienmärkte vor großen Herausforderungen", erklärt David Ric, Portfolio-Manager des UBS Currency Diversifier Funds. In solch einer Situation sei es für Währungsanleger schwierig, gleichzeitig hohe Liquidität, ausreichende Diversifikation und erstklassige Bonität aufrecht zu erhalten. "Da die meisten Investments in einer der großen Reservewährungen notierten, bedeutet das ein konzentriertes Risiko für den Investor. Die Diversifikation über Anleihen aus den kleineren Industrieländern hilft, eine Risikokonzentration zu vermeiden."
Fokus auf festverzinsliche Papiere mit ein- bis dreijähriger Laufzeit
Um das Ziel der Währungsdiversifikation zu erreichen, setzen Ric und sein Team auf einen Korb von insgesamt sieben Währungen. Dazu investieren sie in Anleihen und konzentrieren sich auf Staatsanleihen mit ein- bis dreijähriger Laufzeit von Industriestaaten mit guter Bonität. Aktuell enthält der Fonds Anleihen aus Australien, Singapur, der Schweiz, Kanada, Neuseeland, Norwegen und Schweden. Beigemischt werden Geldmarktinstrumente sowie einige hochwertige Unternehmensanleihen, die über ein A-Rating oder höher verfügen. Maximal 20 Prozent des Fondsvermögens können in andere Währungen investiert werden. Der UBS Currency Diversifier Fund verwaltet zum Start bereits 78 Millionen US-Dollar und ist sowohl in einer Euro-Anteilsklasse sowie in einer US-Dollar-Anteilsklasse erhältlich.
Zur langfristigen Beimischung bestehender Anlagen geeignet
Der UBS Currency Diversifier Fund eignet sich nach Angabe von UBS Global AM als langfristige Beimischung für Investoren, die ihre Anlagen in traditionelle Reservewährungen wie Dollar, Euro, Yen und Pfund begrenzen möchten, weil sie fürchten, dass diese Währungen wegen der hohen Haushaltsdefizite der führenden westlichen Staaten unter Druck geraten könnten.
Die Fondsdaten im Überblick:
Fondsname: UBS (Lux) Bond SICAV – Currency Diversifier
Fondsdomizil: Luxemburg
Rechtsform: SICAV

ISIN EUR P-acc: LU0706127809
ISIN USD P-acc: LU0659916679
ISIN USD P-dist: LU0659904402

Auflegungsdatum: 4. November 2011 (EUR-Anteilsklasse: 1. Dezember 2011)
Rechnungswährung: USD / EUR
Benchmark: keine
Pauschale Verwaltungsgebühr: 0,90 Prozent p.a.

First State: Krise der Eurozone hilft Schwellenländeranleihen  2.12.11
 Die Krise der Euro-Randstaaten und deren Anleihenmärkte stellt die Attraktivität der Schwellenländeranleihen für viele Pensionsfonds und andere Anleger in den Vordergrund, so die Meinung von Helene Williamson, Leiterin des Schwellenländer-Anleihenteams bei First State Investments. „Die Marktteilnehmer erkennen, dass die Schwellenländer beim Verhältnis ihrer Schulden zum BIP, ihren Haushaltsdefiziten, Devisenreserven und Rentenverpflichtungen eine bessere Figur machen."
Das Schuldenniveau der Industriestaaten, das im Jahr 2007 noch rund 77 Prozent des BIP betrug, ist dramatisch gestiegen und wird in diesem Jahr die 100 Prozent-Marke durchbrechen, befürchtet Williamson. Dagegen liegt die Schuldenquote in den Schwellenländern derzeit bei durchschnittlich etwa 34 Prozent. Hohe Verschuldung und eine steigende Belastung der Rentenkassen setzen zudem die Bonitätsnoten der entwickelten Länder unter Druck. "Schwellenländer haben heute sehr viel bessere Voraussetzungen, ihre Schulden zu bedienen, als die Industriestaaten dieser Welt. Das sollte sich nach unserem Dafürhalten in den nächsten Jahren sogar noch verstärken, weil die Schwellenländer von ihrer guten Haushaltslage, einem relativ niedrigen Finanzierungsbedarf und einer günstigen demografischen Entwicklung profitieren“, erklärt Williamson, die für den Anleihenfonds First State Emerging Markets Bond verantwortet zeichnet. In den modernen Volkswirtschaften erhöht die alternde Bevölkerung indes den Druck auf die Rentenkassen. Dieser werd zwar nicht in der Berechnung der Schuldenquote, wohl aber zunehmend in den Bonitätsnoten berücksichtigt, heißt es. Die meisten Schwellenländer hingegen hätten eine jüngere Bevölkerung und profitieren entsprechend von einer "demografischen Dividende" sowie von höheren Wachstumsraten. Daneben sei ihr Finanzierungsbedarf deutlich niedriger als in der entwickelten Welt, so Williamson. Der Bruttofinanzierungsbedarf der Schwellenländer beträgt in den nächsten Jahren lediglich etwa acht Prozent ihres BIP, während er in der entwickelten Welt auf über 27 Prozent des BIP steigen wird, vermutet die Fondsmanagerin: „Dass die Schwellenländer ihre Schulden mehr oder weniger problemlos bedienen können, schlägt sich in besseren Bonitätsnoten nieder, und das bleibt wahrscheinlich auch so."Das durchschnittliche Rating der Schwellenländer folgt einem langfristigen Aufwärtstrend. 1994 lag das durchschnittliche Rating bei „BB-“, 2010 erreichte es mit „BBB-“ bereits die Investment Grade-Kategorie. Für die entwickelte Welt hingegen wurden in den letzten sieben Jahren einige Herabstufungen ausgesprochen, zuletzt waren die USA und einige europäische Länder betroffen. Die vergleichsweise gute Bonität der Schwellenländer komme auch in dem Risikoaufschlag gegenüber US-Staatsanleihen zum Ausdruck, der seit 2009 stark rückläufig war und nach Einschätzung von Williamson noch weiter sinken könnte. Obwohl sie die Aussichten von Schwellenländeranleihen langfristig positiv einschätzt, konzentriert sich ihr Fonds aber auf die qualitativ höherwertigen Titel ihres Anlageuniversums: "Die Verfassung der entwickelten Welt ist heute das größte Risiko der Schwellenländer, denn trotz ihrer weiterhin stabilen Fundamentaldaten sind die Schwellenländer nicht gegen die eine oder andere Ansteckung gefeit."
Williamsons Resumee: „Wir beobachten das derzeitige Marktumfeld in Westeuropa mit Sorge und können uns nicht vorstellen, dass der Europäische Rettungsfonds (EFSF) in seiner heutigen Gestalt das europäische Problem lösen kann. Da auch die Korrelationen zwischen den unterschiedlichen Anlageklassen weiterhin beachtlich sind, bewegen wir uns im höherwertigen Segment des Marktes für Schwellenländeranleihen. Unter regionalen Gesichtspunkten stehen uns hierzu die Märkte Lateinamerikas, Asiens und des Nahen Ostens offen."
Warburg: 2012 – nur zyklische Konjunkturabschwächung   2.12.11
 
Geht es um die wirtschaftliche Entwicklung in den kommenden zwölf Monaten, stehe Europa heute an einem wichtigen Wendepunkt. Vieles hänge davon ab, ob die Schuldenkrise durch Politik und Notenbanken eingedämmt werden könne, warnen die Experten der Hamburger Privatbank Warburg in einem aktuellen Marktbericht. Wenn es gelinge, eine Lösung zu finden, könnte noch im 1. Halbjahr 2012 eine Bodenbildung und anschließende Erholung erfolgen. Andernfalls drohe hingegen eine schwere und länger andauernde Rezession.
Sowohl von der Geld- als auch von der Fiskalpolitik sind im Laufe des kommenden Jahres konjunktur-stimulierende Impulse zu erwarten. Für den Konjunkturausblick 2012 rechnen die Privatbankiers damit, dass es lediglich zu einer zyklischen Konjunkturabschwächung komme, nicht aber zu einer Rezession. In einem solchen Hauptszenario sehen die Experten die Schwellenländer strukturell im Vorteil, weil die Handlungsspielräume der Industrieländer hinsichtlich einer expansiveren Wirtschaftspolitik sehr beschränkt sind. Bei einem „normalen“ Verlauf der Frühindikatoren im ersten Halbjahr 2012 könnte eine Bodenbildung und anschließende Erholung erfolgen, die sich auch auf die strukturell schwächer aufgestellten Industrieländer positiv auswirken dürfte. Dies setze allerdings voraus, dass die Schuldenkrise durch die Politik und/oder die Notenbanken eingedämmt werden kann. „Allerdings werde sich wohl die Situation in Europa zunächst weiter zuspitzen, bevor eine Entscheidung zugunsten von Eurobonds oder dem unbegrenzten Einsatz der Geldpolitik durch die EZB getroffen werden wird“, so die Privatbank. Genau hier beginne das zweite Szenario, das Krisenszenario. Denn niemand wisse genau, ob und wann eine nachhaltige Beruhigung der Schuldenkrise gelingen wird. Sollte dieses Szenario, das sich kein Politiker, Notenbanker oder Bürger in Europa wünschen mag, aber eintreten, würde das Konjunkturszenario für das Jahr 2012 nachhaltig negativer aussehen. „In diesem Fall würde aller Voraussicht nach eine schwere und länger andauernde Rezession zu erwarten sein, die auch die des Jahres 2009 in den Schatten stellen dürfte."
Was ist für die deutsche Wirtschaft im kommenden Jahr zu erwarten, wenn das Auseinanderbrechen der Währungsunion vermieden werden kann? Alle Frühindikatoren deuten nach Einschätzung der Prognostiker von Warburg auf eine Wachstumsabschwächung hin, eine Rezession sei aber aus heutiger Sicht unwahrscheinlich. Die wirtschaftliche Abschwächung werde sich bei den Unternehmen erst sukzessive bemerkbar machen. „In den vergangenen drei Monaten sind die Aufträge bereits deutlich zurückgegangen. Setzt sich dieser Trend unverändert fort, könnte Deutschland 2012 sogar doch noch eine zumindest leichte Rezession erleben, doch gehen wir derzeit nicht von einem solchen Szenario aus.“ Während Warburg für 2011 unverändert eine Wachstumsrate von drei Prozent oder sogar etwas mehr erwartet – sowohl das BIP-Wachstum im 2. als auch im 3. Quartal soll im Nachhinein noch nach oben revidiert werden – , heißt es, könnte es für 2012 nur noch ein Wachstum von einem halben Prozent geben.
Fidelity: "Europas Probleme Welten von Asien entfernt"  28.11.11
 
Jüngst warnte die Chefin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde, vor einem Übergreifen der europäischen Krise auf die asiatischen Volkswirtschaften und damit vor einem Wegbrechen des Wachstumsmotors Asiens. „Keine Frage: Die potenzielle Sprengkraft der europäischen Staatsschuldenkrise für die Weltwirtschaft ist inzwischen genauso hoch wie die der Finanzkrise von 2008/2009, die sie überhaupt erst zum Vorschein brachte“, so Teera Chanpongsang, Fondsmanager des Fidelity Emerging Asia Fund. „Weltweit werden Menschen, Unternehmen und ganze Volkswirtschaften von ihrem Ausgang betroffen sein. Dieser liegt nun in der Hand einer kleinen Gruppe von Politikern und Technokraten in Europa.“ Doch für Chanpongsang stehen die Probleme der Eurozone nicht in Relation mit den Unternehmen der aufstrebenden Märkte Asiens. In einem aktuellen Marktkommentar erklärt der Fondsmanager, weshalb sich asiatische Unternehmenslenker nicht vor Europas Problemen fürchten und was sie wirklich umtreibt.
Asiens langfristiges Binnenwachstum ist der entscheidende Faktor
Zwar räumt Chanpongsang ein, dass der rapide Vertrauensschwund an den europäischen Kapitalmärkten natürlich Auswirkungen auf asiatische Unternehmen hat und auch der Aktienkurs des einen oder anderen Unternehmens unter der Situation in Euroland leidet. Aus fundamentaler Sicht blieben die Probleme der Eurozone jedoch so gut wie folgenlos für chinesische, indische, thailändische oder indonesische Unternehmen. „Viel entscheidender für deren wirtschaftlichen Erfolg sind und bleiben die langfristig-strukturellen Wachstumstreiber – namentlich der rapide Anstieg des Lebensstandards vieler Millionen Menschen, der eine zusehends konsumfreudige Mittelschicht hervorbringt“, betont Chanpongsang. „Aber auch der zunehmende Urbanisierungsgrad und die nachholende Infrastrukturentwicklung treiben die Wirtschaft in einem Ausmaß voran, das bereits vor einer Generation die europäischen Größenordnungen gesprengt hat.“
„Wesentlicher Renditetreiber“
Angesichts dieser Megatrends sei nach Einschätzung von Fidelity eine erfolgreiche Positionierung in den aufstrebenden Schwellenländern Asiens die entscheidende Einflussgröße für die Unternehmenserträge. Denn trotz der gewaltigen Wohlstandsverschiebungen von West nach Ost muss man kein Prophet sein, um die Konsumbedürfnisse der aufstrebenden Gesellschaften Asiens zu erahnen. Chanpongsang hierzu: „Auch wenn sich die Zeiten und mit ihnen die Produkte ändern, so wird der Wunsch von Abermillionen Menschen nach individueller Mobilität, Luxusgütern und moderner Technologie auch in Asien die wirtschaftliche Entwicklung wesentlich prägen. Wenn es noch eines Beweises für das Konsumpotenzial der dortigen Märkte bedarf: China hat sich inzwischen an den USA vorbei zum größten Automobilmarkt der Welt entwickelt – absolut gesehen. Gemessen am Pro-Kopf-Verhältnis ist der Markt bislang allerdings kaum den Kinderschuhen entwachsen. Doch nicht nur China lässt hoffen. Auch in Thailand, Indonesien oder Indien bestehen für Unternehmen gewaltige Möglichkeiten.“
Natürlich geht die Krise der Eurozone nicht unbemerkt an asiatischen Unternehmenslenkern vorbei, so das Fazit des Fondsmanagers und Schwellenländer-Experten. Der Blick durch die asiatische Brille verdeutliche jedoch, weshalb sie dort nicht ganz oben auf der Agenda steht. Asiatische Firmenchefs treibt vor allem eine Frage: „Wie können wir uns das größte Stück am Wachstumskuchen sich rasant entwickelnder asiatischer Märkte sichern?“
ebase übernimmt Depotführung für KanAm Grund  28.11.11
 
Die B2B Direktbank ebase übernimmt zu Ende November dieses Jahres die Depotführung und den Service für mehr als 30.000 Kunden der KanAm Grund mit einem Volumen von rund einer Milliarde Euro. Auch für alle neuen Depots der KanAm Grund ist ebase zukünftig verantwortlich. Mit der KanAm-Gruppe, einem Asset-Manager von internationalen Immobilienkapitalanlagen, hat die Direktbank laut Mitteilung einen weiteren Mandanten für ihre White-Label-Lösung im Bereich Depotservice/Depotoutsourcing gewonnen.
"Wir werden uns künftig auf unsere Kernkompetenzen, das Management, den Vertrieb und die Verwaltung von Offenen Immobilienfonds, konzentrieren. Aus diesem Grund und im Interesse einer zukunftsfähigen Betreuung unserer Anleger war es uns wichtig, ein auf die Depotführung spezialisiertes und auf diesem Gebiet langjährig erfahrenes Unternehmen als Partner zu finden. Mit ebase ist uns dies gelungen", betont Heiko Hartwig, Geschäftsführer der KanAm Grund.
Zudem teilte ebase mit, dass das bisherige Depotangebot erweitert werde und zukünftig KanAmGrund-Depot 2.0 heißt. Es biete den Kunden mehr Interaktionsmöglichkeiten als bisher, zum Beispiel längere telefonische Erreichbarkeit des Kundenservices und einen komfortablen Online-Zugriff auf das eigene Depot.
Die ebase GmbH ist ein Unternehmen der comdirect Gruppe. Sie verwaltet nach eigenen Angaben ein Kundenvermögen von rund 16 Milliarden Euro in Deutschland. Zu ihren Kunden zählen Finanzvertriebe, Versicherungen, Banken, Vermögensverwalter und Unternehmen, die die mandantenfähigen Lösungen der ebase für die Investmentdepotführung nutzen.
Frankenstärke: SNB zu weiteren Interventionen bereit  28.11.11
 

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) ist zu weiteren Interventionen an der Währungsfront bereit, sollte die Situation dies erfordern. Dies erklärte SNB-Vizepräsident Thomas Jordan in der „Sonntagszeitung“. Dabei bekundete er Verständnis für all jene, die eine Anhebung der Kursuntergrenze zum Euro fordern, denn auch für Jordan ist der Schweizer Franken noch immer auf erhöhtem Niveau. Laut Ansicht des Notenbankers trete die Schweizer Wirtschaft nun in eine schwere Phase mit niedriger oder sogar leicht negativem Wachstum. Dabei bekräftigte er, dass die SNB bereit ist neue Maßnahmen zu setzen, sollten es die wirtschaftlichen Perspektiven und die deflationären Risiken erfordern, erklärte Jordan. Mittlerweile steigt die Ungeduld gegenüber der SNB über alle Lager der Schweizer Wirtschaft hinweg. So meint Peter Spuhler, Nationalratsabgeordneter der Schweizer Volkspartei (SVP) und Unternehmer, dass die einzige Hilfe für den Werkplatz Schweiz eine Wechselkursrelation zum Euro von mehr als 1,35 wäre. Weiters fordern auch der Präsident des Gewerkschaftsbundes Paul Rechsteiner, der Arbeitgeberpräsident Valentin Vogt, Economiesuisse-Präsident Gerold Bührer oder der Industrielle Michael Pieper eine Schwächung des Schweizer Franken, sonst drohe ein Welle weiterer Stellenstreichungen und Produktionsverlagerungen in den Euroraum, berichtet die Limattaler Zeitung.

„Private Investing“ – neue Vermögensverwaltung der BCA Bank  24.11.11
 
Sichere Vermögenszuwächse und Inflationsabsicherung zu gewährleisten, auch für kleinere und mittlere Anlagesummen, so lautet das Ziel des neuen fondsgebundenen Vermögensverwaltungskonzepts „Private Investing“, das die BCA Bank jetzt vorgestellt hat. Dazu hat sich die Wertpapierhandelsbank aus Bad Homburg renommierte Partner an die Seite geholt. Die Depots werden vom Privatbankhaus Metzler auf dessen Fondsplattform Metzler Fund Xchange geführt. Die Asset-Allokation wird von erstklassigen, unabhängigen Asset-Managern geliefert – namentlich C-Quadrat, Performance Swiss AG, smart-invest GmbH und FondsConsult Research AG. Die BCA  Bank selbst fungiert als professioneller Vermögensverwalter.  „Das  neue Konzept verstehen wir als Antwort auf den Vertrauensverlust der Kunden und dem Wunsch nach Erfüllbarkeit der Erwartungen sowie der Nachvollziehbarkeit des Produktes. Es gilt heute mehr denn je im Kopf des Kunden zu denken“, unterstreicht BCA-Vorstand Oliver Lang.
Transparente Kosten – einheitliche Gebühr
Die Kosten für den Erwerb und die Verwaltung der Depots werden laut BCA transparent und übersichtlich ausgewiesen. Alle Dienstleistungen werden mit dem einheitlichen Gebührensatz von 1,5 Prozent jährlich vom Depotwert zzgl. Mehrwertsteuer abgerechnet. Selbst alle Bestandsvergütungen werden nachweislich an den Kunden zurückerstattet. Auch Ausgabeaufschläge und Transaktionskosten fallen nicht an. Als weiteren Vorteil nennt die BCA die steuerliche Absetzbarkeit des Gebührensatzes. „Dieses Konzept eignet sich besonders für Anleger, die ihr Geld professionell und nachvollziehbar angelegt wissen wollen“, ist Lang überzeugt. Bereits ab 200 Euro monatlich seien Sparpläne möglich, bei Einmalanlagen betrage die Mindesteinlage 10.000 Euro
Die BCA Bank AG überwacht konsequent die Anlagevorschläge innerhalb der vier Portfoliostrategien sowie die Arbeit der Asset Manager, die mit klaren Erwartungen und Zielen ausgestattet sind. Es besteht jederzeit die Möglichkeit, die Anlagestrategie zu wechseln. Der Kunde wird  über die Entwicklung seiner Vermögensanlage stets  aktuell informiert. Dazu erstellt die BCA Bank regelmäßige, ausführliche Reportings. Zudem  können per Online-Zugang zur elektronischen Abwicklungsplattform der depotführenden Stelle – Metzler Fund Xchange – permanent Informationen eingeholt werden. Der Kunde könne so rund um die Uhr auf alle wichtigen Informationen zu seinem Depot zugreifen, heißt es.
Je nach Ertragserwartung und Risikotoleranz können sich die Kunden für eines von vier Portfolien entscheiden, die ausschließlich in hierzulande zugelassene Investmentfonds investieren. Jedes wird von einem spezialisierten Asset-Manager gesteuert. Die Anlagestrategien haben eine Bandbreite von Sicherheit bis Renditechance (defensiv, ausgewogen, 3+Airbag, dynamisch).
Hinweis:
Die Vermögensverwaltung
„Private Investing“ der BCA-Bank ist auch über uns, die FD Fonds-Sparkauf GmbH, erhältlich.
Bantleon: Europas Politikern gehen die Optionen aus 23.11.11
 
Die Finanzmärkte fragen sich, ob die Europäische Zentralbank (EZB) aufgrund steigender Risikoprämien an den Euro-Anleihemärkten bald unbegrenzt Staatsanleihen von europäischen Ländern wie Italien und Spanien aufkauft. Nach Meinung von Harald Preißler, Chefvolkswirt und Leiter des Anlagemanagements bei Bantleon, bleibt der EZB letztliche keine Wahl. Sein Marktkommentar:
Europas Politikern gehen Optionen aus
Darin vertritt Preißler die Ansicht, das der Politik allmählich die Optionen ausgingen. Nicht zuletzt deshalb, weil es scheint, dass die Bereitschaft von Investoren, „versicherte“ Staatsanleihen aus Italien oder Spanien zu erwerben, grob überschätzt wurde. Bei diesen Anleihen bietet der neue europäische Rettungsschirm Käufern die Möglichkeit, nur einen Teil von möglichen Verlusten mittels einer Versicherungsprämie abzudecken, wodurch das Kapital des Rettungsschirmes gehebelt würde. Allerdings hat Preißler errechnet, dass die Versicherungsprämie deutlich höher sein müsste als die angedachten 10 bis 20 Prozent der Anleihensumme, wodurch der Hebel statt vier bis fünf nur zwei bis vier betragen würde – von der angedachten Billion des Rettungsschirmes könne damit keine Rede mehr sein. Auch die Lösung über externe Geldgeber, beispielsweise ausländische Staatsfonds, Eigenkapital in Zweckgesellschaften zu schleusen, scheine auf wenig Begeisterung zu stoßen.
Nur zwei Alternativen für Lösung der Krise
Damit bleiben seiner Ansicht nach nur zwei Alternativen: die Begebung gemeinsamer Anleihen (Euro-Bonds, neuerdings auch Stabilitätsbonds genannt), der aber das deutsche Haushaltsrecht sowie das Bundesverfassungsgericht im Weg stehen. Oder die EZB übernehme die Rolle des "Lender of last resort" und kauft im großen Stil Staatsanleihen. Letzteres sei zwar rechtlich ausgeschlossen, über den Umweg der "Finanzmarktstabilisierung" eröffnen sich aber Möglichkeiten, die von der EZB bereits jetzt genutzt werden. Immerhin wurden in den vergangenen 18 Monaten für rund 190 Milliarden Euro Staatsanleihen gekauft. Dass EZB-Präsident Mario Draghi und Bundesbankpräsident Jens Weidmann einer Ausweitung der Käufe in der vergangenen Woche eine klare Absage erteilt haben, ist für Preißler längst kein Grund mehr, der gegen diese Maßnahme spräche. Zumal die EZB darlegen müsse, wie sie ihr geldpolitisches Arsenal in Zukunft auszurichten gedenkt. Denn die bisherigen Geldmarktinstrumente der EZB wie Senkung oder Hebung der Leitzinsen funktionieren nicht mehr, weil in mehr als der Hälfte der nationalen Anleihenmärkte die Zinskurven vollkommen von den Geldmarktsätzen abgekoppelt seien.
Rezession in Europa ist Realität
Erschwerend komme hinzu, dass die monetären Rahmenbedingungen und damit das Investitionsklima in den betroffenen Ländern so restriktiv wie nie zuvor seien. Außerdem sei die Rezession inzwischen keine Prognose mehr, sondern Realität, und die weiter vorausschauenden Frühindikatoren, wie das ZEW-Barometer oder die Leading Indicators der OECD, haben ihre steilen Abwärtstrends bis zuletzt fortgesetzt. Wenn sie sich nicht bald stabilisieren, drohe sich die Rezession über das Frühjahr 2012 hinaus bis in den Sommer hinein auszudehnen. Die Erfolgsaussichten jeglicher fiskalischer Konsolidierungsbemühungen wären damit gleich null.
Preißler meint daher, dass die Abmilderung einer sonst unkontrolliert ablaufenden Rezession die EZB zu den Anleihekäufen veranlassen muss, wenn dies schon nicht die Schuldenkrise tue. Die Finanzmärkte sollten sich aber nicht zu früh freuen. Bevor sich die EZB zu diesem Schritt durchringt, werden wohl erst noch weitere Hiobsbotschaften vonnöten sein, so der Chefvolkswirt von Bantleon. Das betreffe die Konjunkturnachrichten, die sich in den kommenden Wochen deutlich verschlechtern werden. Aber auch die Aktien- und Anleihenmärkte, die wieder stärker unter Druck geraten sollten. Deshalb bleibt er bei seiner bisherigen Maxime und setzt auf die Sicherheit deutscher Bundesanleihen.
First State: Solide Erträge aus Infrastrukturwerten auch bei Rezession 23.11.11
 Peter Meany, Manager des First State Global Listed Infrastrucutre Fund, in seinem aktuellen Marktkommentar:
Globale börsennotierte Infrastrukturwerte waren zwar im dritten Quartal rückläufig, schnitten aber besser als die globalen Märkte ab. Ein Grund für diese recht stabile Performance war nach Ansicht von Meany die geringere Risikobereitschaft von Anlegern: "Es wurden verstärkt Anlagemodelle gesucht, die relativ gut gegen die zunehmend schlechteren Wirtschaftsaussichten gewappnet sind. Und unserer Meinung nach werden die Erträge aus Infrastrukturwerten auch dann relativ solide bleiben, wenn die Industrieländer in eine Rezession rutschen sollten. Schließlich hat der Sektor das schon 2009 bewiesen. Dies liegt an den regulierten Renditen, der Preisstellungsmacht, den geringeren Einnahmen und geringen Betriebskosten sowie der Tatsache, dass es sich um notwendige Dienstleistungen handelt."
Politik stellt weiterhin größte Bedrohung dar
Für den First State-Manager sind allerdings – wie bei allen Anlageklassen – auch Investitionen in Infrastrukturwerte nicht ohne Risiko. Die Einmischung der Politik stellt dabei weiterhin die größte Bedrohung dieses Sektors dar, da die Regierungen in dem Versuch, die Handels- und Leistungsbilanzen zu stärken, weitere Sparmaßnahmen ankündigen werden. Schutz vor Inflation und strukturelles Wachstum dürften jedoch den Ertragsanstieg der globalen börsennotierten Infrastrukturwerte in einem weltweit schwierigen Wirtschaftsszenario untermauern. "Wir sind der Ansicht, dass die Anlageklasse gut aufgestellt ist, um attraktive risikobereinigte Renditen durch hohen Kapitalzuwachs und inflationsgeschützte Erträge zu bieten".Vor allem japanische Infrastrukturunternehmen schnitten im dritten Quartal gut ab, was für Meany auf die übertroffenen Erwartungen der Fahrgastzahlen des japanischen Hochgeschwindigkeitszugs Shinkansen sowie die defensiven Gasversorger zurückzuführen ist. Es überrascht den Experten nicht, dass europäische Infrastrukturwerte aufgrund der Staatsverschuldungskrise und einer potenziellen Rezession in der Eurozone am schlechtesten abschnittenDie einzelnen Sektoren betreffend, schnitten die Bereiche Mobilfunktürme und Satelliten im dritten Quartal am besten ab, da deren geringeren Erträge relativ immun gegen konjunkturelle Schwankungen sind. Wasserversorgungsbetriebe konnten sich unter anderem aufgrund ihres geringen Risikos und des defensiven Cashflows gut behaupten. Die Sektoren, die sich weniger gut entwickelten, waren umsatzabhängige Anlagewerte wie Häfen, Mautstraßen, Schienennetze und Flughäfen.
"Europäische Infrastrukturwerte sind überverkauft"

"Unseres Erachtens sind europäische Infrastrukturwerte – vor allem Mautstraßen aufgrund der soliden Einnahmen dieser gut etablierten Netzwerke – überverkauft. Da die Aktienkurse gefallen sind, erleben wir immer häufiger, dass Führungskräfte sowohl direkt als auch auf dem Wege von Aktienrückkäufen unternehmenseigene Aktien kaufen", erörtert Meany. Ein hoher Cashflow sowie Aktienkurse, die unter ihrem inneren Wert liegen, würden zu vermehrten Aktienrückkäufen in der Anlageklasse führen. "Wir gehen davon aus, dass Rückkäufe in den nächsten drei Jahren durchschnittlich rund sechs Prozent der umlaufenden Aktien ausmachen werden. Wenn sich unsere Prognose als richtig erweist, wird dies den Anteilsinhabern unseres Fonds in drei Jahren zuzüglich zu der für 2012 vorhergesagten Dividendenrendite von 4,7 Prozent eine Barrendite von ein Prozent einbringen", resümiert Meany.
Studie I-CV:   "Druck auf Länder-Ratings nimmt weiter zu"  22.11.11
 
Die neueste Länderstudie der auf Kreditanalyse spezialisierten Independent Credit View (I-CV) zeigt, dass der Druck auf die offiziellen Ratings vieler Industrienationen aufgrund ihrer anhaltend negativen Schuldendynamik weiter zunimmt. Denn noch immer klaffen die offiziellen Bewertungen der Industrienationen und jene der Schwellenländer weit auseinander und reflektieren in keiner Weise deren Verschuldungssituation, erklärt I-CV-Chef Daniel Pfister. Besorgniserregend sei zudem der starke Anstieg des systemischen Risikos, das von der hohen Verschuldung der Banken ausgeht.
Während die Staatsschulden in den Industrienationen der G-20 in Relation zum Bruttoinlandsprodukt auf über 100 Prozent angestiegen sind und die Durchschnittsbewertung von Standard & Poor‘s trotzdem noch bei einem „AA+“ liegt, weisen die Schwellenländer innerhalb der Gruppe laut Pfister einen Verschuldungsgrad von lediglich 37 Prozent auf und sind dennoch nur mit einem „BBB+“ bewertet. Bereits seit einigen Jahren weise I-CV immer wieder darauf hin, dass offizielle Ratings diese Realität zu wenig spiegeln und verteilt aus diesem Grund konservativere Bewertungen.
„Refinanzierung bleibt Schwachpunkt“
Als besonders besorgniserregend beurteilt Pfister die Situation der Banken. „Vor allem bei den europäischen Banken besteht immer noch großer Handlungsbedarf. Eine Eigenmittelaufstockung mittels Zwangsrekapitalisierung, wie sie in den USA durchgeführt wurde, hat hier nicht stattgefunden. Die Eigenkapitaldeckung vieler Banken in Europa ist deshalb nach wie vor ungenügend, auch bleibt die Refinanzierung als Schwachpunkt des Systems bestehen. Dies wirkt sich negativ auf die Länderbonitäten aus.“
„Deutschlands Toprating nicht dauerhaft immun“
Das große Thema der nächsten Jahre heiße daher Deleveraging – nicht nur bei den Banken, sondern auch bei den Staaten, die durch die Aufstockung des europäischen Rettungsschirmes EFSF speziell tangiert werden. „Die hohen Garantien (Eventualverpflichtungen) wiegen schwer auf den Kreditprofilen der Länder und auch Deutschlands AAA-Rating ist auf die Dauer nicht ganz immun. Frankreich, England, die Niederlande und Österreich verdienen dieses Rating nicht mehr. Spanien und Italien können sich knapp im Investment-Grade-Bereich halten. Für Griechenland und Portugal hingegen ist ein Schuldenschnitt unausweichlich. Um Griechenland eine reelle Chance zu geben, müsste dieser jedoch eher bei 80 Prozent anzusiedeln sein“.
BVI:  Vermögen von Riester-Fondssparplänen steigt um 10 Prozent 21.11.11
 
Der gesamte Riester-Markt ist im laufenden Jahr (per Ende September) um rund 4,2 Prozent auf knapp 15 Millionen Verträge gewachsen. Davon profitiert haben vor allem Riester-Fondssparpläne, deren verwaltetes Vermögen um knapp zehn Prozent auf 8,1 Milliarden Euro stiegt. Dies teilte der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) mit Blick auf die kürzlich veröffentlichten Angaben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales über die Zahl der abgeschlossenen Riester-Verträge mit.
Seit Jahresbeginn ist die Zahl der Riesterverträge mit Investmentfonds um 3,8 Prozent gewachsen und entspicht mit 2,9 Millionen Verträgen einem Marktanteil von knapp 20 Prozent. Zum Vergleich: Zwischen Januar bis Ende September 2011 stieg das Riester-Angebot von Versicherungen um 2,5 Prozent auf 10,6 Millionen (Marktanteil 70,9 %) und Riester- Banksparpläne legten um 4,3 Prozent auf auf  733.000 zu (4,9 %). Die erst im Jahr 2008 eingeführte Eigenheimrente („Wohn-Riester“) entwickelt sich laut BVI vergleichsweise dynamisch und hat inzwischen die Zahl der Banksparpläne mit einem Anteil von 4,7 Prozent am Gesamtmarkt fast erreicht. 
Fidelity: "Wir treten in eine Schlussphase der Krise ein"  21.11.11
 Für Andrew Wells, Anleihenexperte bei Fidelity, breitet sich die steigende Flut der Staatsverschuldung in der Eurozone alarmierend schnell aus. Deutlich werde dies im Hinblick darauf, wie sich der Fokus der Anleihenmärkte von Italien auf Spanien verlagert – und noch besorgniserregender, auf die Kernmärkte Belgiens, Österreichs und Frankreichs. Wells präsentiert in seinem aktuellen Kommentar die Bestandsaufnahme einer Situation, in der immer deutlicher wird, dass sich eine vernünftige Lösung nur über einen Weg erzielen lässt: über eine von der EZB durchgeführte quantitative Lockerung der Geldpolitik.
Fokus der Märkte auf Spanien ist keine Überraschung
"Das alarmierende Tempo, in dem sich die Staatsanleihenkrise ausbreitet, wird leider zu einem ihrer zentralen Merkmale. Naturgemäß testen die Märkte jede empfundene Schwäche. Nun, da die EZB italienische Anleihen kauft, testen die Märkte die Bereitschaft der EZB, dies auch in Spanien zu tun", meint der Fidelity-Experte. Seiner Ansicht nach erreichte die Fixierung auf Italien vor allem durch die politische Schwäche der Regierung Berlusconi den Höhepunkt. Die Lage in Spanien sei anders. Aus fundamentaler Sicht ist die Haushaltslage tatsächlich schlechter – daher sei der Fokus der Märkte auf Spanien keine Überraschung.
Deutschland wird für Eurozone-Peripherieländer keine Blankoschecks ausstellen
Eine der Maßnahmen, die die EZB nach Wells' Meinung ergreifen könnte, um die Masse der Angriffe auf diese Staatsanleihen abzuwehren, besteht darin, öffentlich ein Renditeniveau zu diskutieren, ab dem sie italienische und spanische Staatsanleihen unterstützen würde. "Dies ist allerdings schon aus politischen Gründen wenig wahrscheinlich. Die Schwierigkeit besteht darin, dass eine öffentliche Unterstützung einen Vermögenstransfer aus Deutschland in die Peripherieländer bedeuten würde. Ich gehe nicht davon aus, dass Deutschland bereit ist, für die Peripherieländer der Eurozone Blankoschecks auszustellen". Welle zufolge hat sich der Euro angesichts der Ereignisse in Europa in den letzten Wochen tatsächlich unerwartet gut geschlagen: "Es gibt an den Währungsmärkten zahlreiche Spekulanten, die gerne gegen den Euro wetten. Aber jedes Mal, wenn wir erfreuliche Nachrichten erhalten - über die Arbeitslosenzahlen in Deutschland oder über Anzeichen für eine konzertierte politische Maßnahme - werden diese Short-Positionen glatt gestellt und der Euro erholt sich wieder."
Negativer Druck gegen Euro steuert auf Wendepunkt zu
Es werde sich zeigen, wie lange dies noch durchzuhalten ist, wenn sich die Nachrichtenlage verschlechtert. Der negative Druck gegen den Euro steuert auf einen Wendepunkt zu, der eine erhebliche Schwäche verursacht. "Wir erleben bereits, dass Investoren aus Asien ihr Vertrauen in die Eurozone und in den Euro als Währung verlieren. Allerdings würde durch eine massive Korrektur nach meiner Meinung eine Kaufgelegenheit für die angeschlagenen europäischen Vermögenswerte mit dennoch hoher Qualität entstehen – vor allem in Deutschland und Frankreich", vermutet Wells. Er geht davon aus, dass wir in eine "Schlussphase" der Krise eintreten. Die Lösung bestehe darin, Deutschland dazu zu bewegen, eine gewisse Inflation in Kauf zu nehmen – und zwar durch eine quantitative Lockerung mit entsprechender Ausweitung der Geldmenge. Dies steht für den Fidelity-Experten "allerdings völlig im Widerspruch zur nationalen Überzeugung der Deutschen. Sie haben in den 1920er-Jahren eine vernichtende Hyperinflation erlebt, die noch heute das kollektive Bewusstsein der Politiker und Zentralbanker bestimmt. Leider sind die Alternativen zur quantitativen Lockerung erschöpft. Ich kann mir gut vorstellen, dass hinter verschlossenen Türen bereits versucht wird, die Deutschen zu überreden. Die quantitative Lockerung mit ihrer entsprechenden Erhöhung der Geldmenge wird den Wert der Schulden in der Eurozone schmälern und der Eurozone eine Atempause verschaffen, damit sie sich erholen kann."  
"Wir erleben eine Neubewertung der Risiken an den Anleihenmärkten"
Nach Wells' Meinung befinden wir uns nun in einer Reflationierungsphase des Konjunkturzyklus in den entwickelten Volkswirtschaften, die bisher immer mit einer starken Wertentwicklung der Anleihen verbunden war. Das Wirtschaftswachstum schwächt sich ab und die Inflation sinkt – in bestimmten Bereichen ziemlich stark. Es spreche viel für Unternehmensanleihen hoher Qualität und für inflationsindexierte Anleihen – auch High Yield Unternehmensanleihen würden sich anbieten. Sie bergen zwar ein höheres Risiko, aber die Renditen entsprechen bereits den notleidenden Niveaus, die dank der relativ robusten Fundamentaldaten der Unternehmen derzeit nicht erreicht werden. Kurz gesagt, viele Unternehmen befinden sich heute in einer besseren Verfassung als die Staaten. "Wir erleben eine Neubewertung der Risiken an den Anleihenmärkten. Mit Ausnahme der Finanztitel können Unternehmensanleihen ein attraktives Risiko-/Ertragsverhältnis bieten", ist der Fidelity-Experte überzeugt.
Quantitative Lockerung als wahrscheinlichstes Ergebnis
Abschließend geht Wells davon aus, dass die quantitative Lockerung und eine damit verbundene Erhöhung der Geldmenge das wahrscheinliche Ergebnis sein werden, wenn Deutschland erst einmal seine Einwände im weiteren Verlauf dieser Krise nicht mehr durchsetzen kann. In einem derartigen Fall müsse man die Inflation als ein beträchtliches Sonderrisiko ansehen. Jetzt seien die Inflations-Gewinnschwellen – die Renditedifferenz aus nominalen Staatsanleihen und inflationsindexierten Staatsanleihen – ein Anzeichen für die von den Anleihenmärkten eingepreiste Inflation) sehr preiswert, da diese Phase der quantitativen Lockerung noch nicht erreicht sei. "Das Problem besteht darin: wenn Sie warten, bis diese Phase erreicht ist, sind Sie zu spät, da das Wort Inflation dann in aller Munde sein wird. Die Märkte werden dann schnell handeln und diese neuen Erwartungen einpreisen. Ich würde den Anlegern raten, über den Aufbau eines Inflationsschutzes in ihren Portfolios gerade jetzt nachzudenken. Der Schutz ist jetzt noch zu attraktiven Preisen zu haben", erläutert Wells abschließend.
StarCapital: "Jahresend-Rallye ist möglich"  15.11.11
 

Weder die „Hebelung“ des Rettungsschirms noch die „Zwangsrekapitalisierung“ der Banken oder der „freiwillige“ Verzicht privater Anleger auf 50 Prozent ihrer Griechenbond-Anlagen ist auch nur ansatzweise dazu geeignet, die Euro-Krise dauerhaft zu lösen und das Vertrauen der Märkte zurück zu gewinnen. Die Anleger werden also weiter geplagt von Rezessionsängsten und Eurokrise, glaubt Peter Huber, Fondsmanager und Partner der Investmentboutique Starcapital.
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rotzdem hält er eine Jahresend-Rallye für möglich. Denn zahlreiche schlechte Nachrichten sind in den aktuellen Kursen eingepreist und viele internationale Aktienmärkte sind mittlerweile extrem niedrig bewertet. November, Dezember und Januar sind traditionell gute Börsenmonate und die laufende Berichtssaison bringt mehr positive als negative Überraschungen bei den Quartalsberichten der Unternehmen. Huber empfiehlt Anlegern daher, grundsätzlich Aktien zu halten, und zwar mindestens mit einer neutralen Gewichtung. Sie sind für ihn ein unverzichtbarer Bestandteil einer ausgewogenen Vermögensstruktur: „Unabhängig davon, ob die derzeitige Entwicklung auf eine Inflations- oder Deflationskrise zusteuert, sind Dividendenpapiere der einzige reale Sachwert, der aus heutiger Sicht langfristig überdurchschnittliche Gewinne verspricht. Dies liegt unter anderem auch daran, dass die Investoren in den Anlagealternativen, die ihnen sicherer erscheinen, bereits hoch investiert sind.“
Allerdings gibt es wirklich sichere Investmets nach Meinung Hubers nicht mehr. Die Anleihen hochverschuldeter Staaten, zu denen er auch die USA und Deutschland zählt, werden entweder über die Notenpressen entwertet oder über sogenannte Haircuts: „Denn es wird nicht mehr lange gelingen, die aktuelle Schuldenkrise durch immer mehr Schulden zu übertünchen. Man kauft sich damit Zeit, verschlimmert aber das Problem“, so Huber.
Außerdem tritt er der landläufigen Meinung entgegen, dass Immobilien und Edelmetalle sichere Anlegehäfen sind, da sie im Vergleich zur Aktie nur bedingt als Sachwerte einzustufen sind. Immobilien erzielen zwar Mieteinkünfte, nutzen dafür aber im Zeitablauf ab, bis sie nur noch abgerissen werden können. Gold hat keinen praktischen Nutzwert und erwirtschaftet keine Wertschöpfung in Form von Zinsen oder Dividenden. Nachdem der Goldpreis in den letzten zehn Jahren bereits um mehr als 600 Prozent gestiegen ist, hat er für Huber seinen Krisenbonus bereits weitgehend verbraucht.

Metzler A.M.:  Krise greift zunehmend auf Kernländer über  14.11.11
 Edgar Walk, Chefvolkswirt bei Metzler Asset Management, interpretiert die Ereignisse in dieser Woche als Signal für den völligen Verlust des Vertrauens in die politische Handlungsfähigkeit der Eurozone. Der Vertrauensverlust scheint eine Eigendynamik am europäischen Rentenmarkt verursacht zu haben, die zuletzt auch große Länder wie Italien und Frankreich erfasst hat. Es werde wohl sehr lange dauern, bis das Vertrauen der Anleger wieder zurück gewonnen werden kann.Neue Dimension ist erreicht
Nach Ansicht des Metzler-Experten hat die europäische Staatsschuldenkrise mit den Turbulenzen am italienischen Rentenmarkt eine neue Dimension erreicht. Italien kann aufgrund seiner Größe nicht durch einen Rettungsschirm aufgefangen werden und ist darüber hinaus systemrelevant: Europäische Banken haben ein Exposure gegenüber Italien von knapp 600 Milliarden US-Dollar. Die Nachrichten aus Italien weckten am Markt sofort Ängste vor Verlusten bei französischen und österreichischen Banken. "Damit haben sich die Machtverhältnisse innerhalb der Eurozone verändert, und eine Drohung Italiens und Spaniens, aus der Währungsunion auszutreten, ist glaubwürdiger geworden. Mit einer Rückkehr zur eigenen Währung könnte Italien die Finanzierung des Staatshaushaltes gewährleisten und auch die Wirtschaft durch eine Abwertung stimulieren. Andererseits würde ein Rückzug Italiens aus dem Euro zu großen Verlusten im Finanzsystem der Kernländer führen".
Austritt eines Landes würde systemische Krise verursachen
Deutschland werde vor diesem Hintergrund zwangsweise in den kommenden Wochen auf viele Forderungen verzichten und eine aktivere Rolle der EZB bei der Lösung der Staatsschuldenkrise zulassen müssen. Die Ereignisse der vergangenen Tage haben gezeigt, wie eng das Finanzsystem innerhalb der Eurozone verflochten ist – ein Austritt eines Landes würde eine systemische Krise verursachen. Für Walk "bleibt eigentlich nur noch die Flucht nach vorne in eine Fiskalunion als Lösung der Staatsschuldenkrise. Die Umsetzung einer Fiskalunion mit der Emission von Eurobonds wird jedoch Zeit brauchen. Mit den Turbulenzen in Italien und Frankreich sowie mit der fast gescheiterten Emission der EFSF-Anleihe in der vergangenen Woche muss man darüber hinaus infrage stellen, ob die Mechanismen des Rettungsschirms in der Eurozone wie vorgesehen umsetzungsfähig sind.
"Banklizenz für EFSF?"
Metzler AM geht daher davon aus, dass aufgrund der dramatischen Verschlechterung der Lage der EFSF früher oder später eine Banklizenz erhält und sich über die EZB refinanzieren kann. Damit hätte der Rettungsschirm genug Feuerkraft, um die Zeit bis zu einer Fiskalunion zu überbrücken. Gleichzeitig ist es für eine nachhaltige Überwindung der Schuldenkrise erforderlich, dass die europäischen Staaten Strukturreformen und Sparmaßnahmen umsetzen. Die verstärkte Einbeziehung des IWF ist daher zu begrüßen, da dadurch die Umsetzung der notwendigen Maßnahmen wahrscheinlicher wird. In der Eurozone dürfte das Wirtschaftswachstum im dritten Quartal mit 0,3 Prozent noch positiv überrascht haben. "Für das vierte Quartal rechnen wir jedoch schon mit einem Schrumpfen der Wirtschaft um -0,1 bis -0,2 Prozent. Die einsetzende Rezession verschärft die Staatsschuldenkrise in der Eurozone zusätzlich. Der ZEW-Index dürfte sich zwar stabilisieren, aber mit einem Wert um -48 eine anhaltende Rezession signalisieren", so Walk.Im Gegensatz dazu geht der Metzler-Chefvolkswirt davon aus, dass sich das japanische Wirtschaftswachstum aufgrund des Wiederaufbaus und der soliden Verfassung der chinesischen Konjunktur beschleunigt – er rechnet mit einem Anstieg von 1,5 Prozent im dritten Quartal: "Trotz der guten Nachrichten leiden die Exportaussichten nach wie vor unter dem starken Yen. Wir können uns daher weitere Liquiditätsschritte der Bank von Japan vorstellen.
"Wenig Ansteckungseffekte für USA"
In den USA verbesserte sich die Wirtschaftslage in den vergangenen Wochen merklich. Auch scheint es wenig Ansteckungseffekte von der europäischen Staatsschuldenkrise auf die USA zu geben. Die Banken erhöhen weiter das Kreditangebot – und die Kreditnachfrage scheint sich stabilisiert zu haben. "Grundsätzlich rechnen wir daher mit soliden Ergebnissen bei den Einzelhandelsumsätzen, der Industrieproduktion sowie bei den Baubeginnen. Auch die Geschäftsklimaindizes dürften sich verbessert haben: Empire State Index, Wohnungsbauindex NAHB und Philadelphia Fed Index", schließt Walk ab.
Banque de Luxembourg; Eurozone: Weiterhin ungelöste Probleme  14.11.11
 

Die Eurozone blickt auf zwei turbulente Wochen zurück, deren wichtigste Stationen der EU-Gipfel, die Ankündigung und anschließende Absage eines Referendums in Griechenland sowie der G20-Gipfel in Cannes waren. Nach diesem Parcours zeichne sich immer deutlicher ab, dass die Verantwortlichen zu einer Bewältigung der Krise nicht in der Lage sind, meint Guy Wagner, Chefvolkswirt der Banque de Luxembourg. Der EU-Gipfel vom 26. Oktober, häufig wurde er als „Gipfel der letzten Chance“ bezeichnet (es war der 14. in 21 Monaten), brachte im Wesentlichen drei Ergebnisse: die „Optimierung“ der Ressourcen der European Financial Stability Facility (EFSF) mittels einer Hebelung, einen freiwilligen Abschlag von 50 Prozent auf den Nennwert griechischer Papiere (sogenannter Haircut) sowie ein Banken-Rekapitalisierungsprogramm mit einem Volumen von 106 Milliarden Euro. In seinem Blog schaute sich Wagner die Gipfelergebnisse im Detail an und kam dabei zu der Erkenntnis, dass noch viele Fragen ungeklärt sind.
Ein kritisierbarer Rettungsplan
Wagner stellt sich zunächst die Frage, welche Gläubiger für den freiwilligen Abschlag auf griechische Anleihen in Frage kämen, und rechnet vor. „Griechenlands Schulden belaufen sich auf rund 350 Milliarden Euro. Davon hält die Troika 150 Milliarden Euro, für die der Abschlag nicht gilt – das bedeutet, der 50-prozentige Abschlag schrumpft auf 30 Prozent. Von den verbleibenden 200 Milliarden Euro liegen etwa 85 Milliarden Euro bei griechischen Banken und Sozialversicherungsfonds, die mit Sicherheit alles daran setzen werden, um diesen Abschlag ebenfalls nicht tragen zu müssen. Real würde damit noch eine Entlastung von 16 Prozent verbleiben“, so Wagner. Die Entscheidung für einen „freiwilligen“ Abschlag, um damit ein Kreditereignis zu verhindern, das Zahlungen von Kreditausfallversicherungen (CDS, Credit Default Swaps) auslösen würde, könnte sich seiner Einschätzung letztlich als kontraproduktiv erweisen. „Welche Gründe gibt es aus Anlegersicht noch, eine Kreditausfallversicherung zu kaufen, wenn der Käufer ganz offensichtlich nicht auf deren Rechtsgültigkeit vertrauen kann? Und warum sollte er in der jetzigen Situation noch Staatsanleihen der Peripheriestaaten kaufen, wenn keine Versicherung mehr möglich ist?“ 
Banken-Rekapitalisierung wenig glaubhaft
Eine glaubhafte Rekapitalisierung der Banken ist eine unabdingbare Voraussetzung für Wagner, um das Vertrauen der Anleger wieder zu erlangen. Und dieses Vertrauen brauchen Europas Banken – sie müssen in den kommenden zwölf Monaten fällig werdende Papiere in Höhe von zirka 600 Milliarden Euro refinanzieren. Wagner hingegen zweifelt am Maßnahmenpaket der EU zur Banken-Rekapitalisierung: „Wieso beläuft sich der Kapitalbedarf nach Angaben der Europäischen Bankenaufsicht (EBA, European Banking Authority) nur auf 106,4 Milliarden Euro, während der Internationale Währungsfonds das Doppelte schätzt? Was passiert, wenn es zu einem selektiven Zahlungsausfall anderer Länder der Eurozone kommt? Was geschieht, wenn die Banken ihre Kernkapitalquote nicht über eine Rekapitalisierung, sondern über eine Reduzierung ihrer Aktiva erhöhen (und z.B. Staatsanleihen verkaufen)?“ Darüber hinaus stellt sich die Frage, warum private Anleger zur Rekapitalisierung von Banken beitragen sollen, wenn ihnen mehr oder weniger untersagt wurde, Dividenden zu bezahlen? „Wenn die privaten Anleger kein Interesse zeigen, müssen die Staaten die nötigen Mittel bereitstellen. Damit steigt die Staatsverschuldung – mit den entsprechenden Auswirkungen auf das Rating und die Schuldendienstfähigkeit“.
„Hebelung erscheint paradox“
„Ein überschuldungsbedingtes Problem lässt sich sicherlich nicht durch die Anhäufung weiterer Schulden lösen“, ist sich der Anlageexperte sicher. Ein in Betracht gezogenes Modell bestehe seiner Einschätzung zufolge offenbar darin, dass die EFSF als Anleiheversicherung fungiert und beim Zahlungsausfall eines Eurozone-Mitglieds den first loss, also die ersten 20 Prozent des Verlustes, versichert. Diese Garantie gelte aber nur für Neuemissionen. Wie dies in der Praxis funktionieren soll, sei weiterhin unklar. „Denn warum bietet man Anlegern eine solche Garantie für Industrieländer-Staatsanleihen an, die eigentlich von höchster Qualität und damit risikolos sein sollten?“
Wagners Fazit: „Letztlich ist die EFSF eine leere Hülle, die auf Garantieversprechen unter anderem von Ländern basiert, die möglicherweise selbst Geld vom Fonds benötigen werden. Das Volumen der EFSF beschrieb die Financial Times in ihrer Ausgabe vom 28. Oktober sehr treffend als „eine Schätzung auf Basis der noch nicht bestätigten Möglichkeit, eine unbekannte Aktivamenge mit vier oder fünf zu multiplizieren“.

Neue Vermögen: Ein Mix aus Sachwerten ist essentiell   11.11.11
 

Euroland ist mit seiner hohen Staatsverschuldung derzeit das globale Sorgenkind – doch zu einer breiten Insolvenzwelle von EU-Staaten wird es nicht kommen. Dafür wird die Politik schon sorgen, meint Gottfried Urban, Vorstand der Neue Vermögen AG.
Seine aktuelle Kolumne:
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„Viele Anleger und Beobachter befürchten, dass die hohe Schuldenquote von im Schnitt 88 Prozent der Wirtschaftsleistung die Euroländer irgendwann unter sich begraben wird. Doch auch wenn einzelne Länder ins Straucheln geraten – eine breite staatliche Insolvenzwelle ist nur schwer vorstellbar, denn die Politik wird alle Tricks ausreizen, um den Crash abzuwenden. Nehmen wir die USA. Es ist noch nicht einmal ein Vierteljahr her, da schien die größte Volkswirtschaft der Welt vor dem finanziellen Abgrund zu stehen: Anfang August drohte den Vereinigten Staaten die Zahlungsunfähigkeit. In letzter Minute einigten sich Republikaner und Demokraten dann auf einen Kompromiss und hoben die Schuldenobergrenze für den Bundeshaushalt an. Die Folge: eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit durch Rating-Agenturen.
USA „too big to fail“
Doch zu der erwarteten Flucht aus US-Staatsanleihen kam es nicht; stattdessen trat das Gegenteil ein: Investoren aus der ganzen Welt suchten die US-Bonds als sicheren Hafen für ihr Geld. Und das ist trotz der Bonsai-Zinsen irgendwie rational: Denn was für systemrelevante Banken gilt, trifft auch für die großen Volkswirtschaften zu – sie sind einfach „too big to fail“. Es ist kaum vorstellbar, dass die größte Wirtschaftsmacht der Welt insolvent wird. Zur Not wird die US-Notenbank so viele Dollars drucken, wie die US-Regierung zur Begleichung ihrer Rechnungen benötigt. Zwar frisst die Inflation dann die Nominalvermögen ihrer Bürger auf, dafür pulverisieren sich auch die Staatsschulden.
Sparappelle verpuffen im Wohlfahrtsstaat
Ähnlich liegt der Fall in Euroland. Unter dem Einfluss der Finanzkrise und auf massiven Druck der Politik ist die Europäische Notenbank zu einer regelrechten „Bad Bank“ mutiert. Längst geht es nicht mehr um Preisstabilität, sondern um das Überleben des Finanzsystems und die Zukunft des schuldenfinanzierten „Wohlfahrtstaates“. Wie schlecht Sparappelle in einer Demokratie ankommen, zeigt sich gerade auf den Straßen Athens, wo der Widerstand gegen das Gebot der ökonomischen Vernunft Tag für Tag anschwillt. Um der Situation Herr zu werden, erscheint den auf Wiederwahl bedachten Politikern jedes Mittel legitim: Der „Rettungsschirm“ ist nicht groß genug? Egal, dann wird er eben „gehebelt“. Da bekommt der Begriff Finanzinnovation doch eine ganz neue Bedeutung.
Zinsen sind eine politische Größe
Was man nicht vergessen sollte: Die Zinsen sind keine ökonomische, sondern eine politische Größe. Ein Blick in die Statistik zeigt, dass – anders als die Lehrbuch-Ökonomie erwarten lässt –, die Zinshöhe nicht zwingend an die Verschuldungsquote gekoppelt ist. Im Zweiten Weltkrieg betrug die US-Staatsschuld rund 140 Prozent der Wirtschaftsleistung, die Zinsen lagen jedoch bei nur zwei Prozent. Anfang der 80er-Jahre schnellten die Zinsen auf über zehn Prozent hoch, die Schuldenquote lag aber bei rund 40 Prozent. Heute, inmitten der größten Finanzkrise, die die Menschheit jemals gesehen hat, liegen die US-Zinsen trotz einer Verschuldungsquote von über 100 Prozent bei lediglich zwei Prozent.
Enteignung durch die Hintertür – Sachinvestitionen als Ausweg
Was bedeutet das für Anleger? Der Zins wird auf lange Zeit niedrig bleiben, die Inflation wird das Zinsniveau dauerhaft übersteigen. Bei den meisten Staatspapieren dürfte damit beim Ertrag unter dem Strich, insbesondere nach Steuern, ein Minus stehen. Wer sich nicht stückweise durch Politiker und Notenbanker enteignen lassen will, muss daher bereit sein, höhere Risiken in Kauf zu nehmen. Der einzig sinnvolle Weg besteht in Sachinvestitionen – am besten eine breite Mischung aus Aktien, Immobilien, Grund und Boden sowie Wald und Gold.“ 

Carlson - DNB:  Carlson Fund Management heißt jetzt DNB  11.11.11
 
Aus Carlson wird DNB. Die Investmentgesellschaft Carlson Fund Management Company S.A  firmiert zukünftig unter dem Namen DNB Asset Management S.A.  – wobei DNB eine Abkürzung für Den Norske Bank – The Norwegian Bank ist. Die Namensänderung wird mit dem heutigen Tag wirksam und soll die Stärken des Konzerns im Hinblick auf das Engagement in der nordischen Region betonen. Am Angebot selber werde sich nichts ändern, wie die ‚Ex-Carlson‘-Mannschaft betont. Man werde die Kunden weiter wie zuvor von Luxemburg betreuen. Nur das Logo werde künftig ein anderes sein, sowie die Web- und Emailadresse, die sich wie folgt ändern: www.dnb.no/lu/en respektive name.nachname @dnb.no.
Hintergrundinfo:
DNB ist die größte Bank Norwegens und parallel auch der größte Lebensversicherer des Landes, der auch international aktiv ist: weltweit hat die Mannschaft 13 Filialen, von denen aus 2,3 Millionen Retailkunden und rund 200.000 Geschäftskunden betreut werden.
Mobius (Franklin Templeton):  "Weltweite Diversifizierung entscheidend" 11.11.11
 
„Wenn die Finanzmärkte global in der Krise scheinen, neigen die Investoren dazu, Kapital aus den Aktienmärkten abzuziehen und in liquide Mittel oder Anlagen zu stecken, die sie für die sichersten halten – wie US-Schatzpapiere. Das ist die denkbar schlechteste Entscheidung“, sagt Mark Mobius, Vorstandsvorsitzender von Templeton Emerging Markets. Für den Star-Fondsmanager ist indes eine weltweite Streuung des Anlagekapitals entscheidend. Schließlich werde nicht jeder Markt gleichermaßen und zur selben Zeit in Mitleidenschaft gezogen. Dies sind die zentralen Aussagen eines aktuellen Marktkommentars von Franklin Templeton Investments.
Der MSCI Emerging Markets beendete den Oktober mit einem Plus von 13,3 Prozent (in US-Dollar). Obwohl insgesamt erneut niedrigeres Wirtschaftswachstum ausgewiesen wurde, fielen die Raten in den Schwellenländern nach wie vor deutlich höher aus als in den Industrieländern. Auch die kurzfristigen wirtschaftlichen Folgen der Flutkatastrophe in Thailand gaben dabei keinen Ausschlag für Investoren, so Mobius. Indonesien überraschte die Märkte unterdessen mit der ersten Zinssenkung seit über zwei Jahren. Das nachlassende globale Wachstum veranlasste die Zentralbanken zu einer neutraleren oder gar expansiveren Währungspolitik, um die heimische Wirtschaft zu stützen. Diese Umstände schüren weiterhin Inflationsängste in den Schwellenländern.
Grenzmärkte – die nächsten BRIC?
Das Interesse an den Grenzmärkten (Frontier Markets) lasse sich tatsächlich feststellen, freut sich Mobius. „Die Anleger sind immer besser informiert und merken, dass sich die Weltwirtschaft verändert hat. Sie halten nach den „neuen“ Schwellenmärkten Ausschau oder, wenn Sie so wollen, den „nächsten“ BRIC-Märkten. Die Grenzmärkte stehen heute dort, wo viele Schwellenmärkte vor 20, 30 Jahren standen. Die Chance, in Grenzmärkte zu investieren, bevor sie große Volkswirtschaften werden, ist daher sehr reizvoll.“ Dabei favorisiert Mobius derzeit Länder wie Nigeria, Ägypten, Kenia, Kasachstan, Rumänien, Argentinien, Panama, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar oder Saudi-Arabien. Chancen ortet der Emerging Markets-Experte auch etwa in Sri Lanka. Das Land sei mit seiner qualifizierten Erwerbsbevölkerung, üppigen landwirtschaftlichen Ressourcen und Naturschönheit für den Export von Gütern und Dienstleistungen gut aufgestellt. „Sri Lanka liegt günstig auf internationalen Schifffahrtsrouten und bietet sich dadurch als Export- und Umschlagknotenpunkt an.“
„Jetzt der ideale Zeitpunkt zur Diversifizierung“
„Die beste Methode zur Minimierung von Risiken ist nach unserer Überzeugung die Streuung über heimische und internationale Anlagekategorien.“ Vor allem aber sollten sich Anleger in den Ländern mit den besten Wachstumsaussichten engagieren. „Schwellen- und Grenzmärkte wachsen dreimal so schnell wie Industrieländer und verfügen über höhere Devisenreserven bei niedrigeren Verschuldungsquoten. Außerdem entfällt auf sie mehr als ein Drittel der globalen Marktkapitalisierung. Die Portfolios der meisten Anleger sind in Schwellenländern stark untergewichtet. Daher ist jetzt der ideale Zeitpunkt zur Diversifizierung“, rät Mobius abschließend.
Sarasin: Emerging Markets-Titel haben 30 Prozent Luft nach oben  8.11.11
 
Viele Anleger haben im dritten Quartal 2011 die Risiken in ihren Portfolios massiv reduziert. Dadurch kamen die Schwellenländeraktien besonders stark unter Abgabedruck. Zusätzlich sorgte die Angst vor einer harten Landung in China für einen großen Ausverkauf in Schwellenländeraktien. Die jüngsten Wirtschaftsdaten zeigen jedoch, dass sich die Weltwirtschaft stabilisiert hat und eine weiche Landung in den Schwellenländern bald geschafft ist. Sowohl in China als auch in den übrigen wichtigen Schwellenländern, wie  Brasilien, Russland, Indien und Korea, ist das Geschäftsklima im Oktober gestiegen. Wenn sich die Kehrtwende bestätigt, dürfte dies nach Ansicht von Philipp Bärtschi, Chefstratege bei der Bank Sarasin & Cie AG, in den nächsten Monaten zu einer deutlichen Outperformance von Schwellenländeraktien führen.
Zinserhöhungen in Schwellenländern
In einem aktuellen Marktkommentar führt der Sarasin-Experte weiter aus, dass die Zentralbanken in den Schwellenländern seit 2010 versuchten, mit Zinserhöhungen das Wachstum zu dämpfen, um eine Überhitzung zu vermeiden. Die Wachstumsverlangsamung in den letzten Quartalen war somit das Resultat einer restriktiven Geldpolitik. Nun scheint sich aber nach Einschätzung von Bärtschi eine Wende abzuzeichnen. So hat Brasilien im letzten Monat bereits zum zweiten Mal die Zinsen gesenkt. In Indien hat die Zentralbank zwar im Oktober die Zinsen noch einmal erhöht, aber bereits signalisiert, dass damit das Ende des Zinszyklus erreicht sei. In China wird zwar noch nicht von einer Zinssenkung gesprochen, doch es gebe Anzeichen, dass die Zentralbank die Wirtschaft wieder mit mehr Liquidität versorgt. Die in den kommenden Tagen veröffentlichen Inflationsdaten dürften zeigen, dass der Zenit überschritten ist und somit Raum für eine expansivere Geldpolitik besteht, so der Experte der Bank Sarasin.
Schwellenländeraktien derzeit untergewichtet
Neben der Stabilisierung der Frühindikatoren und der Wende in der Geldpolitik spreche auch die aktuelle Positionierung der Anleger für eine Outperformance der Schwellenländer. Die jüngste Umfrage von Bank of America Merrill Lynch unter globalen Vermögensverwaltern zeigt, dass die Positionen in Schwellenländeraktien zu Beginn des vierten Quartals 2011 deutlich reduziert wurden. Die aktuelle Netto-Übergewichtung von neun Prozent liegt deutlich unter dem langjährigen Schnitt von 27 Prozent. Dies bedeutet, dass bei einem Anstieg des Risikoappetits der Anleger die Geldflüsse in Schwellenländer wieder deutlich zunehmen dürften.
Hohes Renditepotenzial in Emerging Markets
Aufgrund des Spardrucks in den Industrieländern ist es wohl unbestritten, dass die Schwellenländer auch in den nächsten Jahren deutlich stärker wachsen werden als die Industrieländer. Das dritte Quartal 2011 hat jedoch einmal mehr gezeigt, dass auch Schwellenländeraktien bei einem Anstieg der Risikoaversion nicht vor Rückschlägen gefeit sind. Im Gegenteil: Sie verlieren oft überproportional an Wert. Die Rückschläge in den letzten Jahren zeigten aber auch, dass daraus gute Kaufgelegenheiten entstehen. Die Bank Sarasin sieht daher für die nächsten zwölf Monate ein Renditepotenzial von 30 Prozent und bevorzugt China vor Indien und Russland.
Albrech & Cie:  EM-Staatsanleihen sind die bessere Wahl  8.11.11
 
Im Sommer 2010 standen Staatsanleihen aus den Schwellenländern hoch im Kurs – nicht nur auf den Titelseiten der Finanzpresse. Auch die Börsencharts kletterten scheinbar unablässig in die Höhe. Dann ging es kräftig abwärts mit den Kursen und nach oben mit den Renditen. Jetzt hat sich die Situation beruhigt. Für strategisch denkende und risikobewusste Anleger könnte sich aber noch immer eine gute Gelegenheit bieten, hoch verzinste Anleihen aus stark wachsenden und gering verschuldeten Emerging Markets (EM) günstig als Beimischung zu erwerben – am besten über Fonds, meint Stephan Albrech, Vorstand der Albrech & Cie. Vermögensverwaltung AG..
"Während die Nachfrage nach Staatsanleihen aus Deutschland und den USA in den vergangenen Monaten regelrecht explodierte, sind die Investoren bei Staatsanleihen aus Schwellenländern weitaus zurückhaltender. So markierte der Citigroup Group-of-Seven (G7) Index, der die Entwicklung der Anleihekurse der sieben führenden Industrienationen (G7) abbildet, im Oktober ein neues Hoch – und die Zinsen im Gegenzug ein Allzeittief. Der Emerging Markets Bond Index von JP Morgan (EUR) hat sich von den Tiefkursen im April 2011 ebenfalls deutlich erholt,  ist aber weit entfernt von einer Übertreibung.
"Raus aus dem Risiko" lautete die Parole
Hinter beiden Entwicklungen steht die Angst vor einer Verschärfung der Finanzkrise. Sie brachte die in Panik geratenen Anleger dazu, ihr Geld aus den so genannten risikoreichen Märkten abzuziehen und es vor allem in scheinbar sichere Anlagen wie Bundesanleihen zu pumpen – obwohl sie durch deren niedrige Rendite nach Inflation und Steuern de facto Kaufkraftverluste erleiden. Auch in die Staatsanleihen der Emerging Markets floss wieder Geld, wenn auch deutlich weniger. Für strategisch denkende und längerfristig orientierte Investoren, die ausreichend risikobereit sind, könnte sich daher bei Emerging-Markets-Anleihen noch immer eine gute Gelegenheit zum Einstieg bieten.
Hohe Zinsen trotz guter wirtschaftlicher Situation
Ohnehin spricht auf lange Sicht viel für Schwellenländer. So sind die Zinsen für EM-Staatsanleihen mit einer Bandbreite zwischen fünf und zehn Prozent deutlich höher als hierzulande, obwohl viele Schwellenländer besser dastehen, als diese Zinsdifferenz suggeriert. Denn: Die Ökonomien in Asien und Lateinamerika wachsen deutlich kräftiger als hierzulande, was sich in den kommenden Jahren durch die  positive demographische Entwicklung der meisten Länder verstärken dürfte. Hinzu kommt, dass diese Länder meist geringer verschuldet sind als die entwickelten Länder. So schätzt der Internationale Währungsfonds (IWF), dass die Schuldenquote der 20 größten Industriestaaten bis 2014 auf 110 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts steigen wird. Für die 20 wirtschaftlich stärksten Schwellenländer indes wird eine Schuldenquote von im Schnitt nur 40 Prozent erwartet.
Kurs- und Währungsgewinne wahrscheinlich
Zudem birgt das starke Wachstum in Kombination mit der geringen Verschuldung und den hohen Zinsen weiteres Gewinnpotenzial für Besitzer von EM-Anleihen: Zum einen winken Kursgewinne, wenn die Zinsen sinken; zum anderen sind Währungsgewinne möglich, wenn die Währungen der betreffenden Länder aufwerten, was bei erstarkenden Volkswirtschaften keine Seltenheit ist.
Doch auch wenn aus fundamentaler Sicht vieles für diese Anleihen spricht, sollten risikobewusste Anleger bedenken, dass die Kursausschläge nach oben wie nach unten deutlich größer ausfallen als bei Anleihen aus den wichtigen Industriestaaten. Entsprechend sollte die Quote von EM-Anleihen dosiert werden. Zudem sollte das Investment über Fonds erfolgen, da diese eine breite, intelligente Streuung über verschiedene Emittenten, Laufzeiten und Währungen ermöglichen."
Fonds professionell:  G20 planen multipolares Weltwährungssystem  8.11.11
 
Die G20-Staaten haben sich auf eine Reform des Weltwährungssystems verständigt. Medienberichten zufolge streben die Staats- und Regierungschef der 20 wichtigsten Schwellen- und Industrieländer eine stärkere Gewichtung der Währungen von Schwellenländern an. Neben US-Dollar, Euro und Yen soll insbesondere dem brasilianischen Real und dem chinesische Renminbi eine größere globale Bedeutung zukommen. Darüber hinaus einigte man sich auf eine strengere Regulierung von Hedgefonds und Derivategeschäften.
Aktuell seien rund zwei Drittel der weltweiten Devisenreserven in US-Dollar notiert, etwa ein Viertel in Euro – das solle sich in Zukunft ändern. Geht es nach den G20, werde die Zukunft Richtung multipolares Weltwährungssystem tendieren, sprich einer sukzessiven Lösung der einseitigen Abhängigkeit vom US-Dollar hin zu einer breiteren und damit stabileren Basis. Dabei geht es um einen Übergang zu einem System, das "das gewachsene Gewicht der Volkswirtschaften der Schwellenländer besser reflektiert", heißt es.
Bessere Kontrolle der Finanzmärkte
Ebenfalls auf der Tagesordnung des G20-Gipfels stand eine Reihe von Maßnahmen zur besseren Kontrolle von "riskanten Spekulationsgeschäften". Dazu gehören eine Verbesserung der Aufsicht sogenannter Schattenbankensystem – wie etwa Hedgefonds – sowie eine verstärkte Kontrolle des Derivate-Marktes – hier stehe vor allem eine Auswertung der Funktion von Kreditausfallversicherungen auf dem Plan.
Stabilitas: Inflation als logische Konsequenz  4.11.11
 
"Die jüngsten Ereignisse rund um die Eurokrise machen einmal mehr deutlich, wie wichtig Gold als Teil der Vermögensanlage ist", meint Martin Siegel, Rohstoffexperte und Berater bei der Stabilitas Fonds GmbH. Es spiele gar keine Rolle wie das griechische Referendum ausgeht und ob das Land in der Eurozone bleibt. Die kontinuierliche Schuldenaufnahme zur Tilgung alter Verbindlichkeiten sei längst Alltag geworden – egal wo man hinsehe.
Vor dem Hintergrund, dass es  selbst Deutschland in guten Zeiten nicht gelingt, mit der eigenen Verschuldung klar zu kommen, stellt sich die Frage, wo weitere Gelder herkommen sollen. Der einzige Ausweg ist Siegel zufolge die Gelddruckmaschine der Notenbank – die als natürliche, unmittelbare Folge Inflation mit sich bringt. Schon jetzt liegt die Inflation in der Währungsunion im Schnitt bei drei Prozent. In den USA und Großbritannien ist die Rate mit 3,9 und 5,2 Prozent sogar noch höher. "Allerdings ignoriert der Markt die bereits ansteigenden Preise noch. Ansonsten hätte der Goldpreis schon längst neue Höchstkurse verzeichnet", so der Rohstoffexperte. "Bemerkenswert ist auch, dass sich der US-Dollar trotz europäischer Schuldenkrise schwächer als der Euro entwickelt. Das deutet ebenso auf eine Inflationspolitik in den USA hin."
Eurokrise befeuert Goldpreis
Siegel geht davon aus, dass die erneute Zuspitzung der Eurokrise den Goldpreis weiter stützen wird. Das Edelmetall hat seinen Aufwärtstrend bereits wieder aufgenommen und seit Anfang Oktober rund sieben Prozent zugelegt.  Für die künftige Goldpreisentwicklung ist Siegel optimistisch. "Solange die Geldhähne offen bleiben kann der Goldpreis nur steigen!" Bis Jahresende sieht der Experte einen Preis von über 1800 US-Dollar pro Feinunze.
Auch die übrigen Edelmetalle haben seit Anfang Oktober einen ordentlichen Satz nach oben gemacht: So verzeichnete Silber ein Plus von 14 Prozent, Platin ein Plus von fünf  Prozent und Palladium ein Plus von sieben Prozent. „Das hat markttechnische Gründe und liegt vor allem an den starken Verlusten in den Vormonaten. Anleger wissen, dass es früher oder später wieder aufwärts gehen muss und steigen deshalb ein. Dadurch sorgen sie auch automatisch für eine Preiserholung“, erklärt Siegel. Für Silber ist er noch optimistischer und sieht bis zum Jahresende einen Preisanstieg auf über 40 US-Dollar.
Minenaktien gewinnen wieder an Fahrt
Nachdem auch Aktien der Minengesellschaften Anfang Oktober noch unter Druck waren, stiegen sie gegen Ende des Monats deutlich an und konnten einen Teil ihrer Unterbewertung somit aufholen. Diese Entwicklung ging einher mit der zeitweise verbesserten Stimmung an den Aktienmärkten. Während physisches Gold seit Jahresanfang um rund 20 Prozent zugelegt hat, sind  Minenaktien im Schnitt insgesamt aber um circa zehn Prozent gefallen. "Diese Diskrepanz muss langfristig ausgeglichen werden. Es ist allerdings noch zu früh, um sagen zu können, dass diese Phase jetzt eingeläutet ist. Solche Signale gab es in der jüngsten Vergangenheit schon oft – meist jedoch nur für kurze Zeit", sagt Siegel.
Öl und Kupfer bleiben gefragt
Rohöl hat eine regelrechte Rallye hinter sich. WTI ist seit Anfang Oktober um über 17 Prozent gestiegen. Angesichts schwächelnder Konjunkturaussichten sei diese Entwicklung erstaunlich. Kurzfristig könnten schwächere Wirtschaftsdaten den Preis wieder etwas drücken. Aufgrund der Inflationspolitik in Europa und den USA ist mittel- bis langfristig jedoch mit weiteren Kurssprüngen zu rechnen. "Bis Anfang 2012 halte ich einen Ölpreis von 100 US-Dollar pro Barrel für durchaus realistisch", so der Rohstoffexperte. Ähnlich sieht es bei Kupfer aus: Als Gegenreaktion auf die heftigen Kurseinbrüche, legte Kupfer zuletzt um 13 Prozent zu. Auch hier rechnet Siegel auf lange Sicht aus monetären Gründen mit weiteren Preissteigerungen.
SEB ImmoInvest:  Verkäufe und Vermarktung sollen Wiedereröffnung pushen 4.11.11
 
Die SEB Asset Management hat für ihren Offenen Immobilienfonds SEB ImmoInvest Kaufverträge für zehn Immobilien in den Niederlanden, USA, Belgien, Italien und Frankreich im Gesamtwert von rund 680 Millionen Euro unterschrieben. Damit ist sie – eigenen Angaben zufolge – mit den Maßnahmen zur Liquiditätsbeschaffung wieder im Plan, nachdem sich einzelne Verhandlungen, belastet durch die Staatsschuldenkrise, verzögert hatten. Die erzielten Verkaufspreise liegen in Summe 0,5 Prozent oberhalb der aktuellen Verkehrswerte. Mit Eigentumsübergang der Objekte steigt die Liquidität im Fonds auf 21,8 Prozent beziehungsweise rund 1,4 Milliarden Euro. Das Verkaufsvolumen ist damit auf insgesamt 14 Objekte im In- und Ausland im Wert von über 910 Millionen Euro gestiegen.
Deadline für Wieder-Öffnung des Fonds
Noch offen ist, ob die SEB den Fonds, der aktuell geschlossen ist, noch in diesem Jahr wieder öffnen wird, wie man Ende April noch ankündigte und auch aktuell noch einmal als 'geplant' nach außen kommuniziert. Pro Forma ist es den Anbietern von offenen Immobilienfonds möglich, die An- und Rücknahme von Anteilsscheinen für maximal zwei Jahre am Stück auf Eis zu legen – danach muss er zumindest temporär wieder geöffnet werden.  Diese Zwei-Jahres-Frist läuft für den SEB ImmoInvest offiziell Anfang Mai nächsten Jahres aus – ein Datum, das auch für die Credit Suisse und ihren aktuell geschlossenen Immobilienfonds CS Euroreal greift.  Klar ist: Die jüngste Veräußerung der zehn Fondsobjekte, die sich in Europa und den USA befinden, spült der SEB in jedem Fall etliche Millionen Euro und Dollar in die Kassen.
Die neuen Vertragsabschlüsse im Einzelnen:
Für rund 57 Millionen Euro wurden die beiden an Royal Haskoning und ABB vermieteten niederländischen Bürogebäude „Lotus A und B“ an eine Objektgesellschaft der Real I.S. veräußert. Die Objekte befinden sich am Rotterdamer Bürostandort Alexanderplein und sind Teil eines vierteiligen Gebäudeensembles, das 2007 als Projektentwicklung für den Fonds erworben wurde. Der Verkaufspreis für die beiden Gebäude liegt zwei Prozent über dem Gesamtverkehrswert.
Auch das 23-geschossige Art-Déco Bürogebäude 225 Bush Street in San Francisco gehört zum Verkaufsportfolio. 1922 errichtet und in den letzten Jahren umfassend modernisiert, wurde das Gebäude vor sechs Jahren für rund 179 Millionen US-Dollar  für den Fonds erworben. Der Verkaufspreis liegt nahezu auf Verkehrswertniveau von 213 Millionen Dollar. Die insgesamt rund 52.000 Quadratmeter sind aktuell zu knapp drei Viertel an verschiedene Unternehmen vermietet.
Nach 15 Jahren Haltedauer wechselt auch das Brüsseler Bürohaus in der 139/141 Rue Royal für rund 5,4 Millionen Euro den Eigentümer. Das Gebäude wurde 1976 errichtet und verfügt über knapp 5500 Quadratmeter.  Neuer Besitzer ist die belgische Behörde Centre Public d' Action Sociale de Bruxelles, die das derzeit unvermietete Gebäude selbst nutzen wird.
Das italienische Einkaufszentrum „Megaló“ befindet sich in der Provinzstadt Chieti und bietet auf rund 48.500 Quadratmetern Gesamtfläche eine Mischung aus 110 Läden und
Freizeitangeboten wie Multiplexkino sowie Restaurants. Neuer Eigentümer ist ein europäischer Shoppingcenter-Fonds. Der Verkaufspreis liegt deutlich über dem aktuellen Verkehrswert.
In Frankreich wurden gleich für fünf Immobilien Kaufverträge unterschrieben. Über die Einzelkaufpreise wurde zwischen den Parteien Stillschweigen vereinbart. Den Zuschlag für vier in den Jahren 1998 bis 2006 erworbene Objekte in Paris hat ein internationales Investorenkonsortium erhalten. Das Paket umfasst rund 31.600 qm Büro- und Einzelhandelsfläche. Der Verkaufspreis in Höhe von 290 Millionen Euro liegt leicht unterhalb des aktuellen Gesamtwertes.
Unterschrieben ist auch der Kaufvertrag für das Bürogebäude "Le Villette" im Zentrum von Lyon. Käufer der rund 10.200 Quadratmeter großen Immobilie ist ein institutioneller Investor. Der Verkaufspreis liegt mehr als 50 Prozent über dem Ankaufspreis des Jahres 2001. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.
Doppelstrategie soll Wiedereröffnung beschleunigen
Neben weiteren ausgewählten Bestandsobjekten im Gesamtwert von rund 550 Millionen Euro befindet sich das Immobilienportfolio "Quartier Potsdamer Platz" in Berlin in der Vermarktung. Mit dieser Doppelstrategie zur Liquiditätsbeschaffung strebt die Fondsgesellschaft die Öffnung des Fonds bis zum Jahresende 2011 an, wie die SEB in eigener Sache anmerkt.
Bantleon:  Vorsicht bei Unternehmensanleihen 4.11.11
 
Zahlreiche Finanzmarktteilnehmer empfehlen derzeit Unternehmensanleihen als attraktive Alternative zu Staatsanleihen. Tatsächlich bieten Corporate Bonds wegen ihrer günstigen relativen Bewertung interessante Einstiegsmöglichkeiten, weil die Spreadausweitungen übertrieben erscheinen. Wegen der Unsicherheiten der Staatsschuldenkrise und der sich abschwächenden Konjunktur ist kurzfristig jedoch Vorsicht angeraten. Auf Sicht von drei bis sechs Monaten hingegen gibt es bei ausgewählten Unternehmensanleihen der EUR-Kernländer weiterhin gute Chancen, meint Rosemarie Baumann, Senior Analystin Corporate Bonds und Portfoliomanagerin beim Anleihemanager Bantleon. In einem hausinternen Kurzinterview steht sie Rede und Antwort.
Frau Baumann, wie beurteilen Sie derzeit das Umfeld für Unternehmensanleihen?
Rosemarie Baumann: Mit Blick auf die dritte Saison der Quartalsberichte von Unternehmen sehe ich die fundamentale Entwicklung noch als stabil an, weil die Unternehmen solide Bilanzen und umfassende liquide Mittel haben, die Geldpolitik nach wie vor expansiv ist und sich den Emittenten derzeit unter Zinskosten-Aspekten noch attraktive Bedingungen bieten. Darüber hinaus halten sich in Europa aktionärsfreundliche Aktivitäten wie M&A und Dividendenausschüttungen stark in Grenzen. Vor diesem Hintergrund meine ich, dass Unternehmen aus europäischen Kernländern konservativ finanziert sind und solide Bonitätskennziffern behalten, weshalb mit einem deutlichen Anstieg der Ausfallraten nicht zu rechnen ist. Dennoch bin ich kurzfristig vorsichtig. Solange die Konjunktur sich abschwächt, die Staatskrise nicht ausgestanden ist und die Banken deshalb immer wieder ins Rampenlicht rücken, halte ich es für verfrüht, aufgrund der unsicheren Marktstimmung und des schwachen Wachstums die relative Spreadbewertung als Einstiegschance anzusehen.
Und wie sieht es mittelfristig aus?
Baumann: Auf Sicht von drei bis sechs Monaten sehe ich bei ausgewählten Unternehmensanleihen der Kernländer weiterhin gute Chancen. Diese Unternehmen zeichnen sich nach wie vor durch eine gute Kapital- und Liquiditätsausstattung, niedrige Ausfallquoten und einen attraktiven Renditeaufschlag aus. Mittelfristig erwarte ich, dass auf den aktuellen Renditeanstieg eine gegenläufige Bewegung folgt. Voraussetzung bleibt jedoch, dass in den nächsten Wochen durch politische Entscheidungen die Weichen für eine befriedigende Lösung der Staatsschuldenkrise eingeleitet werden und die Wirtschaft nicht in eine Rezession abgleitet. Hellt sich, wie von unserem Makroresearch erwartet, die Konjunktur im Frühjahr 2012 auf, so sind ähnlich wie im Frühjahr 2009 die Weichen für einen deutlichen Rückgang der Risikoprämien bei Corporate Bonds gestellt, was die Kurse bestehender Anleihen steigen lassen sollte.
Welche Sektoren bevorzugen Sie zurzeit?
Baumann: Derzeit halten wir Unternehmen der Eurozone mit einem höheren Exportanteil weiterhin für attraktiver als Firmen, die ausschließlich auf den Heimatmarkt fokussiert sind. Unternehmen mit einer hohen internationalen Präsenz und Preissetzungsmacht, beispielsweise aus dem Bergbau, dem Energie- und dem Nahrungsmittelbereich, haben diese Merkmale. Bei Anleihen von Unternehmen, die ihren Sitz zwar in Spanien und Italien haben, ihre Geschäfte aber schwerpunktmäßig im Ausland machen und ein solides Geschäftsmodell haben, halten wir eine neutrale Positionierung für gerechtfertigt. Aufgrund der relativ hohen Risikoprämien sehen wir bei ausgewählten Werten aus diesen Ländern aber durchaus Chancen.
Und wie steht es mit Finanzwerten?
Baumann: Im Bereich Finanzwerte sehen wir bei den Banken deutlich mehr Risiken als Chancen. Mit Blick auf die verschärften Eigenkapitalanforderungen gestaltet sich die Aufgabe der Banken, ihre Assetqualität zu verbessern, als zunehmend schwierig. Positiv zu werten sind bei Banken hingegen staatliche Stützungsmaßnahmen in Notfällen sowie künftige (Zwangs-)Rekapitalisierungen. Deshalb bewerten wir Banktitel etwas besser als bisher und reduzieren innerhalb unserer Branchenallokation das starke Untergewicht für Banken etwas. Bei unserem Engagement bevorzugen wir weiterhin solide Finanzinstitute mit systemischer Bedeutung, starker internationaler Präsenz und guter Kapitalausstattung außerhalb der Peripherie. Den Versicherungssektor beurteilen wir positiver als die Banken. Die europäischen Versicherungen konnten sich in der Krise relativ gut behaupten und sind solider finanziert als die Banken.
Welche Ratingkategorien bevorzugen Sie?
Baumann: Ich bevorzuge weiterhin Unternehmensanleihen der tieferen Ratingklasse ("BBB"), wobei ich bei der Auswahl noch genauer hinsehe. Die Präferenz für diese Kategorie hängt damit zusammen, dass diese Unternehmen weiterhin konservativ wirtschaften dürften und zugleich die Risikoprämien attraktiv sind. Unter dem Strich ergibt sich bei langen Laufzeiten ein gutes Chancen-Risiko-Profil für Unternehmensanleihen mit Rating "BBB". 
Credit Suisse: Goldpreis gewinnt wieder an Fahrt  3.11.11
 
Edelmetalle bleiben fürs Erste der stärkste Sektor im weiteren Bereich der Rohstoffe, meinen die Experten von Credit Suisse – Global Research. Das größte Potenzial sehen sie dabei beim Goldpreis, der in der jüngeren Zeit zwar etliche Kapriolen geschlagen hat, aber ihrer Meinung nach noch immer deutlich Luft nach oben hat. In einem Marktkommentar schreiben sie dazu wie folgt:
"Der Goldmarkt hat einige turbulente Wochen hinter sich. Ab Juli hat sich der Aufwärtstrend deutlich beschleunigt, sodass der Preis auf neue Hochs über  1900 US-Dollar geklettert ist. Im September wendete sich das Blatt, und der Preis ging im Zuge einer massiven Korrektur wieder in Richtung 1600 US-Dollar zurück. Im Oktober hat sich der Goldpreis stabilisiert und zeigt mittlerweile erste Anzeichen einer Erholung.
Basierend auf der Kombination von Bewertung, Fundamentalfaktoren und technischer Analyse erscheint Gold nach wie vor stark. Unserem Modell zufolge ist Gold auf dem derzeitigen Niveau nicht überbewertet, sondern nähert sich seinem Fair Value an. Gleichzeitig steigt der Fair Value aufgrund der anhaltenden negativen Realzinsen, was mittelfristig auf weiteres Aufwärtspotenzial hindeutet.
Ein Blick auf die zyklische Situation ergibt, dass sich der Goldpreis während der Rally im Juli und August von der Entwicklung der Realzinsen abgekoppelt hat. Nach der Korrektur vom September steht der Goldpreis nun wieder im Einklang mit den Realzinsen. Dies macht Gold interessanter für Finanzinvestoren, sodass es Anzeichen für einen erneuten Anstieg der Investment-Nachfrage gibt, ein Trend, der sich künftig fortsetzen dürfte.
Auf der technischen Seite hatte die Korrektur einen Rückgang des Momentums vom positiven in den neutralen Bereich zur Folge. Indes ist der Goldpreis bei der mittelfristigen Trendlinie auf eine solide Unterstützung getroffen. Dies ist ein sehr positives Signal, zumal die Trendlinie selbst ansteigt. Basierend auf Bewertung, Zyklus und Charttechnik schätzen wir den Ausblick für Gold insgesamt positiv ein. Aufgrund des nach wie vor neutralen technischen Momentums dürfte sich die Erholung schrittweise vollziehen und einige Zeit in Anspruch nehmen."
Nordea: Anleihenmärkte in Norwegen und Schweden auch 2012 attraktiv  3.11.11
 
Torgeir Stensaker und Anette Eineljung, Anleihenexperten von Nordea, schätzen das emittierte Staatsanleihevolumen 2011 von Norwegen und Schweden auf rund 20 Milliarden Norwegische bzw. 41 Milliarden Schwedische Kronen. Die Staatsanleihen sind besonders bei ausländischen Investoren beliebt – Grund dafür sind die gesunden Staatsaushalte der skandinavischen Länder und die damit verbundenen extrem niedrigen Ausfallrisiken. Dennoch werden festverzinsliche Papiere aus Norwegen und Schweden 2012 kein Selbstgänger sein, so die Nordea-Experten.
Auch 2012 hohe Liquidität der Anleihenmärkte
Nach Meinung von Stensaker und Eineljung werden Norwegens und Schwedens Anleihemärkte Investoren auch 2012 hohe Liquidität bieten. Denn wenngleich die nordischen Länder ihre Staatsverschuldung kontinuierlich abbauen, werden sie die Anlegernachfrage weiterhin adäquat bedienen können. "Wir sehen reichlich Anlagechancen, da inzwischen viele bonitätsstarke internationale Emittenten sowie Adressen aus dem High-Yield-Segment den NOK-Markt für sich entdeckt haben", so Stensaker mit Blick auf Norwegen. Genau so positiv lautet die Einschätzung Anette Eineljungs für Schweden: "In Schweden sorgt außerdem die staatliche Schuldenverwaltungsbehörde Riksgälden für Stabilität. Sie greift bei Bedarf ein."
Gedeckte Anleihen gewinnen an Attraktivität
Allerdings sind Staatsanleihen auch in Skandinavien kein Selbstläufer für Investoren. "Norwegische Obligationen sind inzwischen sehr teuer", warnt Stensaker und verweist auf den spürbaren Trend hin zu grundpfandrechtlich gedeckten Anleihen – so genannte Covered Bonds – also Papiere mit dem deutschen Pfandbrief als Vorbild. Unternehmensanleihen könnten aus Sicht von Stensaker auch bald interessant sein – und hier besonders Corporate Bonds von Banken: "Sie stehen an der Schwelle zur Attraktivität." Nach Meinung von Eineljung verfügen schwedische Unternehmensanleihen Über diese Attraktivität bereits: "Schuldverschreibungen schwedischer Konzerne bieten überdurchschnittliche Renditeaufschläge. Für mich gehören vor allem Emittenten mit Investment Grade aus dem produzierenden Gewerbe in ein diversifiziertes Anleihenportfolio." Mittlerweile ist das Pfandbrief-Segment in dem Land gegenüber Norwegen schon stark entwickelt. "Wir erwarten dieses Jahr ein Emissionsvolumen an Covered Bonds von 320 Milliarden Schwedische Kronen", schätzt die Expertin.
"Erwarten keinen Rückfall in eine Rezession"
Für Norwegen und Schweden als exportstarke Länder wird 2012 viel vom Verlauf der Weltwirtschaft abhängen. "Wir gehen in unserem Basis-Szenario davon aus, dass die Weltwirtschaft allgemein und die Eurozone im besonderen nicht in eine Rezession zurückfallen werden", meint Stensaker. "Für Schweden haben die Märkte vorsichtshalber allerdings schon einen leichten konjunkturellen Abschwung eingepreist", beobachtet Eineljung. Rasche Zinsentscheidungen der Notenbank erwartet sie dagegen nicht: "Die Vorstandsmitglieder der Schwedischen Reichsbank vertreten mehrheitlich die Meinung, dass die Zinsen bereits als ausreichend niedrig anzusehen sind. Wir gehen deshalb nicht von einer Zinssenkung vor April 2012 aus. Eine frühere Reaktion ist nur zu erwarten, wenn die Wirtschaft tatsächlich einbricht und die Arbeitslosigkeit zu steigen beginnt." Natürlicherweise würden Zinssenkungen die Kurse von Staatsanleihen haussieren lassen. Für Norwegen rechnet Stensaker dagegen eher mit einer Zinserhöhung: "Wenn die Staaten der Eurozone die Krise meistern – wovon wir ausgehen – wird die norwegische Wirtschaft weiter wachsen. Das gäbe Raum für entsprechende Zinsschritte, die Anleiherenditen steigen lassen." Norwegische Staatsanleihen würden sich dann wieder verbilligen.
Fidelity: Wie schneidet Italien nach dem EU-Gipfel ab?  28.10.11
 

Nach Ansicht von Dominic Rossi, Investmentexperte bei Fidelity Worldwide Investment, meint, dass die Ergebnisse des EU-Gipfels nicht überbewertet werden sollten . Eine Erhöhung des Eigenkapitals der Banken könne negativen Einfluss auf das Wachstum in Europa haben. Der Schuldenschnitt Griechenlands ist ein Richtungszeichen für Europa, aber die Lage in Italien bleibt angespannt. Die Hebelung des EFSF sei ein gewagtes Manöver mit ungewissem Ausgang. Aktien bleiben unterbewertet – und die wichtigen Impulse für die Aktienmärkte kommen nicht aus Europa.
Mehr Bankeneigenkapital auf längere Sicht vorteilhaft
Laut Rossi ist die Rekapitalisierung der Banken ein Schritt in die richtige Richtung. Die Entscheidung, den Banken eine Frist bis Juni 2012 zu setzen, sei vernünftig – so können Banken einige Vermögenswerte verkaufen und müssen nicht direkt auf den Kapitalmarkt gehen, was derzeit schwierig wäre. Die Auflage in Bezug auf Bank-Dividenden und -Boni dürfte dafür sorgen, dass die Vorgaben umgesetzt werden. Und die 106 Milliarden Euro frisches Kapital werden gewährleisten, dass die Banken der Eurozone nun eine Kernkapitalquote (Tier 1) von mindestens neun Prozent erreichen. "Ich gehe davon aus, dass sich die stärkeren Banken bemühen werden, deutlich über diesem Schwellenwert zu liegen. Kurzfristig wird sich dies negativ auf das Wachstum auswirken, da sich der Entschuldungsprozess fortsetzt. Allerdings ist ein Bankensystem mit mehr Eigenkapital auf längere Sicht vorteilhaft".
Schuldenschnitt ist richtungsweisend für andere Länder
Die 50 Prozent-Abschreibung auf griechische Schulden ist für Rossi ein wichtiger Schritt nach vorne, aber er würde gerne noch mehr Details kennen – die Abschreibung der Schulden Griechenlands sei richtungsweisend für andere europäische Länder. "Wie schneidet Italien nach diesen Kriterien ab? Das Auge des Sturms zieht nun weiter in Richtung Rom und seine angeschlagene Regierung. Ich glaube nicht, dass die Renditen der italienischen Staatsanleihen aufgrund dieser Vereinbarung längere Zeit sinken werden", führt Rossi aus.
Es wird auch vorgeschlagen, den EFSF vier- oder fünffach zu hebeln. Solange die EFSF nicht über eine solide Eigenkapitalbasis verfügt, hält Rossi dies für einen heroischen Akt von Finanz-Alchemie. Es sei sozusagen eine Versicherungsgesellschaft, die eine Absicherung gegen die eigene Zahlungsunfähigkeit verkauft. Man könne verstehen, warum die Versicherungsgesellschaft diese Absicherung verkaufen will, aber warum sollten die Chinesen sie kaufen?
Mehrjähriges Konditionstraining steht Europa bevor
"Insgesamt denke ich, dass diese Vereinbarung keine entscheidende Veränderung bringt. Die Verschuldungsquote Italiens von 120 Prozent des BIP sieht heute nicht nachhaltiger aus als gestern. Europa steht ein mehrjähriges Konditionstraining ins Haus – und in diesem Zeitraum wird das Wirtschaftswachstum stark gebremst und die Aktien werden preiswert bleiben", ist Rossi überzeugt.Seiner Meinung nach benötigen die Aktienmärkte daher bessere Nachrichten: "Das Gewinnwachstum in den USA überrascht weiterhin positiv. In China könnten wir auf einen Wendepunkt der Politik zusteuern. Der Katalysator, der die Aktienmärkte beflügelt, liegt eher außerhalb als innerhalb Europas."

AXA-Studie prognostiziert gute Chancen Immobilienaktien  26.10.11
 

Internationale Immobilienaktien sind besser finanziert und besser aufgestellt aus der „Großen Rezession“ hervorgegangen. Die Werte seien ideal positioniert, um von der erwarteten Nachfrage nach Gewerbeflächen zu profitieren, sobald der Aufschwung an Tempo gewinne, so eine aktuelle Studie von AXA Framlington. Trotz der Eintrübung der Konjunktur in den letzten Monaten, so Frédéric Tempel, Immobilienaktien-Chef Europa bei AXA Framlington, sei der der Immobiliensektor davon kaum berührt worden. Die Weltwirtschaft verfolge weiter einen expansiven Kurs und die Rahmendaten für Gewerbeimmobilien würden sich allgemein verbessern, da die stetige Nachfrage nach Fläche das historisch niedrige Angebot weiterhin übersteigt. Zudem, so Tempel in der Studie weiter, bedeuteten extrem niedrige Zinsen auch weiterhin attraktive Immobilienrenditen.

Der Immobilien-Experte weist zudem darauf hin, dass globale Immobilienaktien, in einem Umfeld, in dem gute Renditen Seltenheitswert haben, derzeit zwischen drei bis vier Prozent rentieren. Bei sich verbessernden Rahmendaten sollten auch die durchschnittlichen Dividenden in den nächsten beiden Jahren steigen. Zwar seien Immobilienaktien nicht völlig vor den negativen Folgen der Finanzkrise gefeit. Dennoch sei dieser Sektor gestraffter, stärker, weniger verschuldet und insgesamt als "bessere" Assetklasse aus der Krise hervorgegangen. Mit zunehmender Dynamik des globalen Aufschwungs würden sich Kapitalzuwächse in beachtlichen Renditen für Investoren niederschlagen, sit Tempel überzeugt,

Dabei sei die allgemeine Knappheit von erstklassigen Gewerbeimmobilien außerordentlich günstig für den Sektor, die die langen Vorlaufzeiten im Baugewerbe zurückzuführen seien. Im Zuge der Finanzkrise wären die Finanzierungsquellen für neue Projekte nahezu versiegt und die Bautätigkeit in den Industrieländern auf historische Tiefststände gesunken.

Bei zunehmender Erholung der Weltwirtschaft  würden Leerstände in Bestandsbauten rasch von der wachsenden Nachfrage absorbiert, so Tempel. Damit seien Vermieter erneut in der Lage, die Mieten anzuheben und in der Folge höhere Betriebsgewinne zu erzielen – bei gleichzeitigem Anstieg der Immobilienwerte. Börsennotierte Immobiliengesellschaften würden in der Regel vor allem erstklassige Objekte in ihren Portfolios halten und dürften daher insbesondere von diesem Markttrend profitieren.  

„An den entwickelten Märkten liegen die Werte von Gewerbeimmobilien immer noch weit unter den Höchstwerten des letzten Konjunkturzyklus. Hinzu kommt, dass die aktuellen Kurse von Immobilienaktien im Vergleich zu direkten Immobilieninvestitionen niedrig erscheinen: Vielfach notieren die Aktien mit erheblichen Abschlägen auf den geschätzten Nettoinventarwert",  sagt Frédéric Tempel und schlussfolgert: "Für Immobilienaktien stellt diese Situation erhebliche Kurs-Chancen dar.“

Degi International wird aufgelöst 25.10.11
  Degi International bereitet halbjährliche Rückzahlungen an Anleger vor
Geordnete Auflösung des offenen Immobilienfonds garantiert Gleichbehandlung aller Anleger
Die Aberdeen Immobilien Kapitalanlagegesellschaft mbH gibt bekannt, dass der offene Immobilienfonds Degi International zum 15. Oktober 2014 geordnet aufgelöst wird. Für den Fonds mit aktuell rund 1,5 Milliarden Euro Nettovermögen ist die Anteilscheinrücknahme seit November 2009 ausgesetzt. Seither ist es dem Management gelungen, die Liquidität durch Immobilienverkäufe signifikant zu erhöhen. In den nächsten Monaten werden weitere Objektverkäufe erwartet bzw. sind in fortgeschrittenen Verhandlungen. Nach ausführlichen Gesprächen mit den Vertriebspartnern zeigte sich jedoch, dass die Rückgabebegehren der rund 70.000 Anleger bei Wiedereröffnung des Fonds die dann voraussichtlich verfügbare Liquidität übersteigen würden. Die Geschäftsführung der Aberdeen Immobilien Kapitalanlagegesellschaft mbH hat daher im Interesse der Gleichbehandlung aller Anleger beschlossen, die Verwaltung des Degi International zum 15. Oktober 2014 zu kündigen. Das Sondervermögen wird geordnet aufgelöst. Damit wird die Aussetzung der Anteilscheinrücknahme und -ausgabe endgültig.Der Degi International wurde im Februar 2003 als international diversifizierter offener Immobilienfonds aufgelegt. Die Fondsstrategie sah vor, ein auf Europa fokussiertes Immobilienportfolio aufzubauen sowie einen globalen Anteil der Immobilieninvestitionen beizumischen. Der Fonds war Ende 2008 mit 41 Objekten in 13 Ländern investiert, die geografische Streuung sorgte für eine gute Risikodiversifikation. Ein weiterer Ausbau des Fonds und der Immobilieninvestitionen war geplant. Durch die Finanzkrise 2008 hat jedoch nicht nur der Degi International, sondern die gesamte Branche gelitten. Insgesamt flossen 2008 knapp 50 Milliarden Euro aus deutschen Investmentfonds ab, fünf Milliarden Euro davon aus offenen Immobilien-fonds. Zur Sicherstellung der ordnungsgemäßen laufenden Bewirtschaftung des Fonds musste im November 2009 die Rücknahme von Anteilen für den Degi International ausgesetzt werden. Das Fondsmanagement war und ist seitdem intensiv bemüht, die Liquidität des Fonds zu erhöhen. So wurden in den vergangenen zwei Jahren seit Beginn der Rücknahmeaussetzung acht Immobilien im Wert von knapp 600 Mio. Euro veräußert.Im Rahmen der Auflösung plant Aberdeen halbjährliche Auszahlungen vorzunehmen. Eine erste Tranche wird im April 2012 ausgezahlt. Alle Anleger erhalten pro Anteilschein einen bestimmten Betrag ihres Investments zurück, gleichzeitig sinkt der Anteilpreis ihrer Anlage entsprechend. Diese Methode wiederholt sich halbjährlich nach entsprechenden Veräußerungserlösen über den Zeitraum der gesamten dreijährigen Auflösungsfrist bis zum 15. Oktober 2014. Dabei wird für alle Anleger die gleiche Auszahlungsquote gewährleistet und die geordnete Auflösung stellt die Gleichbehandlung aller Anleger unabhängig vom investierten Volumen sicher.Dr. Hartmut Leser, Vorstandsvorsitzender der Aberdeen Asset Management Deutschland AG,
kommentiert die Entscheidung: „Der Anlegerschutz hat für uns den höchsten Stellenwert. Nach intensiven Gesprächen mit unseren Vertriebspartnern und zahlreichen eigenen Kontakten mit Anlegern können wir mit der für Mitte November zu erwartenden Liquidität nicht gewährleisten, dass alle rückgabewilligen Anleger bei Wiedereröffnung des Degi International ihre Anteile zurückgeben können. Aberdeen hat sich im Zuge der Auflösung für halbjährliche Rückzahlungen entschieden, um die Gleichbehandlung aller Anlegergruppen zu garantieren.“
Das Portfolio des Degi International umfasst 32 Immobilien in elf Ländern. Aberdeen ist in intensiven Gesprächen, teilweise bereits konkreten Verhandlungen mit Investoren, um die verbleibenden Gebäude zu angemessenen Preisen zu veräußern. Der Verkaufsprozess für weitere sieben Immobilien mit einem Gesamtvolumen von rund 700 Mio. Euro ist bereits eingeleitet. Es ist geplant, im Zuge der Objektverkäufe auch Kredite zurückzuführen.
Weitere Informationen zur Auflösung des Fonds sind unter www.aberdeen-immobilien.de abrufbar.Der Anleger-Service steht Kunden zudem von Montag bis Freitag in der Zeit von 09.00 bis 18.00 Uhr kostenfrei unter der Rufnummer 0800-3232 444 (nur im Inland) zur Verfügung.
Carmignac:  "EZB muss Euro schwächen" 20.10.11
 
Auch in seiner jüngsten  Marktanalyse wiederholt Eric Le Coz, stellvertretender Geschäftsführer der französischen Fondsgesellschaft, die Forderung nach einem schwachen Euro, weil im aktuellen Umfeld eine Rezession immer wahrscheinlicher werde. „Nur die EZB kann das europäische Wachstum noch retten. Sie muss die Zinsen senken, quantitative Maßnahmen ergreifen und die Schwächung des Euro anstreben“, publiziert Le Coz. Die Grenzen der Handlungsfähigkeit des Euro-Rettungsschirms EFSF in Höhe von 440 Milliarden Euro treten bereits klar zutage. Es sei daran erinnert, dass die griechische Verschuldung 450 Milliarden Euro beträgt, die italienische ist rund viermal so hoch. Ohne die Möglichkeit zur Abwertung seiner Währung könne Griechenland beim augenblicklichen Stand der Dinge nicht gerettet werden, so die Meinung des stellvertretenden Carmignac-Geschäftsführers. Denn das Land wird nicht nur in Bezug auf sein Haushaltsdefizit die von der „Troika“ (IWF, EU und EZB) gesetzten Ziele verfehlen, auch sein Außenhandelsdefizit ist bereits auf zwölf Prozent des BIP angewachsen. Für einen Schock an den Finanzmärkten könnte eine Herabstufung Frankreichs sorgen – für Le Coz eine unvermeidliche Maßnahme. Die Spaßmaßnahmen der Grande Nation könnten wiederum Deutschland als größten Handelspartner in Mitleidenschaft ziehen.Von der US-amerikanischen Konjunktur dürfte sich die europäische Wirtschaft keine Impulse erwarten. Die Wirtschaft der Vereinigten Staaten sei zweifellos nachhaltig geschwächt. Die von der Regierung vorgebrachten Vorschläge zur Konjunkturbelebung dürften zum Streitobjekt in einem Wahlkampf werden, der in einem düsteren Klima beginnt. In der Zwischenzeit betreibt die Fed eine Nullzinspolitik und schichtet ihre Bestände in längerfristige Staatsanleihen um (Twist). Doch die Wirksamkeit dieser Maßnahmen sei sehr beschränkt, so Le Coz. In China gebe es unterdessen keine systemimmanente Krise. So glaubt der Franzose eher an einen sanften Abschwung denn an ein spektakuläres „Hard Landing“.
Keine andere Wahl als Reflation

„Schwellenländer, die sich mit einem etwas langsameren Wachstum zufriedengeben müssen, eine schwache US-Wirtschaft, die auf kurze Sicht nur wenige Pfeile im Köcher hat, eine europäische Wirtschaft, deren Fundamente wanken – in einem solchen Umfeld sind wir nicht bereit, kurzfristige Risiken einzugehen“, so das Fazit des Franzosen. Dennoch sei eine Rezession ist nicht unabwendbar. Die Zentralbanken der westlichen Länder hätten allerdings keine andere Wahl als Reflation, meint Le Coz. Hinsichtlich der Investitionsstrategie heißt das unter anderem, dass man sich bei Carmignac aktuell auf den Kapitalerhalt konzentriere. So wurden die Aktienanteile (alle Regionen) jeweils nahe der vorgeschriebenen Untergrenzen reduziert. Die Duration der Anleiheportfolien wurde auf einem hohen Niveau und unter Bevorzugung US-amerikanischer und deutscher Staatsanleihen beibehalten. Gleiches gelte für Beteiligungen im Goldsektor. „Die Goldwirtschaft wird aufgrund der finanzpolitischen Situation mittelfristig kräftig Unterstützung finden“, ist sich Le Coz sicher.
AXA Investment Managers Deutschland GmbH löst den AXA Immoselect auf - halbjährliche Rückzahlungen an die Anleger  19.10.11
 

Die AXA Investment Managers Deutschland GmbH als Verwalterin des Sondervermögens AXA Immoselect informiert mit nachfolgender Pressemitteilung (O-Text), dass der Fonds abgewickelt wird.

Die AXA Investment Managers Deutschland GmbH als Verwalterin des Sondervermögens AXA Immoselect informiert, dass der Fonds abgewickelt wird.

Die Entscheidung den Fonds abzuwickeln erfolgte in Abstimmung mit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). In der Konsequenz wurde die Verwaltung des Sondervermögens zum Stichtag 20. Oktober 2014 durch die Gesellschaft unwiderruflich gekündigt und die endgültige Einstellung der Rücknahme und der Ausgabe von Anteilscheinen bekannt gegeben.

Das geordnete Abwicklungsverfahren gewährleistet unter den gegebenen Umständen die Gleichbehandlung aller Anleger und die Erzielung bestmöglicher Ergebnisse während des Verkaufsprozesses. Die aus den Immobilienverkäufen resultierenden Erlöse werden halbjährlich ausgeschüttet, beginnend voraussichtlich im April 2012. Die laufenden Erträge des Portfolios werden zusätzlich ausgeschüttet.

„Ein Festhalten an einer Wiederöffnung gegen das Votum eines Großteils der Anleger und gegen die Marktsituation verbietet sich von selbst, auch wenn wir den erklärten Willen zur Wiederöffnung hatten. Unser oberstes Ziel ist es jetzt, für die Immobilien des AXA Immoselect angemessene Marktpreise zu erzielen und Kapitalrückzahlungen möglichst zeitnah an unsere Anleger zu leisten.“ sagt Achim Gräfen, Geschäftsführer AXA Investment Managers Deutschland GmbH.

Bis zum Wirksamwerden der Kündigung wird angestrebt, alle 66 Liegenschaften des Sondervermögens zu verkaufen.

„Die Auflösung des Fonds bringt Planungssicherheit und eröffnet uns die Möglichkeit, die Immobilien ohne zusätzlichen Zeitdruck zum bestmöglichen Preis zu verkaufen“, so Gräfen weiter.

AXA Immoselect ist ein Fonds, dessen Asset Management durch AXA Real Estate, einen globalen Immobilienmanager mit einem verwalteten Immobilienbestand von 40 Milliarden Euro*, unterstützt wird.

NRW kauft CD mit Daten von 3000 Steuerflüchtlingen  14.10.11
 
Seit Mitte der 90er Jahre steht der Finanzplatz Luxemburg auf den „schwarzen Listen” deutscher Steuerfahnder. 1994 sorgten Hausdurchsuchungen bei der Dresdner Bank mit dem Ziel Steuerflüchtlinge, die ihr Kapital auf Luxemburger Nummernkonten verschoben hatte, für Schlagzeilen.
Und bis heute hält die Jagd nach deutschem Kapital im benachbarten Zwergstaat an. Jüngster Aufreger ist eine Daten-CD mit Informationen über 3000 Kunden, die von Nordrhein Westfalen angekauft wurde, wie die Financial Times Deutschland exklusiv berichtet. Es soll sich um Kunden der HSBC Luxemburg handeln, deren Kontodaten den deutschen Steuerfahndern angeboten wurden. Die bezahlten dem Bericht zufolge drei Millionen Euro für diese Informationen und gehen nun davon aus, dass ein Vielfaches davon in Form von Steuereinnahmen plus Strafzahlungen in die Staatskasse zurückfließt. Laut FTD wurde der Datenträger bereits vor einigen Monaten erworben, inzwischen hat man sie ausgewertet. Die betroffenen Steuersünder müssen nun täglich mit Besuch rechnen, eine Selbstanzeige ist wegen der bereits laufenden Ermittlungen wirkungslos.
Stern / Roubini: Nur Deutschland kann globalen Crash abwenden  13.10.11
 
Der US-Ökonom der seit seiner frühzeitige Warnung vor dem US-Immobiliencrash Guru-Status genießt, erklärte dem deutschen Nachrichtenmagazin Stern in einem Interview, dass die Gefahr eines baldigen Zusammenbruchs der Eurozone bestehe, wenn Deutschland nicht die nötige Führungsstärke zeige. Mit Führungsstärke meint er die politische Durchsetzungkraft den aktuellen Euro-Rettungsschirm von derzeit 440 Milliarden Euro auf zumindest das vierfache Volumen zu vergrößern. Zitat Roubini: „Der Rettungsschirm ist schon viel zu klein. Die 440 Milliarden reichen höchstens bis Ende des Jahres.“
Konkret gehe die Gefahr von den Euro-Ländern Spanien und Italien aus, deren Zahlungsprobleme ständig größer werden. Der frühere Clinton-Berater glaubt, dass die Ausweitung des Fonds zur Stützung von in Schieflage geratenen Euro-Staaten bis Anfang November stehem muss, will man ernsthafte Probleme abwenden. Roubini zum Stern: „Sonst droht ein globaler Crash der Finanzmärkte und eine globale Depresseion.“
Neuer Name: Aus Carlson wird DNB  13.10.11
 
Carlson Fund Management wird ab 11. November 2011 DNB Asset Management heißen. Das gibt die Fondsgesellschaft und 100-prozentigen Tochter der norwegischen Bank DnB NOR Group in einer aktuellen Aussendung bekannt. Die Kompetenzen bleiben dabei ebenso unverändert wie das Carlson-Team rund um Fondsmanager, Vertriebsmitarbeiter und Backoffice. Zum Stichtag werde die Konzernmutter zudem alle bis dahin bestehenden Marken unter dem neuen Namen DNB vereinen.
Außer dem Namen soll sich also für die Kunden nichts ändern. Künftig werde das gesamte Produkt- und Dienstleistungsangebot unter einem einzigen Markendach vereint, so auch das Luxemburger Kompetenzzentrum, das für den internationalen Fondsvertrieb verantwortlich ist. Der Fokus der Vermögensverwaltung bleibt auf den Regionen Skandinavien und Asien sowie Absolute Return und anderen ausgewählten Themenfonds. Die Adresse der Website wird ab dem 11. November www.dnb.no/lu lauten, die E-Mailadressen Vorname.Nachname@dnb.no.
Griechenland: Steht bei CDS der große Zahltag bevor?  13.10.11
 
Ein möglicher Zahlungsausfall Griechenlands könnte den Sicherungsnehmern von Credit-Default-Swaps (CDS) einen großen Zahltag bescheren. Analysten gehen davon aus, dass ein Schuldenschnitt der über die bereits im Juli ausgehandelte 21 Prozentmarke hinaus geht, die Auszahlung solcher Swaps auslöst, berichtet Bloomberg.
"Ein noch größerer Schuldenschnitt würde ein Kreditereignis auslösen" werden Analysten von Barclays Capital und Credit Agricole zitiert. Der Luxemburger Prämierminister Jean-Claude Juncker schürte solche Spekulationen als er in einem ORF-Interview am Dienstag einen Haircut von mehr als 60 Prozent bei griechischen Anleihen in Aussicht stellte. Die EU-Finanzminister denken über eine Nachjustierung des Julideals nach. So sollte der Beitrag der privaten Investoren zur Rettung Griechenlands von 50 Milliarden Euro auf 159 Milliarden Euro angehoben werden. Diese deutliche Steigerung der Beteiligung des privaten Sektors würde im Konflikt mit der Europäischen Zentralbank stehen, die sich schon seit Beginn der Krise vehement gegen ein Ereignis ausspricht, dass die Auszahlung der Versicherungssumme der CDS auslösen könnte.
Credit Default Swaps auf Griechenland decken, nach dem Depository Trust&Clearing Corp., eine Summe von 2,7 Milliarden Euro ab. Was weniger als ein Prozent der mit ca 340 Milliarden Euro noch ausstehenden Griechenlandanleihen ausmacht. Derzeit zahlt man für einen Credit Default Swap auf eine fünfjährige griechische Anleihe in der Höhe von zehn Millionen Euro 6,1 Millionen Euro im Voraus. Dazu kommen noch jährliche Zahlungen von 100.000 Euro.
State Street:  "Es gibt keine spekulative Goldblase"  11.10.11
 
Gold ist bei Anlegern beliebt. Derzeit streiten allerdings immer häufiger Experten darüber, ob der Preis für das kostbare Edelmetall noch gerechtfertigt ist. Anderer Meinung ist Chris Goolgasian, Fondsmanager bei State Street Global Advisors: „Es gibt keine spekulative Übertreibung beim Goldpreis.“ Im Rahmen der Morningstar ETF Invest Conference 2011 erklärte Goolgasian auch, dass es nicht die an der Wall Street üblichen Kriterien sind, die den fairen Goldpreis bestimmen. Vielmehr versuche die Finanzindustrie einmal erreichte Höchstpreise im Nachhinein durch phantasievolle Kennzahlen zu legitimieren.
Klassische Blasen erkennt man üblicherweise an einem sich ständig ausweitenden Angebot und einer explodierenden Nachfrage. Anders als während der Technologieblase 1999 oder des Immobilienbooms 2004, ist das Goldangebot in der vergangenen Dekade relativ stabil geblieben. Der Goldpreis ist hingegen von rund 200 auf 1.800 US-Dollar gestiegen. Der Grund sei, dass es selbst auf diesem Preisniveau sehr schwer ist, noch mehr Gold zu fördern, ist sich der Fondsmanager sicher. Jeder Rohstoffzyklus ende üblicherweise damit, dass mehr und mehr gekauft wird und die Kapitalkosten fortwährend steigen. Am Goldmarkt könne man heute jedoch das Angebot nicht erhöhen, um die Nachfrage zu stillen. Einen weiteren Grund sieht Goolgasian im gegenwärtigen Sentiment. „Sehen Sie sich die Berichterstattung in den Medien zum Gold an. Da ist kein Überschwang oder Euphorie zu spüren.“
Grundsätzlich gilt am Markt die Annahme, dass Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen. Laut Goolgasian neigen Investoren jedoch dazu, den Preis in dem Sinne objektivierbar zu machen, dass es einen wissenschaftlich bestimmbaren Preis gebe. „An der Wall Street ist man dazu übergegangen, Kennzahlen zu erfinden, die die Preisbildung von Assets vermeintlich objektivieren können“, so die Erklärung. Dabei konzentriere man sich bei der Bestimmung des so genannten fairen Werts auf Kennzahlen, die auf Vergangenheitsdaten basieren. Nehme man beispielsweise den inflationsbereinigten Preis von Gold aus dem Jahr 1980 als Referenzpunkt, kommt man auf einen angemessenen Preis von 2.500 US-Dollar pro Unze heute. „Diese Kennzahlen beziehen sich auf historische Höchststände. Den fairen Preis daraus abzuleiten, halte ich aber für nicht zulässig“, kommentierte Goolgasian. „Ihnen liegen keine kausalen Zusammenhänge zugrunde.“
„Für den Goldpreis weiter bullish“
Bei State Street verlasse man sich daher auf Variablen, die „den Goldpreis tatsächlich beeinflussen“. Dazu zählen der Realzins, die Inflationserwartungen, die Maßnahmen der Zentralbanken, das politische Sentiment oder das erwartete Wirtschaftswachstum. Die Haltung des Fondsmanagements für den Goldpreis ist trotz zahlreicher negativer Signale in jüngster Vergangenheit weiterhin bullish. „Das weltwirtschaftliche Gesamtbild unterstützt weiterhin einen Aufwärtstrend".
Robeco:  Gegen Markttrends investieren ist wichtiger denn je  11.10.11
 
Sander Bus, Leiter des Credit Teams von Robeco, kritisiert in seinem aktuellen Credit Outlook für das vierte Quartal 2011: "Uneinigkeit führt zu Untätigkeit. Die aktuelle Konjunkturverlangsamung deckt sich mit unserer langfristigen Einschätzung, dass wir in einem durch Schuldenabbau geprägten Umfeld vor einer längeren Phase mit einem unter dem Trend liegenden Wachstum stehen. Da die Notenbanken und Regierungen mittlerweile ihre finanz- und geldpolitischen Möglichkeiten weitgehend ausgereizt haben, sind die Wachstumsaussichten düster. Sparmaßnahmen tun zwar weh. Aber sowohl für den privaten Sektor als auch für die öffentliche Hand heißt das Gebot der Stunde bis auf weiteres, ihre Bilanzen zu sanieren und in finanzieller Hinsicht einen konservativen Kurs zu fahren."
Laut Bus sei in diesem Zusammenhang positiv, dass sich Unternehmen und Banken in wesentlich besserer Verfassung befinden als 2008. Die Gewinnmargen, die Liquiditätsausstattung und das Verschuldungsprofil sind durchaus solide. Darüber hinaus agieren die Finanzvorstände von Unternehmen sehr konservativ – in vielen Fällen gleicht ihr Verhalten dem eines Anleihegläubigers.
Das Rezessionsrisiko hat zugenommen
Nach Meinung des Robeco-Experten haben wir es immer noch mit den Nachwehen des so genannten "Schulden-Superzyklus" zu tun, der auf längere Sicht zu einem unter dem Trend liegenden Wachstum führen wird. An den Kreditmärkten wird eine Rezession eingepreist – dies gilt insbesondere für Investment Grade-Papiere.
Die Uneinigkeit der politisch Verantwortlichen und mögliche wirtschaftspolitische Fehlentscheidungen drücken die Stimmung unter den Anlegern. "Die Liquidität an den Märkten dürfte weiterhin niedrig bleiben mit der Folge, dass es bei den Spreads zu starken Schwankungen kommen wird. Gegen die herrschenden Markttrends zu investieren, ist jetzt wichtiger denn je".
Der Markt für Investment Grade-Papiere geht von einer ausgewachsenen Rezession aus. Hochzins-Anleihen sind ebenfalls billig und in geringerem Maße peripheren Risiken ausgesetzt. Was die Emerging Markets angeht, ist sich Sander Bus nicht so sicher, ob diese wirklich als "sicherer Hafen" zu betrachten sind. Denn diese Märkte seien überlaufen und keineswegs ohne Risiken.
Krise wird letztlich in vielen kleinen Schritten überwunden werden
Aus technischer Sicht teilt das Credit Team von Robeco die Befürchtung der Märkte, dass die politisch Verantwortlichen weitere Fehler machen könnten. Von Anfang an hinkten sie der Entwicklung hinterher – und sie handeln anscheinend nur dann, wenn es an den Märkten Anzeichen für eine Panik gibt. Sander Bus ist dennoch überzeugt, dass diese Krise letztlich in vielen kleinen Schritten durch fiskalpolitische Anpassungen überwunden werden wird. Denn die Politiker können es sich nicht länger leisten, so uneinig wie bisher zu sein, und sehen sich einem wachsenden internationalen Druck ausgesetzt. Da die Markterwartungen bereits sehr negativ sind, stellt fast jede Lösung eine Verbesserung gegenüber dem derzeit herrschenden Stillstand dar. An den Märkten für Investment Grade- und Hochzins-Anleihen sind Renditen von mehr als zehn Prozent auf Sicht von einem Jahr möglich.
Goldman Sachs: Milde Rezession in Deutschland erwartet  7.10.11
 
Vor dem Hintergrund der zunehmend angespannten wirtschaftlichen und finanziellen Lage in der Euro-Zone haben die Goldman Sachs Analysten Jan Hatzius und Dominic Wilson ihre globale BIP-Prognose für 2012 deutlich von 4,3 Prozent auf 3,5 Prozent gesenkt. Im Laufe der nächsten Quartale erwarten beide nun eine milde Rezession in Deutschland und Frankreich, und eine tiefere Rezession in der Euro-Peripherie. Die Erhöhung der finanziellen Risiken werde laut Hatzius und Wilson sehr wahrscheinlich auch die Europäische Zentralbank dazu bewegen, vermehrt Liquidität in die Märkte zu pumpen, heißt es im aktuellen Marktkommentar weiter:
Die erhöhte Gefahr, dass die Finanzkrise aus der Eurozone in andere Regionen übergreift, in erster Linie wegen schlechterer finanzieller Bedingungen, ist der Hauptgrund, warum  Hatzius und Wilson ihre Prognosen für die USA weiter gesenkt haben. Sie beziffern die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Rezession in den USA jetzt mit rund 40 Prozent. Zudem gehen sie davon aus, dass eine weitere Lockerung der Geldpolitik, die über die kürzlich angekündigte "Operation Twist" der US-Notenbank Fed hinausgeht, erfolgen werde. Allerdings wohl erst in der ersten Hälfte 2012. Darüber hinaus sei zu erwarten, dass der Markt verstärkt auf Änderungen der Politik der Fed achten werde, insbesondere eine eventuelle stärkere Betonung der Vollbeschäftigung zuungunsten stabiler Preise und / oder eine vorübergehend Erhöhung der zulässigen Inflationsrate.
Goldman Sachs hat seine Vorhersage für das globale Wirtschaftswachstum 2012 aber nur leicht korrigiert und um 0,8 Prozent auf 3,5 Prozent gesenkt. Dies sei trotz der Verschlechterung der Lage in den entwickelten Volkswirtschaften und einer Verschlechterung gegenüber den Jahren 2010 und 2011 im historischen Vergleich immer noch sehenswert so Hatzius und Wilson. Der Hauptgrund dafür ist, so die beiden Analysten, dass sie nur einen geringen Rückgang der Wirtschaft in China und in anderen Schwellenländern erwarten. Obwohl die jüngste Restriktion der chinesischen Geldpolitik und der Abschwung bei der Exportnachfrage das Wachstum in den nächsten Quartalen belasten dürfte, erwarten die Autoren, dass der abnehmende Inflationsdruck zu einer erneuerten Lockerung der chinesischen Geldpolitik noch in diesem Jahr führen wird. Das sollte in ihren Augen eine moderate Wiederbeschleunigung des Wachstums in 2012 unterstützen.
Hansainvest: Neuer Europa-Aktienfonds mit Risiko-Minimierung 06.10.11
 
Die Hamburger Kapitalanlagegesellschaft Hansainvest Hanseatische Investment-GmbH hat mit dem HANSAsmart Select E (WKN A1H44U/ISIN DE000A1H44U) einen neuen europäischen Aktienfonds aufgelegt, der zu 100 Prozent in europäische Aktien investiert – und sich dabei auf Minimierung des Verlustrisikos konzentriert. Als Messlatte hierfür dient der Hansainvest der sogenannte "Value at Risk". Im Gegensatz zur bekannteren Volatilität, die die Schwankungen einer Anlage nach oben und nach unten misst, erfasst der Wert "Value at Risk" nur Schwankungen nach unten. Damit eignet sich der Aktienfonds insbesondere für Anleger, die eine ausgeprägt geringe Toleranz gegenüber Verlusten aufweisen – dies sind auf institutioneller Seite beispielsweise Versicherungsgesellschaften. Aber auch risikoaverse Privatanleger, denen Garantiefonds aufgrund ihrer geringen Aktienquote zu defensiv sind, werden sich für diesen Fonds interessieren.

"Bei der Entwicklung des Fonds ging es uns um einen systematischen Ansatz, der das Risikoprofil jeder Einzelaktie berücksichtigt und die Korrelationen ausnutzt. Letztere bezeichnen die Wechselbeziehung der Kursentwicklung und damit die Stärke des Zusammenhangs der Kursbewegungen zweier Aktien der einzelnen Titel untereinander", erläutert Fondsmanager Philipp van Hove. Die Auswahl der Titel erfolgt nun durch eine mathematische Optimierung, die die Risikoparameter der einzelnen Aktien berücksichtigt und das Portfolio-Risiko – ausgedrückt durch den Value at Risk – so weit wie möglich reduziert. Der Fonds bietet hingegen bewusst keine Garantie, da diese teuer bezahlt werden müsste und gerade in Zeiten niedriger Zinsen nur geringe Partizipationsraten verspricht.

Anlageuniversum aus Großunternehmen im DJ Euro STOXX
Das Anlageuniversum des HANSAsmart Select E besteht aus im breiten europäischen Aktienindex DJ Euro STOXX gelisteten Großunternehmen – damit kann der Fonds von einer positiven Entwicklung der europäischen Konjunktur profitieren. "Europäische Aktien sind derzeit besonders attraktiv, da viele Titel auch aufgrund der aktuellen Schuldenkrise fundamental günstig bewertet sind", meinte van Hove. Die Beteiligung an Unternehmen stellt in weiten Teilen eine Sachwertanlage dar und bietet gerade in diesen Zeiten einen Schutz vor Inflation. Zudem sind die Dividendenrenditen häufig höher als bei verzinslichen Wertpapieren. Im Portfolio selbst hat ein einzelner Titel eine maximale Gewichtung von 4,9 Prozent.

"Value at Risk" um fast 50 Prozent unter der des Marktes
Dieser aktive Ansatz führt zu einer deutlichen Abweichung vom Verlauf der Benchmark. Gemeinsam mit einem institutionellen Anleger wird das Konzept in einem Spezial-Fonds bereits seit März 2010 umgesetzt. "Die Ergebnisse haben uns überzeugt", so Hansainvest-Geschäftsführer Gerhard Lenschow. So fiel der Performancerückgang des Managementansatzes in Schwächephasen deutlich geringer aus als der des Marktes. Umgekehrt stieg aber natürlich die Wertentwicklung in Aufwärtsbewegungen nicht so dynamisch an. Weitergehende Rückrechnungen über einen Zeitraum von zehn Jahren ergaben, dass die Messgröße "Value at Risk" des so konzipierten Portfolios im Durchschnitt um fast 50 Prozent unter der des Marktes lag. Im Ergebnis hätten mit diesem Portfolio dann gut 60 Prozent der positiven Entwicklung mitgenommen werden können, während auf der Verlustseite de facto nur etwa 30 Prozent der Abwärtsbewegung des Aktienmarktes hätten realisiert werden müssen.
Mit dem HANSAsmart Select E ist dieses neue Konzept ab sofort erhältlich.
Stefan Riße neuer Partner der HPM Portfoliomanagement  5.10.11
 
Stefan Riße, ehemaliger Börsenkorrespondent des Nachrichtensenders n-tv, wird künftig als Partner und Mitglied der Geschäftsführung den in Hamburg ansässigen Portfolioverwalter HPM Hanseatische Portfoliomanagement GmbH verstärken. Nach eigenen Angaben plant Riße künftig Anlagestrategien, die er für den Eigenhandel entwickelt hat, in Form der klassischen Depotverwaltung auch für Kunden umzusetzen. Auch ein UCITS IV Fonds sei in Planung.
„Den Schritt ins Asset Management mache ich sehr bewusst erst jetzt nach 25 Jahren intensiver Börsenerfahrung. Diese Erfahrung ist  meiner Ansicht nach unablässig für dauerhaften Anlageerfolg“, sagt der 43-jährige zu seinem Wechsel an die Spitze des Hamburger Unternehmes. Wolfgang von Malottky, der bisherige Alleingesellschafter der HPM, fügt hinzu: „Stefan Riße ist ein großer Gewinn für die HPM. Gemeinsam mit ihm wollen wir in den kommenden Jahren in die erste Riege der unabhängigen deutschen Vermögensverwalter aufsteigen.“
Riße war zuvor Geschäftsleiter beim CFD-Broker CMC Markets. Bekannt wurde er Anfang des neuen Milleniums durch seine Börsenberichte für den Nachrichtensender N-TV.

Anmerkung in eigener Sache:
Aufgrund einer langjährigen Kooperation können auch wir, die FD Fonds-Sparkauf GmbH, Ihnen auf Anfrage Produkte der HPM Hamburg vermitteln.
ING IM: Anpfiff zum Euro-Endspiel?  5.10.11
 
Die zunehmenden Spannungen im Hinblick auf die Auszahlung der nächsten Darlehens-Tranche an Griechenland durch die Troika aus EU/IWF/EZB bestimmten im September das Marktklima. Themen wie Hinweise auf einen Moral-Hazard-Effekt in Italien, Verknappung der Interbankenfinanzierung sowie die Diskussion um Garantien für die EFSF sorgten erneut für Verunsicherung. In aktuellen "FocusPoint" skizzieren die Experten von ING IM Investment Management ihre Einschätzung und diskutieren vier mögliche Szenarien sowie ihre Folgen für die Renditeentwicklung am Anleihemarkt.
Die ING IM-Experten möchten allerdings betonen, dass ein Zusammenbruch bzw. das Ende der Eurozone keinesfalls ihr Basisszenario ist – desgleichen erwarten sie keinen "Rauswurf" Griechenlands aus der EWU.

Szenarien-Analysen
Wie sehr der Druck noch steigen wird und wie letztlich das Endspiel verläuft, lässt sich für die Experten nicht zuverlässig vorhersagen – vorstellbar sind indes verschiedene Szenarien. Anhand von vier möglichen Szenarien wollen die ING IM-Experten die Folgen für bzw. die potenziellen Renditechancen an den Anleihemärkten aufzeigen. Weiters analysieren sie ihre Wirkung auf europäische Benchmark-Staatsanleihen über einen Zeithorizont von ein bis drei Jahren.Neben ihrem Basisszenario analysieren die Fachleute auch zwei pessimistischere und ein positiveres Szenario. Der stärkere Fokus auf Wahrscheinlichkeiten führt zu einer negativeren Ausrichtung der Szenarien und beruht auf der eher ungünstigen Risikobilanz der skizzierten Perspektiven.

1. Durchwurschteln (ING IM Basiszenario)
Im Rahmen des ersten Szenarios geht ING IM von einer Art "Durchwurschtelei" aus, bei der Marktvolatilität die politischen Entscheidungsträger dazu zwingt, die erforderlichen Mindestmaßnahmen für fortgesetzte Integration zu ergreifen. Das würde zwar zu wirksameren Lenkungsmechanismen führen, jedoch nicht zu einer langfristig glaubwürdigen Verhütung von Moral-Hazard-Effekten aufseiten von Regierungen und Finanzinstituten in der Eurozone. Bei diesem Szenario gehen die Experten von einem Risikoabschlag in Höhe von 60 Prozent auf griechische Anleihen aus. Auch bei einer Staatspleite würde Griechenland Teil der Währungsunion bleiben. Die Pleite eines anderen Landes bzw. einer systemtragenden Bank wird nicht angenommen. Auf Jahressicht könnte dieses Szenario mit einer 60-prozentigen Wahrscheinlichkeit eintreten, die über einen Dreijahreszeitraum indes auf zehn Prozent sinkt. Über einen längeren Zeitraum ist eine glaubwürdigere und längerfristig angelegte Lösung nach dem Dafürhalten der ING IM-Experten unumgänglich, da der Druck noch zunehmen würde, sofern die Krise unbewältigt bleibt.

2. Lösung
Bei diesem Szenario wird eine langfristige und glaubwürdige Governance-Lösung mit einer nur begrenzten Umschuldung Griechenlands erreicht – Risikoabschlag von rund 30 Prozent, wie im Rahmen des aktuellen PSI-Programms zur Beteiligung der Privatwirtschaft angenommen. Dabei würden wirksamere Lenkungsmechanismen umgesetzt, die Moral-Hazard-Effekte aufseiten von Regierungen und Finanzinstituten unterbinden. Zugleich würde das zu einer weiteren politischen und fiskalischen Integration führen und eine Form der gemeinsamen fiskalischen Verantwortung schaffen (Stichwort: Eurobond). Zudem würde auf Dauer ein "Lender of last Resort" für solvente Banken und Regierungen eingerichtet (eine EFSF-Bank oder ein dauerhaftes Securities Markets Program (SMP)). Für die Umschuldung insolventer Banken und Staaten gäbe es Einrichtungen zur juristischen Lösung. Die Experten gehen weiters davon aus, dass die Zinsen in AAA-gerateten Ländern deutlich steigen werden und in den Ländern ohne Top-Rating eine Erleichterungs-Rally stattfinden wird. Auf Jahressicht könnte dieses Szenario mit einer zehnprozentigen Wahrscheinlichkeit eintreten, die über einen Dreijahreszeitraum indes auf 50 Prozent steigt.

3. Mühsames Überleben
Das dritte Szenario ist sehr viel pessimistischer. Hier führt das Unvermögen der Politiker, die Krise in den Griff zu bekommen, zu einem ungeordneten Austritt Griechenlands aus der Eurozone. Im Ergebnis kommt es zu derartig katastrophalen Wirtschafts- und Finanzbedingungen in Griechenland (Depression, Massenarbeitslosigkeit, Unruhen, Ansturm auf Banken sowie Kapitalflucht), dass Pleite und Währungsabwertung gegenüber der Einhaltung der Troika-Auflagen als das kleinere Übel erscheinen. Da die ING IM-Experten davon ausgehen, dass es sich dabei um eine einseitige Entscheidung Griechenlands handeln würde, wäre es in diesem Fall kaum möglich, Dominoeffekte an anderen europäischen Staatsanleihe- und Bankenmärkten zu vermeiden.

Die Kollateralschäden für die Realwirtschaft (schwere Rezession) sowie für die Bilanzen der öffentlichen Hand und des Finanzsektors wären dann so erheblich, dass eine breiter angelegte Umschuldung unumgänglich wäre. Bei diesem Szenario müssten griechische Staatsanleihen um 70 Prozent, irische und portugiesische Staatsanleihen um 40 Prozent und italienische und spanische Staatsanleihen um 20 Prozent wertberichtigt werden. Dabei gehen die Fachleute davon aus, dass die jeweiligen Regierungen systemtragende Banken vor einer Pleite retten würden. Wenn auch in weitaus geringerem Maße als beim zweiten Szenario würden wir in Ländern, die ihre Schuldenlast abbauen, eine Erleichterungs-Rally bei Staatsanleihen erleben. Auf Jahressicht könnte dieses Szenario mit einer 25-prozentigen Wahrscheinlichkeit eintreten, die über einen Dreijahreszeitraum auf 30 Prozent steigt.

4. Zusammenbruch der Eurozone
Dies ist das Worst-Case-Szenario: Nicht nur würden mehrere Länder einen Staatsbankrott anmelden und die EWU verlassen, auch die deutsch-französische Achse würde zerbrechen und damit die Europäische Union. Am Ende stünde lediglich eine Euro-Mark-Zone, der Deutschland, die Niederlande, Finnland, Österreich und Luxemburg angehören. Die übrigen EWU-Mitglieder würden dann wieder ihre alten Währungssysteme einführen. Im Rahmen dieses Szenarios gehen die ING IM-Experten von folgenden Risikoabschlägen aus: 80 Prozent für Griechenland, 60 Prozent für Irland und Portugal, 40 Prozent für Italien und Spanien sowie 20 Prozent für Belgien und Frankreich. Auf Jahressicht könnte dieses Szenario mit einer fünfprozentigen Wahrscheinlichkeit eintreten, die über einen Dreijahreszeitraum auf zehn Prozent steigt.  

Fazit: ING IM setzt auf Diversifizierung
Diese Ausführungen sind natürlich im Kontext der eigenen Einschätzung des weiteren Verlaufs der europäischen Schuldenkrise zu sehen. Ist man überzeugt, dass die EWU die aktuelle Krise nicht überstehen wird, so mag es sinnvoll sein, sich an AAA-gerateten Benchmark-Staatsanleihen zu orientieren. Die ING IM-Experten wären hier allerdings vorsichtig, denn eine solche Herangehensweise würde die Diversifikation stark verringern. Zudem könnte sich ein Auseinanderfallen der Eurozone auch auf die AAA-gerateten Länder negativ auswirken.
Mit anderen Worten: Will man sich völlig gegenüber der Staatsschuldenkrise in Europa absichern, so muss man alle auf Euro lautenden Werte verkaufen. Aber auch dieses Konzept wäre fragwürdig, denn ein Zusammenbruch der EWU würde die Finanzmärkte weltweit belasten.
Grundsätzlich legen die Resultate nahe, dass ein diversifiziertes Portfolio aus Euro-Benchmark-Staatsanleihen in drei der vier analysierten Szenarien stagnierende bis leicht positive Erträge generieren würde. Das gilt auch bei einer wahrscheinlichkeitsgewichteten Ertragserwartung bei allen vier Szenarien, die über einen Ein- sowie einen Dreijahreshorizont bei knapp ein Prozent liegt. Das ändert sich natürlich grundlegend, wenn man davon ausgeht, dass die Wahrscheinlichkeit eines Euro-Kollapses fünf bis zehn Prozent deutlich übersteigt.
Moody`s: Italien um 3 Stufen herabgestuft  5.10.11
 
Die Ratingagentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit des hoch verschuldeten Italien deutlich herabgestuft. Begründet wurde dies von Seiten der Agentur mit dem ungewissen Marktumfeld und einer damit verbundenen möglichen weiteren Eintrübung der Investorenstimmung, die den Zugang des Landes zu den Anleihemärkten behindern könnte.
Die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone sitzt auf einen Schuldenberg von rund 1.9 Billionen Euro, was 120 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung entspricht- nur Griechenland hat mit ca. 160 Prozent eine prozentuell höhere Verschuldung in der Eurozone aufzuweisen als Italien. Dazu kommen die externen Risken für die italienische Wirtschaft, herbeigerufen durch die allgemeine Skepsis an den Finanzmärkten, die auch die Refinanzierungskosten für Italien erschweren könnte. So senkte Moody´s die Bewertung italienischer Staatsanleihen gleich um drei Stufen von Aa2 auf A2 mit negativem Ausblick.
Schon Mitte September hat die Ratingagentur Standard & Poor´s (S&P) die Kreditwürdigkeit Italiens herabgestuft. Das Land wird nun von der Agentur bei der langfristigen Bonität mit der Note „A“ statt „A+“ bewertet. Als Gründe wurden von S&P „die sich abschwächenden Wachstumsaussichten“ angegeben, sowie die Einschätzung, dass die derzeitige Koalition die Fähigkeit Roms einschränke, entschlossen auf die Schuldenkrise zu reagieren.

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