Aktienmärkte haben positive Entwicklungen kaum eingepreist; aktueller GECAM - Marktkommentar (O-Text)   1.10.10
 

„Fundamental wächst die Weltwirtschaft um rund 4,6 Prozent in diesem Jahr, Deutschland um 3,4 Prozent und viele wichtige Schwellenländer wachsen mit zweistelligen Zuwachsraten. Lediglich die USA enttäuschen mit etwas geringerem Wachstum als erwartet, rund 1,7 Prozent. Alle Teilkomponenten, wie Lagerzyklus, Investitionsgüterzyklus und Konsum, liefern international positive Wachstumsbeiträge. Und das gleichzeitig. Das gab es unseres Wissens seit Jahrzehnten nicht mehr. Selbst der Konsum in Deutschland zieht an, wie das Drei-Jahreshoch des GfK-Konsumklimaindexes bestätigt.

 

Positive Entwicklungen unzureichend eingepreist

Was die Aktienmärkte aktuell in keiner Weise antizipieren, ist die extrem gute Lage der

Unternehmen und des Umfeldes. Die Unternehmen schwimmen in Geld. Die Cash-Quote US-amerikanischer Unternehmen ist historisch hoch. Daraus resultieren beinahe täglich Meldungen über Unternehmenskäufe, vorwiegend im Technologiebereich. Viele ehemalige Tech-Stars, wie beispielsweise Cisco Systems, schütten erstmals in ihrer Firmengeschichte Dividenden aus, weil sie nicht wissen, wohin mit dem Geld. Es werden Aktienrückkaufprogramme gestartet, die weltweit ein Volumen von über 400 Milliarden US-Dollar haben. Selbst eine Kreditfinanzierung dieser Rückkäufe macht Sinn. Bonitätsstarke Unternehmen, wie etwa Microsoft, EON oder die Deutsche Telekom, können sich zu extrem günstigen Zinsen, zwischen 2 und 3 Prozent auf fünf Jahre, am Kapitalmarkt verschulden und mit dem Geld eigene Aktien zurückkaufen, die eine viel höhere, meist zweistellige Gewinnrendite oder Dividendenrenditen von 6 Prozent versprechen. 

Dieses Wachstum, extrem effiziente Unternehmen, ein super günstiges Refinanzierungsumfeld mit extrem niedrigen Zinsen, ein erst noch beginnender Konjunkturzyklus usw., werden aber an den Aktienmärkten nicht eingepreist. Von den Rentenmärkten wird sogar, wie oben erwähnt, das krasse Gegenteil gespielt. Wir versteigen uns daher zu der Behauptung, dass die Märkte aktuell nicht annähernd effizient sind und von Ängsten genährt werden, die jeglicher Grundlage entbehren. Eine eindeutig asymmetrische Risikowahrnehmung, die Chancen bietet, wie wir sie selten erleben. Das Paradoxe an dieser Situation ist, dass sich das Sechs-Monats-Sentiment für Aktien auf einem historischen Hoch befindet (Sentix). Die Investitionsquoten der institutionellen und privaten Investoren bilden dies jedoch nicht ab. Hier liegt noch sehr viel Potenzial für steigende Kurse.

 

Aufbruchssignal nötig

Einzig die Charttechnik, die wie ein Damokles-Schwert über den Märkten hängt, bremst ein wenig die Euphorie. Wegen der langen Seitwärtsbewegung und der zermürbenden, nervösen Schwankungen haben sich viele Anleger zunächst aus dem Markt verabschiedet, das lässt sich am geringen Volumen ablesen. Hier brauchen wir ein Aufbruchssignal, um die beschriebenen positiven Kräfte zu entfesseln und die Realität auch in den Aktienkursen einzupreisen. Am 30. September endete das dritte Quartal. Noch dominieren die defensiven Positionen in den Bilanzen der Kapitalanleger. Dies wird sich unseres Erachtens im vierten Quartal ändern, dann erwachsen mindestens 10 Prozent Potenzial an den wichtigsten Märkten. Alles darunter wäre eine herbe Enttäuschung. 

Unsere Positionierung orientiert sich an dem positiven Szenario. Wir haben weitgehend unsere maximalen Aktienquoten erreicht, die sich vorwiegend aus Deutschland und den Emerging Markets zusammensetzen. Renten sind vorerst kein Investmentthema. Für Rohstoffe sehen wir durch die positive Konjunktursicht durchaus Potenzial, erachten dieses jedoch im Aktienmarkt als weitaus höher.“

Agribusiness gewinnt als Anlagethema an Bedeutung  30.9.10
 

Agribusiness gewinnt als Anlagethema an Bedeutung, meint Skye Macpherson, Co-Managerin des First State Global Agribusiness Fund. Auf der ganzen Welt würden Unternehmen die Chancen ergreifen, die sich durch den zukünftigen Nahrungsmittelproduktionsanstieg ergeben.

Der auf das Thema spezialisierte Fonds wurde im Mai 2010 aufgelegt und investiert in Unternehmen, die an Herstellung, Verarbeitung, Verteilung und Marketing von Agrarrohstoffen beteiligt sind sowie in Betriebe, die diesen Unternehmen Dienstleistungen erbringen und Produkte wie Dünge- und Pflanzenschutzmittel und Saatgut liefern.

M&A-Aktivitäten gewinnen an Momentum

Es sei kein Zufall, dass man derzeit im gesamten weltweiten Agrarsektor eine bedeutende Fusions- und Übernahmetätigkeit erleben, so Macpherson, die   als bestes Beispiel das feindliche Übernahmeangebot von BHP Billiton für den weltweiten Düngemittelhersteller und –vertrieb Potash Corporation in Höhe von 39 Milliarden Dollar anführt.  

„Zu den anderen bemerkenswerten Entwicklungen zählen der geplante Kauf des Zuckerbereichs von CSR durch die in Singapur ansässige Wilmar International im Juli und das Übernahmeangebot des kanadischen Unternehmens Agrium für den australischen Weizenexporteur und Agrarhandelskonzern AWB im August“, so Macpherson weiter.

 Ein wichtiger Faktor, der diese Aktivitäten vorantreibe, sei die Erwartung, dass die in der Agrarwirtschaft tätigen Unternehmen einen nachhaltigen Absatzanstieg erleben werden, wenn sie den bedeutenden weltweiten Anstieg der Nachfrage nach Nahrungsmitteln in den nächsten Jahren bewältigen müssen. Verantwortlich für die höhere Nachfrage seien das Bevölkerungswachstum – das laut Schätzungen der Vereinten Nationen von 6,5 Milliarden im Jahr 2005 bis 2050 auf 9 Milliarden zunehmen wird – und die steigenden Einkommen, die von der anhaltenden Urbanisierung in Schwellenländern, wie China und Indien, unterstützt würden, so Macpherson.

 

Nachfrage nach höherwertigen Lebensmitteln steigt

Diese werden auch dazu führen, dass die Menschen andere Arten von Nahrungsmitteln konsumieren, was wiederum zu einem exponentiellen Anstieg der Nachfrage nach Getreide führe, da für die Erzeugung von teureren eiweißhaltigen Nahrungsmitteln wie Schweine- und Rindfleisch wesentlich größere Getreidemengen benötigt werden. „Tatsächlich geht aus unseren Recherchen hervor, dass die Welt ihre Nahrungsmittelproduktion bis 2050 mehr als verdoppeln werden muss, um diesen anhaltenden Nachfrageanstieg zu befriedigen“, so Macpherson. 

Begrenztes Angebot

Andererseits ist das Angebot von Agrarrohstoffen laut Macpherson weiterhin begrenzt. „Zunehmend unzuverlässige Witterungsverhältnisse und die aufgrund der Urbanisierung unter Druck geratenen Agrarflächen beschränken das Angebot.   Beispielsweise könnten einige der weltweit größten Konsumenten von landwirtschaftlichen Produkten, wie China, immer stärker von Importen abhängig werden“ so die Fondsmanagerin.  

Plädoyer für den hauseigenen Fonds

Macpherson ist der Überzeugung, dass die Aussichten auf einen Nachfrageanstieg und ein begrenztes Angebot von Agrarrohstoffen langfristigen Anlegern einige Chancen im Agribusiness eröffnen, während die Unternehmen in diesem Sektor bestrebt sind, ihre Produktivität, Effizienz und den Grad der Mechanisierung zu steigern.

 Statt auf kurzfristige Entwicklungen der äußerst unberechenbaren Rohstoffpreise zu spekulieren, investiert der First State Global Agribusiness Fund daher in Unternehmen, die auf dem besten Wege sind, ungeachtet der Rohstoffpreise mittel- bis langfristig von dem Nahrungsmittelproduktionsanstieg zu profitieren.

Pioneer sieht Ölpreis bei 90 Dollar zum Jahresende  30.9.10
 

Der Abbau der Lagerbestände wird beim Rohöl in den kommenden Monaten die Preisentwicklung bestimmen. Zu dieser Einschätzung kommt die Fondsgesellschaft Pioneer Investments in einem aktuellen Kommentar zum Rohstoffmarkt. "Bei einem beschleunigten Abbau der Rohöllager kann der Ölpreis bis zum Jahresende auf ein Niveau zwischen 80 und 90 US-Dollar/Barrel steigen“, erwartet Peter Königbauer, Fondsmanager des Pioneer Funds - Commodity Alpha. Schon jetzt sei zu beobachten, dass die Ölnachfrage vor allem in Asien anziehe, in Europa und den USA sei der Ölbedarf stabil. "Bei einer weiterhin robusten Weltkonjunktur ist deshalb mit einem Ölpreisanstieg bis Jahresende zu rechnen.“ Vorerst jedoch werde der Preis noch um 75 US-Dollar/Barrel pendeln. 

Im Sektor der Agrarrohstoffe ist die Ende des Jahres anstehende Weizenernte in Australien ein wichtiges Datum: "Die Lage beim Weizen ist angespannt“, betont Königbauer. Aber alle zurückliegenden Ereignisse wie etwa die Brände in Russland seien vollständig eingepreist, betont der Experte. "Ein neues Preissignal kann vom Ausgang der Ernte in Australien ausgehen“, sagt der Fondsmanager. Ein weiterer wichtiger Faktor sei die gerade begonnene Weizenaussaat in Russland. Sie liefert in der Regel   erste Aufschlüsse über die Ernteerträge im kommenden Jahr. "Je nach Verlauf wird sich zeigen, ob Russland eventuell selbst zum Weizenimporteur wird“, erklärt der Experte. Mit Interesse verfolgt Königbauer auch die Entwicklung beim Mais, wo sich entgegen erster Schätzungen des amerikanischen Agrarministeriums USDA ein etwas schwächerer US-Ernteertrag abzeichnet. "Diese Entwicklung wurde vom Markt erst teilweise eingepreist“, sagt Königbauer. Daher hält der Experte hier noch weitere Preisbewegungen für möglich.

Bei den Industriemetallen sieht der Fondsmanager für Kupfer das größte Potenzial: "Die Kupfernachfrage ist nach wie vor sehr hoch, besonders aus China.“ Gleichzeitig könne das Angebot kaum Schritt halten, so dass bei einer stabilen Entwicklung der Weltwirtschaft mit weiter steigenden Preisen zu rechnen sei. 

 

„Die Unze Gold könnte bald 4000 Dollar kosten“  30.9.10
 Der Hedgefondsmanager John Paulson prognostiziert dem Goldpreis einen rasanten Höhenflug, wie er letzte Woche in einer Rede vor dem New York University Club anmerkte. Vor dem Hintergrund einer zweistelligen Inflation, die Paulson um das Jahr 2012 erwartet, dürfte sich die Unze Gold auf 2400 bis zu 4000 US-Dollar verteuern. Das absehbare “Quantitative Easing” der US-Notenbank Fed (Federal Reserve) könnte dieser Entwicklung zudem über Jahre hinweg Rückenwind geben, so Paulson, der im Zuge seines Vortrags anmerkte, in eigener Sache 80 Prozent seiner Assets in dem Edelmetall zu halten.
KanAm löst US-grundinvest Fonds auf  30.9.10
 Der KanAm US-grundinvest Fonds (DE0006791817) wird aufgelöst und an die Anleger ausgezahlt, wie das Unternehmen heute mitteilte. Mit der Auflösung des Fonds folge das Management dem Wunsch der Mehrheit der Anleger des einzigen in Deutschland in US-Dollar notierten und auf die USA spezialisierten Offenen Immobilienfonds. In nur sieben Monaten verkaufte das Fondsmanagement trotz der schwierigen Lage an den nordamerikanischen Immobilienmärkten aus dem Portfolio des KanAm US-grundinvest Fonds bereits 10 der insgesamt 17 Immobilien, so dass an alle Fondsanleger noch dieses Jahr 250 Millionen US-Dollar ausgezahlt werden können. Für eine weitere Immobilie ist bereits ein Vorvertrag unterschrieben. Das Restportfolio umfasst dann noch sechs langfristig und voll vermietete Immobilien und ist frei von jeglicher Fremdfinanzierung.
 

Oberstes Ziel des Fondsmanagements sei es, allen Anlegern schnellstmöglich Zugang zu ihrem angelegten Kapital zu verschaffen. Die Performance des KanAm US-grundinvest Fonds lag nach Verkauf der zehn Objekte am Stichtag 15. September 2010 bei minus 9,9 Prozent per annum in der Fondswährung US-Dollar beziehungsweise +3,1 Prozent per annum auf Euro-Basis. Diese Entwicklung resultiert in erster Linie aus den bereits erfolgten Immobilienverkäufen zur Liquiditätsbeschaffung und den damit verbundenen Transaktionskosten, wie Vorfälligkeitsentschädigungen, Maklergebühren und Anwaltskosten, sowie dem Wechselkursverhältnis von US-Dollar und Euro. Das Ergebnis aller bisherigen Verkäufe weicht dabei jedoch nur um minus 2,0 Prozent von den letzten turnusgemäßen Bewertungen ab.

 

Der KanAm US-grundinvest Fonds erzielte über Jahre hinweg eine überdurchschnittliche Wertentwicklung und war ein lohnendes Investment, wie KanAm in eigener Sache anmerkt. Dabei spielte bei vielen Anlegern auch immer das Wechselkursverhältnis zwischen US-Dollar und Euro als zweite Renditekomponente eine wesentliche Rolle. Deshalb war der KanAm US-grundinvest Fonds mit keinem anderen Offenen Immobilienfonds vergleichbar, sondern war vielmehr ein reines Spezialitätenprodukt.

 

Die Wertentwicklung seit Auflegung am 20. Mai 2003 beträgt 29,9 Prozent (nach BVI-Methode jeweils zum 15. September 2010) beziehungsweise über die vergangenen fünf Jahre 12,4 Prozent. Selbst auf Jahresfrist ergibt sich noch ein Anlageerfolg von -1,2 Prozent. Der KanAm US-grundinvest Fonds war der erste Offene Immobilienfonds, der einen zu 100 Prozent steuerfreien Anteil an Ausschüttung und Anlageerfolg für Anteile im Privatvermögen erreichte, so KanAm.

 

Lehman-Pleite als Stolperschuh

Die Lehman-Pleite am 15. September 2008 löste ein Beben an den globalen Finanzmärkten aus. Die Bundesregierung sah die Gefahr einer Massenpanik unter Sparern und erklärte am 5. Oktober 2008 eine Staatsgarantie für Bankeinlagen. Die US-Krise traf den in Nordamerika investierten KanAm US-grundinvest Fonds trotz seiner Performance besonders hart. Die plötzliche Stärke des US-Dollar machte Gewinnmitnahmen durch den Verkauf von Anteilen von bis zu 25,6 Prozent per annum möglich, die viele verunsicherte Anleger realisierten. Zum Schutz der investierten Anleger ist seitdem die Anteilrücknahme des Fonds ausgesetzt. 

Mit der Auflösung des KanAm US-grundinvest Fonds folgt die KanAm Grund dem nochmals gestiegenen Rückgabeverlangen von Anlegerseite. Das in einer repräsentativen Vertriebspartnerumfrage ermittelte Rückgabevolumen lag noch im Februar 2010 bei rund 200 Millionen US-Dollar. Diese Liquidität hatte das Fondsmanagement durch den Verkauf des überwiegenden Anteils des Immobilienportfolios geschaffen.  

Die unerwartete Dollarkursentwicklung hatte zwischenzeitlich dazu beigetragen, dass weitere Anleger ihr Investment in den KanAm US-grundinvest Fonds zeitnah auflösen wollen. In der Folge stieg das Rückgabevolumen bis Ende September 2010 auf rund 300 Millionen US-Dollar an. Eine nachhaltige Fortführung des KanAm US-grundinvest Fonds schied damit aus. Um die erforderliche Liquidität zu generieren, hätten so viele Immobilien veräußert werden müssen, dass investmentrechtlichen Vorgaben, insbesondere zur Risikomischung und Streuung des Immobilienportfolios, nicht mehr hätte entsprochen werden können. Um allen Anlegern gerecht zu werden, bestand die einzige Lösung darin, die Auflösung des KanAm US-grundinvest Fonds einzuleiten, so KanAm.

 

Stichtag 31. März 2012

Gemäß den Vorschriften des Investmentgesetzes und der Allgemeinen Vertragsbedingungen kündigt die KanAm Grund KAG mit Wirkung zum 31. März 2012 die Verwaltung des Immobilien-Sondervermögens KanAm US-grundinvest Fonds. Bis zu diesem Datum sollen die noch verbliebenen Immobilien veräußert und der Veräußerungserlös an die Anleger ausgezahlt werden.

 Mit der Erklärung der KanAm Grund Kapitalanlagegesellschaft mbH zur Beendigung ihres Verwaltungsmandats wurden sowohl die seit 30. Oktober 2008 bestehende Aussetzung der Anteilrücknahme als auch die seit dem 19. Oktober 2009 bestehende Aussetzung der Ausgabe neuer Fondsanteile endgültig. 

Bis zum Ablauf des Verwaltungsmandats wird KanAm Grund die Verkäufe auf das verbliebene Immobilienportfolio ausweiten und die entsprechenden Veräußerungserlöse zeitnah auszahlen. Sofern der Verkauf sämtlicher Immobilien aus dem Portfolio des KanAm US grundinvest Fonds bis zum Ablauf der Kündigungsfrist noch nicht abgeschlossen sein sollte, gehen das Eigentum und das Verwaltungsrecht des Sondervermögens auf die Depotbank M.M. Warburg & CO KGaA mit Sitz in Hamburg über. Diese wird dann endgültig die Verkäufe und die Verteilung des Kapitals an die Anleger in deren Sinne fortführen.
 

Die KanAm Grund Kapitalanlagegesellschaft mbH legte im Mai 2003 den KanAm US-grundinvest Fonds auf, einen offenen Immobilienfonds auf US-Dollar-Basis. Der Fonds ist derzeit zu 100 Prozent in den USA investiert.

Immobilienfonds: Commerzbank sorgte für AGI-Fondschließung  29.9.10
 Nach einem Bericht von Welt Online ist offensichtlich inne massive Vertriebsoffensive der Commerzbank  für die Schließung des Immobilien - Dachfonds "Premium Management Immobilien - Anlagen" der Allianz Global Investors (AGI) verantwortlich.
„Bitte beachten Sie, dass im Falle von Tauschgeschäften in den Hausinvest Europa ein maximaler Ausgabeaufschlag von drei Prozent vereinnahmt werden darf“, heißt es in einem Schreiben vom vergangenen Donnerstag, das Welt Online vorliegen soll. Üblich ist ein Aufschlag von 5 Prozent.Die Commerzbank hat das alleinige Vertriebsrecht für den Fonds. Sie soll Kunden gezielt aus dem Dachfonds getrieben haben und im Gegenzug mit einem Rabatt auf den hausinternen Fonds Hausinvest Europa geworben haben. Wechselwillige Anleger sollen mit einem Nachlass auf den Ausgabeaufschlag gelockt worden sein.
 Eine Milliarde Euro Abflüsse
Rund eine Milliarde Euro zogen Anleger seit Beginn des Jahres aus dem Dachfonds ab. Zuviel für das Management der Allianz Global Investors (AGI). Die Gesellschaft musste den Fonds am Montag für unbestimmte Zeit schließen.
Bereits nach einem Tag gaben Anleger Anteilsscheine im Wert von über 500 Millionen Euro zurück.
Die aggressive Vertriebsoffensive kommt zu einem denkbar unglücklichen Zeitpunkt. Für Ende Oktober geplante Wiedereröffnungen von Immobilienfonds könnte nun kritisch werden. Der Branche droht eine Kettenreaktion und weitere der 22 Immobilien-Dachfonds könnten von einem Ausverkauf betroffen sein.
Da ein Großteil ihrer Zielfonds derzeit keine Verkaufsaufträge annimmt, drohen den Dachfonds Liquiditätsengpässe. In den Fonds liegen derzeit über 4 Milliarden Euro .
FMA warnt vor unseriösem Finanzdienstleister  28.9.10
 

Die österreichische Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA) warnt vor dem Abschluss konzessionspflichtiger Bankgeschäfte mit dem Anbieter Unicon Consulting AG aus Stuttgart.

 

Unicon Consulting AG

Gebietsrepräsentanz Deutschland

Libanonstr. 85

70186 Stuttgart

Deutschland

www.topertrag.biz

Tel: +49 (0) 711 222 544 19

E-Mail: office@topertrag.biz

 

Das Unternehmen ist laut FMA nicht berechtigt, konzessionspflichtige Bankgeschäfte in Österreich zu erbringen. Die Entgegennahme fremder Gelder zur Verwaltung oder als Einlage (Einlagengeschäft) gemäß § 1 Abs 1 Z 1 BWG ist dem Anbieter daher nicht gestattet. 

Unicon bietet laut Website ein Arbitrage-Zertifikat mit einer monatlich garantierten Rendite von acht Prozent an. Telefonisch ist das Unternehmen laut Band „vorübergehend nicht erreichbar“.

BGF-Fondsmanager Evy Hambro im Exklusivinterview: „Es gibt keine Goldblase“  27.9.10
 Gold markiert regelmäßig neue Höchststände. Kann das ewig so weiter gehen? Das wollte FONDS professionell gerne von Evy Hambro, Fondsmanager des BGF World Gold Fund, wissen. Der BGF World Gold (ISIN LU0171305526) ist einer der größten und erfolgreichsten Gold-Fonds; im laufenden Jahr hat er bereits ein Plus von über 30 Prozent erzielt
Herr Hambro, der Goldpreis eilt von Rekord zu Rekord, viele Analysten sprechen jetzt aber schon von einer Goldblase. Gibt es diese Blase wirklich und wann könnte sie platzen?
Wir glauben nicht, dass der Goldpreis von Spekulationen getrieben worden ist und meinen auch, dass wir gegenwärtig keinen Blaseneffekt beobachten. Der Goldpreisanstieg ist auf eine starke fundamentale Nachfrage und eine eingeschränkte Goldförderung zurückzuführen. In Emerging Markets wie China und Indien ist der Bedarf an Goldschmuck gewachsen, weiters ist bei Zentralbanken rund um den Globus ein Gesinnungswandel festzustellen, sie treten jetzt als Gold-Nettozahler auf. Der Ausblick für den Goldpreis bleibt also auch weiterhin positiv.
Wie wird sich der Goldpreis nun in den nächsten Wochen und Monaten weiter entwickeln? 
Wir stellen keine Vorhersagen zu den Bewegungen des Goldpreises, das Angebots-Nachfrage-Verhältnis spricht allerdings generell für einen langfristig höheren Goldpreis. Wir schätzen die Produktionskosten für eine Feinunze Gold etwas über 900 US-Dollar ein; bei einem aktuellen Spot-Preis von 1280 US-Dollar pro Feinunze, können die Goldproduzenten hier signifikante Profite generieren. Unserer Meinung nach wird die Goldproduktion eingeschränkt bleiben, die Unsicherheit an den Finanzmärkten wird die Investoren weiterhin in den Goldmarkt locken.
Typischerweise erkennt man einen wirklichen Gold-Bullenmarkt auch daran, dass das Edelmetall in vielen verschiedenen Währungen Rekordstände markiert. Gerade das ist jetzt der Fall.
Aber es gibt doch auch Risiken für Goldinvestments …?

Es ist möglich, dass eine Stabilisierung der Währungsmärkte zu einigen Abflüssen aus Gold führen wird. Dennoch glauben wir, dass Unsicherheit und Angst auch weiterhin an den globalen Märkten fortbestehen werden. Auch darf man nicht vergessen, dass Gold im Vergleich zur Vergangenheit in den Investmentportfolios noch immer relativ unterrepräsentiert ist. 

Wie ist Ihr Fonds in Gold investiert?
Der BGF World Gold Fund investiert in erster Linie weltweit in Aktien von Unternehmen, die überwiegend im Goldbergbau tätig sind. Zusätzlich kann der Fonds in Aktien von Unternehmen anlegen, deren Geschäftsaktivitäten hauptsächlich in den Bereichen sonstige Edelmetalle wie zum Beispiel Silber oder Grundmetalle liegen. Wir halten aber kein physisches Gold oder Gold-Futures.

Ist angesichts des Gold-Höhenflugs Privatanlegern ein Einstieg überhaupt noch zu raten?
Abgesehen vom hohen Goldpreis existieren strukturelle Zwänge, die die zukünftige Goldproduktion negative beeinflussen. Seit 2001 müssen die Goldminen hart darum kämpfen, die Produktion zu steigern. Es wird nämlich immer schwieriger neue Goldadern zu finden, beziehungsweise immer kostenintensiver diese auszubeuten. Oft werden neue Goldfunde auch in Regionen mit hohem politischen Risiko getätigt. Wie erwähnt, bleiben wir aus diesen und den anderen genannten Gründen für die langfristige Zukunft von Gold optimistisch.

BGF World Gold Fund: Wachstum von 1000 Euro in fünf Jahren

BGF World Gold Fund

Morgan Stanley P2 Value mit Anteilwertreduzierung   27.9.10
 Im Rahmen des erwarteten Rückgangs des Fondsvermögens bis Ende Oktober sank am 23. September 2010 der Anteilwert des Morgan Stanley P2Value (A0F6G8) laut Fondsgesellschaft um 1,58 EUR auf 28,24 EUR. Dies entspreche einem Rückgang des Fondsvermögens um rund 48,9 Mio. EUR auf rund 873,6 Mio. EUR. Bis Ende Oktober stünden planmäßig drei weitere Nachbewertungen sowie mögliche Verkäufe an. Die Geschäftsführung rechnet in diesem Zusammenhang weiterhin unverändert damit, dass sich das Fondsvermögen zum 31. Oktober 2010 im erwarteten Rahmen von 820 - 870 Mio. Euro bewegen wird.
Die Anteilwertveränderung ergebe sich zum einen aus Nachbewertungen von fünf Fondsimmobilien. Zum anderen sei aus Vorsichtsgründen für erwartete Kosten und Verluste bei Veräußerungen zusätzliche Risikovorsorge gebildet worden.
"Die betragsmäßig größte Wertanpassung betraf die Wohnimmobilie Glen Park Miyakojima in Osaka, Japan. In schwachem Marktumfeld sind die durchschnittlichen Mieteinnahmen für die vermietete Fläche im Objekt gesunken. Die unabhängigen Sachverständigen haben u.a. die gutachterliche Bewertungsmiete und den Liegenschaftszinssatz an die Marktbedingungen angepasst und den Verkehrswert um ca. 16,5 % reduziert", berichtet das Fondsmanagement. Ebenfalls in Osaka, Japan, gelegen, sei der Verkehrswert des Fachmarktzentrums Bespia Sakai um rund 13,6 % reduziert worden. Auch bei diesem Objekt seien u.a. die gutachterliche Bewertungsmiete und der Liegenschaftszinssatz an die Objekt- und Marktbedingungen angepasst worden. "Das Bürohaus Fleetrand in Hamburg wurde um rund -14,8 % im Wert angepasst. Es wurden Kündigungen wesentlicher Mietverträge ausgesprochen. Sollten bis Januar keine Neuvermietungen erfolgen, wird die Vermietungsquote von aktuell rund 80 % halbiert werden", so das Management. Des Weiteren seien die im Pariser Großraum gelegenen Logistikimmobilien Moissy I und Moissy II bewertet worden. Vor dem Hintergrund der aktuellen Marktlage seien bei beiden Objekten vornehmlich die gutachterlichen Bewertungsmieten reduziert worden, was im Wesentlichen zu Wertreduzierungen von ungefähr 1,7 % bzw. 3,5 % geführt habe.
Pictet nimmt mit neuem Long/Short-Fonds an Chinas Wachstum teil
 
Pictet Funds (PF), die Fondsvertriebseinheit der Schweizer Privatbank Pictet & Cie, gibt die Auflegung eines neuen - in Luxemburg registrierten und mit der OGAW III-Richtlinie konformen - asiatischen Long/Short-Aktienfonds, Pictet Total Return-Mandarin* , bekannt.
Verwaltet wird der neue Fonds von Lan Wang Simond. Sie hat über 16 Jahre Erfahrung im Investment Management im Grossraum China und mit Long-only-, Absolute-Return- und Long/Short-Strategien.

Die Fondsmanagerin will mit dieser Erfahrung vom ausserordentlichen Wirtschaftswachstum in China profitieren. Dabei wird sie das Baisse-Risiko in turbulenten Marktphasen minimieren und durch gezieltes Stock Picking ein hohes Alpha generieren. Mit dieser Gesamtstrategie beabsichtigt sie, die Korrelation mit dem Markt und die Volatilität zu vermindern und gleichzeitig asymmetrische positive Erträge zu erzielen.

Mit seinem Schwerpunkt auf China verschafft sich der Fonds Zugang zum kräftigen und nachhaltigen Wirtschaftswachstum der grössten Schwellenregion der Welt und zu wenig analysierten Branchen, die noch in den Kinderschuhen stecken. Mit der Alterung der Bevölkerung und der Zunahme der Verhandlungskraft der Arbeitskräfte dürfte China von investitions- und exportgetriebenem Wachstum zu inländischem Massenkonsum übergehen.

Der Fonds legt vorwiegend, aber nicht ausschliesslich, in Aktien von chinesischen Unternehmen an, die entweder in Hongkong oder in Festlandchina börsennotiert sind. Bei selektiven Anlagen in Hongkong, Taiwan oder anderen asiatischen Ländern ausserhalb der Region Greater China hält das Investment-Team des Mandarin-Fonds nach Gesellschaften Ausschau, die einen wesentlichen Teil ihrer Gewinne (rund 30%) im Grossraum China erzielen.

Fondsmanagerin Lan Wang Simond klärt: "Kurz gesagt haben wir einen Fonds geschaffen, der unseres Erachtens die besten Voraussetzungen mitbringt, bestehende und neue Wachstumspole zu erschliessen, die im Zuge des Übergangs von den gegenwärtigen Wachstumsmotoren Chinas zu höherem Inlandkonsum entstehen. Mit Hedging-Techniken und Leerverkäufen können wir die Auswirkungen fallender Märkte besser einbeziehen und den Anlegern ein interessanteres Risiko-Ertrags-Profil bieten".

Der Fonds ist bis jetzt in Frankreich, Deutschland, Luxemburg, der Schweiz und in Grossbritannien zum Vertrieb zugelassen.

*derzeit Pictet Targeted Fund (LUX)- Dragonfly
Blick auf asiatische Märkte  24.9.10
 Die Asienspezialisten von HSBC Global Asset Management in Hongkong analysieren in einem aktuellen Marktkommentar vom September 2010 die asiatischen Märkte:

Zu Aien ex Japan heißt es: "Zuletzt verdrängte wieder einmal die Stimmungslage die wirtschaftlichen Fundamentaldaten. Die Investoren sind verunsichert durch die fragile Stärke des Aufschwungs in den USA und die Schuldenproblematik in Europa." HSBC Global Asset Management zufolge zeigt die Schwankungsbreite des MSCI Asia ex Japan Indexes von 15 % im letzten Jahr, dass der MarktSchwierigkeiten hat, Klarheit über die Lage der Weltwirtschaft zu bekommen. Gleichwohl habe es starke Kursentwicklungen in jenen asiatischen Ländern gegeben, die eine gesunde Binnennachfrage sowie eine geringere Abhängigkeit vom weltwirtschaftlichen Umfeld vorweisen können: Der Aktienmarkt Indonesien habe in diesem Jahr bislang um 30 % zugelegt, Thailand um 34 %.
Derweil ist das Rätselraten um die chinesische Politik HSBC Global Asset Management zufolge schon so etwas wie ein Volkssport unter den Investoren geworden. Klar sei: Die Volksrepublik gebe den Ton in der Region an. Das Rätselraten erhöhe dabei die Ungewissheit, wie es mit den Märkten weitergehe. Denn wer auf eine Lockerung der chinesischen Geldpolitik setze, verweise auf das nachlassende Wachstum in den USA und in Europa. "Und wer keine Lockerung in China erwartet, verweist auf den chinesischen Immobilienmarkt, der sich kaum abgekühlt hat.", heißt es. Trotz aller Ungewissheit und dem Fokus auf die volkswirtschaftliche Perspektive bietet Asien nach Meinung von HSBC Global Asset Management weiterhin gute Chancen für Investoren. "Es gibt Kaufgelegenheiten für Aktien, die nachhaltige Dividenden abwerfen.", schreibt die Gesellschaft. Damit ist es HSBC Global Asset Management zufolge für Investoren lohnenswert, Aktien zu halten. Sie könnten die Zeit überbrücken, bis sich eine klare Marktrichtung abzeichne. Eigenen Angaben zufolge achtet HSBC Global Asset Management weiterhin darauf, fundamental gute und profitable Qualitätsaktien zu attraktiven Preisen herauszufiltern. Die Asset Management Experten von HSBC halten dieses für die beste Strategie, um das Risiko volkswirtschaftlicher Schocks abzufedern.
Das Statement zu China:
"Wenn die Regierung in Peking im Oktober die Einzelheiten des zwölften Fünfjahresplans bekannt geben wird, dürften HSBC Global Asset Management zufolge Infrastruktur-Titel sowie Werte rund um das Thema "erneuerbare Energie" einen Schub bekommen." Die Asset Management Experten von HSBC erwarten, dass die Regierung an ihrer dämpfenden Politik im Immobiliensektor festhält. Damit wolle Peking verhindern, dass die Spekulationen wieder aufflammen und die Preise in die Höhe treiben. Gleichwohl geht HSBC Global Asset Management davon aus, dass die chinesische Wirtschaft in diesem Jahr um mindestens acht Prozent zulegen wird. Attraktive Bewertungen und gute Unternehmensergebnisse stützten den Markt. Auch der Einkaufsmanagerindex als wichtiger Indikator bessere sich leicht.
Zu Indien:
"Die Konsensus-Gewinnprognosen für den MSCI India Index wurden zuletzt leicht zurückgeschraubt." Die Analysten von HSBC Global Asset Management schätzen das Gewinnwachstum für 2011 auf 23 % und für 2012 auf 20 %. Die Gewinnrevisionen seien zuletzt in der Breite negativ gewesen, vor allem für Telekom- und Basiskonsumwerte. "Dagegen verzeichneten IT-Dienstleister eine Korrektur nach oben. Die Bewertungen sind weiterhin nahe dem Fünfjahresdurchschnitt (Basis: Gewinnschätzung der kommenden zwölf Monate).", so HSBC. Allerdings sei Indien HSBC Global Asset Management zufolge im Vergleich zu anderen Schwellenländern und asiatischen Märkten teuer. Zum Teil ist das aber nach Meinung der HSBC-Experten durch das voraussichtlich höhere Wirtschaftswachstum der kommenden zehn Jahre gerechtfertigt. HSBC Global Asset Management wiederholt die Einschätzung, dass Indien Kernbestandteil eines wachstumsorientierten Portfolios sein sollte. Scharfe Aufwärtsbewegungen sollten zur Untergewichtung, scharfe Abwärtsbewegungen zur Übergewichtung Indiens genutzt werden. Das wesentliche Risiko besteht den Asset Management Experten zufolge in der Unfähigkeit der Regierung, durchgreifende Entscheidungen zu weiteren Reformen zu treffen.
Luxus und Notverkauf  23.9.10
 
Auf dem europäischen Immobilienmarkt tut sich zwar wieder etwas, doch die Risiken bleiben bestehen, beobachtet Schroder Property:
Ein leichte Belebung bei den Vermietungen und höhere Investitionen in neue Bauten: Auf dem europäischen Immobilienmarkt tut sich wieder etwas. "Die Investmentaktivitäten haben dieses Jahr leicht zugelegt, vor allem bei Immobilien in Top-Lage mit gesichertem Einnahmenverlauf", berichtet Neil Turner, Leiter des Bereichs Immobilienfond-Management und Geschäftsführer von Schroder Property in Deutschland. "In einigen europäischen Städten sind auch erste Anzeichen einer langsamen Belebung der Büronachfrage erkennbar." Besonders gefragt sind aber Einzelhandels- und Luxusobjekte in Top-Lagen sowie Lagerhallen und andere Gebäude für Logistiker.
"Im Einzelhandel kommt das stärkste Interesse aus dem Luxussegment und von den Discountern", stellt Turner fest. Zumindest in Nord-Europa könnten in diesem Segment ab 2011 die Mieten wieder steigen. "Die offenbar relativ robuste Nachfrage sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen", so Turner, "dass sich die Mieter ihrer starken Verhandlungsposition durchaus bewusst sind und den Vermietern besonders in B-Lagen höhere Zugeständnisse abfordern." Nur in Top-Lagen können Besitzer von Handelsimmobilien mit höheren Mieten auch gute Renditen erwarten. Wer Büros zu vergeben hat, punktet, wenn er diese in verkehrsgünstigen Lagen und zu mittleren Preisen anbieten kann.

Doch generell bleibt der Immobilienmarkt riskant. Zwar wurden in den vergangenen Monaten wieder verstärkt Gewerbeflächen gekauft. Insgesamt wechselten auf dem europäischen Festland im ersten Quartal 2010 Immobilien im Gegenwert von 13,2 Millarden Euro den Besitzer – ein Plus von mehr als 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Doch: "Obwohl Investitionen in Immobilien zurzeit mit einer zu erwartenden Rendite von fünf Prozent höhere Erträge als Investitionen am Geldmarkt generieren, scheinen die europäischen Anleger risikoscheu zu sein", stellt Turner fest. Das hat seinen guten Grund: Die Banken mauern noch immer bei der Finanzierung; bei vielen der Kapitalgesellschaften und Finanzinstituten ist zudem unklar, auf wie vielen faulen Hypotheken und zu hoch bewerteten Immobilien sie sitzen. "Einige europäische Banken werden mit Sicherheit hohe Abschreibungen vornehmen müssen, denn etwa 15 bis 20 Prozent des bestehenden Kreditvolumens wurde zu hohen Beleihungswerten für qualitativ minderwertige Gewerbeimmobilien gewährt", meint Turner. "In den kommenden Jahren ist daher mit einem Anstieg der Notverkäufe zu rechnen." Nicht eben die besten Aussichten für einen Einstieg von Anlegern: Zumal Gesellschaften mit notleidenden Immobilienfonds wie Morgan Stanley bereits anfangen, ihre Liquidität durch den Verkauf von Immobilien zu erhöhen.
Risikoaversion stützt Goldpreis  23.9.10
 Während Gold diese Woche sein neues Allzeithoch verzeichnete, kostet Silber mit über 20 US-Dollar je Feinunze so viel wie seit langem nicht mehr. Doch wie lässt sich der Höhenflug der Edelmetalle begründen? Diese Frage versucht die Societe Société Générale (SocGen) in ihrer aktuellen Rohstoffanalyse zu beantworten. Nachfolgend das Kommentar in Originalfassung:
 
Bestimmende Konjunkturängste
Momentan erklärt sich der Edelmetall-Boom wahrscheinlich hauptsächlich durch die Konjunkturängste, die von der US-amerikanischen Volkswirtschaft ausgehen. Die Überschuldung, die schlechten Arbeitsmarktaussichten, alle diese Faktoren dämpfen nämlich die Kauf- und Konsumlaune der amerikanischen Bevölkerung. Das Problem liegt folglich nahe, denn geringer Konsum führt zur flauen Binnenkonjunktur.
Wenn diese jedoch schwächelt, treibt es die Volkswirtschaften in den Export. Doch um die Wettbewerbsfähigkeit auf den internationalen Märkten erhöhen zu können, wird von einigen Nationen tief ins Devisenarsenal gegriffen. Die Schweizer Notenbank intervenierte bereits, um die Aufwertung des Schweizer Franken zu bremsen und Japan warf vergangene Woche umgerechnet 16 Milliarden Euro der inländischen Währung auf den Markt. Es ist jedoch nicht der schwache Yen, der von den US-Amerikanern gefürchtet wird, vielmehr sehen sie ihre Wettbewerbsfähigkeit durch den schwachen Yuan, die chinesische Währung, bedroht. Die USA werfen China bereits seit geraumer Zeit vor, den Kurs künstlich niedrig zu halten und damit die Exporte zu Lasten der amerikanischen Wirtschaft zu fördern. Die Entkopplung der Währungen Yuan/US-Dollar Ende Juni schien ein erster Schritt zur Behebung der Differenzen.
S
treit um Yuan

Jetzt allerdings kommen neue Stimmen auf, die die langsame Aufwertung des Yuan beklagen. Während in den USA die Rufe nach Strafmaßnahmen u.a. in Form von Zöllen auf chinesische Waren immer lauter werden, prangern die chinesischen Vertreter im Gegenzug die lockere Geldpolitik der Amerikaner an. Auch diese Vorwürfe scheinen nicht ganz unbegründet, denn die Gefahr ist hoch, dass die niedrige Zinspolitik und die daraus resultierende hohe Liquidität auf dem US-Geldmarkt zu neuen Spekulationsgeschäften und Inflation führen.
Übertriebene Risikoscheue?
Betrachtet man die Unstimmigkeiten auf den internationalen Devisenmärkten, die konjunkturelle Flaute der weltweit größten Volkswirtschaft, das erhöhte Risiko der Inflation und alle diese Faktoren gepaart mit den gedanklichen Nachwehen der Finanzkrise, da ist es wohl kaum verwunderlich, dass die Risikoaversion unter den Anlegern nicht abzuschwächen scheint. Um sich vor den Unsicherheiten zu schützen gehen Investoren folglich aus eher risikobehafteten Aktien heraus und legen ihr Geld verstärkt in Edelmetallen an. Fondmanager allerdings empfinden das Maß an Risikoaversion als überspitzt. Ob sie Rechtbehalten und Anleger bald das Vertrauen in die Märkte zurückgewinnen oder sich der Höhenflug der Edelmetalle weiter fortsetzt, gilt es abzuwarten.
Nach der Finanzkrise droht die Rentenkrise   23.9.10
 

Die Altersvorsorgesysteme auf beiden Seiten des Atlantiks stehen vor erheblichen Herausforderungen, die sich mit den Schlagworten wachsende Staatsverschuldung, nachlassendes Wirtschaftswachstum, niedrige Zinsen, zunehmende Lebenserwartung und sinkende Erwerbsbevölkerung umschreiben lassen.

Die Finanzkrise hat zu einem dramatischen Anstieg der Staatsverschuldung geführt. „Aber erst wenn man die ungedeckten staatlichen Pensionsverpflichtungen hinzurechnet, wird das ganze Ausmaß des Problems deutlich. Studien zeigen, dass die Staatsverschuldung in dieser Rechnung in einigen europäischen Ländern und auch in den USA bei über 500 Prozent des BIP liegt. Sowohl in den USA als auch in Europa wird es nicht möglich sein, allein durch Wachstum das Problem der Staatsverschuldung in den Griff zu bekommen, da auf absehbare Zeit nur mit moderaten Wachstumsraten gerechnet werden kann. Zu einem konsequenten Konsolidierungskurs und dem weiteren Umbau der Sozialsysteme gibt es daher keine Alternative", erläutert Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz.

Die demografische Entwicklung führe dazu, dass sich der Anteil der über 65-jährigen an der Gesamtbevölkerung im Jahr 2050 auf 27 Prozent in Europa und 23 Prozent in den USA erhöhen wird. Da die Lebenserwartung weiter steigen und gleichzeitig die Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter in den USA nur schwach wachsen und in Europa sogar sinken werde, stehe den staatlichen Alterssicherungssystemen die eigentliche Belastungsprobe noch bevor.  

„Während der amerikanische Durchschnittsrentner heute noch mit einer stabilen Pension rechnen kann, sehen sich Pensionäre zukünftig neuen Herausforderungen gegenüber, da die weltweite Wirtschaftskrise die Rentensysteme und Ersparnisbildung auf beiden Seiten des Atlantiks belastet hat. Im Durchschnitt gehen Menschen in den USA mit 62 Jahren in den Ruhestand und beziehen mehr als 40 Prozent ihres Einkommens von der Sozialversicherung. Zukünftig gehen mehr als 30 Prozent der Ruheständler davon aus, auch nach dem offiziellen Renteneintrittsalter noch weiter zu arbeiten. Bei ihnen kommt aus der Sozialversicherung nur noch gerade einmal 28 Prozent ihres Einkommens, während die Lebenshaltungskosten insbesondere durch die hohen Ausgaben im Gesundheitswesen noch weiter ansteigen“, betont Heise. Ein weiterer häufig vernachlässigter Faktor sei die hohe Lebenserwartung. Nach der Allianz US-Studie "Reclaiming the Future" fürchten die Amerikaner mehr das Thema Langlebigkeit - hier insbesondere das Überleben ihrer Pensionsersparnisse - als den Tod selbst.

 

Wahl der Rentenprodukte: Verbraucher setzen neue Prioritäten 

"Langlebigkeit ist eines der am häufigsten unterschätzten Risiken bei der Planung der Altersrente. Tatsächlich ist das Risiko der hohen Lebenserwartung schwerwiegender einzustufen als das Inflationsrisiko", so Jay Ralph, Vorstandsmitglied der Allianz SE und verantwortlich für NAFTA-Märkte. Die jüngste Krise habe das Vertrauen der Verbraucher in die Finanzierung der staatlichen Rentensysteme erschüttert.

Laut der Allianz-Studie sind die geburtenstarken Jahrgänge in den USA der Ansicht, dass eine vollständige Auszahlung der gesetzlichen Rentenansprüche genauso wahrscheinlich ist, wie vom Blitz getroffen zu werden. Mehr als 75 Prozent der Befragten glauben, sie können sich nicht auf den Staat zur finanziellen Absicherung ihrer Zukunft verlassen. "Die Verantwortung für die Rentenvorsorge wurde mehr und mehr auf das Individuum verlagert, und nicht alle sind darauf vorbereitet, sich aktiv um ihre Pensionen zu kümmern. Dies kann die Menschen überfordern", sagte Ralph. Die Ergebnisse der Studie zeigen auch, dass die Verbraucher neue Prioritäten setzen, wenn sie sich für Rentenprodukte interessieren. Sicherheit und langfristige Garantien für Pensionsvermögen werden mehr geschätzt, als hohe Gewinne. Die meisten Pensionslösungen in den USA sind nur auf eine Dauer von 20 Jahren zugeschnitten und führen damit zu einer größeren Einkommenslücke im fortgeschrittenen Rentenalter.

 

Offene Immobilienfonds: Besserer Schutz für Privatanleger - BVI begrüßt Kabinettsbeschluss   22.9.10
 

Neue Bestimmungen für Offene Immobilienfonds (OIFs): Das Kabinett der Bundesregierung verabschiedete heute, Mittwoch, 22. September 2010, einen Gesetzentwurf, der den Anlegerschutz verbessern soll. So wird eine zweijährige Haltefrist für Fonds-Anteile vorgeschrieben. Das soll plötzliche Geldabflüsse verhindern, mit denen Profianleger mehrere Fonds 2008 in eine Liquiditätskrise gebracht hatten.

Der BVI Bundesverband Investment und Asset Management begrüßt das Anlegerschutzgesetz: „Wir sind auf einem guten Weg. Für Privatanleger werden OIFs grundsätzlich liquide Anlagen bleiben, Großanleger und Institutionelle müssen sich aber längerfristig binden“, so BVI-Hauptgeschäftsführer Stefan Seip (Bild). Die Neuregelung werde die faktische Trennung von institutionellen und privaten Anlegern vollziehen. Hierfür habe sich die Branche seit Februar 2009 eingesetzt, wenn auch mit anderen Instrumenten, so Seip weiter.

 

Der BVI begrüßt die vorgesehene Mindesthaltedauer von zwei Jahren, die für Alt-Anleger, also Anleger, die vor Inkrafttreten des Gesetzes OIF-Anteile gekauft haben, als erfüllt gilt. Unabhängig davon soll künftig jeder Anleger monatlich bis zu 5000 Euro zurückgeben können. Damit wird – so der BVI – der typische Privatanleger wie gewohnt in OIFs investieren und Entnahmepläne einrichten können. Als Tagesgeldersatz für Großanleger werden OIFs jedoch nicht mehr genutzt werden. OIFs werden somit als langfristige Anlage positioniert, wie es dem Charakter der Immobilienanlage entspricht.
 

Die Änderungen bei den Offenen Immobilienfonds sind Teil eines umfassenderen Anlegerschutzgesetzes:

 

bulletNeben der Haltefrist werden künftig für zwei weitere Jahre gestaffelte Abschläge bei der Rückgabe von Anteilen fällig. Ab dem fünften Jahr soll die Rückgabe den Investor dann nichts mehr kosten.

 

bulletDie Frequenz zur Bewertung der Immobilien wird erhöht.

 

bulletFür Fonds, deren Anteilrücknahme ausgesetzt wird und bei denen keine Aussicht auf eine nachhaltige Wiedereröffnung besteht, wird ein verbessertes Verfahren zu ihrer geordneten Abwicklung eingeführt.

 

bulletBei der BaFin wird eine Datenbank eröffnet, bei der Geldinstitute ihre Anlageberater, Vertriebsverantwortlichen und Compliance-Beauftragten registrieren und deren angemessene Qualifikation bestätigen müssen.

 

bulletBei schwerwiegenden Verstößen gegen anlegerschützende Vorschriften sollen Institute die betroffenen Mitarbeiter bis zu zwei Jahre nicht mehr in ihren Positionen einsetzen dürfen. Auch Bußgelder sind vorgesehen.

 

bulletEs sollen auch für alle Banken verbindliche Kurzinformationsblätter für private Anleger eingeführt werden. Die wesentlichen Informationen über das Finanzprodukt wie Risiken, Erträge und Kosten sollen auf dem sogenannten Beipackzettel verständlich formuliert sein.


BVI hofft auf weitere Verbesserungen 

Weitere Verbesserungen im Interesse der Anleger und des Finanzplatzes erhofft sich der Verband nun im parlamentarischen Verfahren. Dazu gehören insbesondere die Behandlung der Bestandsanleger, eine zusätzliche Fondskategorie für Großanleger und eine anlegergerechte Regelung bei längeren Rücknahmeaussetzungen.  

OIFs verzeichneten seit Jahresbeginn Nettomittelzuflüsse in Höhe von 2,7 Milliarden Euro (Stichtag 31. Juli 2010) und liegen damit in der Beliebtheitsskala bei den deutschen Anlegern weit vorne. Der BVI erwartet, dass OIFs mit den neuen Regeln noch attraktiver für Privatanleger sein werden.

DWS-Chef Kaldemorgen: Mögliche Crash-Gefahr in China  22.9.10
 

„Das größte Risiko, das über den Weltfinanzmärkten schwebt, ist ein Rückschlag in China“, so DWS-Chef Klaus Kaldemorgen im Interview mit dem Magazin Capital, aus dem die Financial Times Deutschland vorab zitiert. Kaldemorgen warnt vor allem vor einer chinesischen Immobilienblase, weil die Chinesen Immobilen zunehmend nicht für den eigenen Bedarf, sondern als Spekulationsobjekte erwerben würden. Baumängel und eine relativ geringe „Lebenszeit“ chinesischer Häuser würden zusätzlich die Gefahr einer „panikartigen Verkaufswelle“ erhöhen.
An eine Double Dip in den USA glaubt der Finanzexperte hingegen in dem Capital-Interview nicht, weil sich einerseits die USA selbst gegen eine solche Entwicklung stemmen würden und andererseits das Wachstum der Emerging Markets die Wirtschaft der Industrieländer stütze.

Emerging Markets: Vernünftige Preise, niedrige Risiken, werthaltige Titel  17.9.10
 Mark Mobius, Executive Chairman bei Templeton Asset Management, sieht großen Nachholbedarf institutioneller Investoren in Emerging Markets
China hat Japan als zweitgrößte Volkswirtschaft abgelöst, Indiens Zentralbank hat die BIP-Wachstumsprognose für 2010/2011 auf 8,5 Prozent angehoben, in Brasilien hat die Inlandsnachfrage infolge höherer verfügbarer Einkommen und kräftigen Kreditwachstums weiter angezogen und selbst in Russland werden die Brände des Hochsommers nur einen kurzfristigen Einfluss auf das Wachstumstempo haben, meint Mark Mobius, Executive Chairman bei Templeton Asset Management und Schwellenländer-Experte. Er sieht vor allem bei institutionellen Anlegern Nachholbedarf für Investments in den Wachstumsmärkten.
»Die Schwellenmärkte bieten reizvolle Investmentgelegenheiten, weil sie (1) im Verhältnis höheres BIP-Wachstum aufweisen, (2) Devisenreserven angehäuft haben, die ihre Volkswirtschaften weit besser gegen externe Schocks wappnen, (3) im Verhältnis geringer verschuldet sind, (4) wachsendes Anlegervertrauen genießen, (5) hohe Kapitalzuflüsse verzeichnen, weil (6) angesichts niedriger Bankzinsen höhere Renditen gefragt sind und vor allem, weil (7) die Bewertungen unspektakulär sind.

Hinzu kommt, dass 2009 im Durchschnitt rund 3 bis 8 Prozent der Portfolios institutioneller Investoren in Schwellenmärkten investiert waren, die etwa 30% der globalen Marktkapitalisierung ausmachen. Diese Diskrepanz lässt uns annehmen, dass die potenzielle Nachfrage nach Schwellenländeranlagen erheblich sein dürfte. In Zukunft könnte mehr Kapital auf diese Märkte gelenkt werden, wenn die Investoren erkennen, dass sie dort im Vergleich zu den Industrieländern zu vernünftigen Preisen bei im Verhältnis niedrigen Risiken werthaltige Titel erwerben können."
Umfrage TNS Emnid zu BRIC (im Auftrag von Goldman Sachs): Zahlreiche Chancen für Anleger in Deutschland  17.9.10
 Das Akronym BRICs steht für die vier Länder Brasilien, Russland, Indien und China. Das zugrunde liegende Konzept wurde im Jahr 2001 von Jim ONeill von Goldman Sachs entwickelt. Goldman Sachs schätzt, dass diese vier Länder bis zum Jahr 2030 zu den sieben größten Wirtschaftsnationen der Welt gehören werden. Anleger aus Deutschland sind jedoch bisher nur in sehr geringem Umfang in den BRIC-Ländern investiert. Lediglich 5,6 % der Privatanleger haben überhaupt schon einmal Geld in einem BRICs-Fonds angelegt. Außerdem werden die Chancen von BRIC-Investments von der Mehrheit der Anleger unterschätzt: Ausgehend von einem Anlagehorizont von fünf Jahren schätzen circa 30 % der Privatanleger, dass die BRICs eine Rendite von weniger als fünf Prozent generieren werden. Nur knapp über 25 % rechnen mit einer Rendite zwischen sechs und zehn Prozent und gerade einmal sechs Prozent der Investoren trauen den BRICs Renditen von mehr als 20 % zu, so das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage von TNS Emnid im Auftrag von Goldman Sachs Asset Management. In den vergangenen fünf Jahren haben die BRIC-Länder jedoch laut MSCI-Index tatsächlich eine kumulierte Nettorendite von 134,74 % abgeworfen.
Die Umfrage mache deutlich, dass einer der Hauptgründe, warum Anleger nicht in die BRICs investieren, in deren Wahrnehmung der möglichen Risiken liege. "So halten fast zwei Drittel der Befragten die BRICs im Vergleich zu den Industrieländern für riskanter. Allerdings glaubt die Mehrheit der Befragten auch nicht, dass das Wachstumspotenzial der BRICs zu einer spekulativen Blase führen wird",
Michael Gruener, der bei Goldman Sachs Asset Management den Fondsvertrieb für Deutschland leitet, meint mit Blick auf die Umfrage:
"Diese Studie weist auf ein beachtliches, bisher nicht genutztes Potenzial hin. Die BRICs werfen seit Jahren hohe Renditen ab und werden zunehmend als Lokomotiven für das weltweite Wirtschaftswachstum gesehen. Zwar scheinen immer mehr deutsche Anleger jetzt die Chancen nutzen zu wollen, die die BRICs bieten - die Mehrheit wird aber immer noch durch mangelnde Kenntnis und die Angst vor Unsicherheit in diesen Märkten zurückgehalten. Wir bei Goldman Sachs Asset Management werden unsere Anstrengungen verstärken, sowohl Risiko- als auch Renditeeigenschaften der BRICs zu betonen, damit die Anleger fundierte Entscheidungen in Bezug auf diese wachsenden Chancen treffen können."
"Wir meinen, dass die Anleger sich die BRICs sehr genau ansehen sollten, denn die Fundamentaldaten dieser vier Länder sind heute so stabil wie nie zuvor", sagt Kathryn Koch, Kundenportfoliomanagerin im Bereich "Fundamental Equities" bei Goldman Sachs Asset Management. Die Staats- und Unternehmensbilanzen würden solide aussehen, das Bewertungsniveau von Aktien könne als attraktiv angesehen werden, und die Produktivität scheine zuzunehmen. "Was die Zukunft angeht, glauben wir außerdem, dass sich mehrere demografische Trends positiv auf die BRICs auswirken dürften. Hierzu gehören die junge Bevölkerung dieser Länder, die fortschreitende Urbanisierung und die Entstehung einer Mittelschicht mit entsprechender Kaufkraft. Deshalb glauben wir, dass sich den Anlegern jetzt eine günstige Gelegenheit bieten könnte, ihr Engagement in einigen der am schnellsten wachsenden Länder der Welt auszubauen.", so Koch abschließend.
Börsen - Parasiten: Schweres Umfeld für Fonds  17.9.10
 Galiplan-Fondsmanager Steffen Hauptmann fordert Beschränkungen für High Frequency Trader
"High Frequency Trader sind Parasiten, denn sie verhindern faire Preise". Steffen Hauptmann, Fondsmanager des Aktienfonds Galiplan Aktien Global AMI, fordert Eingriffe der Regulierungsbehörden gegen das High Frequency Trading, dem mit Hochleistungsrechnern gesteuert Aktienhandel mit dem Ziel, durch Ausnutzung von Geschwindigkeitsvorteilen im Millisekundenbereich Gewinne zu erzielen. Nach den aktuellsten Zahlen des Aite Group Survey habe das HFT mittlerweile einen Anteil von rund 73 Prozent am US-Börsenhandel. "Aktien marschieren immer stärker im Gleichschritt. Die Korrelation innerhalb der Gesamtheit aller Aktien steigt seit geraumer Zeit stetig an", so Hauptmann. Dies verfälsche die wirkliche Marktsituation, daraus ergebe sich ein schweres Umfeld für quantitative Fonds.
»Um das schnelle Handeln zu gewährleisten, stehen die Computer mit den entsprechenden Programmen so nahe wie möglich an den Computern der Börsenplattformen. So werden Leitungslaufzeiten vermindert. Zusätzlich sind die schnellsten verfügbaren Prozessoren und die neueste Netzwerktechnologie im Einsatz. Einige der neuen elektronischen Börsenplattformen ermöglichen den HFT-Firmen zudem das Handeln vor den eingehenden Orders externer Broker: die HFT-Computer "sehen" den Orderfluss und treten binnen Millisekunden als Käufer und Verkäufer der Aktie auf. Damit erhöhen sie den Orderpreis künstlich auf Kosten des Käufers.

"Dieses Flash-Trading bewegt sich hart an der Grenze des juristisch Zulässigen und wird von vielen Seiten kritisiert.

Die Verfechter des High Frequency Trading behaupten, dass damit die Liquidität an den Börsen erhöht werde. "Dabei hat sich gezeigt, dass diese HFT-Algorithmen genau dann keine Liquidität anbieten, wenn diese am meisten gebraucht wird, wie bei starken Börsenbewegungen. Stattdessen lösen sie möglicherweise sogar die extreme Börsenbewegung ursächlich mit aus." Mit HFT und Flash-Trading werden massive Gewinne generiert. Einige dieser Firmen lassen verlauten, dass sie keinen einzigen Tag mit Verlusten abgeschlossen hätten.

Eine der wichtigsten Funktionen von Börsen ist es, faire Preise für ein Unternehmen zu finden. "Für mich sind die High Frequency Trader die erste Gruppe von Marktteilnehmern, die keinen Beitrag zur Findung eines fairen Preises leisten. Ich möchte sie sogar als ‚Parasiten‘ bezeichnen, die sich durch Geschwindigkeitsvorteile an anderen Marktteilnehmern bereichern", äußert Hauptmann.

"In den vergangenen Wochen und Monaten haben wir so häufig wie nie zuvor Tage gesehen, in denen mehr als 90 % aller Aktien gleichzeitig gestiegen oder gefallen sind. Historisch sind solche Tage eher selten. Diese starken Trendtage wurden von den High Frequency Tradern mit ihrer starken Dominanz künstlich verursacht. Sie tragen auch dazu bei, dass viele Aktien sich länger und weiter als üblich von ihren fairen Preisniveaus entfernen. Die Preisentwicklung hat somit an Aussagekraft verloren. Dies wiederum macht es allen anderen Anlegergruppen schwer, am Markt eine ‚normale‘ Performance zu erzielen. Eingriffe der Regulierungsbehörden zur Einschränkung dieser Strategien sind meiner Meinung nach unumgänglich", fordert Hauptmann.
Stärke der skandinavischen Märkte nutzen  16.9.10
 Anleger auf der Suche nach attraktiver Wertentwicklung finden gegenwärtig auf den skandinavischen Aktienmärkten eine interessante Alternative zu Investments in der Eurozone. Darauf weist die dänische Fondsgesellschaft Jyske Invest International hin. „Die Wertentwicklung der skandinavischen Aktienmärkte ist im Jahr 2010 durchschnittlich besser als die des DAX oder des Eurostoxx 50 verlaufen. Mit solide geführten Staatshaushalten und erfolgreichen, international ausgerichteten Unternehmen sind die nordischen Länder auch für die Zukunft gut gerüstet”, so die Einschätzung von Flemming Larsen, Leiter Portfolio-Management Aktien bei Jyske Invest.
Während die DAX-Titel inzwischen knapp fünf Prozent über dem Wert vom Jahresbeginn 2010 notieren, legten dänische Aktien um 25 Prozent und schwedische um 13 Prozent zu. Die Märkte in Norwegen und Finnland zeigen sich weniger stark, behaupten aber weitgehend ihre Position seit Januar. Damit ergibt sich ein deutliches Nord-Süd-Gefälle in der Wertentwicklung. Im Schnitt verloren europäische Titel im Jahresverlauf rund sechs Prozent an Wert.

Analysten sehen in den gesunden Staatsfinanzen und der vom Export getragenen Wirtschaftsentwicklung die wichtigsten Gründe für das Anlegervertrauen im Norden. Mussten die großen Volkswirtschaften in Euroland ausufernde Staatsverschuldung in Kauf nehmen, um die Finanzsysteme vor dem Kollaps zu bewahren, konnten die Finanzpolitiker in Kopenhagen oder Stockholm die Turbulenzen der letzten Jahre besser abfedern. Während Deutschlands Verschuldung in Relation zur Wirtschaftsleistung mittlerweile bei rund 79 Prozent liegt, halten Dänen mit 45 Prozent und Schweden mit 42 Prozent die Schuldenlast in Grenzen.

Der „Flight into Nordics“ beruht auch auf einem gesunden Wirtschaftswachstum, verbunden mit starkem Export und einer soliden Inlandsnachfrage. Unternehmen in Dänemark und Schweden profitieren von effizienten Kostenstrukturen und einer internationalen Ausrichtung. Überproportional häufig sind die Nordländer in aussichtsreichen Wachstumsregionen wie China oder Brasilien aktiv. Die Exportquote liegt in Dänemark bei über 50 Prozent, in Schweden bei rund 45 Prozent. Anleger, die ihre Investitionen auf die Erfahrung von Skandinavien-Experten stützen wollen, finden bei der dänischen Fondsgesellschaft Jyske Invest sowohl im Aktien- als auch im Anleihesektor entsprechende Angebote:
 

Jyske Invest Danish Equities (DK0016260789),

Jyske Invest Swedish Equities(DK0016260862),

Jske Invest Danish Bonds (DK0016260003),

Jyske Invest Swedish Bonds (DK0016260276),

Jyske Invest Balanced Strategy NOK (DK0060129815).

 

Wieland Thyssen, Leiter der deutschen Niederlassung von Jyske Invest, freut sich, dass die Anlagemöglichkeiten in Nordeuropa auch deutschen Interessenten offen stehen: „Die Teams im Jyske Invest Portfolio-Management haben gerade in ihren Heimatmärkten eine herausragende Expertise. Deutsche Anleger erhalten mit unseren „Scandinavien-Fonds“ Zugang zu den von Euro-Sorgen wenig belasteten, wirtschaftlich starken Märkten in Europa.“

Telos ratet VCH New Energy mit "AA-"  16.9.10
 Telos hat den VCH New Energy geratet. Der Fonds erfüllt sehr hohe Qualitätsstandards und erhält die Bewertung "AA-" auf einer Skala von A bis AAA (höchste Qualitätsstandards). Das Fondsrating von Telos beurteilt auf qualitative Weise die Stringenz des Investmentprozesses, den Fondsmanager und sein Team  sowie das Qualitätsmanagement innerhalb des Prozesses vor dem Hintergrund der Einhaltung ethischer Grundsätze wie Fondsklarheit und -wahrheit. Die Performanceergebnisse der Fonds dienen zur Beurteilung der Konsistenz des Investmentprozesses. Im Hinblick auf die Bewertung für den VCH New Energy heißt es in dem Telos-Kommentar unter anderem:
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Der VCH New Energy ist ein aktiv gemanagter, zukunftsorientierter Aktienfonds, der in Unternehmen mit Geschäftsfokus auf erneuerbare Energiequellen und deren Nutzung, Speicherung und Distribution investiert. Dabei wird neben traditionellen erneuerbaren Energien (Solar und Wind) auch in "Next Generation Energies" wie Solar- und Geothermie sowie Technologien der Energieeffizienz, Energiespeicherung und Wasser angelegt.
Der Fonds ist global ausgerichtet, wobei der Anlageschwerpunkt derzeit auf den USA liegt. Dies ist auf die dortigen als chancenreich eingestuften Investmentmöglichkeiten im Bereich Energie-Effizienz und Energie-Infrastruktur zurückzuführen. Das Ziel besteht darin, von dem aus Sicht des Fondsmanagements zunehmenden Umweltbewusstsein von Unternehmen und Regierungen weltweit zu profitieren. Vor dem Hintergrund der Folgen des Klimawandels und politischer Förderungen sind die Portfoliomanager überzeugt, dass die weltweite Nachfrage nach erneuerbaren Energien in Zukunft weiter steigen wird. Zum einen werden Unternehmen, die in ihrer Branche Technologie- und Marktführer sind, in das Portfolio aufgenommen.

Zum anderen wird aber auch in eher unbekannte Unternehmen investiert, die als chancenreiche Newcomer angesehen werden. Dabei können grundsätzlich bis zu 10 Prozent des Fondsvolumen in bisher noch nicht börsennotierte Werte angelegt werden. Derzeit befindet sich nur ein nicht gelisteter Wert im Portfolio. Die Gewichtung eines Titels wird in Abhängigkeit der Liquidität und des Risikos, das mit einem Wert verbunden wird, vorgenommen. Tendenziell werden Marktführer stärker gewichtet als Newcomer. Währungsrisiken werden dabei grundsätzlich abgesichert.
Die Fondskonstruktion erfolgt Bottom-Up in einem mehrstufigen Prozess. Entsprechend findet das Risikomanagement vorwiegend auf Einzeltitelebene statt. Zur Risikoreduktion wird eine ausreichend breite Diversifikation des Fondsvolumens über einzelne Länder und Sektoren hinweg angestrebt, wobei allerdings keine festen Limite bestehen. Da erneuerbare Energien per se ein nachhaltiges Thema darstellen, fokussiert der Fonds das Research neben traditionellen Nachhaltigkeitskriterien wie Umwelt und soziale Verantwortung vor allem auf die Corporate Governance der Unternehmen.

Dabei wurde der Corporate Goverance Ansatz im letzten Jahr nochmals verfeinert. Grundsätzlich nicht investiert wird in Unternehmen aus den Bereichen Kernenergie und Erdöl. Durch die fundamentale Analyse wird das Anlageuniversum weiter reduziert. Bei der Einzelanalyse potentieller Investments werden Unternehmen zuerst quantitativ anhand einer Trendfolgeanalyse und anschließend qualitativ mittels einer Beurteilung der Managementqualität und des Track Records ausgewertet.
Das Portfolio konzentriert sich auf 35 bis 45 Aktien. Seit 2009 wird der S&P Global Clean Energy Index als Vergleichsindex herangezogen. Dieser Index spiegelt das Anlageuniversum besser wider als der bis dahin verwendete MSCI World Index und wurde zuvor bereits für interne Vergleichszwecke verwendet. Im Jahr 2009 wurde gegenüber diesem Index eine Outperformance erzielt. Nach wie vor erfolgt die Portfoliokonstruktion jedoch unabhängig von einer Benchmark. Die Sharpe-Ratio seit Auflegung liegt im negativen Bereich. Sofern der Fonds in einem Jahr eine positive Performance erzielt, fällt neben der Managementgebühr eine Performancefee von 10 Prozent der erzielten Performance an, sofern neue Höchstkurse erreicht werden.“ 

Carmignac ist skeptisch gegenüber dem Euro  16.9.10
 Gute Aussichten für Schwellenländer, schwache US-Wirtschaft und Skepsis gegenüber dem Euro – Das sind die Kernaussagen von Eric Le Coz, Mitglied des Investmentkomitees von Carmignac Gestion, in einem aktuellen Marktkommentar zur globalen wirtschaftlichen Situation und der Wertentwicklung einzelner Assetklassen.

1. Gute Aussichten für Schwellenländer, insbesondere China: Die Konjunkturprognosen für China sind prächtig. Der Binnenkonsum steigt dort jährlich um 15 bis 20 Prozent an, die Inflationsrate liegt kontrolliert bei rund drei Prozent, und entgegen vieler Vorhersagen floriert der Außenhandel. China, aber auch andere Emerging Markets wie Indien und Brasilien, sind die Gewinner des vergangenen Monats. Diese Länder zeigen, dass eine restriktive Geldpolitik die Binnennachfrage nicht zwangsläufig beeinträchtigen muss. Die Direktinvestitionen von Carmignac in den Schwellenländern machen momentan rund ein Drittel des Aktienvermögens des Carmignac Investissement und des Carmignac Patrimoine aus.

2. US-Wirtschaft noch schwach: Zwar verbesserten sich Kennzahlen, wie der US-Einkaufsmanagerindex oder die Hausverkäufe, im Vergleich zum Vormonat und lagen über den Markterwartungen – die US-Wirtschaft erholt sich jedoch nur zögerlich. Das künftige Wachstum wird nicht ausreichen, um die Arbeitslosenquote rasch zu senken. Die Anleihenmärkte haben auf diese Entwicklung reagiert: Die Rendite für 10-jährige Papiere ist auf unter 2,5 Prozent gesunken. Carmignac setzt daher verstärkt auf Aktien. In den offensiveren Fonds, wie dem Carmignac Investissement, dem Carmignac Emergents oder dem Carmignac Commodities, hat die Gesellschaft ihre Aktienquote wieder auf fast 100 Prozent erhöht. Im Mischfonds Carmignac Patrimoine wurde das Exposure in Aktien auf rund 30 Prozent aufgestockt.

3. Skepsis gegenüber dem Euro: Europa ist zweigeteilt. Die Exportnation Deutschland mit einem erwarteten jährlichen Wachstum von drei Prozent steht wirtschaftlich schwachen Ländern wie Griechenland und Spanien gegenüber. Zwar hat die EZB ihre Wachstumsprognosen für die Eurozone nach oben korrigiert – Probleme, wie hohe Arbeitslosenzahlen und steigende Staatsschulden, existieren aber weiterhin. Im Vergleich zu den Währungen von wirtschaftlich dynamischeren Regionen ist der Euro derzeit schwach, und das Exposure im Euro bleibt daher stark begrenzt.
first private: Globale Strategien mit beeindruckendem Vorsprung 16.9.10
 "Eine jüngst erschienene Studie* belegt eindrucksvoll den Diversifikationsnutzen einer "Globalisierung" des Aktienportfolios. Besonders gleichgewichtete globale Aktienfonds verringern das Risiko nachhaltig. Die Volatilität der Aktienanlage kann so um rund 30% reduziert werden", schreibt die first privat Investment Management.
Während Absicherungen über Derivate immer auch Rendite kosteten, stehe die Diversifikation gewissermaßen kostenfrei, als Free Lunch zur Verfügung. Diese Erkenntnis sei nicht neu, werde aber in der Vermögensverwaltung nicht selten sträflich vernachlässigt - Portfolios seien zu oft vornehmlich mit lokalen Aktien bestückt (home bias). In der neuen Studie* werde jedoch nochmals eindrucksvoll nachgewiesen, dass gerade über längere Fristen globale Portfolios erhebliche Vorteile generieren würden - dies auch und gerade während der herausfordernden vergangenen Jahre im Umfeld einer dramatischen Finanzkrise. Denn während kurzfristig, in schockartigen Abwärtsbewegungen der Märkte, die Korrelationen der Märkte zunehmen würden (schwacher Diversifikationsnutzen), würden Aktienerträge langfristig durch die eigenständige Entwicklung der verschiedenen Volkswirtschaften bestimmt. Interessant sei, dass der entstehende Diversifikationsnutzen nachweislich dann besonders groß sei, wenn das globale Aktienportfolio gleich gewichtet sei, d. h. wenn die Marktkapitalisierung bzw. Benchmark bei der Portfoliokonstruktion keine Rolle spiele - ein klares Votum für die benchmarkabhängige, aktive Aktienauswahl. Das Resultat: In den vergangenen Jahren habe die Volatilität globaler Aktienindizes (hier: MSCI World TR) je nach Vergleichsindex um ca. 20% bis 40% unter der der jeweiligen lokalen Märkte gelegen. Mit offensichtlich wachsender Krisenanfälligkeit der Industrienationen ("Verlorene Dekade" in Japan, "Subprime-Krise" in den USA, "Staatsschuldenkrise" in den USA) würden immer wieder einzelne Regionen besonders von externen Schocks betroffen sein, so dass sich eine weltweite Streuung zunehmend  auszahle.
Deutschland attraktivster Aktienmarkt in Euroland   15.9.10
 Der europäische Aktienmarkt wird sich bis zum Jahresende trotz anhaltender Volatilität freundlich entwickeln. Zu dieser Einschätzung kommt die Fondsgesellschaft Pioneer Investments in einem aktuellen Marktkommentar. "Trotz möglicher Korrekturen dürfte die US-Notenbank durch ihr Handeln die Aktienmärkte positiv beeinflussen - davon profitiert auch Europa, erklärt Markus Steinbeis, Fondsmanager im Bereich European Equities bei Pioneer Investments.
Besonders interessant findet der Investmentexperte europäische Rohstoffaktien: "Der strukturelle Aufwärtstrend im Rohstoffsektor bleibt intakt. Neben Rohstoffwerten sind laut Steinbeis aber auch im Industrie- und Konsumgüterbereich attraktive Aktien zu finden. Aktuell setze er hier etwa auf das Technologieunternehmen ABB und auf den Luxusmarkenkonzern LVMH. "Die Schlüsselrolle spielt dabei die Nachfrage aus den Emerging Markets", sagt der Fondsmanager. "Grundsätzlich sind alle Unternehmen interessant, die einen hohen Umsatzanteil in den wirtschaftlich stark wachsenden Regionen der Welt haben."
Aus diesem Grund habe der Fondsmanager derzeit deutsche Aktien übergewichtet, obwohl er keinen Länderansatz verfolge. "Solange das Wachstum in den Schwellenländern weitergeht, wird der deutsche Markt mit seinem starken Auslandsgeschäft der attraktivste in Euroland bleiben", erwartet Steinbeis. "Bis auf weiteres profitiert der deutsche Export vom schwachen Euro, günstigen Finanzierungsbedingungen und hoher Wettbewerbsfähigkeit." Unter deutschen Aktien bevorzugt Steinbeis Industrie- und Automobil-Werte, wie Siemens und Daimler.
Neben einem starken Schwellenländer-Fokus sei für den Investor auch eine solide und nachhaltige Dividendenrendite sehr wichtig. "Unternehmen mit diesem Profil finden wir trotz der dortigen strukturellen Probleme auch in Südeuropa, betont Steinbeis. Firmen, die sich aber auf die Binnenwirtschaft dieser Länder fokussiert hätten, meide er. Mit Blick auf die Finanzbranche ist Steinbeis skeptisch: Die Banken belasteten Intransparenz, Unterkapitalisierung sowie die zunehmende Regulierung. Versicherer litten an Margendruck und einem für sie ungünstigen Kapitalmarktumfeld. "Vor diesem Hintergrund werden Finanzwerte nicht der Treiber eines Börsenaufschwungs sein; sie bergen vielmehr erhebliche Risiken bei erneuten Marktturbulenzen", erläutert der Investmentexperte.
Risiko Gold  14.9.10
 Lupus alpha Asset Management sieht angesichts der aktuellen Situation auf dem Goldmarkt das Edelmetall mehr als Währung denn als Rohstoff
Mehr als 40 Prozent der weltweiten Nachfrage nach Gold kommt inzwischen aus dem Investmentsektor: "Gold ist weder nur Währung noch nur Rohstoff. Gold fällt im Investmentuniversum eine Sonderrolle zu", heißt es im aktuellen Commodity Report von Lupus alpha Asset Management. "Investoren müssen dies beachten, um die Faktoren für die zukünftige Goldpreisentwicklung identifizieren zu können. Die aktuelle Zunahme der Nachfrage seitens Investoren zeigt, dass Gold derzeit eher als Währung gesehen wird."
"Die hohen Mittelzuflüsse in börsengehandelten Goldfonds und die starken Preissteigerungen zeigen, dass viele Investoren Gold heute wieder als Reservewährung ansehen, die Stabilität gegenüber schwachem Papiergeld und hoher Inflation bietet", heißt es in der aktuellen Marktstudie weiter. Gold sei aber weder nur Währung noch nur Rohstoff. "Investoren sollten daher vorsichtig sein, wenn sie die eine oder andere Brille bei der Analyse und Vorhersage des Goldpreises aufsetzen. Fundamentale Faktoren wie Angebot und Nachfrage spielen genauso eine Rolle wie die durch Stimmungen getriebene Investmentnachfrage, und beide Faktoren sind sehr schwer prognostizierter."
 
»Die Goldnachfrage wird traditionell am stärksten von der Schmuck- und Juwelierbranche bestimmt. 2.000 Tonnen werden aktuell jährlich aus diesem Bereich nachgefragt, das entspricht einem Anteil von rund 60 Prozent an der gesamten Jahresnachfrage. Der Anteil ist in den letzten Jahren allerdings stark rückläufig, noch im Jahr 2000 stellte die Schmuckindustrie mit einem Bedarf von 3.200 Tonnen mehr als 80 Prozent der Jahresnachfrage. Zurückgegangen ist vor allem die Luxusgüternachfrage aus den westlichen Ländern, während die Nachfrage aus Indien und China weiter stark ansteigt.

Immer wichtiger wird wegen der aktuellen makroökonomischen Unsicherheit die Investmentnachfrage. Als Element zur Werterhaltung ist das gelbe Metall angesichts der immer größer werdenden weltweiten Staatsverschuldung und der Angst vor einer künftig hohen Inflation sehr gefragt.

Bis zum Jahr 2007 lag das Volumen der Investments in physischem Gold und börsengehandelten Goldfonds bei nur rund 700 Tonnen, doch inzwischen kommt mehr als 40 Prozent der Goldnachfrage aus dem Investmentsektor. Den größten Anteil haben immer noch direkte, physische Anlagen in Goldbarren oder Münzen, die Nachfrage nach börsengehandelten Goldprodukten ist allerdings sprunghaft gestiegen.

Allein in den Jahren 2007 bis 2009 hat die Nachfrage nach Exchange Traded Funds (ETF) um mehr als 140 Prozent zugenommen. Die Zuflüsse in börsengehandelte Fonds liegen bei aktuell mehr als 620 Tonnen physisches Gold und tragen damit knapp 20 Prozent zur globalen Nachfrage bei. Die Gesamtnachfrage nach Gold hat Ende 2009 einen neuen Höchststand erreicht und ist im Jahre 2010 weiter ansteigend.«

Lupus alpha Commodity Opportunities Fund ist ein von der HSBC Securities Services (Ireland) Limited aufgelegter Publikumsfonds.
Allianz Global Investors stellt Riester-Neugeschäft ein  14.9.10
 Der Absatz von Riester- und Rürup-Produkten ist bei Allianz Global Investors „hinter den Erwartungen zurück geblieben“, heißt es seitens der Gesellschaft.  Deshalb wird Allianz Global Investors zum 1. November 2010 das Neugeschäft mit ihrem Riester- und ihrem Rürup-Produkt, dem cominvest Riester-FörderDepot sowie der Allianz Fonds BasisRente, einstellen.
In Zukunft konzentriert sich Allianz Global Investors auf Lösungen für die nicht geförderte private und betriebliche Altersvorsorge, die als langfristige globale Wachstumsmärkte ein zentrales Geschäftsfeld bleiben. Beim Neugeschäft mit der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge fokussiert sich die Allianz Gruppe in Deutschland künftig auf die Produkte der Allianz Lebensversicherungs-AG.
Auf bestehende Altersvorsorgeverträge im Rahmen des cominvest Riester-FörderDepots bzw. der Allianz Fonds BasisRente hat die Einstellung des Neugeschäfts allerdings keine Auswirkungen; bestehende Verträge behalten ihre Gültigkeit und können wie bisher weiter bespart werden.
"Brasilien übernimmt chinesisches Wachstumsmodell"
 "Unter Berücksichtigung von Preis- und Wechselkursdifferenzen zur übrigen Welt hat sich das Pro-Kopf-Vermögen Chinas in den vergangenen beiden Jahrzehnten verneunfacht. Alle anderen Schwellenländervolkswirtschaften haben im Gegensatz dazu nur bescheidene Zuwächse beim Wohlstand erzielt. Mit einer vierfachen Steigerung ist Indien immerhin der Spitzenreiter unter den übrigen Ländern, während Russland und die Philippinen mit einem Faktor unter 2 am schwächsten abschneiden. Und auch Brasilien bringt es nur auf einen Faktor von knapp über 2", berichtet Marteen Jan Bakkum, Senior Product Specialist und GEM Strategist bei ING Investment Management. Der riesige Vorsprung Chinas gegenüber den anderen Schwellenländern sei der Hauptgrund, warum das chinesische Wirtschaftsmodell oder zumindest Teile davon in zunehmendem Maße von anderen Volkswirtschaften übernommen werde.
So seien die Realzinsen in Indien in den vergangenen beiden Jahren negativ gewesen und stellten damit eine völlige Umkehr der bisherigen zurückhaltenden Geldpolitik der indischen Zentralbank dar. Doch der Druck, Wirtschaftswachstum zu sichern und nicht zu weit hinter dem großen Nachbarn China zurückzubleiben, sei einfach zu stark. In den meisten anderen Schwellenländern sei die Geldpolitik jetzt entweder lockerer als (jemals) zuvor oder der Investmentansatz der Regierung habe sich erheblich geändert.
Auch in Brasilien, wo das Wirtschaftswachstum jahrzehntelang hinter anderen Schwellenländern hinterhergehinkt sei, falle jetzt sozusagen der Groschen. Seit die Kreditkrise 2008 die USA und Europa in Atem hielt, habe Brasilia seine Kreditvergabe über die staatliche Förderbank BNDES stetig ausgeweitet. Das sei zunächst sicherlich keine schlechte Idee, da die Privatbanken in den Krisenmonaten von 2008 kaum in der Lage gewesen seien, neue umfangreiche Investmentprojekte zu finanzieren. Inzwischen seien die brasilianischen Privatbanken zwar wieder in guter Verfassung, aber die BNDES setze ihre expansive Politik fort. Das Kreditneugeschäft sei 2008 und 2009 um 40-50 % gewachsen. Angesichts der lebhaften Kredittätigkeit in der ersten Jahreshälfte werde das durchschnittliche Wachstum 2010 sicherlich nicht geringer ausfallen.
"Die Finanzierung größerer und häufig prestigeträchtiger Infrastrukturprojekte durch eine staatliche Bank ist in China gang und gäbe. Diese Strategie wird durch die hohe Investitionsquote von über 45 % noch untermauert; damit liegt Chinas Wachstumstrendrate zwischen sechs und neun Prozent" berichtet Bakkum. In Brasilien liege die Investitionsquote dagegen nur bei 19 %. Die Regierung wolle diese Quote in den kommenden Jahren auf 24 % steigern, um eine potenzielle Wachstumsrate von 5-6 % zu erreichen. Mit seiner BNDES-Strategie könne es der Regierung durchaus gelingen, in den nächsten Jahren seine Wachstumsziele umzusetzen.
Zwar werde diese Strategie kurzfristig wohl kaum zu finanziellen Problemen führen, langfristig bestünden aber sicherlich Risiken. Getrübte Transparenz der brasilianischen Fiskalpolitik, ineffizientere Kapitalzuweisung, ein sich ausweitendes Leistungsbilanzdefizit sowie allgemein zunehmende staatliche Eingriffe in der Wirtschaft seien reale Sorgen, derer sich Investoren bewusst sein sollten.
Invesco integriert Publikumsfondsgeschäft von Morgan Stanley  10.9.10
 Invesco hat die Akquisition des Publikumsfondsgeschäfts von Morgan Stanley in den USA mit Integration der Fondssparte Van Kampen Investments (120 Milliarden USD AuM)   abgeschlossen. Das Angebot an Anlagestrategien umfasst Aktien- und Rentenmärkte, Cash Management sowie alternative Anlageklassen (Immobilien, Private Equity) und unterschiedliche Investmentvehikel (Fonds, Segregated Accounts, Exchange Traded Funds) sowie Sub-Advisory.
Invesco verfügt nun über mehr als 650 Investmentprofis. Durch den Zusammenschluss erhöht sich das von Invesco weltweit verwaltete Vermögen auf 557,7 Milliarden US-Dollar.
„Die Teams und Unternehmenskulturen von Invesco und Van Kampen ergänzen sich optimal und haben den gleichen Anspruch: Top-Leistungen im Investmentmanagement. Durch die Breite, Tiefe und komplementäre Natur der gebündelten Investmentressourcen und -strategien ist Invesco jetzt noch besser aufgestellt, um seinen Kunden erstklassige, leistungsstarke Investmentlösungen zu bieten“, sagt Jean-Baptiste de Franssu, CEO, Invesco Europe. „Die Integration stärkt unsere Kundenbeziehungen und unsere globalen Vertriebsressourcen.“ Durch den Zusammenschluss erweitert Invesco insbesondere sein Investmentangebot im Bereich der Value-Strategien für US-amerikanische und japanische Aktienmärkte.
Die globale Produktpalette von Invesco wird um sechs US-amerikanische, japanische und globale Aktienfonds ergänzt. Die neuen Fondsnamen sind: Invesco US Value Equity Fund, Invesco US Small Cap Growth Fund, Invesco Japanese Value Equity Fund, Invesco Japanese Equity Advantage Fund, Global Value Equity Fund und Invesco Global Small Cap Value Fund.
„Invesco profitiert vom Zugang mehrerer erfahrener Teams mit spezifischem Branchen-Know-how und starken Researchressourcen“, so de Franssu. „Das vom US Multi-Cap Value Team verwaltete Vermögen belief sich per 30. Juni 2010 auf über 14 Milliarden US-Dollar. Das Team verfügt über einen starken Track Record auf dem größten Markt der Welt. Im Rahmen einer Value-Anlagestrategie identifiziert das Team hier seit vielen Jahren erfolgreich unterbewertete, wenig beachtete Aktien mit einem langfristig überlegenen Wertzuwachspotenzial. Die hochqualifizierten Investmentprofis des US Small Cap Growth Teams bringen umfangreiche Expertise in der Auswahl der besten Anlagechancen im dynamischen US-amerikanischen Small-Cap-Segment ein. Sie setzen auf eine Kombination von quantitativen Screenings und fundierter Fundamentalanalyse. Durch die konsistente Anwendung eines Relative-Value-Ansatzes und seine ausgewiesene Expertise in der Einzeltitelauswahl erzielt das sechsköpfige Fondsmanagement-Team des Invesco Japanese Value Equity Fund seit zwölf Jahren regelmäßig Mehrerträge für seine Investoren. Der Japanese Equity Advantage Fund wird von einem sehr stark aufgestellten Expertenteam mit exzellenter Kenntnis des japanischen Marktes verwaltet. Dieses Team verfolgt einen für Japan neuartigen Investmentansatz, der immaterielle Vermögenswerte als wichtige Kenngröße zur Bewertung des inneren Werts von Unternehmen ansieht.“
Der Zusammenschluss sei so strukturiert, dass die Auswirkungen für Kunden möglichst gering gehalten werden sollen. So werde es keine Änderungen in der Anlagepolitik der einzelnen Subfonds geben. Serviceanbieter, Verwaltungsgebühren und die Berechnung von Performancegebühren bleiben unverändert. Invesco erwartet auch keine nennenswerten Veränderungen in der Gesamtkostenquote (TER).
Subfonds der in Luxemburg domizilierten Morgan Stanley Investment Funds, die in den neu geschaffenen SICAV-Umbrella, Invesco Funds II, eingebracht werden:
 

Name des Morgan Stanley Subfonds

Neuer Fondsname

Morgan Stanley Investment Funds Global Small Cap Value Fund

Invesco Global Small Cap Value Fund

Morgan Stanley Investment Funds Global Value Equity Fund

Invesco Global Value Equity Fund

Morgan Stanley Investment Funds Japanese Equity Advantage Fund

Invesco Japanese Equity Advantage Fund

Morgan Stanley Investment Funds Japanese Value Equity Fund

Invesco Japanese Value Equity Fund

Morgan Stanley Investment Funds US Small Cap Growth Fund

Invesco US Small Cap Growth Fund

Morgan Stanley Investment Funds US Value Equity Fund

Invesco US Value Equity Fund

Wenig Interesse an Finanzthemen  9.9.10
 Junge Verbraucher fühlen sich schnell überfordert bei Geldthemen, fanden das FAZ-Institut und die Sparkassen herausPositiv eingestellt, aber wenig interessiert und im Vorgehen nicht immer systematisch: Das ist das Ergebnis einer gemeinsamen Studie des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) und des F.A.Z.-Institutes zur Finanzkompetenz junger Erwachsener. "Nur etwa jeder zweite Befragte oder 54 Prozent befassen sich gerne mit Geldangelegenheiten", sagt DSGV-Präsident Heinrich Haasis. "44 Prozent betrachten die Auseinandersetzung mit Finanzthemen zwar als notwendig, fühlen sich aber von den Informationsangeboten offensichtlich zu wenig angesprochen." Für die Studie wurden im Mai diesen Jahres mehr als 1000 Verbraucher im Alter von 18 bis 39 Jahren befragt. Insgesamt fühle sich jeder sechste junge Mensch - also rund 3,5 Millionen Personen - bei Finanzfragen überfordert und habe bereits kapituliert. Insbesondere bei den Geringverdienern verbinde fast jeder Dritte Befragte Geld mit Arbeit und Problemen.
Gerade die Generation, die bereits in frühen Jahren für ihre persönliche Absicherung und zur Altersvorsorge anlegen sollte, fühlt sich dafür nicht ausreichend gerüstet. Vermögensberater, die sich dieser Zielgruppe widmen, sollten daher ihre jungen Kunden besonders unterstützen. "Noch mehr Informationen sind nicht die Lösung,",meint Hassis aber, "wir brauchen bessere und gezieltere Informationsmöglichkeiten." Während die Sparkassen sich mit Grafiken behelfen, um Finanzprodukte zu erklären, bietet auch das Internet viele Möglichkeiten, mit jungen Zielgruppen in Kontakt zu kommen und ihnen Geldanlagen zu erklären.
Trotz der Unlust, sich mit Geldthemen zu beschäftigen: Junge Verbraucher sind eine interessante Zielgruppe für Finanzspezialisten. 73 Prozent der Befragten legen sich eine eiserne Reserve auf die hohe kante, 65 Prozent sparen konkret auf eine geplante Anschaffung. Die Absicherung von Risiken ist für 71 Prozent das Ziel, 66 Prozent zahlen in eine private Altersvorsorge, 39 Prozent sparen für eigens Haus oder Wohnung. Allerdings: Jeweils gut die Hälfte der Befragten, die Risiko- und Altersvorsorge betreiben, bauen nebenbei auch Reserven für Notfälle auf – wahrscheinlich auch, weil ihnen dazu die Mittel fehlen. Problematisch wird dies, wenn bei plötzlichen Engpässen durch Arbeitslosigkeit Guthaben nicht schnell verfügbar sind. "Ökonomisch sinnvoller wäre es, ein Finanzpolster für Notfälle aufzubauen und dann die anderen Ziele zu verfolgen", legt Haasis Vermögensberatern denwohl wichtigsten Rat für junge Kunden nahe.
"Emerging Markets übernehmen Führungsrolle in 2030"  8.9.10
 Innerhalb der nächsten zwei Dekaden wird das Aktienmarkt-Volumen der Schwellenländer überproportional wachsen und wahrscheinlich die etablierten Industieländer in den Schatten stellen, so Goldman Sachs in einer aktuellen Analyse. China könnte dabei bis 2030 eine höhere Marktkapitalisierung aufweisen als die USA.
55 Prozent Marktkapitalisierung
Laut den Goldman Sachs-Prognosen könnte die Marktkapitalisierung der Emerging Markets von derzeit 14 Billionen Dollar bis 2020 auf 37 Billionen und bis 2030 auf 80 Billionen Dollar ansteigen. Der Anteil an der globalen Marktkapitalisierung würde sich damit von 31 Prozent auf 44 und schließlich 55 Prozent erhöhen. Gleichzeitig soll sich auch die Teilhabe der Schwellenländer am weltweiten BIP von derzeit 37 auf 49 und 59 Prozent ausweiten.
Immer wichtiger für Asset Allocation
Eine logische Folge dieser Hochrechnung: Institutionelle Investoren aus hochentwickelten Ländern werden ihren Portfolioanteil an Emerging Markets-Aktien signifikant steigern müssen. Laut Goldman Sachs von derzeit geschätzten sechs Prozent auf 18 Prozent in 2030, was in absuluten Zahlen vier Billionen Dollar entsprechen würde. Sprich, die Schwellenländer von heute werden für die gut diversifizierte globale Asset Allocation von morgen immer bedeutender. 
Credit Suisse: Staatsbankrotte noch möglich  8.9.10
 Die Wirtschaft steht nach wie vor auf wackeligen Beinen. Das wird vorerst auch so bleiben, meinen die Ökonomen der Schweizer Großbank Credit Suisse. "Selbst Staatsbankrotte können nicht ausgeschlossen werden", heißt es in ihrer jüngsten Prognose. Obwohl sich der Aufschwung nach der Rezession schneller vollzog als ursprünglich angenommen, bleiben die konjunkturellen Risiken auch 2011 noch bestehen. Das Wirtschaftswachstum legt zudem ein langsameres Tempo ein als in den vergangenen Monaten. Die Erholung setzt sich fort, wird aber noch holpriger verlaufen als bisher.

"Fall Griechenland noch nicht gelöst"

"Staatsbankrotte sind nach wie vor möglich", bestätigt Ferdinand Fichtner, Konjunkturexperte des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), im Gespräch mit pressetext. "Der Fall Griechenland ist noch nicht gelöst." Die Rettungspakete aus den EU-Ländern haben in dem hoch verschuldeten Land allenfalls für eine gewisse Zeit Abhilfe geschaffen, während die strukturellen Probleme weiter bestehen. "Die Märkte beobachten die Situation mit zunehmender Nervosität", unterstreicht Fichtner.

Neben Griechenland hat Europa mit den Volkswirtschaften Irland, Portugal und Spanien nach wie vor weitere Sorgenkinder, bei denen eine Staatspleite nicht auszuschließen ist. Ihr bisher ungelöstes Hauptproblem bildet die immer noch hohe Arbeitslosigkeit, die etwa in Spanien bei 20 Prozent liegt. Die Nachwehen der Finanzkrise werden im kommenden Jahr aber auch in anderen Ländern erneut spürbar sein - so etwa in den USA, in Deutschland oder in der Schweiz.
 

Double-Dip unwahrscheinlich
"Mit negativen Wachstumsraten ist auch in den USA nicht zu rechnen", meint Fichtner gegenüber pressetext. "Mit Auslaufen der Konjunkturpakete ist aber eine starke Abkühlung bis hin zur Stagnation möglich." So schließt der Konjunkturexperte gerade in den Staaten einen neuerlichen "Rückkopplungseffekt" nicht aus, wobei die Unsicherheit an den Finanzmärkten auf Verbrauchernachfrage und Kreditvergabe übergreift. Die Verunsicherung bei Investoren und Anlegern bremst somit die realwirtschaftliche Investitionstätigkeit.

2010 geht die Credit Suisse noch von einem starken Wachstum der Schweizer Wirtschaft von 2,4 Prozent und damit einer überraschend starken Erholung vom Krisenjahr 2009 aus. In Deutschland wird das Bruttoinlandsprodukt wohl um "deutlich über drei Prozent" steigen, meint Fichtner. Der Großbank zufolge halbiert sich das Plus in der Eidgenossenschaft aber schon im kommenden Jahr wieder auf nur mehr 1,2 Prozent. Ein Rückfall in die Rezession ist dennoch nicht abzusehen. So beschneidet die Verschuldung in der Schweiz das Wachstumspotenzial "nicht annähernd so stark wie in den meisten anderen Industriestaaten".

Nachhaltigeres Wachstum in Asien dank maßvoller Abkühlung  8.9.10
 "Viele asiatische Länder haben bemerkenswert starkes Wachstum verzeichnet. Obwohl Chinas Wachstumsrate im 2. Quartal mit 10,3% geringer ausfiel als im 1.Quartal 2010 (11,9%), war sie doch beachtlich. In Indien lag der annualisierte BIP-Zuwachs im Jahr bis 30. Juni nahe 8%, Südkorea verzeichnete über 7% und Indonesien 6,2%. Wegen der gemischten Konjunkturaussichten in Europa und den USA kann es sein, dass China und andere asiatische Länder ihr jüngstes Wachstumsniveau in der zweiten Jahreshälfte nicht halten können. Außerdem achten die für die Geldpolitik zuständigen Stellen in China und anderen Ländern der Region Asien-Pazifik sehr genau auf die Gefahr eine Überhitzung. Vielfach scheint es, dass sie bedenklichen Entwicklungen durch potenzielle Spekulationsblasen erfolgreich frühzeitig entgegenwirken. Dazu zählen auch die von China ergriffenen Maßnahmen zur Abkühlung des Wohnungsmarkts und der Kreditvergabe, die uns eindeutig vernünftig erscheinen. Einige Analysten rechnen damit, dass Chinas Wachstum deshalb im 3.Quartal auf ein nachhaltigeres Niveau zwischen 8% und 10% sinken wird", berichten die Experten des Global Fixed Income Teams von Franklin Templeton Investments.
Die Märkte hätten in den vergangenen Wochen zu Überreaktionen geneigt. Kurzfristig bestehe die Gefahr, dass der Markt eine maßvolle Abkühlung auf ein nachhaltigeres Entwicklungsniveau als eine harte Konjunkturlandung interpretieren könnte. Es sei wichtig, dass die Anleger verstünden, aus welchen Gründen Asiens Wachstumstempo in den kommenden Monaten fallen könnte, und welche Aussichten für 2011 bestehen. "Wir halten es für wahrscheinlicher, dass sich das Wachstum in Asien nach einer V-förmigen Erholung normalisiert. Sofern unvorhergesehene Schocks ausbleiben, denken wir, dass die Region 2011 wieder Trendwachstum erzielt und danach noch etliche Jahre in recht hohem Tempo weiter wächst. Dieses Wachstum wird wahrscheinlich eher dem Inlandsverbrauch und dem Handel innerhalb der Region zu verdanken sein als den Exporten nach Europa und Nordamerika. Wenn die Lage in diesen Regionen jedoch flau bleibt, dürfte Asien außerdem weiterhin von starken Kapitalzuflüssen profitieren. Unter diesen Umständen halten wir Marktgerede über eine harte Landung in Asien eher für eine möglicherweise günstige Gelegenheit, um in verschiedene asiatische Werte, u.a. auch in asiatische Währungen, zu investieren", schreibt das Fondsmanagement.
Pressemitteilung zur geplanten Wiederöffnung des Immobilienfonds MS P2Value  8.9.10
 

Morgan Stanley Real Estate Investment GmbH (KAG) trifft Vorbereitungen zur Wiedereröffnung des P2 Value am 1. November 2010.

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Nach substantiellen Abwertungen wird kein weiterer wesentlicher Abwertungsbedarf beim P2 Value nach dem 31. Oktober 2010 erwartet.

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NAV am 1. November bei 820 bis 870 Millionen Euro erwartet

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Dr. Marc Weinstock und Silvia Schmitten-Walgenbach verstärken die Geschäftsführung der KAG

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Verwaltungsvergütung wird für die kommenden drei Jahre zu Lasten der KAG halbiert

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Erwartete durchschnittliche Ausschüttungsrendite in den nächsten drei Jahren bei rund 5%

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Nach signifikanten Abwertungen und Risikovorsorge sieht die Geschäftsführung den P2 Value gut aufgestellt, um von der erwarteten Markterholung zu profitieren

Die Nachbewertung von Immobilien des Offenen Immobilien-Publikumsfonds P2 Value durch unabhängige Sachverständige hat zur Abwertung von sieben weiteren Fondsimmobilien geführt. Bis Ende Oktober 2010 wird die Phase der Nachbewertungen mit weiteren acht Objekten des Fonds abgeschlossen werden. Angesichts des Umfangs der aktuellen Nachbewertungen wird davon ausgegangen, dass nach dem 31. Oktober 2010 keine weiteren wesentlichen Wertminderungen erfolgen werden. Die Geschäftsführung der KAG geht davon aus, dass der P2 Value angesichts des jetzigen Bewertungsniveaus und der möglichen Belebung der Immobilienmärkte für eine nachhaltige Öffnung Anfang November 2010 gut gerüstet ist.
Bei der Wiedereröffnung des Fonds Anfang November wird mit einem Fondswert von 820 bis 870 Millionen Euro gerechnet. Diese Erwartung für den NAV stützt sich auf den heutigen Wert von 922,8 Millionen Euro, noch ausstehende Nachbewertungen, Risikovorsorge in Einzelfällen sowie potentielle Verluste aus kurzfristigen Objektverkäufen zur Erhöhung der Liquidität.
Als Folge der heutigen Nachbewertungen von sieben Immobilien im Portfolio sinkt der Wert des Nettoimmobilienvermögens und der Beteiligungen des Fonds um 185 Millionen Euro. Darüber hinaus werden weitere Rückstellungen und Risikovorsorge in Höhe von 21 Millionen Euro gebildet. Dadurch reduziert sich der Preis der Fondsanteile seit dem 31. August 2010 um cirka 18 % von 36,48 Euro auf 29,83 Euro per heute. Das Fondsvermögen verringert sich damit seit Aussetzung der Anteilsrücknahme von 1.671,5 Millionen Euro auf 922,8 Millionen Euro. 

Positiver Ausblick auf Basis des Bewertungsniveaus, hoher laufender Rendite und der allgemeinen Einschätzung auf Erholung am Immobilienmarkt
Unabhängige Researchhäuser sehen eine mögliche Belebung der Immobilienwerte besonders in den Märkten, in denen der Fonds aktiv ist. Die Geschäftsführung geht von
einem Anteilspreis bei Wiedereröffnung von 26,60 Euro bis 28,20 Euro aus. Auf dieser Basis bietet der Fonds eine durchschnittliche Ausschüttungsrendite von rund 5%. Zur Verbesserung des Cashflows hat das Management eine Reihe von Initiativen eingeleitet, darunter Mietvertragsverlängerungen, Leerstandsabbau und Neupositionierungen von Immobilien.
Objektverkäufe zur Steigerung der Liquidität im Fonds
Der Fonds hat seine Liquidität durch eine Reihe von Verkäufen weiter verbessert. In den vergangenen Wochen wurden die Fondsobjekte Hardwareweg und Soesterberg in den Niederlanden, sowie Arcueil, Paris, Frankreich und Draycott Park in Singapur verkauft. Sie erbringen einen Nettoerlös nach Abzug der Schulden und Transaktionskosten von insgesamt 85 Millionen Euro; das Closing für die Objekte Arcueil und Draycott Park wird in Kürze erwartet. Dem Fondsmanagement liegen derzeit weitere Kaufangebote vor und die Verhandlungen mit potenziellen Käufern werden weitergeführt.  

Geschäftsführung verstärkt
Dr. Marc Weinstock (43) verstärkt künftig die Geschäftsführung der KAG. Weinstock war zuvor Vorstandvorsitzender der HSH Real Estate AG und verantwortete dort bis zum Juni 2010 insbesondere das Fonds- und Beteiligungsgeschäft. Der an der Universität Frankfurt promovierte Diplom-Kaufmann baute als Geschäftsführer seit 2002 zunächst den Geschäftsbereich Corporate Finance auf. Zuvor war er in verschiedenen Positionen f�r die Commerzbank und die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers tätig. Seine Bestellung erfolgt vorbehaltlich der Zustimmung der BaFin. Die Geschäftsführung wurde darüber hinaus bereits im Juni durch Silvia Schmitten-Walgenbach (38) verstärkt. Schmitten-Walgenbach begann ihre berufliche Tätigkeit 1991 bei der Deutschen Bank und war vor allem in den Bereichen Finanzierung und Beteiligungen tätig. 2005 wechselte sie als Leiterin für Strategieentwicklung Immobilien zur Dresdner Bank. Im Jahr 2007 wurde Schmitten-Walgenbach Geschäftsführerin der DEGI. Die KAG beabsichtigt außerdem, bis Ende September einen Chief Financial Officer einzustellen.
Walter Klug (62) wird mit der Erfüllung seines Vertrages im Juni nächsten Jahres in den Ruhestand gehen. Klug hat die KAG maßgeblich aufgebaut und die Markteinführung des P2 Value geleitet. Er verantwortet derzeit die Unternehmensstrategie sowie Marketing, Vertrieb und �ffentlichkeitsarbeit.
Wir freuen uns sehr, dass wir mit Marc Weinstock und Silvia Schmitten-Walgenbach eine ausgezeichnete Kontinuität für das Management des P2 Values erreichen konnten, sagt Walter Klug. Mit der Verstärkung der Geschäftsführung zeigt Morgan Stanley seine Unterstützung und Zuversicht für die Zukunft des P2 Value.

 KAG halbiert Verwaltungsvergütung
Die KAG halbiert für die kommenden drei Jahre die aktuelle Verwaltungsvergütung ausschließlich zu ihren Lasten. Diese Änderung soll mit der Wiedereröffnung des Fonds wirksam werden.

P2 Value bereitet �ffnung Anfang November vor
 ie Geschäftsf�hrung der KAG bereitet den P2 Value Fonds auf eine WiedereröffnungAnfang November vor. Ziel aller Maßnahmen ist es, dass der Fonds und seine Anleger zukünftig an der erwarteten Markterholung partizipieren können. Unabhängige Sachverständige haben den Wert unseres Portfolios angepasst. Wir haben in Abstimmung mit unseren Wirtschaftsprüfern Rückstellungen gebildet. Es ist daher unwahrscheinlich, dass der NAV des P2 Value nach Wiedereröffnung nochmals nach unten berichtigt werden muss. "Dieser Fonds ist gut positioniert, um von der Erholung des Marktes zu profitieren" so die Geschäftsführung.
Weitere Einzelheiten zu den Nachbewertungen sowie zur Wiedereröfnung des Fonds finden Sie in der heute veröffentlichten Investorenpräsentation, die im Internet unter folgender Adresse verfügbar ist: http://www.morganstanley.p2value.de

Diese Informationen stellen kein Angebot oder eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf des Produktes dar und wurden allein zu Informationszwecken erstellt. Eine Investitionsentscheidung sollte nur auf der Basis der allein maßgeblichen Bestimmungen des Verkaufsprospekts und des jeweils aktuellen Jahres-/Halbjahresberichts getroffen werden (die "Angebotsunterlagen").
Exemplare der Angebotsunterlagen sind bei der Morgan Stanley Real Estate Investment GmbH, Junghofstraße 13-15, 60311 Frankfurt am Main, Deutschland kostenlos erhältlich.

Morgan Stanley P2 Value öffnet wieder 7.9.10
 Die Befürchtungen haben sich nicht bestätigt: Die US-Bank Morgan Stanley wird ihren Sorgenfonds – den derzeit eingefrorenen P2 Value – nicht abwickeln. Die Bank bereitet nach eigenen Angaben eine Wiedereröffnung des offenen Immobilienfonds vor.
Liquiditätsmangel, Fondsschließung, massive Abwertungen und Gerüchte um eine mögliche Abwicklung: Bei dem offenen Immobilienfonds Morgan Stanley P2 Value ging es in den vergangenen zwei Jahren turbulent zu. Nun soll der seit knapp zwei Jahren eingefrorene Fonds wiedereröffnet werden. Eine Abwicklung, bei der die Anleger einen großen Teil ihres Geldes verloren hätten, ist damit erst mal vom Tisch.Eine Massenflucht nach der Wiedereröffnung des Fonds fürchtet Klug nicht. „Wir sind optimistisch, dass die meisten Investoren ihre Anteile behalten“, sagte er. Viele wollten derzeit nicht aussteigen, weil sie nach massiven Einbrüchen auf eine Markterholung hoffen. Die Anleger sind überwiegend Privatinvestoren und Immobilien-Dachfonds.
Ganz ohne Verluste kommen die Anleger trotzdem nicht davon. Wie Walter Klug, Geschäftsführer von Morgan Stanley Real Estate gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters erklärte, hat die Gesellschaft die Immobilien des Fonds neu bewerten lassen. Bei der Wiedereröffnung werde der Fonds, der 2008 mit einem Volumen von knapp 1,7 Milliarden Euro startete, voraussichtlich nur 820 bis 870 Millionen Euro wert sein (Net Asset Value).
Hintergrund: Morgan Stanley setzte die Rücknahme der Fondsanteile am 30. Oktober 2008 aus, als die Liquiditätsquote des Fonds auf die gesetzlich vorgeschriebene Mindestliquidität von fünf Prozent sank. Die gesetzlich erlaubte maximale Schließungsfrist beträgt zwei Jahre. Nach dieser Zeit muss der Fonds entweder wiedereröffnet oder abgewickelt werden
Langfristvergleich: 130 Jahre sprechen für Aktien  6.9.10
 Auch Anleger, die ein hohes Sicherheitsbewusstsein haben, sollten laut BNP Paribas nicht auf Aktien verzichten. Allerdings muss dabei die alte Binsenweisheit beachtet werden, einen langen Anlagehorizont sowie eine ausgewogene Asset Allocation zu wählen.
BNP Paribas untermauert das mit folgendem langfristigen Vergleich: Der S&P 500 hat von Dezember 1961 bis Dezember 2009 eine jährliche Performance von 9,2 Prozent abgeworfen. Im Vergleich dazu kommen US-Staatsanleihen auf eine schmälere Rendite von 6,5 Prozent p.a. Die bessere Entwicklung von Aktien wird naturgemäß allerdings von einer höheren Volatilität begleitet, weshalb von BNP Paribas eben ein entsprechendlanger Anlagehorizont empfohlen wird.
Weit über 100 Jahre Börsengeschichte
BNP Paribas wirft dabei einen tiefen Blick in die Finanz-Historie: Es wurden die US-Bonds- und Aktienmärkte von 1876 bis Dezember 2009 untersucht, also ein Zeitraum von über 130 Jahren. Die Analyse zeigt, dass innerhalb dieses sehr ausgedehnten Zeitrahmens bei einer Veranlagungsdauer von fünf Jahren eine sehr volatile Entwicklung mit teilweise schmerzhaften Verlustphasen auftritt; bei zehn Jahren sinkt die Volatilität signifikant, Verluste sind aber immer noch möglich. Bei einem Anlagehorizont wischen 15 und 20 Jahren sinkt die Volatilität nochmals, obwohl es auch hier verlustreiche Perioden geben kann, wird eine positive Performance erzielt. Das Risiko-Return-Verhältnis lässt sich durch die entsprechende Kombination von Aktien und Anleihen noch verbessern.
Europäische Dividentitel bevorzugt 
BNP Paribas meint weiter, dass sich vor allem solide Dividendentitel für die langfristige Anlage anbieten, wobei europäische Blue Chips als besonders attraktiv gelten. Sie weisen die höchste Dividendenrendite auf: Für den Eurostoxx 50 wird für heuer eine Dividendenrendite von 4,7 Prozent erwartet, womit andere Märkte wie China (Dividendenrendite 2010: 3,3 Prozent), die USA (2,2 Prozent) und Japan (zwei Prozent) klar übertroffen werden.
Offene Immobilienfonds: Neues von der Regulierungsfront 3.9.10
 Offene Immobilienfonds erleben bekanntlich turbulente Zeiten, die Verkäufe häufen sich, einige Produkte mussten geschlossen werden. Jetzt zeichnen sich immer deutlichere Konturen ab, wie der Gesetzgeber das Segment regulieren will.
Eingeschränkter Verkauf

Wie Reuters aus Branchenkreisen erfahren haben will, sieht ein Gesetzentwurf des Bundesfinanzministeriums vor, dass Anleger in den ersten zwei Jahren nach Einzahlung zwar wie bisher täglich Geld aus dem Fonds abziehen dürfen; allerdings nur maximal 5000 Euro im Monat. Damit will die Regierung es institutionellen Anlegern wie Versicherungen oder Pensionskassen erschweren, auf einen Schlag und ohne Vorwarnung Millionen Euro aus einem Fonds zu nehmen und diesen eventuell in Schieflage zu bringen, war in der Tageszeitung „Die Welt“ zu lesen.
Das nun geplante Gesetz sieht im Grundsatz vor, dass Anleger die Fondsanteile mindestens zwei Jahre halten müssen. Im dritten und vierten Jahr werden dann gestaffelte Abschläge fällig - frei sind von Anfang an monatlich 5000 Euro. Erst ab dem fünften Jahr soll die Rückgabe der Fondsanteile die Investoren dann nichts mehr kosten“, so die „Die Welt“.
Keine Pauschalbesteuerung
Die noch im Frühjahr diskutierte pauschale Abwertung des Immobilienvermögens um zehn Prozent sei damit vom Tisch, hieß es in den Branchenkreisen weiter. Der Gesetzentwurf soll außerdem häufigere Bewertungen vorsehen, teilweise werde eine monatliche Neubewertung gefordert, sagte laut „Die Welt“ eine mit dem Entwurf vertraute Person. Bislang muss die Fondsgesellschaft den Fonds einmal im Jahr bewerten und dies veröffentlichen. Die neuen Regeln sollen dem Vernehmen nach nur für neue Investoren gelten. Für Altanleger ändere sich nichts, wobei offizielle Stellungnahmen seitens des Bundesfinanzministeriums sowie des Fondsverbandes BVI noch fehlen. Jedenfalls deckt sich der Reuters-Bericht über die Neuregelung von Offenen Immobilienfondsim Wesentlichen mit Informationen der Financial Times, die diese Anfang August ebenfalls aus gut informierten Kreisen erhalten haben will.
Binnennachfrage stärkt Wirtschaftswachstum nordischer Länder 2.9.10
 Die Wachstumsperspektiven für die nordischen Länder bleiben weiterhin erfreulich, selbst wenn es erste Anzeichen einer internationalen Konjunkturabschwächung gibt. "Der Vorteil der nordischen Länder liegt in der guten Startposition ihrer öffentlichen Finanzen vor der Finanzkrise", erklärt Helge J. Pedersen, Chefvolkswirt von Nordea. Im Norden Europas seien damit zur Bewältigung der Krisenfolgen weit weniger tiefgreifende finanzpolitische Straffungen notwendig als in fast allen anderen Ländern. "Das verschafft den nordischen Volkswirtschaften mehr Spielräume", so Pedersen weiter. Außerdem übernehme die stärkere Binnennachfrage eine wichtige Rolle beim künftigen Wirtschaftswachstum.
Schwedens Wirtschaft ist seit 2009 im Aufschwung
"Der Wirtschaftsaufschwung in Schweden wird weitergehen", erwartet Pedersen. Darauf deuteten die steigende Industrieproduktion sowie die Auftragseingänge hin. Selbst bei einer Verlangsamung des Weltwirtschaftswachstums dürfte in Schweden die inländische Nachfrage zu einem nachhaltigen Wachstum beitragen. "Die privaten Haushalte scheinen sich von der Krise erholt zu haben. Ein Indiz dafür: Der Kauf von Neuwagen ist in die Höhe geschnellt", erläutert Pedersen.
Bereits 2009 hätte die schwedische Wirtschaft begonnen, sich von der Krise zu erholen. 2010 habe sie den Aufschwung mit zunehmender Dynamik fortsetzen können, die Exportindustrie habe profitiert vom starken Welthandel. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) soll in diesem Jahr um 4,2 % wachsen", erwartet Pedersen. Auch zeichne sich auf dem schwedischen Arbeitsmarkt eine positive Entwicklung ab. Die Stärkung der öffentlichen Finanzen sowie eine höhere Beschäftigung könnten bereits in diesem Jahr zu einem ausgeglichenen Staatshaushalt führen.
"Die Inflation konnte gedämpft werden, dürfte aber auf zwei Prozent in 2011 und 2,9 % in 2012 steigen", erwartet Pedersen. Die schwedische Riksbank habe im Juli begonnen, ihren Reposatz zu erhöhen. Weitere Erhöhungen würden folgen. "Wir erwarten Ende 2010 einen Reposatz von 1,25%, der in etwa zwei Jahren drei Prozent erreicht haben wird".
Finnland gelingt Wachstums-Comeback
Nach einem verhaltenen Start ins Jahr 2010 gewannn die finnische Wirtschaft im Frühjahr nach Aussagen von Nordea an Dynamik. "Die Aussichten für den Rest des Jahres scheinen ebenfalls erfreulich, sagt Pedersen. Im kommenden Jahr werde sich das Wachstum - nach den sehr positiven Zahlen für das zweite Halbjahr 2010 - aber etwas verlangsamen. Im Jahr 2011 bleibe das durchschnittliche BIP-Wachstum mit drei Prozent etwas unter den 3,5 %, die für 2010 erwartet werden. "Im Großen und Ganzen zeichnen sich für die finnische Wirtschaft in den kommenden Jahren relativ erfreuliche Tendenzen ab." Die Folgen der tiefgreifenden Rezession blieben relativ milde. Zwar sei das BIP-Wachstum 2009 um acht Prozent abgestürzt, aber die Arbeitslosigkeit bleibe niedriger als befürchtet. "Außerdem hält sich das Haushaltsdefizit wahrscheinlich unter der EU-Vorgabe von drei Prozent, und im nächsten Jahr wird sich der Staatshaushalt wieder einem Gleichgewicht nähern", erwartet Pedersen.
Dänemark kehrt auf Wachstumspfad zurück
"Auch die dänische Wirtschaft ist wieder auf den Wachstumspfad zurückgekehrt", erklärt Pedersen. Der Experte rechnet für dieses Jahr mit einem BIP-Wachstum von 1,4 % und 1,8 % in 2011. Diese Entwicklung unterstützten vor allem die Verbraucher, die nach der Finanzkrise - begünstigt durch Einkommenssteuersenkungen und rekordverdächtig niedrige Zinsen - wieder mehr Geld ausgeben würden. Die öffentliche Hand, die weiterhin einen positiven Beitrag zum Wachstum leiste, gebe jetzt die "Wachstumsfackel" an den privaten Sektor weiter. Auch der Arbeitsmarkt habe sich im Laufe dieses Jahres erholt. Nordea erwartet vor Anfang 2011 auch keinen neuerlichen Knick in der Arbeitslosenkurve. Auf dem Immobilienmarkt zeichne sich eine bescheidene Verbesserung ab: "Der Handel nimmt zu, die Preise steigen, unter anderem aufgrund der niedrigen Zinsen", so Pedersen. Auch die dänischen Exporte profitierten langsam wieder vom deutlichen globalen Aufschwung.
Musterschüler Norwegen bleibt leicht hinter den Erwartungen zurück
"Allein die norwegische Wirtschaft enttäuscht in diesem Jahr mit voraussichtlich 1,5 % BIP-Wachstum etwas, weil die privaten Haushalte anscheinend lieber sparen, als ihr Geld auszugeben", betont Pedersen. Der Experte korrigierte seine Wirtschaftsprognose für 2011 geringfügig auf 2,3 %: "Wir erwarten aber weiterhin einen bescheidenen Aufschwung." Die Zurückhaltung der Verbraucher dürfte durch Investitionen der Ölindustrie aufgefangen werden, die höher als erwartet ausgefallen seien. "Für 2012 prognostizieren wir ein rapides Wachstum von 3,2 %, das durch ein umfassendes globales Wachstum und höhere Ölpreise angetrieben wird", erklärt Pedersen. Leitzinserhöhungen dürften in Norwegen gering ausfallen, allerdings rechnet der Experte damit, dass die Norweger vor der Eurozone die Leitzeinsen anheben und so die stärkere norwegische Krone stützen.
Cashflow und Dividende  2.9.10
 Die Bank Sarasin setzt in Ihrem aktuellen Marktausblick auf Blue Chips, rät Anlegern zu Geduld und erwartet, dass die Nachfrage nach Aktien mittelfristig spürbar anziehen wird
Zwei Jahre nach der Lehman-Insolvenz sieht die Schweizer Bank Sarasin die Märkte in einer entscheidenden Phase: "Haben die gigantischen Stimuluspakete eine dauerhafte Wirkung oder folgt die Wirtschaftsentwicklung – sobald die Programme zurückgenommen werden – dem japanischen Beispiel und rutschen die Volkswirtschaften in eine deflationäre Stagnation ab?", heißt es im aktuellen Marktausblick der Bank. Diese Unsicherheit führe zu frustrierenden Handelsspannen selbst für Aktien mit erstklassigen Erträgen. Für Anleger lohne es sich aber, Geduld zu zeigen: Mittelfristig werde der Aktienmarkt, gerade für dividenden- und liquiditätsstarke Unternehmen, spürbar anziehen.
Guy Monson, Vorsitzender des Investment Policy Committee der Bank Sarasin:
»In den Fällen, in denen Regierungen Teile ihres Rettungspakets bereits zurückgefahren haben, waren die Ergebnisse eindeutig gemischter Natur. Diese Unsicherheit in Wirtschaft und Politik hat zur Folge, dass sich die Anleger auf den Markt für Staatsanleihen konzentrieren, während selbst die besten «Nifty Fifty» Blue Chips in einer frustrierenden Handelsspanne verharren, ungeachtet ihrer erstklassigen Erträge und Dividenden. Wir erwarten zwar nicht, dass dies von langer Dauer sein wird, doch die Anleger sollten sich in Geduld üben: Entweder wird sich das Wirtschaftswachstum stabilisieren und dadurch zu einer Normalisierung der Anleiherenditen und einer Aktienmarktrallye führen, oder aber die Notenbanken werden noch mehr Liquidität zur Verfügung stellen, die Anleiherenditen sacken weiter ab und die Anleger werden sich letztlich aus bilanztechnischen und Renditegründen zum Kauf von Blue Chips entschließen. Wir lehnen uns also zurück und genießen das ungewöhnlich starke Cashflow- und Dividendenwachstum der «Nifty Fifty»-Unternehmen.«
Die Ironie der überall in der Wirtschaft zu beobachtenden Verunsicherung bestehe darin, dass sich die Unternehmensgewinne weiterhin außerordentlich robust entwickelten, so etwa in den USA in diesem Quartal um 37% gestiegen sind. "Rekordverdächtige 75% der Unternehmen haben die Erwartungen übertroffen, ähnliche Trends sind an allen wichtigen Märkten zu beobachten", heißt es in dem Bank-Papier weiter. Trotz der deutlich negativen Stimmung scheine sich das Weltwirtschaftswachstum auf einem konstanten Niveau einzupendeln. Der IWF habe im Juli seine Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft von 4,2% auf 4,6% angehoben, was im Hinblick auf die liquiditätsstarken, außerordentlich günstig bewerteten globalen Blue Chips hinreichend erscheint. Nach Meinung der Analysten von Sarasin bieten globale Unternehmen größtenteils ungeachtet der ökonomischen Rahmenbedingungen nach wie vor hervorragende EinstiegsgelegenheitenAngesichts der Wachstumsverlangsamung in den USA und in China sowie der Programme zur Sanierung der Staatsfinanzen rechnet Sarasin in der Eurozone nicht mit einem Inflationsanstieg. So dürfte die EZB frühestens Mitte 2011 mit dem Ausstieg aus ihrer expansiven Geldpolitik beginnen. Hinzu kommt, dass die EZB trotz des Erfolgs der EU-Stresstests, die das Vertrauen in die europäischen Banken wieder festigen konnten, weiterhin Liquidität im großen Stil bereitstellen muss, da der Interbanken-Geldmarkt noch immer nicht funktioniert, so die Bank in ihrem Ausblick.
Goldpreis auf Rekordkurs  1.9.10
 Genau zu Monatsbeginn hat heute (1. September) Vormittag der Goldpreis die charttechnisch wichtige Marke von 1250 US-Dollar pro Feinunze (31,1 Gramm) überschritten. Gold ist somit wieder so so teuer wie zuletzt Ende Juni 2010 als die 1250-Dollar-Grenze zuletzt übertroffen worden war. Somit wird das bisherige All-Time-High vom 21. Juni 2010 mit 1.264,90 Dollar ins Visier genommen.
Einige Experten gehen allerdings davon aus, dass damit noch nicht die Spitze der Fahnenstange erreicht worden ist. Die Rohstoffanalysten des kanadischen Unternehmens RCB Capital gehen in einem heute veröffentlichten Kommentar davon aus, dass der Goldpreis in den nächsten zwei bis drei Quartalen in einer Spanne zwischen 1175  bis 1.300 US-Dollar pendeln wird. Begründet wird der anhaltend positive Trend  mit der saisonalen Stärke der Schmucknachfrage und einer stärkeren Investmentnachfrage auf Grund der Unsicherheit an den globalen Finanzmärkten.
Keine Pleite mit Fonds  30.8.10
 In Deutschland ist aktuell ein Vermögenswert von 600 Milliarden Euro in Fonds angelegt, berichtet der Bankenverband und erklärt, warum Sparer mit Fonds auf der sicheren Seite sind Deutsche Sparer haben laut Bankenverband über 600 Milliarden Euro in Euro in Fonds angelegt. "Sie sind beliebt, weil jeder auch mit kleineren Summen in verschiedene Anlageformen, etwa Aktien, Immobilien, Renten investieren kann", lässt der Bankenverband wissen. Darüber hinaus gelten Fonds als sichere Anlage. Muss die Investmentgesellschaft oder die Depotbank Konkurs anmelden muss, geht das Fondsvermögen nicht in die Konkursmasse ein, sondern bleibt eigenständig erhalten. Denn Investmentfonds gelten als gesetzlich geschütztes Sondervermögen. Das Recht zur Verwaltung der Sondervermögen geht auf eine Depotbank über. Sie kann den Investmentfonds abwickeln und den Erlös an die Anleger verteilen – oder ihn mit Zustimmung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin) an eine andere Kapitalgesellschaft übertragen. Wird die Depotbank insolvent, kann die BaFin einen Institutswechsel anordnen. In jedem Fall kann der Anleger weiterhin über seine Fondsanteile verfügen.
Industrieländer - Aktien untergewichtet  30.8.10
 -"Enttäuschende Konjunkturdaten, vor allem aus den USA, waren die Hauptfaktoren für die Entwicklung der Aktien- und Rentenmärkte. Die Aktienindizes verloren, aber die Anleiherenditen verbuchten ausgeprägte Rückgänge. Die M&A-Daten verliehen Aktien anfangs noch Auftrieb, aber die schwachen Hausverkaufszahlen in den USA schickten die Märkte auf eine rasante Talfahrt. Industrieländeraktien haben wir mittlerweile untergewichtet", schreibt in einem aktuellen Marktausblick Joost van Leenders, Spezialist für Asset Allocation und Anlagestrategie von BNP Paribas Asset Management.
Generell erwarte die Fondsgesellschaft eine ausgeprägte Verlangsamung des BIP-Wachstums der Industrieländer im zweiten Halbjahr, insbesondere in den USA. Daneben rechne das Fondsmangement für die kommenden Quartale mit weniger positiven Gewinnüberraschungen. Strukturelle Themen wie zum Beispiel die schlechte staatliche Finanzlage in vielen Industrieländern und die Entschuldung des privaten Sektors würden ebenfalls Anlass zu Sorge geben. Schwellenländeraktien könnten nach Ansicht der Gesellschaft ihre Industrieländerpendants übertreffen, aber ihre Korrelation mit den US- und den europäischen Märkten, die inzwischen fast weltweit beobachtete konjunkturelle Verlangsamung und Zinsanhebungen in einigen Schwellenländern sprächen auf kurze Sicht nicht für eine hohe Dynamik. "Unsere Beurteilung haben wir von positiv auf neutral gesetzt".
Staatsanleihen bewertete die Gesellschaft aufgrund ihrer hohen Bewertung neutral. "Die positive Empfehlung für Kreditpapiere (vor allem High Yield) haben wir aufgrund der höheren Risikoaversion etwas zurückgenommen", schreibt BNP Paribas Asset Management. Allerdings könnte diese Assetklasse in ihrem Szenario eines verhaltenen Wachstums recht gut performen. Das Fondsmanagement bevorzuge Gold und bleibe bei Rohöl und Basismetallen neutral.
"Der Double Dip am US-Immobilienmarkt ist nach dem Rückgang der effektiven Hausverkäufe auf den niedrigsten Stand seit 1995 Tatsache. Das Auslaufen von Steuervergünstigungen für Hauskäufer war ein wichtiger Faktor, so dass der Rückgang zu erwarten war", schreibt van Leenders. Dank der gelockerten Kreditkonditionen für herkömmliche Hypothekenkredite sei die Anzahl der schwebenden Hausverkäufe nur leicht zurückgegamgem, während die Preise stabil geblieben seien. Den Rückgang halte die Gesellschaft für vorübergehend, aber es bestehe noch immer ein großer Überhang an unverkauften Häusern. Die schwachen Immobiliendaten dürften das Verbrauchervertrauen und die Mobilität der Arbeitskräfte in Mitleidenschaft ziehen, die seit jeher eine Schlüsselstärke der US-Wirtschaft gewesen sei. Die niedrigere Mobilität der Arbeitskräfte und die längere Arbeitslosigkeit, worunter die Qualifikation der Arbeitskräfte leide, könnten zu einem Rückgang des Produktivitätszuwachses und somit zu einem niedrigeren Trendwachstum führen.
"In der Eurozone verzeichnete der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe den stärksten monatlichen Rückgang seit Dezember 2008", berichtet Leenders weiter. Einiges deute darauf, dass das Wachstum der Eurozone im dritten Quartal seinen Höhepunkt erreichen werde. Deutschland könnte an der Spitze bleiben: der Ifo-Index deute auf ein BIP-Wachstum von 4,3 % gegenüber dem Vorjahr hin. Dies dürfte schwer zu erreichen sein. Die US-Importe dürften sich verlangsamen, und das Wachstum in der deutschen Bauwirtschaft dürfte ebenfalls zurückgehen. Dennoch blieben die kurzfristigen Aussichten gut.
Der chinesische Leitindex signalisier nach einem rasanten Wachstum von 11,9 % im ersten und von 10,3 % im zweiten Quartal einen weiteren Rückgang des Wachstums. Dies sei alles andere als dramatisch, denn auf kurze Sicht betrage das jährliche Wachstum 9,8 %. Dieser Wert liege deutlich über den von der Regierung als Mindestwachstum angestrebten 8 %. In Japan sei das Ex- und Importwachstum gegenüber den extremen Zuwächsen vom Jahresbeginn zurückgegangen. Dies sei Ausdruck des schwachen Binnenwachstums, der drastischen Verlangsamung der US-Konjunktur und des etwas verhalteneren chinesischen Wachstumsrhythmus. Zwar sei der Japanische Yen so fest wie seit 1995 nicht mehr, doch habe der Staat bislang noch nicht eingegriffen.
"In Zentralbankkreisen machten sich erste Spannungen bemerkbar. Während die Federal Reserve laut eigener Aussage die Wiederanlage der Gelder aus Hypothekentilgungen plane, um eine Schrumpfung ihrer Bilanz zu verhindern, berichtete das Wall Street Journal, dass die Zentralbanker sehr gespalten seien. Interessanterwerterweise sagte Bundesbankpräsident Weber kurz vor der EZB-Ratssitzung vom 2. September, dass die EZB die Banken mindestens bis zum Jahresende weiterhin mit unbegrenzter Liquidität versorgen und die Einstellung dieser Maßnahmen nicht vor dem ersten Quartal 2011 erörtern solle."
World Gold Council: Goldnachfrage steigt massiv an  27.8.10
 Das World Gold Council (WGC) erwartet, dass auch 2010 die Goldnachfrage hoch bleiben wird. Indien und China werden dabei hauptsächlich für den steigenden Bedarf verantwortlich sein. Aber auch wirtschaftliche Unsicherheiten, die Suche nach Diversifikation und wenig volatilen Anlageinstrumenten, werden Gold unterstützen. In Europa machen die Sorgen um ausufernde Staatsschulden und die Stabilität des Euro Gold ebenfalls zu einem beliebten Anlageobjekt.
Vorübergehende Schwäche
Der Goldpreis hat gegen Ende des zweiten Quartals einen Rückschlag erlitten, was das WGC auf Gewinnmitnahmen, eine saisonal bedingte Schwäche von Goldschmuck und die Glattstellung von spekulativen Positionen auf steigende Goldpreise zurückführt. In den nächsten Monaten erwarten die Experten aber wieder eine steigende Goldnachfrage bzw. anziehende Preise, schon alleine aus dem Grund weil das dritte Quartal traditionell für starke Goldschmuckeinkäufe steht. Langfristig sind auch durch die
Liberalisierung des chinesischen Goldmarktes die Nachfrage unterstützende Effekte zu erwarten.
1050 Tonnen Gold nachgefragt
Im zweiten Quartal 2010 ist die weltweite Goldnachfrage um 36 Prozent auf 1050 Tonnen geklettert, was einem Wertanstieg von 77 Prozent auf 40,4 Milliarden US-Dollar entspricht. In den vergangenen drei Monaten ist der Goldpreis nicht wesentlich (plus zwei Prozent) gestiegen, im letzten halben Jahr waren es hingegen über 12 und auf Sicht eines Jahres mehr als 30 Prozent plus. Aktuell (25 August) hält Gold bei 1238 US-Dollar pro Feinunze.
Small Caps in Schwellenländern bieten noch "echtes" Wachstum
 Laut den Experten von J.P. Morgan Asset Management lohnt es sich gerade in den Schwellenländern, auf kleinere und mittlere Unternehmen zu setzen: "Small Caps in den aufstrebenden Ländern bieten höhere Ertragschancen - trotzdem liegt ihre Volatilität fast auf dem Niveau des breiten Marktes", sagt Christian Preussner, Experte für Schwellenländer-Aktien bei J.P. Morgan Asset Management in Frankfurt. Damit würden sich Schwellenländer deutlich von den etablierten Märkten unterscheiden, denn langfristige Untersuchungen zeigten, dass die höheren Ertragschancen der Small Caps in den Industriestaaten auch eine höhere Schwankungsbreite mit sich brächten. So lasse der MSCI Emerging Market Small Cap-Index im Zeitraum von 2001 bis 2009 den breiten Schwellenländerindex in sechs von neun Jahren hinter sich. Die jährliche Volatilität hingegen betrage im gleichen Zeitraum 26,2 % (MSCI Emerging Market Small Cap Index) im Vergleich zu 25,4 % beim MSCI Emerging Markets-Index, damit läge sie also fast gleichauf (Quelle: Bloomberg). "Damit weisen Schwellenländer Small Caps ein sehr attraktives Risikoprofil auf", unterstreicht Preussner.
Rasant wachsendes Anlageuniversum abseits der Anlageströme
Die Anlageklasse der Schwellenländer-Aktien etabliere sich zunehmend und bietet dabei immer breitere Chancen. "In den letzten fünf Jahren gab es in den Emerging Markets jährlich rund 600 Börsengänge", so Preussner. Durch dieses enorme Wachstum und die damit verbundene Liquidität sei heute ein viel größeres Anlagespektrum verfügbar. Preussner sieht insbesondere viele interessante kleine und mittlere Unternehmen. Rund 750 Large Caps in den Schwellenländern stünden heute über 1.800 Small Caps gegenüber. Darüber hinaus gebe es mehr als 3.500 weitere liquide Titel mit einem täglichen Handelsvolumen von mehr als 200 Millionen US-Dollar, die nicht in einem Index vertreten seien. Diese fänden allerdings bisher wenig Beachtung bei Investoren: So gebe es zu vielen dieser Aktien kein oder nur wenig Analystenresearch. Rund ein Drittel der Titel werde gar nicht gecovert, weitere 22 % nur von ein bis zwei Analysten - ein klassischer Blue Chip werde dagegen von rund 50 Analysten beobachtet. "Die Ineffizienzen in diesem Marktsegment führen immer wieder zu Fehlbewertungen der Titel. Ein aktiver Manager kann davon profitieren. So weisen die Small Caps derzeit ein Preis-/Buchwert-Verhältnis von 1,4 im Vergleich zu 2,0 im klassischen Schwellenländer-Index auf", so Preussner. Dies entspreche dem langfristigen Durchschnitt - von einer Überhitzung sei der Markt also noch weit entfernt.

Diversifikation durch lokale Ausrichtung
Auch die Möglichkeiten zur Diversifikation steigen nach Angaben von J.P. Morgan AM: Während viele Werte in einem klassischen Schwellenländerportfolio inzwischen multinationale Unternehmen seien, würden Small Caps ein echtes Schwellenländerwachstum bieten. "Kleinere Unternehmen sind im Wesentlichen auf den Binnenkonsum ausgerichtet. Entsprechend sind Branchen wie Rohstoffe, Energie oder Telekommunikation in dem Small Cap-Index für Schwellenländer stark untergewichtet, während Konsumgüter- und Industrieunternehmen ebenso wie der Gesundheitssektor Übergewichte darstellen", erläutert Preussner. Mit der Ausrichtung auf die lokale Binnenwirtschaft seien die Small Caps entsprechend weniger von der Nachfrage der Industrienationen abhängig. Im Gegenteil: Der Urbanisierungstrend in den aufstrebenden Märkten halte an, und damit entwickele sich eine neue Mittelschicht. Das steigere den Bedarf sowohl nach zyklischen als auch nach nicht-zyklischen Konsumgütern. Zudem unterstütze die Länderausrichtung der Small Caps dabei, das Portfolio zu diversifizieren. Die klassischen BRIC-Staaten seien bei den kleineren Unternehmen unterrepräsentiert; die größten Untergewichte seien Brasilien und Russland. Stattdessen kämen Länder aus der "zweiten Reihe" zum Zuge, vorzugsweise aus Asien wie beispielsweise Taiwan, Thailand, Malaysia oder Indonesien, aber auch die Türkei oder afrikanische Staaten.

Von langjähriger lokaler Erfahrung profitieren
Allerdings ist nach Meinung von J.P. Morgan AM eine intensive Kenntnis der Marktgegebenheiten notwendig, um die Chancen der kleinen Unternehmen in den Schwellenländern nutzen zu können: Schließlich seien Corporate Governance und Transparenz des Managements in den Schwellenländern noch nicht so etabliert wie in den entwickelten Märkten - und das gelte insbesondere für den Bereich der Small Caps. Die lokale Präsenz sei für einen Asset Manager deshalb umso wichtiger. "Nur vor Ort können sie sich überzeugen, welche Werte tatsächlich attraktiv bewertet und dazu auch noch liquide genug für ein Fondsinvestment sind", erläutert Preussner.
Strategie ist wichtiger als Timing  24.8.10
 

Wann soll ich in Aktien investieren – und wann wieder aussteigen? Diese Fragen stellen sich Anleger immer wieder. Und liegen damit ziemlich falsch, meint Gottfried Urban, Vorstand der Neue Vermögen AG in Traunstein. Denn das Timen des Marktes sei in aller Regel ein Glücksspiel. In einer Kolumne erläutert er die Thematik

„Tatsache ist: Es gibt bis heute kein universell gültiges Prognosemodell, das dauerhaft und zuverlässig sagen kann, wann Sie in Aktien investieren sollten und wann nicht. Und es ist auch keines in Sicht. Daher ist es besser, sich für eine fundierte Anlagestrategie zu entscheiden, die nachweislich gute Ergebnisse liefert, und diese trotz aller Schwankungen an den Märkten beizubehalten.

Zwei Faktoren machen den Markttimern das Leben schwer. Erstens legen die Aktienmärkte langfristig stärker an Wert zu als Zinsanlagen, da Erträge aus Produktivkapital langfristig immer über den Zinskosten liegen müssen. Auch wird die weltweite Zahl der Konsumenten wegen des Wachstums in den aufstrebenden Märkten in den nächsten Jahrzehnten weiter steigen.

Die Antwort der Kapitalmarktforschung auf dieses Thema ist eindeutig: Wer sich eisern an einen Ansatz hält, der langfristig vom Markt belohnt wurde, vermeidet spontane und kostspielige Entscheidungen. Anleger, die auf langfristige Basistrends und eindeutige Kennzahlen setzen, fahren daher in aller Regel besser als Markttimer. Gute Aussichten auf Gewinne bieten Unternehmen mit niedriger Bewertung und relativer Stärke gegenüber dem Markt. Aktien allein wegen ihrer vermeintlich tollen „Story“ zu kaufen oder weil aktuell die Konjunktur gut läuft, ist hingegen ein ziemlich sicherer Weg, um Geld zu verlieren.

Übrigens: Selbst ein Guru wie Warren Buffett hält sich nicht für fähig, den Markt vorherzusagen und vertraut daher nur auf langfristige Strategien. Dass dazu auch das genaue Studium der Unternehmenskennzahlen gehört, ist bekannt. Warum sollten es Privatanleger anders machen?“

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Boom für Windkraft und Sonnenenergie   18.8.10
 Bank Sarasin erwartet für Indien in den nächsten Jahren Zuwachsraten bei Solaranlagen von jährlich 100 Prozent
Indien wird sich in den kommenden Jahren zu einem wichtigen Markt für erneuerbare Energien entwickeln. Zu diesem Ergebnis kommt die Nachhaltigkeits-Reserach der Bank Sarasin. Vor allem bei Solaranlagen werden in den kommenden drei Jahren, ausgehend allerdings von einem niedrigen Niveau, jährliche Zuwachsraten von 100 Prozent erreicht, führt das Schweizer Bankhaus aus.
n heute bestehe zu Spitzenzeiten ein Stromdefizit von 12 Prozent, über 300 Millionen Menschen besitzen in Indien keinen Zugang zu Elektrizität. Die indische Regierung habe sich zum Ziel gesetzt, bis 2020 rund 20 Prozent ihres Energiebedarfs aus erneuerbaren Quellen zu gewinnen. Im Budget 2010/11 seien deshalb Fördermaßnahmen für saubere Technologien in Höhe von rund einer Milliarde US-Dollar vorgesehen, so die Studie. 2009 wurden in Indien 2,33 GW an erneuerbaren Energiekapazitäten angeschlossen. Dadurch stiegen die Gesamtkapazitäten an grüner Energie auf 16,8 GW. Indien setzt dabei vor allem auf die Solar- und Windenergie.
Dank der idealen Sonneneinstrahlung und stattlichen Förderungsmassnahmen hat die Solarenergie in Indien eine grosse Zukunft. Gemäss den Prognosen der Bank Sarasin wird die Installation von Solarmodulen in Indien – ausgehend von einem vergleichsweise tiefen Niveau – von 2010 bis 2012 mit einer jährlichen Wachstumsrate von 100% zunehmen. Relevant sind dabei kleine netzunabhängige Photovoltaik-Anlagen («Solar Home Systems»). Bei sinkenden Preisen werden diese für die breite ländliche Bevölkerung, die oftmals noch über keinen Anschluss ans Elektrizitätsnetz verfügen, erschwinglich.
Am Erfolg der Solarenergie partizipieren werdenbeispielsweise Moser Baer, ein führendes indisches Technologieunternehmen, das auch Solarzellen produziert, sowie Tata BP Solar, ein Joint Venture zwischen Tata Power Company und BP Solar. Bei der Windenergie wird in Indien erst ein Viertel des Potenzials genutzt. Das Land besitzt gesamthaft Windenergiekapazitäten von 11 GW. Damit ist Indien weltweit der fünftgrösste Windstromerzeuger. Es wird davon ausgegangen, dass bis 2030 15% des indischen Energiebedarfs durch Windenergie gedeckt sein werden. Davon wird der indische Windturbinenhersteller Suzlon profitieren, der einen Anteil von 12% am Weltmarkt und 50% am indischen Markt hat.«
VWie das Bankhaus weiter mitteilt, setzt auch China zunehmend auf erneuerbare Energien. Hier profitierten diese insbesondere von den «grünen Stimuluspaketen», mit denen auch andere Regierungen die Entwicklung forcieren wollen. Das weltweite Investitionsvolumen dieser Pakete stieg seit der letzten Nachhaltigkeitsstudie der Bank Sarasin auf insgesamt 521 Milliarden US-Dollar. Die Bank Sarasin schätzt, dass im Jahr 2009 rund USD 82 Milliarden, also erst 16 Prozent des Gesamtbetrages, ausgegeben worden sind. Auf China entfällt mit 39 Prozent die größte Summe, gefolgt von der EU mit 19 und den USA mit 18 Prozent.
Infrastruktur: Aufwärtstrend sollte sich fortsetzen  17.8.10
 Die Märkte sind aktuell hin und hergerissen: Auf der einen Seite treiben die sehr guten Unternehmensgewinne aus der Berichtssaison des zweiten Quartals die Aktien nach oben. Auf der anderen Seite dämpft die anhaltende Unsicherheit bezüglich des makroökonomischen Ausblicks die Kurse. Wie wird es weitergehen? Steef Bergakker, Fondsmanager des Robeco Infrastructure Equities (A0RCXU) ist davon überzeugt, dass sich letztlich der Aufwärtstrend durchsetzen wird. Zwar waren die makroökonomischen Daten zuletzt enttäuschend, aber gleichzeitig haben sich die Erwartungen durch die jüngsten Rückschläge dem Robeco-Experten zufolge so sehr reduziert, dass jetzt bereits der geringste Wachstumsschub auf der positiven Seite überraschen würde. Der Umschwung nach dem Beinah-Kollaps des privaten Investmentsegments sollte laut Bergakker das Wirtschaftswachstum weit in das Jahr 2011 hinein antreiben. Bis dahin sollte sich die wirtschaftliche Lage weltweit gefestigt haben und auf den Wachstumskurs zurückkehren, so die Einschätzung von Robeco.
Der Robeco Fondsmanager rechnet bei steigenden Märkten bei Unternehmen des Infrastruktursektors aufgrund ihres hohen Betas mit einer Outperformance. Außerdem hätten die Spätzykliker in Bergakkers Infrastruktur-Portfolio zuletzt sehr schwach performt und die Bewertungen seien gedrückt. Jede noch so kleine Stimmungsaufhellung würde vor diesem Hintergrund die Performance dieses Segments überdurchschnittlich positiv beeinflussen. Der Bausektor sollte sich laut Bergakker im Laufe des kommenden Jahres erholen. Wann werden die Investoren anfangen, diese Entwicklung zu berücksichtigen?
CS EUROREAL: Verlängerung der Rücknahmeaussetzung  16.8.10
 Der offene Immobilienfonds CS EUROREAL (975140, 980500) verlängert die Aussetzung der Rücknahme von Anteilscheinen zum Schutz seiner langfristig orientierten Anleger laut Credit Suisse zunächst für weitere bis zu neun Monate.
"Die vorübergehende, liquiditätsbedingte Aussetzung der Anteilscheinrücknahme zum Handelstag am 19. Mai 2010 war nötig geworden, nachdem der Anfang Mai 2010 vom Bundesfinanzministerium (BMF) veröffentlichte Diskussionsentwurf des "Gesetz zur Stärkung des Anlegerschutzes und Verbesserung der Funktionsfähigkeit des Kapitalmarktes" zu einer erheblichen Verunsicherung der Anleger geführt hatte und das bis dato im Jahr 2010 positive Mittelaufkommen des CS EUROREAL unerwartet massiv ins Negative drehte", teilt die Gesellschaft mit
Zwar werde der Diskussionsentwurf zwischenzeitlich überarbeitet, jedoch seien die künftigen gesetzlichen Rahmenbedingungen weiterhin unklar. Eine aussagekräftige Analyse der bei Wiedereröffnung zu erwartenden Rückgaben setze jedoch insbesondere Klarheit über die Rahmenbedingungen der Geldanlage in offene Immobilienfonds voraus.
Vor diesem Hintergrund und der aktuell für eine nachhaltige Wiedereröffnung nicht ausreichenden Liquidität habe das Fondsmanagement entschieden, die Rücknahmeaussetzung von Anteilen des CS EUROREAL gemäß den Vertragsbedingungen um vorerst weitere bis zu neun Monate zu verlängern. "Diese Entscheidung ist uns insbesondere unter Berücksichtigung der damit verbundenen Folgen für einen Teil unserer Anleger nicht leicht gefallen", heißt es. Die Rücknahme von Anteilscheinen könne jedoch schon vor Ablauf dieser Frist wieder aufgenommen werden, sofern Klarheit über die zukünftigen Rahmenbedingungen für die Arbeit offener Immobilienfonds herrsche und die für eine nachhaltige Wiedereröffnung notwendige Liquidität vorhanden sei.
Die Verlängerung der Rücknahmeaussetzung ermögliche dem Fondsmanagement, den bereits begonnenen Verkaufsprozess von Immobilien ohne Zeit- und Preisdruck fortzusetzen, um die Liquidität des CS EUROREAL weiter zu erhöhen. Bei den Verkäufen werde streng darauf geachtet, dass die Liegenschaften einen Querschnitt des Portfolios bildeten. Priorität habe stets der Erhalt der Qualität des Fonds und nicht allein die zeitliche Komponente.
Laut Credit Suisse verfügt der CS EUROREAL per 11. August 2010 über eine Bruttoliquidität von 13,6 % des Fondsvermögens (827,4 Mio. EUR); "die für Rücknahmen zur Verfügung stehende Liquidität liegt bei 6,4 % des Fondsvermögens (387,6 Mio. EUR), so dass die ordnungsgemäße Verwaltung und Fortführung des CS EUROREAL im Sinne der Anleger unverändert gesichert ist und der Fonds alle laufenden Zahlungsverpflichtungen nach wie vor erfüllen kann", berichtet die Gesellschaft. Auch die alljährliche Ertragsausschüttung finde in diesem Jahr am 15. Dezember statt.
"Die Verlängerung der Rücknahmeaussetzung hat auf die Werthaltigkeit des Immobilienportfolios und die nachhaltige Ertragskraft des Fonds keinen Einfluss", heißt es weiter. Auch der tägliche Erwerb von Anteilscheinen am CS EUROREAL sei weiterhin möglich. "So sind dem Fonds seit Beginn der Rücknahmeaussetzung Mitte Mai 2010 bis zum 11. August 2010 Neugelder in Höhe von 80,0 Mio. EUR zugeflossen - ein klares Bekenntnis der Anleger zur Qualität des CS EUROREAL", teilt die Gesellschaft abschließend mit.
Offene Immobilienfonds: KanAm und SEB verlängern ‚Auszeit’   9.8.10
 
Das Thema ‚Anlegerschutz-Gesetz’ wirft auch weiterhin seinen Schatten auf die Branche der offenen Immobilienfonds. So haben in der letzten Woche zwei weitere Anbieter die Aussetzung von Anteilsrückkäufen verlängert, namentlich die Häuser KanAm und SEB.  Sowohl der KanAM Grundinvest als auch der SEB ImmoInvest sollen für bis zu neun weitere Monate geschlossen bleiben. Hintergrund für diesen Entschluss sei die anhaltende Unsicherheit darüber, wie die Bundesregierung das geplante ‚Anlegerschutz-Gesetz’ ausgestalten werde, wie SEB Asset Management und KanAm mitteilten.  
Ursprünglich sollte der Kabinettsbeschluss zu dem Gesetz noch in diesem Sommer fallen, was allerdings mittlerweile unwahrscheinlich scheint, nachdem das Finanz- und Wirtschaftsministerium in einigen Punkten unterschiedlicher Ansicht sind und die finalen Zuständigkeiten und Akzente, die im Gesetz verankert werden sollen, erst noch geklärt werden müssen
CARMIGNAC GESTION: Konjunkturaussichten und Anlagestrategie für das dritte Quartal 2010   5.8.10
 Drittes Quartal 2010 - Konjunkturaussichten und Anlagestrategie
Konjunkturaussichten
Europa bleibt unter Druck
Die europäische Wirtschaft leidet nach wie vor unter dem starken Deflationsdruck, der durch die Auswirkungen derSparpolitik auf die Märkte noch verstärkt wird. Allerdings werden die Effekte der rigorosen Haushaltsdisziplin durch die ausgeprägte Schwäche des Euro seit November und die Beibehaltung einer zwangsläufig expansionistischen Geldpolitik teilweise ausgeglichen, wodurch die europäische Exportwirtschaft kräftigen Auftrieb erhält. Sind die in den meisten Mitgliedstaaten beschlossenen Sparprogramme ehrgeizig genug, um die Märkte in struktureller Hinsicht zu stützen? Dies bezweifeln wir doch sehr. Aber zumindest verschaffen sie ihnen in Verbindung mit dem Stützungsplan der EZB und des Internationalen Währungsfonds eine Atempause. Aber darüber hinaus bleibt Europa durch die hohe Staatsverschuldung, deren Abbau durch die schwachen Wachstumsperspektiven nicht einfacher wird, auf Dauer anfällig. Aus diesem Grund halten wir Schuldenkrisen weiterer Mitgliedstaaten auf mittlere Sicht für unausweichlich.
In Erwartung einer Wiederbelebung der Exporte legen die USA in der Zyklusmitte eine Pause ein
In den Vereinigten Staaten tritt der Aufschwung auf der Stelle. Mehrere Frühindikatoren wie z.B. das Verbrauchervertrauen oder der ISM‐Index des Verarbeitenden Gewerbes sind allmählich wieder rückläufig, und der Immobilienmarkt zeigt Anzeichen einer anhaltenden Schwäche (Rückgang der Neubauzahlen um über 30 % auf den
niedrigsten Stand des gegenwärtigen Zyklus seit 2006). Die Verlangsamung des Auffüllens der Bestände, das 70 % zu den 2,7 Wachstumspunkten des ersten Quartals beigesteuert hatte, ist der Hauptauslöser der zu diesem Zykluszeitpunkt unvermeidbaren konjunkturellen Trendwende. Die US‐Unternehmen hingegen trotzen der
ausgeprägten Schwäche des US‐Wachstums, denn sie erhalten weiteren Auftrieb durch die Effekte ihrer Rationalisierungsmaßnahmen und die wieder gewonnene Wettbewerbsfähigkeit im Export. Jedoch wurden sie durch den beispiellos abrupten Rückgang der Wirtschaftsaktivität Ende 2008 schwer erschüttert und agieren sowohl
hinsichtlich Produktion als auch Schaffung von Arbeitsplätzen noch immer sehr zurückhaltend. Sie können nicht einfach auf den US‐Konsumenten vertrauen, der infolge des schwindenden Hebeleffekts nicht mehr der Retter in der Not ist, der den Unternehmen in der Vergangenheit half, nach einer Rezession wieder auf den Wachstumspfad zu finden. Vor diesem Hintergrund denken wir, dass der Katalysator für die US‐Unternehmen das Ende der restriktiven Geldpolitik in den großen Schwellenländern sein wird, wodurch sich der US‐Exportwirtschaft automatisch neue Absatzwege eröffnen werden.
China entwickelt sich weiter dynamisch und wird von der Aufwertung des Yuan profitieren
Im Schwellenländeruniversum hat Peking die vor allem zur Drosselung der Konjunktur eingeleitete geldpolitische Straffung fortgesetzt, indem die Kreditvergabe an die Unternehmen eingeschränkt wurde, wobei auch die Bildung einer Immobilienblase verhindert werden soll. Diese Politik trägt allmählich Früchte. Ferner wirkt sich die von den
chinesischen Behörden beschlossene flexiblere Wechselkurspolitik positiv auf die Fähigkeit des Landes aus, auf dem Wachstumspfad zu bleiben und bei der globalen Neuausrichtung eine tragende Rolle zu spielen. So zeigt dieser währungspolitische Kurs in Verbindung mit der Entscheidung, den Forderungen nach Lohnerhöhungen nicht nur nachzugeben, sondern sie sogar zu fördern, den politischen Willen, das Wachstum künftig verstärkt durch den Binnenkonsum anzutreiben und dabei noch die Inflation zu drosseln.
Die neue globale Architektur mit den Schwellenländern als tragendes Element ist Realität geworden
Nachdem sie bereits unter Beweis gestellt haben, dass ihre Wirtschaft auch bei einer Rezession in den Industrieländern wachsen kann, zeigen die Schwellenländer jetzt, dass sich die gegenseitige Abhängigkeit der beiden Universen zu ihren Gunsten umgekehrt hat. Die Nachhaltigkeit des globalen Wachstums hängt jetzt in erster Linie von der Qualität der Wirtschafts‐ und Geldpolitik in den Schwellenländern ab, die in den letzten Jahren zum Glück einen erfolgreichen Kurs gesteuert haben. So wird das durch die Drosselung der staatlichen und privaten Ausgaben induzierte Schwinden des Hebeleffektes in den Industrieländern die globale Neuausrichtung stärker als erwartet beschleunigen.

Anlagestrategie
Internationale Aktien
 Wir setzen auf die weitere Festigung des USD gegenüber dem EUR  In den Schwellenländern zeichnet sich das Ende der restriktiven Geldpolitik ab und wird zur Festigung ihrer Währungen beitragen. Daraus werden die USA weitaus größeren Nutzen ziehen als die europäischen Länder, die ihre Finanzen im Eiltempo sanieren müssen. So dürfte der USD nach der jüngsten Korrektur, die mit der Konjunkturabkühlung jenseits des Atlantiks einherging, auf Aufwärtskurs bleiben. Die Untergewichtung des EUR bleibt somit die wichtigste Schiene unserer Anlagepolitik, trotz der technischen Erholung des EUR zu Beginn des dritten Quartals, die wir für
vorübergehend halten.
In Erwartung eines Katalysators behalten wir die ausgewogene Portfoliostruktur bei
Das absehbare Ende der geldpolitischen Straffung in China könnte auf ein angespanntes Umfeld treffen, in dem eine Fortsetzung der seit April nach 13 aufeinanderfolgenden starken Haussemonaten beobachteten Kurskorrektur bei Aktien nicht auszuschließen ist. Allerdings ist im Kursrückgang, der sich bei den großen Industrieländerindizes bereits auf fast 20 % summiert, die gegenwärtige makroökonomische Stagnation bereits ausdrücklich berücksichtigt, so dass in Anbetracht der extrem niedrigen Zinsen die Bewertungen mittlerweile attraktiv sind. In Erwartung eines Kurskatalysators bleiben wir bei unserer Portfoliostruktur, mit der wir die Marktbewegungen im vergangenen Quartal gut abfedern konnten.

Das Thema der Verbesserung des Lebensstandards in den Schwellenländern wurde aufgestockt Das Thema der Verbesserung des Lebensstandards in den Schwellenländern wurde im Carmignac Investissement von 27,7 % auf 29,9 % aufgestockt. So haben wir die Gewichtung der asiatischen Unternehmen weiter erhöht, auf die
derzeit fast 79 % dieses Investmentthemas entfallen. De facto ist der Pekinger Beschluss zur sehr allmählichen Aufwertung des Yuan eine sehr erfreuliche Nachricht für die gesamte Region. Am stärksten aufgestockt wurden Bank Central Asia und Astra International (Mischkonzern) in Indonesien sowie DLF Limited (Immobilienpromoter) und GMR Infrastructures in Indien.
Aufgrund der Möglichkeit eines Rückschlags in Europa bleibt die Goldkomponente hoch
Die europäische Krise, die unserer Auffassung nach in den kommenden Monaten jederzeit wieder aufflammen kann, könnte zu weiteren haushaltspolitischen Exzessen führen, so dass Gold als sicherer Anlagewert weiter an Bedeutung gewinnt. Vor diesem Hintergrund haben wir die Gewichtung von Goldminen im Carmignac Investissement von 10,8 % auf 14,7 % angehoben, vor allem durch die Aufsto kung der Positionen in Newmont, Red Back Mining, Goldcorp und
Barrick Gold.

Das Thema des US‐Wachstums wurde reduziert
Bei den ersten klaren Signalen für eine Wachstumsverlangsamung jenseits des Atlantiks wurde das Thema des US-Wachstums im Carmignac Investissement signifikant von 17,8 % auf 11,7 % reduziert. US‐Banken, ein Eckpfeiler dieses Anlagethemas, wurden trotz ihrer enttäuschenden Entwicklung des Berichtsquartals beibehalten. Wir bleiben bei unserer Auffassung, dass sie im Gegensatz zu den europäischen Banken die Sanierung ihrer Bilanzen abgeschlossen haben und dass angesichts der Notwendigkeit, in Zeiten eines schwindenden Hebeleffekts über ein möglichst solides Bankensystem zu verfügen, die US‐Instanzen Realitätssinn beweisen und die erforderlichen Gesetzesänderungen mit Augenmaß beschließen werden, ohne den Sektor übermäßig zu belasten.  Rohstoffe: der Energiesektor bietet hohes Wertpotenzial Vor dem Hintergrund der US‐amerikanischen Wachstumsverlangsamung wurde die Gewichtung des Metallsektors im
Carmignac Investissement von 10,6 % auf 6,6 % des Fondsvermögens gesenkt. Angesichts der Folgen der durch die Offshore‐Bohrungen von BP im Golf von Mexiko ausgelösten Ölkatastrophe litt der Ölzuliefersektor unter dem politischen Willen zur Beschränkung seiner Aktivität aus im gegenwärtigen Kontext verständlichen Sicherheitsgründen, die im Lauf der Zeit zwangsläufig an Bedeutung verlieren werden. Die betreffende Plattform gehört Transocean, am Vorkommen hält Anadarko Petroleum einen Minderheitsanteil. Somit zogen diese beiden Werte das Portfolio in Mitleidenschaft. Aufgrund unserer Beurteilung der Haftungsfrage haben wir nach Kursverlusten von über 40 % beide Positionen aufgestockt. Parallel dazu haben wir Seadrill (Norwegen) verkauft und Schlumberger sowie National Oilwell reduziert. Nach seiner drastischen Unterperformance weist dieses Investmentthema nunmehr ein hohes Wertpotenzial auf, das sich in den kommenden Wochen mit dem Erfolg im Kampf gegen die Ölpest allmählich konkretisieren dürfte.
IPerformancevektoren am Rentenmarkt
Staatsanleihen: gegenüber zweitklassigen Emittenten bleiben wir skeptisch Im vergangenen Quartal hat sich deutlich bestätigt, dass das Schwinden des Hebeleffekts in den Industrieländern in eine neue Phase getreten ist, in der die ökonomische Normalisierung nicht mehr ungestraft durch die Umwandlung privater in staatliche Schulden erfolgen kann. Da somit das wirtschaftliche Hauptrisiko die Deflation in den Industrieländern ist, halten eine Positionierung über die Duration am langen Ende der deutschen und USamerikanischen Renditekurve nach wie vor für gerechtfertigt, wobei aufgrund der bescheidenen Renditen eine verstärkte Wachsamkeit jedoch oberstes Gebot ist. Da in einem Deflationsumfeld die Fähigkeit der Emittenten zur Tilgung ihrer Schuld in den Augen des Marktes ein wesentliches Kriterium ist, bleiben wir zweitklassigen staatlichen
Emittenten gegenüber skeptisch. 7,5 % des Fondsvermögens des Carmignac Patrimoine entfallen auf Staatsanleihen.  Unternehmensanleihen: US‐amerikanische und europäische Werte bieten Potenzial Auf Unternehmensanleihen entfallen 33 % des Fondsvermögens des Carmignac Patrimoine. Nachdem im Berichtsquartal die Risikoprämien nicht weiter rückläufig waren, wodurch der Hauptrenditevektor entfiel, verbessernsich die Fundamentaldaten dieser Anlageklasse weiter. So weisen die robustesten der US‐amerikanischen und europäischen Emissionen im kurzen Laufzeitensegment durchaus Wertpotenzial und niedrige Risiken auf. Am Ende des
Quartals haben wir den Druck auf bestimmte Sektoren zum Kauf von Papieren zu attraktiven Bewertungen genutzt. Einer der Neuzugänge ist die 5‐jährige Anadarkoanleihe zu 9 %; und das zu einer Bewertung, in der die Ölpest bereits zum Großteil eingepreist ist. Ebenso könnten uns im europäischen Bankensektor glaubhafte Resultate aus den Stresstests in Verbindung mit Kapitalmaßnahmen nach der Veröffentlichung der Ergebnisse der Stresstests am 23. Juli  zur Aufstockung dieses Segments veranlassen. Generell wird die niedrige Verzinsung erstklassiger Staatsanleihen die Anleger dazu verleiten, höhere Renditen bei Unternehmensanleihen zu suchen; diese Entwicklung dürfte zu einem kräftigen Performancevektor werden.
Unsere Lokalwährungsanleihen wurden leicht aufgestockt
Die Schwellenländeranleihen des Carmignac Patrimoine in Lokalwährung wurden von 6 % auf 7 % des Fondsvermögens aufgestockt. Die Zeiten ändern sich. In früheren Zeiten hätten Lokalwährungsanleihen unter dem Ansteckungseffekt gelitten, aber im Berichtsquartal haben sie sich gut geschlagen. So gaben die türkischen und mexikanischen Renditen um 0,25 % bzw. 0,70 % nach, während sich die jeweiligen Währungen um 5,7 % bzw. 6 % festigten. In Brasilien bewirkte
die entschlossene Aktion der Zentralbank einen Anstieg der 2‐jährigen Renditen um 0,35 %, der durch die Aufwertung des Real um fast 9 % zum Großteil kompensiert wurde. Wir beurteilen diese Portfoliokomponente weiterhin positiv und haben vor kurzem Indonesien aufgestockt.  Die Liquiditätsreserve wurde deutlich aufgestockt, die Positionierung im EUR beibehalten Die Liquiditätsreserve des Carmignac Patrimoine wurde deutlich von 8,7 % auf 19 % des Fondsvermögens aufgestockt.
Im Berichtsquartal wurden 14 % der liquiden Mittel am US‐Markt platziert, so dass der Fonds die Schwächung des EUR nutzen konnte. In einem Umfeld, in dem der USD weiterhin vom Wachstumsgefälle zu Gunsten der USA profitieren dürfte, bleiben wir bei unserer defensiven EUR‐Positionierung.
Deutschland: Kein enges Korsett für offene Immo-Fonds  5.8.10
 Im Mai hatte das deutsche Finanzministerium seinen ersten Gesetzesentwurf zur Reform von offenen Immobilienfonds veröffentlich und damit gehörige Unruhe in die Branche gebracht. Vorgesehen waren nämlich strenge Restriktionen wie z.B.. eine zweijährige Mindesthaltedauer und eine Kündigungsfrist von bis zu zwei Jahren.
Kündigungsfrist fällt
Wie die Financial Times Deutschland (FTD) unter Berufung auf gut informierte Kreise schreibt, soll das Korsett nun doch nicht so eng angelegt werden. So soll zwar die zweijährige Mindestbehaltedauer wie geplant kommen, die Kündigungsfrist von bis zu zwei Jahren aber fallen, stattdessen sind gestaffelte Rücknahmeabschläge geplant. Bei Verkauf im ersten Jahr nach Ablauf der Mindestbehaltedauer müsse mit einem Abschlag von zehn Prozent gerechnet werden, nach zwei Jahren mit fünf Prozent, in den weiteren Jahren fielen bei Verkauf keine weiteren Abschläge an, schreibt die Süddeutsche Zeitung. Kleinanleger sollen von der Regelung aber ohnedies ausgenommen werden, Fondsanteile bis zu 5000 Euro dürften ohne Restriktionen pro Monat verkauf werden. Weiters sah der ursprüngliche Gesetzesentwurf vor, dass Fonds nur noch maximal zweimal jährlich Anteile zurücknehmen dürfen, auch diese Regelung soll fallen. Mit der Umsetzung des Gesetzesentwurfs in die Realität ist übrigens erst mit Ende September zu rechnen.
HSBC: Gute BRIC-Wachstumsaussichten durch starken Binnenkonsum  5.8.10
 Die so genannten BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China zeichnen sich weiterhin durch einen hohen inländischen Konsum aus. Auf diesem Trend basiert HSBC Global Asset Management zufolge auch die weitere Stärke der aufstrebenden Volkswirtschaften. Mit einem verwalteten Vermögen von mehr als 28 Milliarden US-Dollar in den BRIC-Ländern (Stand: Dezember 2009) zählt HSBC Global Asset Management eigenen Angaben zufolge zu den größten BRIC-Investoren weltweit.
"Während die Volkswirtschaften der entwickelten Länder noch jahrelang durch ihre hohe Verschuldung belastet sein werden, können die aufstrebenden Emerging Markets die sinkenden Exporte durch das Wachstum an den Heimmärkten ausgleichen", sagt Nick Timberlake, Head of Emerging Markets Equities bei HSBC Global Asset Management in London und Fondsmanager des HSBC GIF BRIC Equity. Er verweise auf die kaufkräftige Mittelklasse sowie das allgemein große Nachholpotenzial in Bezug auf Konsumgüter wie Computer, Mobiltelefone und Automobile. Timberlake: "In den BRIC-Märkten schürt der wachsende Wohlstand die Nachfrage. Der heimische Konsum verstärkt auch den Handel zwischen den einzelnen BRIC-Ländern. Brasilien, Russland, Indien und China lösen sich zunehmend aus der Abhängigkeit von den Industriestaaten. So hat zum Beispiel China die USA als größter Handelspartner Brasiliens abgelöst."
Gemäß HSBC Global Asset Management haben die Bewertungen der BRIC-Länder nach den jüngsten Korrekturen wieder ein faires Niveau erreicht, so dass die aktuellen Kurse eine gute Einstiegsmöglichkeit für langfristig orientierte Investoren darstellen.
Russland überzeugt mit gesunden Fundamentaldaten
Russland, zurzeit die größte übergewichtete Position im Portfolio des HSBC GIF BRIC Equity, sei mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis von fünf (auf Basis der erwarteten Gewinne für 2011) unterbewertet. So lautet die Einschätzung von Ed Conroy, Co-Manager des HSBC GIF Russia Equity. Conroy: "Die Bewertung wird sich zwar vermutlich in absehbarer Zeit ändern, aber die Fundamentaldaten bleiben gesund." Die Chancen für eine Aufwärtsentwicklung in Russland halte er für günstig. Seiner Ansicht nach tragen die steigenden Investitionsraten und die umfangreichen Rohstoffvorkommen zu den langfristig positiven Aussichten bei. Zwar sei Russland insbesondere für seine Ölproduktion bekannt, aber das Land müsse auch bezüglich der Inlandsnachfrage keinen Vergleich scheuen. "In US-Dollar gerechnet, haben sich die Gehälter in Russland zwischen 1999 und 2008 versiebenfacht. Das hat einen regelrechten Kaufrausch ausgelöst", sagt Conroy. Daher gebe es für Produzenten und Händler in Russland eine Fülle an Wachstumsmöglichkeiten.
Neue Währungspolitik in China fördert die Wirtschaftsentwicklung
In China wird die prosperierende Inlandsnachfrage HSBC Global Asset Management zufolge von vielen Faktoren angeheizt, nicht zuletzt von der zunehmenden Verstädterung. Auch die auf den sozialen Aufstieg bedachte Mittelklasse trage dazu bei. Nach Einschätzung von HSBC Global Asset Management würden sich die jüngsten Lohnsteigerungen positiv auf den heimischen Konsum auswirken, wenngleich sie nicht ideal für Chinas Exportwettbewerbsfähigkeit seien. Zusätzlich dürfte die Bekanntmachung aus Peking zur Flexibilisierung des Renminbi-Wechselkurses die chinesische Währung stärken. Die neue Währungspolitik werde als rundum positiv für die weitere Wirtschaftsentwicklung Chinas eingestuft. "Eine starke Währung ist grundsätzlich attraktiver für Investoren und wird daher den Kapitalzufluss fördern. Wir rechnen weiterhin mit einer schrittweisen Aufwertung des Renminbi", sagt Timberlake. Seiner Ansicht nach werden Unternehmen mit hohen Schulden in Fremdwährungen - wie zum Beispiel Fluglinien - oder mit Ausgaben in Fremdwährungen und Gewinnen in Renminbi von der Aufwertung profitieren. Timberlake: "Selbst wenn die Aufwertung die Wettbewerbsfähigkeit der exportorientierten Unternehmen grundsätzlich negativ beeinflusst, so sind wir doch für die gut aufgestellten Firmen positiv gestimmt. Denn wir rechnen damit, dass sie die zusätzlichen Kosten weitergeben können." Das hänge mit der Konsolidierung des Produktionssektors während der vorangegangenen Finanzkrise zusammen. Exporteure, die noch immer im Geschäft seien, hätten Marktanteile gewonnen und ihre Handelsstellung gegenüber den Kunden gestärkt.
In Brasilien tragen die langjährigen Marktreformen Früchte
José Cuervo, Fondsmanager des HSBC GIF Brazil Equity, zufolge basiert die beschleunigte Wirtschaftsentwicklung in Brasilien insbesondere auf den umfangreichen Marktreformen der vergangenen 20 Jahre. Auch das starke globale Wachstum im vergangenen Jahrzehnt habe dazu beigetragen. Mit Blick auf den stabilen Ausblick und die reduzierten Inflationserwartungen erwartet Cuervo weiteres Wachstum in Brasilien. "Die Inlandsnachfrage wurde eine immer bedeutendere Antriebskraft für die Wirtschaft in Brasilien. Dieser Trend wird sich weiter fortsetzen", ist er zuversichtlich. Zur Begründung seiner positiven Einschätzung verweist Cuervo auch auf die zunehmende Verstädterung, die günstige demographische Entwicklung, den leichteren Zugang zu Krediten und das große Aufholpotenzial bezüglich der Konsumnachfrage. Aktuell bevorzugt Cuervo in Brasilien Aktien mit Inlandsbezug, die zugleich nur geringfügig auf mögliche Zinsanhebungen reagieren dürften.
VWeitere Indien-Rating-Hochstufungen zu erwarten
Indien ist zurzeit das größte untergewichtete Land im Portfolio des HSBC GIF BRIC Equity und bleibt mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis von 14,2 (auf Basis der erwarteten Gewinne für 2011) gegenüber anderen Emerging Markets hoch bewertet. "Nichtsdestotrotz befindet sich das Land in einer guten wirtschaftlichen Verfassung", urteilt Sanjiv Duggal, Fondsmanager des HSBC GIF Indian Equity. Kürzlich hatte die Ratingagentur Moodys das Schuldenrating (local currency debt rating) hochgestuft und damit den jüngsten Finanzreformen und der starken Wirtschaftsleistung Rechnung getragen. Duggal, der eigenen Worten zufolge diesen Schritt erwartet hatte, rechnet innerhalb der nächsten drei bis vier Quartale mit weiteren Hochstufungen. Der Fondsmanager sehe derzeit zahlreiche attraktive Investitionsmöglichkeiten in konsumnahen Sektoren wie Immobilien, Automobilen und in der Getränkeindustrie. Besondere Chancen böten sich bei Herstellern von Personenkraftwagen (Pkw). Dabei verweist Duggal darauf, dass der Pkw-Absatz im vergangenen Fiskaljahr (per Ende März 2010) so rasant wie seit sechs Jahren nicht mehr gestiegen sei: um 25 % auf 1,53 Millionen verkaufte Fahrzeuge.
China: Marktreform verleiht Gold neuen Glanz  4.08.2010
 
Das Reich der Mitte ist offensichtlich dabei seinen Goldmarkt zu liberalisieren: So soll chinesischen Banken die Absicherung von Goldpositionen durch Hedging-Geschäfte im Ausland erlaubt werden,  weiters  forderte die Zentralbank People's Bank of China die Banken dazu auf, Goldminengesellschaften bei der Expansion ins Ausland mit Krediten zu fördern. Auch will die People's Bank of China auf Renminbi lautende Goldderivate entwickeln.
Steigender Preis

Viele Experten gehen nun davon aus, dass in China (das Land ist weltgrößter Goldproduzent und  zweitgrößte Goldverbraucher) die Nachfrage nach Gold weiter steigen wird, weil ein Schutz vor Inflation und Dollarverfall gesucht wird. „Daten zur Nachfrage zeigen, dass die Chinesen nicht über genügend Gold verfügen“, wird Ellison Chu, Managing Director für Edelmetalle bei Standard Bank in Hongkong in der Financial Times Deutschland zitiert. „Die Nachfrage wird zunehmen, wenn künftig mehr Investmentprodukte auf Gold lauten“, so Chu weiter.

Dubioser Deal

Der Goldpreis war in den vergangenen Wochen auch aufgrund eines zunächst undurchsichtigen Deals der Bank für internationalen Zahlungsausgleiches mit einem Volumen von 346 Millionen Tonnen Gold unter Druck geraten. Nachdem sich der
Hintergrund des Deals langsam herauskristallisiert, zieht der Goldpreis wieder an und stieg seit 26. Juli von 1160 auf aktuell 1195 US-Dollar pro Feinunze.
Langfristig positive Bewertung für Asien ex Japan  3.8.10
 Das Fondsmanagement von HSBC Global Asset Management (Hongkong) beurteilt die Attraktivität asiatischer Aktien nach drei Kriterien: dem Risikoappetit der Investoren, dem weltweiten Produktions- und Nachfragezyklus sowie den Bewertungen. Während der jüngsten Kursrückgänge hätten die Firmengewinne zugelegt; folglich hätten sich die Bewertungen zugunsten der Investoren verbessert. Die gemischten Meldungen aus den USA sowie anhaltende Sorgen über die europäische Schuldenproblematik hätten den Risikoappetit der Anleger gedämpft. Eine Kombination klarer Gewinnaussichten sowie günstiger globaler Nachrichten wäre den Experten von HSBC Global Asset Management zufolge in den kommenden zwölf Monaten der Motor für Kurssteigerungen. Währenddessen bestimmten weiterhin volkswirtschaftliche Themen die Märkte. Daher besteht laut HSBC Global Asset Management das Risiko, dass die Kurse in einer gewissen Spanne verharren, weil die Investoren auf ein deutlicheres Bild der wirtschaftlichen Lage sowie der staatlichen Maßnahmen warten.
Das langfristige Bild für Asien-Investoren bleibt HSBC Global Asset Management zufolge positiv. Asien habe kein Schuldenproblem, weder auf der unternehmerischen noch auf der staatlichen Ebene. Die Abhängigkeit vom Handel mit dem Westen nehme weiter ab, während der Binnenhandel sowie der Warenverkehr in der Region steige. Die Regierungen in der Berichtsregion verfügten über eine größere geld- und haushaltspolitische Flexibilität, um ihre Volkswirtschaften zu managen. Demographie und Produktivität seien zusätzliche Pluspunkte. HSBC Global Asset Management zufolge bieten asiatische Aktien weiterhin ein attraktives langfristiges Chance-Risikoprofil für Investoren, denn die Bewertungen seien viel attraktiver und die Dividendenrenditen höher als in den USA oder Europa.
Westliche Unternehmen profitieren stark vom Konsum in Schwellenländern 29.7.10
 Vom wachsenden Binnenkonsum der Schwellenländer profitieren nicht nur die heimischen Anbieter, sondern in zunehmendem Maße auch die westlichen Konsumgüterhersteller. „Mittlerweile erzielen viele große Konsumgüterhersteller mehr als 50 Prozent ihres Umsatzes in den Emerging Markets“, erklärt Leon Svejgaard Pedersen. In den vergangenen Jahren sei dieser Anteil stetig gewachsen. Der Grund: „Mit dem starken Wirtschaftswachstum der Schwellenländer entsteht gleichzeitig auch eine immer größere und kaufkräftigere Konsumentenschicht, die sich dem westlichen Lebensstil anpasst“, erklärt der Fondsmanager des Nordea 1 – Emerging Consumer Fund (ISIN: LU0390857471).
Nach Berechnungen von Nordea erzielte beispielsweise die Brauereigruppe SAB Miller in 2009 74,0 Prozent ihres Umsatzes in den Schwellenländern, auch der Kosmetikkonzern Avon Products kommt nach Nordea-Angaben beim Umsatz auf einen Schwellenländeranteil von 61,2 Prozent. Konsumgüterhersteller Colgate-Palmolive macht mittlerweile mehr als die Hälfte seiner Geschäfte (53,1 Prozent) in den Schwellenländern. „Dieser Trend umfasst aber nicht nur Konsumgüter des täglichen Bedarfs, sondern auch hochpreisige Luxusgüter“, betont Pedersen. Die Luxusgüterkonzerne LVMH und Richemont setzten laut Pedersen 2009 etwas mehr als 31 Prozent ihrer Waren in den Schwellenländern ab (alle Angaben Stand 30.06.2010).

„Jährlich wächst die gesellschaftliche Mittelschicht in den Schwellenländen um bis zu 80 Millionen Menschen“, sagt Pedersen. Mit dem gesellschaftlichen Aufstieg und wachsenden Einkommen wandelten sich auch die Konsumgewohnheiten. „Sobald die Grundbedürfnisse befriedigt sind, strebt der ‚Emerging Consumer’ nach komfortableren Lebensbedingungen und Gütern, die er sich früher nicht leisten konnte“, erklärt der Fonds-Experte. Das fange beispielsweise mit dem Kauf von Fertiggerichten an und gehe über die Inanspruchnahme von Finanzdienstleistungen und ersten Urlaubsreisen bis hin zum Kauf von Luxusgütern.

Als Investor setzt Pedersen deshalb sowohl auf etablierte heimische Unternehmen in den Schwellenländern als auch auf westliche Anbieter, die in den Bereichen Konsum- und Luxusgüter, Reisen, Bildung oder Verbraucher-Finanzdienstleistungen aktiv sind. „Damit unterscheidet sich unser Emerging Consumer Fund von Fonds, die sich ausschließlich auf Unternehmen aus Schwellenländern konzentrieren. Wir investieren weltweit und können so an den positiven Wirkungen des Schwellenländer-Booms wesentlich flexibler und oft mit weniger Risiko partizipieren.“ Bei Aktien aus den Schwellenländern achtet das Portfoliomanagement darauf, dass das Unternehmen jeweils zu den besten drei Firmen der jeweiligen Branche zählt. Schlüsselkriterium für westliche Unternehmen ist hingegen der Ertragsanteil, der jeweils in den Schwellenländern erzielt wird. So müssen mindestens 30 Prozent der Erträge aus den Schwellenländern kommen, beziehungsweise muss das Unternehmen das Potenzial haben, diese Schwelle innerhalb der nächsten zwölf Monate überschreiten zu können.

 

Fondsinformationen zum Nordea 1 – Emerging Consumer Fun

ISIN:                             LU0390857471

Auflegungsdatum:         03.11.2008

Performance 2010:        9,97 Prozent (Stand 30.06.2010)

Währung:                      EUR

Fondsmanager:             Leon Svejgaard Pedersen

Carmignac: Europas Wirtschaft bleibt unter Druck  29.7.10
 Eric Le Coz, Mitglied des Investmentkomitees von Carmignac Gestion, nimmt Stellung zum wirtschaftlichen Ausblick auf das dritte Quartal und zur Anlagestrategie von Carmignac. Seine Kernaussagen im Originalwortlaut:

Europa bleibt unter Druck 

Die europäische Wirtschaft leidet nach wie vor unter dem starken Deflationsdruck, der durch die Auswirkungen der Sparpolitik auf die Märkte noch verstärkt wird. Allerdings werden die Effekte der rigorosen Haushaltsdisziplin durch die ausgeprägte Schwäche des Euro seit November und die Beibehaltung einer zwangsläufig expansionistischen Geldpolitik teilweise ausgeglichen. Hierdurch erhält die europäische Exportwirtschaft kräftigen Auftrieb. Doch sind die in den meisten Mitgliedstaaten beschlossenen Sparprogramme ehrgeizig genug, um die Märkte in struktureller Hinsicht zu stützen? Dies bezweifeln wir sehr. Aber zumindest verschaffen sie den Staaten eine Atempause, auch mit Hilfe des Stützungsplans der EZB und des Internationalen Währungsfonds. Auf Dauer bleibt Europa jedoch anfällig, etwa durch die hohe Staatsverschuldung, deren Abbau durch die schwachen Wachstumsperspektiven nicht einfacher wird. Aus diesem Grund halten wir Schuldenkrisen weiterer Mitgliedstaaten auf mittlere Sicht für unausweichlich.

Aufschwung in den USA noch zögerlich 

In den Vereinigten Staaten tritt der Aufschwung auf der Stelle. Mehrere Frühindikatoren, wie etwa das Verbrauchervertrauen oder der ISM-Index, sind allmählich wieder rückläufig. Auch der Immobilienmarkt zeigt Anzeichen einer anhaltenden Schwäche (Rückgang der Neubauzahlen um über 30 Prozent auf den niedrigsten Stand des gegenwärtigen Zyklus seit 2006). Hauptauslöser dieser konjunkturellen Trendwende ist das nur langsame Auffüllen der Wohnungsbestände, das 70 Prozent zu den 2,7 Wachstumspunkten des ersten Quartals beigesteuert hatte. Die amerikanischen Unternehmen hingegen trotzen der ausgeprägten Schwäche des US-Wachstums, denn sie erhalten weiteren Auftrieb durch die Effekte ihrer Rationalisierungsmaßnahmen und die wiedergewonnene Wettbewerbsfähigkeit im Export.

China: Weiterhin dynamische Entwicklung und Aufwertung des Yuan

Im Schwellenländeruniversum hat Peking die geldpolitische Straffung fortgesetzt, die vor allem zur Drosselung der Konjunktur eingeleitet wurde. Die Kreditvergabe an Unternehmen wurde eingeschränkt, womit auch die Bildung einer Immobilienblase verhindert werden soll. Diese Politik trägt nun allmählich Früchte. Ferner trägt die von den chinesischen Behörden beschlossene flexiblere Wechselkurspolitik dazu bei, dass das Land auf dem Wachstumspfad bleibt und eine tragende Rolle bei der globalen Neuausrichtung spielt. Dieser währungspolitische Kurs und die Entscheidung, den Forderungen nach Lohnerhöhungen nicht nur nachzugeben, sondern sie sogar zu fördern, unterstreichen den politischen Willen, das Wachstum künftig verstärkt durch den Binnenkonsum anzutreiben und dabei gleichzeitig die Inflation zu drosseln.

Schwellenländer als tragendes Element einer neuen globalen Architektur
Nachdem die Schwellenländer bereits unter Beweis gestellt haben, dass ihre Wirtschaft auch bei einer Rezession in den Industrieländern wachsen kann, wird jetzt offensichtlich, dass sich die gegenseitige Abhängigkeit der beiden Universen zu Gunsten der Schwellenländer umgekehrt hat. Die Nachhaltigkeit des globalen Wachstums hängt jetzt in erster Linie von der Qualität der Wirtschafts- und Geldpolitik in den Schwellenländern ab, die in den letzten Jahren einen erfolgreichen Kurs gesteuert haben. Das Schwinden des Hebeleffekts in den Industrieländern, ausgelöst durch die Drosselung der staatlichen und privaten Ausgaben, wird die globale Neuausrichtung stärker beschleunigen als erwartet. 

 BVI: Regelmäßiges Fondssparen zahlt sich aus  26.7.10
Das regelmäßige Sparen mit Investmentfonds zahlt sich aus. Für das langfristige Vorsorgesparen haben Aktienfonds erneut ihre Renditestärke belegt. So resultierte aus einer monatlichen Einzahlung von 100 Euro in Aktienfonds, die überwiegend in Deutschland investieren, nach 30 Jahren ein Vermögen von im Schnitt 113.721 Euro. Das entspricht einer jährlichen Rendite von 6,8 %. Darin sind alle Fondskosten, auch der Ausgabeaufschlag, enthalten. Erfahrene Anleger, die zum Beispiel mit Emerging Markets-Aktienfonds ansparen, erzielten nach zehn Jahren eine durchschnittliche Wertsteigerung von 8,4 % p.a. Auch Sparpläne mit Rentenfonds, Mischfonds oder Offenen Immobilienfonds lieferten positive Erträge. Dies zeigt die aktuelle Sparplanstatistik des BVI Bundesverband Investment und Asset Management per 30. Juni 2010.
Der Einstieg in einen Fondssparplan könne unabhängig vom aktuellen Marktumfeld erfolgen. "Anleger, die beispielsweise im Juni 2000 mit ihren regelmäßigen Einzahlungen in Aktienfonds mit Schwerpunkt Deutschland begonnen haben, investierten bis Anfang 2003 in fallende Märkte. Nach einem Zehnjahreszeitraum, der auch die Marktverwerfungen der Jahre 2008 und 2009 beinhaltet, resultierte beim Sparplan eine Wertsteigerung von fast elf Prozent", so die Statistik. Sparpläne hätten somit einen kleinen Wertzuwachs erzielt, obwohl der DAX im gleichen Zeitraum um 13 % gefallen sei. Zum Vergleich: Der DAX habe am 30. Juni 2010 mit 5.965 Punkten und am 30. Juni 2000 mit 6.898 Punkten notiert.
Wer jung damit beginne, für seine Altersvorsorge zu sparen, profitiere von der langfristigen Ertragsstärke der Dividendentitel. So könne ein heute 65-Jähriger, der mit 30 Jahren begonnen habe, regelmäßig 100 Euro in Aktienfonds Deutschland anzulegen, über ein Depotvermögen von im Schnitt 183.287 Euro verfügen. Dabei seien 42.000 Euro eingezahlt worden. Das entspreche einer jährlichen Rendite von 7,3 %.
"Rentenfonds-Sparpläne lieferten je nach Anlageschwerpunkt attraktive Resultate - auch bei vergleichsweise kürzeren Zeiträumen. So resultierte bei regelmäßigen Einzahlungen in Euro-Rentenfonds, die in Anleihen mit mittleren Laufzeiten investierten, nach zehn Jahren eine durchschnittliche Wertsteigerung von 3,5 % p.a. bzw. 4,7 % nach 20 Jahren", heißt es. Chancenorientierte Anleger hätten sich über eine Rendite von 5,6 % p.a. nach einem zehnjährigen Sparprozess mit Emerging Markets-Rentenfonds gefreut.
Sparer, die auf die Anlagemöglichkeiten von Aktien und Renten setzen, seien mit Mischfonds gut gefahren. "Wer zum Beispiel seit 20 Jahren für seinen Nachwuchs oder seine Enkelkinder monatlich 100 Euro in einen Euro-Mischfonds-Sparplan einzahlte, konnte zum 30. Juni 2010 über ein Depotvermögen von 39.260 Euro verfügen", so der BVI. Aus diesem Kapitalstock könnten in den kommenden fünf Jahren monatlich gut 700 Euro für die Finanzierung des Studiums entnommen werden. Bei der Berechnung sei eine jährliche Verzinsung von drei Prozent sowie Kapitalverzehr vorausgesetzt worden.
Bei Offenen Immobilienfonds könnten Anleger schon mit geringen monatlichen Einzahlungen an einer breit gestreuten Immobilienanlage teilhaben. Aufgrund ihrer schwankungsarmen Entwicklung eigneten sich Offene Immobilienfonds auch als stabilisierendes Element beim Vermögensaufbau. "Anleger, die in den vergangenen 20 Jahren jeden Monat 100 Euro ansparten, erreichten ein Vermögen von 34.886 Euro per 30. Juni 2010. Dabei wurden insgesamt 24.000 Euro eingezahlt. Nach einem 30-jährigen Sparvorgang mit monatlich 100 Euro weist das Depot einen Bestand von 74.058 Euro aus", ergänzt der BVI abschließend.
 
CS Euroreal: Erst die neuen Rahmenbedingungen bringen Klarheit  26.7.10
 Trotz der weiterhin fehlenden Klarheit über die zukünftigen Rahmenbedingungen für die Arbeit offener Immobilienfonds, setzt der CS EUROREAL (980500, 975140 )eigenen Angaben zufolge seine stabile Entwicklung fort.
"Der ursprünglich für Ende Juni geplante Kabinettsbeschluss zum "Gesetz zur Stärkung des Anlegerschutzes und Verbesserung der Funktionsfähigkeit des Kapitalmarktes" wurde aufgrund noch offener Punkte in anderen Gesetzesbereichen nun offenbar auf September verschoben", heißt es weiter. Laut übereinstimmenden Medienberichten sei jedoch absehbar, dass der Anfang Mai 2010 veröffentlichte Diskussionsentwurf des Gesetzes in Teilbereichen verändert werde:
- Keine Einführung eines zehnprozentigen Bewertungsabschlags auf die von den vereidigten Sachverständigen festgestellten Verkehrswerte
- Keine Mindesthaltedauer für investierte Anleger (Bestandsschutz)
- Kein verpflichtender Börsenhandel für Anteilscheine und
- Beibehalten der Möglichkeit zur täglichen Ausgabe und Rücknahme von Anteilscheinen.
Enthalten werde der Gesetzesentwurf voraussichtlich:
- Einführung einer zweijährigen Mindesthaltedauer für Neuanlagen nach in Krafttreten des Gesetzes
- Monatliche Rückgabemöglichkeit von 5.000 EUR/ Privatanleger unabhängig von der Haltedauer
- Koppelung der Bewertungsfrequenz der Immobilien an die Anteilscheinausgabe/-rücknahme.
Mit dem Verzicht auf einen Bewertungsabschlag sowie der Beibehaltung der Möglichkeit zur täglichen Ausgabe und Rücknahme von Anteilscheinen werden offene Immobilienfonds nach Meinung der Fondsgesellschaft zwar nicht mehr grundsätzlich in Frage gestellt, jedoch seien die künftigen gesetzlichen Rahmenbedingungen weiterhin unklar.
"Der Anfang Mai 2010 veröffentlichte Diskussionsentwurf des Gesetzes hatte zu einer erheblichen Verunsicherung der Anleger geführt, in deren Folge der CS EUROREAL die Rücknahme von Anteilscheinen zum Handelstag am 19. Mai 2010 vorübergehend liquiditätsbedingt aussetzen musste", schreibt das Fondsmanagement. Ob der CS EUROREAL mit Ablauf der 3-Monatsfrist ab dem 19. August 2010 bereits wieder Anteilscheine zurücknehmen könne, hänge insbesondere von dem Stand des Gesetzgebungsverfahrens ab. Eine aussagekräftige Analyse der bei Wiedereröffnung zu erwartenden Rückgaben setze Klarheit über die Rahmenbedingungen für die Arbeit offener Immobilienfonds und damit die Rückkehr des Vertrauens der Anleger in die rechtlichen Rahmenbedingungen voraus
Unabhängig der Diskussionen über die zukünftigen Rahmenbedingungen für die Arbeit offener Immobilienfonds hält der CS EUROREAL Kurs und weise mit einem Anlageerfolg von 2,8 Prozent im Einjahresvergleich (EUR-Tranche per 30.06.2009 - 30.06.2010; CHF-Tranche 1,7 Prozent*) weiterhin eine solide, im aktuellen Kapitalmarktumfeld attraktive Rendite auf.
SYZ & CO. „Schweizer Franken steht vor einer Höherbewertung“ 22.7.10
 Mit dem Ende der Interventionen der Schweizer Nationlabank (SNB) sehen die Analysten der schweizer Bankengruppe SYZ & CO das Potenzial einer deutlichen Höherbewertung des Schweizer Franken (CHF) zu Euro und US-Dollar und reduzieren daher in ihren CHF-Portfolios die Währungen außerhalb der Basiswährung. So sehen die Experten ein zusätzliches Kursverlust-Risiko zwischen EUR/CHF von zehn Prozent, falls es zu erneuten Fehleinschätzungen, Einbrüchen der Wirtschaft oder sonstigen Problemen im Euro-Raum käme. Im weiteren Ausblick sollte sich der Schweizer Franken zu einer Währung entwickeln, für die es sich unter europäischen Investoren lohnt, zu investieren – so wie einst in die Deutsche Mark, heißt es. Lesen Sie nachfolgend die ausführliche Einschätzung:
Bis Juni wurde die Schwäche des Euros gegenüber den auf Schweizer Franken basierenden Portfolios durch die Stärke des US-Dollars und anderen peripheren Zahlungsmitteln wie dem Britischen Pfund oder dem Kanadischen Dollar kompensiert. Im Juni verzeichnete der Euro einen so raschen Rückgang, dass er auf ein noch nie da gewesenes Tief gegenüber der Schweizer Währung fiel (EUR/CHF 1,32). Zur selben Zeit fiel der Dollar steil ab, nahezu so weit, wie zu Beginn des Jahres nachdem er auf 13 Prozent gegenüber dem Schweizer Franken stand. Hauptgrund für diese CHF-Rally war laut SYZ & CO die Ankündigung der Schweizer Nationalbank, man stoppe hier die systematischen Interventionen. Dies ebnete den Weg für die Ankurbelung des Schweizer Franken auf Basis solider Grundlagen. Der Wertzuwachs des Franken gegenüber dem Euro war dank Interventionen auf dem Fremdwährungs-Markt seitens der Schweizer Nationalbank eingeschränkt. Ziel dessen war die Stabilisierung des Kursverhältnisses CHF/EUR, beispielsweise die Verhinderung eines zu schnellen und zu starken Anstiegs des Schweizer Franken im Verhältnis.
Solche Interventionen waren jedoch nach unserer Einschätzung auch nicht länger vertretbar, nachdem im Mai ein Betrag von 70 Milliarden FRanken erreicht wurde, was zu einem akuten Anstieg der Reserven in Höhe von 50 Prozent in nur einem einzigen Monat führte und darüber hinaus bereits mehrere Milliarden Verlust eingefahren hatte“, erklärt Xavier Guillon, Analyst bei SYZ & CO. Da der Schweizer Nationalbank die Munition ausgegangen ist, gehe man auf Nummer sicher. Allerdings seien die Risiken einer weiteren Kursspitze des CHF/Euro nicht unerheblich, so Guillon.
Hinsichtlich Kaufkraftparität ist der Schweizer Franken nicht überbewertet
Die Schweizer Wirtschaftsentwicklung wird weiterhin unterstützt: gute wirtschaftliche Aussichten im Vergleich zu den meisten der entwickelten Volkswirtschaften mit dynamischer inländischer und ausländischer Nachfrage.   Das Staatshaushalts-Defizit ist zweifelsohne unter Kontrolle (-1,3% werden dieses Jahr erwartet), ebenso wie die Öffentlichen Schulden (40% des BIP) und nicht zuletzt – als Sahnehäubchen – erwarten die SYZ & CO–Experten einen positiven Außenhandelssaldo mit +8,5 Prozent. Die empfohlene neue Währungszusammensetzung des CHF-Portfolios sieht folgendermaßen aus: (Die Zahlen in den Klammern weisen die vorherige Verteilung aus.)
BVDI: "Missstände im Morgan Stanley P2 Value" – Verband schaltet BaFin ein  20.7.10
 Dem in einer dramatischen Schieflage befindlichen offenen Immobilienfonds Morgan Stanley P2 Value droht neuer Ärger. Der Bundesverband Deutscher Investmentberater (BVDI) hat bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) einen Antrag auf Prüfung der Fondsverwaltung eingereicht. Man habe „die Anordnung aufsichtsrechtlicher Maßnahmen beantragt, die vor allem den Anlegerschutz gewährleisten sollen“, heißt es in einer kurzen Mitteilung des BVDI, dessen Mitglieder Paragraph 32 oder 64 Finanzdienstleitungsinstitut im Sinne des KWG oder Investmentfonds-Makler sind.

Hintergrund ist die drastische Abwertung des Immobilienbestandes des P2 Value während der nunmehr 21 Monate andauernden Phase der Aussetzung der Anteilsrückname beziehungsweise dem seit Mai 2010 bestehenden Ausgabestopps neuer Anteile. Der Verlust des NAVs beläuft sich nach Angaben des BVDI auf Jahressicht inzwischen auf minus 24 Prozent. Diese Kursentwicklung stünde in krassem Gegensatz zur Zielsetzung von offenen Immobilienfonds, die als besonders sichere Anlageklasse gelten, so der 1994 gegründete und in Hamburg ansässige Verband. „Der BVDI erkennt erhebliche Missstände im Management, die die Sicherheit der dem Institut anvertrauten Vermögenswerte gefährden und der Beschreibungen im Verkaufsprospekt nicht entsprechen“, heißt es weiter. Ferner sehe man „in diesem Vorgehen des Managements einen massiven weiteren Vertrauensverlust bei den Anlegern, der erhebliche Nachteile für die Finanzbranche und die Gesamtwirtschaft herbeiführen könnte.“
„Wir haben die BaFin aufgefordert, den Sachverhalt zu prüfen“, erklärt Renate Kewenig, Vizepräsidentin des BVDI gegenüber FONDS professionell Online. Morgan Stanley müsse klar sein, dass sich die Investoren zu Wehr setzen. Bei der Morgan Stanley Real Estate Investment GmbH selbst war man über den Vorstoß des BVDI überrascht. Laut einer Unternehmenssprecherin wolle man aber den Antrag bei der Aufsicht nicht kommentieren. Dies sei Sache der BaFin, die nun über weitere Schritte zu entscheiden habe, hieß es auf Anfrage.
Selbst bei der BaFin war man über den Antrag des BVDI noch nicht informiert. Alle Eingaben würden jedoch an das zuständige Referat weitergeleitet und bearbeitet, so eine BaFin-Sprecherin. Dort werde entschieden, inwiefern man der Sache nachgehe. „Wir haben keinerlei Erfahrungen mit solchen Anträgen. Wir rechnen aber mit einer zeitnahen Antwort der Aufsicht“, sagt Kewenig.“ Ob es zu einer BaFin-Prüfung kommt und welche Konsequenzen dies letztlich für Morgan Stanley Real Estate Investment und ihren Fonds P2 Value hat, ist also völlig offen.

J. P. Morgan bevorzugt in den Schwellenländern Value-Titel  19.7.10
 Die Schwellenländer haben sich als globaler Wachstumstreiber etabliert: Auch 2010 sollten sie mit einem Zuwachs von sieben Prozent die etablierten Märkte mit 2,6 % hinter sich lassen. Dennoch sei der Investmentstil "Growth" weniger geeignet, um an diesem Wachstum in den aufstrebenden Märkten partizipieren zu können, findet J.P. Morgan Asset Management.
"Es ist in den Emerging Markets besonders wichtig, nicht nur auf das Wachstum zu achten, sondern auch auf den Preis, der dafür verlangt wird", unterstreicht Richard Titherington, Chief Investment Officer für Schwellenländer-Aktien bei J.P. Morgan Asset Management und Manager des JPM Emerging Market Value Fund (A0RPE4). So zeigten langfristige Vergleiche der Stilrichtungen "Value" und "Growth", dass die günstig bewerteten Substanztitel - definiert als diejenigen Aktien mit dem günstigsten Kurs-Buchwertverhältnis - auch in den Schwellenländern den Wachstumswerten, also denjenigen Titeln mit dem teuersten Kurs-Buchwertverhältnis, überlegen seien. Dies sei bisher nur für die entwickelten Märkte in den USA oder Europa belegt gewesen. In dem Maße, in dem sich die Anlageklasse der Schwellenländer-Aktien immer weiter etabliere, lasse es sich jedoch auch in den aufstrebenden Regionen der Welt anwenden.
Erweiterte Anlagemöglichkeiten dank größerer Liquidität
"Nachdem die aufstrebenden Märkte immer breitere Chancen bieten, lohnt es sich auch hier, über die verschiedenen Anlagestile nachzudenken", betont Titherington. In den vergangenen 15 Jahren sei die Anzahl der Investitionsmöglichkeiten rasant angestiegen: Ende 1995 habe es nur zwölf Unternehmen in den Emerging Markets gegeben, die ein tägliches durchschnittliches Handelsvolumen von mehr als zehn Millionen US-Dollar aufgewiesen hätten, Ende 2009 habe es bereits 739 Unternehmen gegeben mit einem solchen Handelsvolumen - und das mit weiter steigender Tendenz. Dieses enorme Wachstum und die damit verbundene Liquidität mache heute ein viel größeres Anlagespektrum verfügbar und Investments in Value-Stilfonds möglich.
Substanzwerte mit Wachstumskick
Value-Aktien, also unterbewertete Aktien mit einem hohen Renditepotenzial, seien gemäß langfristiger Untersuchungen in rund 60 % der Zeit erfolgreicher als der Markt. Auch in den Schwellenländern hätten sie andere Stile hinter sich lassen können. Für Richard Titherington sollten sie aber trotzdem eine attraktive Wachstumsdynamik aufweisen, um sich nicht als "Value-Falle" zu entpuppen. Deshalb setze er nicht nur auf klassische "Value"-Bewertungsfaktoren wie beispielsweise das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf absoluter Basis oder im relativen Vergleich zum globalen Sektordurchschnitt. Auch ein Katalysator wie das Wachstum pro Aktie sei für ihn ein wichtiger Faktor in der Anlageentscheidung. Besonders attraktive Chancen finde Titherington derzeit im Finanz- und Konsumsektor sowie bei Industriewerten. Klassische Schwellenländerengagements in Energie- und Rohstofftitel seien nach der Rallye der vergangenen Monate für ihn schon wieder zu weit gelaufen und deshalb im Portfolio untergewichtet.
Auch bei der Länderallokation fänden sich in Richard Titheringtons Value-Portfolio neue, interessante Märkte abseits des Standards. Sein größtes Übergewicht sei derzeit die Türkei - nicht zuletzt durch die interessante geografische Lage zwischen Europa, dem Nahen Osten und Osteuropa böten sich hier viele Chancen. Aber auch die ASEAN-Region mit Indonesien oder Thailand finde sein Interesse. "Da viele dieser Länder noch nicht so stark im Fokus der Anleger stehen, gebe es hier gerade im Value-Bereich noch viele Ineffizienzen, die sich ausnutzen ließen, schwärmt Titherington. So verwundere es nicht, dass sich in dem 50 bis 80 Titel umfassenden Portfolio des JPM Emerging Market Value Fund viele Unternehmen finden würden, deren Name außerhalb des eigenen Landes fast unbekannt sei. Eines der größten Übergewichte sei beispielsweise das indonesische Konglomerat Astra International. Das Unternehmen mit verschiedenen Geschäftszweigen sei unter anderem Indonesiens größte Automobilvertriebsorganisation. Durch den bottom-up getriebenen Auswahlprozess verbunden mit relativ großen Freiheiten bei der Länder- und Sektorallokation (Abweichungen zum Index können bis 10 Prozent betragen) und einer konsequenten, langfristig ausgerichteten Haltedauer zwischen einem und drei Jahren ergebe sich die Chance auf substanzielles Wachstum. Damit biete sich der Fonds auch zur Diversifikation bestehender Schwellenländer-Engagements an.
Christoph Bergweiler, Vertriebsleiter bei J.P. Morgan Asset Management in Frankfurt zieht für die Anlageklasse ein positives Fazit: "Auch wenn sich die Aktienmärkte in den Schwellenländern im letzten Jahr bereits sehr gut entwickelt haben, sind die Bewertungen immer noch deutlich unterhalb der langfristigen Durchschnittswerte. Unterstützt wird dies durch die anhaltend positiven Gewinnaussichten der Unternehmen. Die weiterhin hohen Dividendenrenditen sind zudem für viele Value-Aktien positiv. Auf Basis unseres Verständnisses für die Besonderheiten der Anlageklasse und der langjährigen Kenntnis der Länder und Sektoren bieten sich für langfristig orientierte Schwellenländer-Anleger hier attraktive neue Möglichkeiten."
Robeco: Sanfte Landung in China - Kein Double Dip  15.7.10
 "Das erste Halbjahr war ereignisreich und gekennzeichnet durch eine hohe Volatilität - sowohl an den globalen, als auch am chinesischen Markt. Vor sechs Monaten habe das Fondsmanagement insbesondere auf den bevorstehenden Übergang von der Erholungs- in eine Expansionsphase hingewiesen und auf die damit verbundene Gefahr einer Überhitzung. Eine plötzliche Kehrtwende - Sparmaßnahmen im chinesischen Immobiliensektor, Schuldenkrise in Europa, stockende Erholung der US-Wirtschaft - habe stattdessen kurzfristig die Gefahr eines globalen Double-Dip erhöht", erläutert Victoria Mio, Fondsmanagerin des Robeco Chinese Equities Fonds  im aktuellen Marktkommentar.
Die Erwartungen der Anleger haben sich ihrer Meinung nach verschoben: von einer befürchteten "Überhitzung" zu der Annahme einer "harten Landung". Die China-Expertin von Robeco beschäftigt sich in ihrem Ausblick mit den Folgen einer von der Politik getriebenen turnusmäßigen Wirtschaftsabkühlung und benennt mögliche neue Wachstumsfelder. Die wichtigsten Punkte sind nachfolgend zusammengefasst:
Mio erwartet für die nahe Zukunft eine von der Politik getriebene turnusmäßige Abkühlung der Wirtschaft. Sie ist jedoch davon überzeugt, dass China eine sanfte Landung bewerkstelligen wird. Auch bezüglich der Gesamtwirtschaft bleibt die China-Expertin positiv gestimmt.
- Die Ankündigung der Zentralbank in Peking von Mitte Juni 2010, die feste Bindung des Renminbi an den US-Dollar zu lockern, wertet Mio mehr als nur den Beginn der Aufwertung der Landeswährung. Dabei bekräftigt sie, dass die Lockerung als positiver Katalysator für verschiedene Entwicklungen am chinesischen Markt dienen könnte.
- Die Reduzierung des Exportsteuer-Rabatts und der Strategie-Wechsel bezüglich des Renminbi zeigten das deutliche Bemühen Chinas, das Wachstum von einem Export-orientiertem Modell auf ein von der Inlandsnachfrage bestimmtes Wachstum umzustellen.
- Die jüngsten Lohnerhöhungen verstärkten Mios Überzeugung, dass die Übergewichtung des Konsum-Sektors gerechtfertigt sei.
- Aktuell werde der zwölfte Fünf-Jahres-Plan entworfen - und Themenbereiche für neue Investitionen würden sich ergeben. Interessante Unternehmen für ein Investment sieht Robeco-Expertin Mio unter anderem im Konsum-Sektor - vor allem am unteren Ende im Niedrig-Qualität-Segment - im Technologie- und IT-Sektor sowie im Bereich Alternative Energien.
Nordea: Schweden- und Norweger-Krone mit Chance auf Zusatzgewinn für Euroanleger 14.07.2010
 
Die Schwedische Krone (SEK) und die Norwegische Krone (NOK) werden nach Ansicht der Experten von Nordea bis zum Jahresende gegenüber dem Euro weiter aufwerten. „Beide Währungen haben bereits jetzt das Vorkrisen-Niveau gegenüber dem Euro erreicht, für die zweite Jahreshälfte rechnen wir mit einem weiteren Anstieg“, erklärt dazu Helge J. Pedersen, Chefökonom von Nordea. „Die Aussichten für beide Währungen sind hervorragend.“ Zum Jahresende sinke deshalb der Wert des Euro gegenüber der Schwedischen Krone um 2,6 Prozent auf 9,25 Schwedische Kronen und gegenüber der Norwegischen Krone um 3,15 Prozent auf 7,70 Norwegische Kronen (Stand 14. Juli 2010: 9,40 SEK; 7,95 NOK). Aus Sicht eines Euro-Anlegers biete das natürlich Chancen auf Zusatzgewinne aus der Währungsentwicklung.Die fundamentalen Rahmenbedingungen und weitere Leitzinsentwicklung unterstützen laut Nordea die beiden skandinavischen Währungen. Nach Schätzungen der Fondsgesellschaft soll Schwedens Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr um 2,8 Prozent wachsen und 2011 um weitere 2,6 Prozent. Für Norwegen erwarten die Experten ein Wachstum von 2,1 Prozent 2010 und 2,2 Prozent im kommenden Jahr. Damit würden Norwegen und Schweden stärker wachsen als Dänemark (1,7 Prozent in 2010 und 2011), nur Finnland würde mit 2,7 Prozent (2010) und 3 Prozent (2011) ein etwas kräftigeres Wachstum aufweisen. „Das höchste Wachstum haben die Länder, deren Volkswirtschaften am stärksten auf Veränderungen des globalen Industriezyklus reagieren“, erläutert Pedersen.
Vor diesem Hintergrund geht Tommi Saukkoriipi, Manager des Nordea 1 – Nordic Equity Fund, davon aus, dass Investoren mit Aktien in dieser Region bis Mitte des kommenden Jahres zwischen 8 und 12 Prozent Ertrag erzielen können. Nach seiner Ansicht sind derzeit Aktien von Unternehmen aus zyklischen Branchen sowie einzelne Aktien mit defensivem Charakter interessant.
In Schweden beispielsweise verfüge Autoliv, Zulieferer und Hersteller von Auto-Sicherheitssystemen, über sehr gute Wachstumsperspektiven. Das Unternehmen erlebe derzeit eine sehr starke Nachfrage durch die stark wachsende Automobilproduktion in den Schwellenländern. Der globale Pkw-Markt wird nach Ansicht von Saukkoriipi 2010 ein starkes Wachstum erleben. In Finnland zählt Aufzug- und Rolltreppen-Hersteller Kone zu den Unternehmen mit sehr gutem Ausblick. „Obwohl Kone ein Industriekonzern ist, ist das Unternehmen gut durch die jüngste Krise gekommen“, so Saukkoriipi. Der Grund: Einer der Hauptmärkte von Kone ist Asien, und gerade in China laufe das Baugeschäft noch immer sehr gut. Davon profitiere Kone ebenso wie vom starken Fokus auf das Wartungsgeschäft der installierten Anlagen, das besonders margenstark sei.
Bei den eher defensiven Titeln steht der schwedische Bekleidungskonzern Hennes & Mauritz im Mittelpunkt: Das Unternehmen expandiere stark in China, Russland und der Türkei. Weil das Unternehmen sich in den vergangenen Jahren vor allem im Wareneinkauf gut aufgestellt habe, erziele es im Vergleich zu seinen Wettbewerbern höhere Bruttomargen.

Informationen zum Nordea 1 – Nordic Equity Fund:
ISIN:   LU0064675639  -  Auflegungsdatum: 04.05.1992 Performance 2010: 3,10 Prozent (Stand 30.06.2010) Währung:  EUR  -  Fondsmanager:  Tommi Saukkoriipi
 

Newcits bieten Chancen, aber keine Wunder  13.7.10
 In den vergangenen Monaten wurde viel über die Entwicklung der so genannten Newcits, also alternativ verwalteten UCITS III-Fonds, geschrieben und gesprochen. Immer mehr Fondsgesellschaften bieten, als Reaktion auf die Finanzkrise und auf die Diskussionen um die Regulierung von Hedgefonds, UCITS III-Fonds mit alternativen Anlagestrategien an. Allerdings, so Fabrice Cuchet, Global Head of Alternative Management bei Dexia Asset Management, "sind UCITS-konforme, alternativ verwaltete Fonds nichts Neues. Dexia Asset Management beispielsweise verwaltet diese Art von Fonds seit rund 15 Jahren". Zu glauben, dass durch die Überführung in das europäische Fondsregelwerk UCITS alle Probleme der Hedgefonds-Branche gelöst wären, greife jedoch zu kurz. "Die alternativ verwalteten UCITS-Fonds werden Hedgefonds nicht ersetzen, sondern sind ein ergänzendes, liquideres und stärker geregeltes Fondsangebot. Denn Newcits sind keine Wundermittel, die dieselbe Performance liefern wie Hedgefonds, dabei aber mehr Liquidität bieten und weniger Risiken mit sich bringen", so Cuchet. Vielmehr sei es sehr wahrscheinlich, dass die durchschnittliche Performance alternativer UCITS-Fonds hinter der von klassischen Hedgefonds zurück bleiben werde.
Nach Cuchets Meinung habe dies mehrere Gründe: Einerseits seien Fondsmanager im UCITS-Umfeld an mehr Vorgaben gebunden, die ihre Investitionsmöglichkeiten beschränkten. Andererseits ließen sich im Mantel eines UCITS III-Fonds nicht alle Strategien und Anlageformen einsetzen, die klassischen Hedgefonds zur Verfügung stünden. Die Zahl der potenziellen Performance-Quellen werde dadurch verringert. Bei dieser Bewertung stützt sich Dexia Asset Management auf die eigene reale langjährige Performance-Historie sowie auf Erfahrungen in Krisenzeiten, wie beispielsweise das Platzen der Internetblase, den 11. September 2001 oder die Finanzkrise im Jahr 2008.
Für Anleger sei es wichtig, sich stets vor Augen zu halten: "Es gibt nicht einen einzigen Hedgefonds, sondern eine Vielzahl an Strategien und Möglichkeiten, diese umzusetzen." Dies gelte auch für die Newcits. Sie sollten deshalb als Chance betrachtet werden, die Performance unterschiedlicher komplexer Strategien und Märkte in das eigene Portfolio zu integrieren - und das bei hoher Liquidität und unter europäischer Regulierung. Deshalb habe Dexia Asset Management seit 1996 das eigene Angebot an alternativ verwalteten UCITS-Fonds stetig ausgebaut und biete den Kunden heute eine liquide und diversifizierte Palette von 22 UCITS III-Fonds an, die 15 verschiedene alternative Strategien in allen Anlagenklassen abdecke. 17 dieser Fonds seien auch in Deutschland zugelassen.
Wer hat Angst vorm Double-Dip?  Kolumne Ad van Tiggelen, ING IM, 12.7.10
 Double-Dip-Rezessionen, also das erneute Einbrechen der Konjunktur während der Erholungsphase im Anschluss an eine Rezession, sind extrem selten. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es das bisher nur ein einziges Mal, und zwar im Zeitraum 1980 bis 1982. Dennoch sorgen sich die Finanzmärkte bereits wieder vor der Gefahr eines erneuten Double-Dip. Wenn auch die meisten Volkswirtschaftler die Gefahr als gering erachten, scheinen Anleger skeptisch zu sein. Und wenn man bedenkt, dass die Finanzmärkte sich jederzeit ihre eigene Wirtschaftsrealität schaffen können, ist trübe Stimmung in der Anlegerschaft an sich schon ein Risiko. In jedem Fall herrscht Unsicherheit – schauen wir uns also einmal an, welche Sicherheitsnetze bestehen. Der letzte Double-Dip fand statt, als die industrialisierte Welt sich im Übergang von den hochinflationären siebziger Jahren zur ausgeglicheneren Wachstumsentwicklung der folgenden Jahrzehnte befand. Derzeit sehen sich die Industrieländer wiederum einer Übergangsphase gegenüber: Die moderate Inflationsentwicklung der letzten Jahrzehnte scheint sich in einen disinflationären Trend zu verwandeln, es droht die Deflation. Dieser Übergang, der zum Teil durch die umfangreichen Maßnahmen zum Abbau der Staatsverschuldung ausgelöst wurde, ist historisch ohne Beispiel. Insofern überrascht es, dass die meisten Ökonomen so sehr davon überzeugt sind, dass der gegenwärtige Aufschwung dem Muster der Vergangenheit entsprechen
und auf die Erholung im Fertigungssektor automatisch ein beschleunigtes Konsumwachstum folgen wird. Trotz der Angst vor einem Double-Dip haben teure konjunkturabhängige Aktien in der ersten Hälfte 2010 generell besser abgeschnitten als preiswerte defensive Werte. Bei Letzteren enttäuschten vor allem Telcos und Versorger – trotz ihrer außerordentlich hohen Dividendenrenditen. In Europa bieten Unternehmen dieser Sektoren häufig Dividendenrenditen von 6 bis 8 Prozent. Das ist umso eindrucksvoller, wenn man bedenkt, dass diese Unternehmen in der Regel solide „Investment Grade“-Bilanzen aufweisen und daher nur 3,5-4 Prozent an Rendite auf ihre Anleihen zahlen müssen. Damit bieten sie eine doppelt so hohe Rendite auf ihre Aktien wie auf ihre Anleihen, eine völlig einmalige Situation. Die hohen Dividendenrenditen und relativ defensiven Geschäftsmodelle dieser beiden Sektoren dürften Anleger im Falle eines Double-Dip ein Sicherheitsnetz bieten. Aber auch bei einem
anhaltenden Konjunkturaufschwung ist damit zu rechnen, dass diese Sektoren zumindest mit dem breiteren Aktienmarkt Schritt halten. Dafür spricht ihre attraktive Dividendenentwicklung in einer Welt, in der Inflation und Zinsen wohl auf längere Sicht niedrig bleiben werden. Man kann sich natürlich fragen, ob der Aktienmarkt uns nicht bereits signalisiert, dass die Dividendenpolitik von Telcos und Versorgern unhaltbar ist und deshalb Dividendenkürzungen zu erwarten sind. Das könnte in Einzelfällen durchaus vorkommen. Bei einigen Versorgern besteht zunehmend das Risiko, dass die hochverschuldeten Staatshaushalte sich mittels Steuererhöhungen u. Ä. auf Kosten dieses Sektors sanieren wollen. Telcos sehen sich ihrerseits einem Umfeld gegenüber, das bestenfalls von geringem Wachstum geprägt ist und in dem der Rückgang der Einnahmen aus Sprachdiensten möglicherweise nicht völlig durch die Ertragssteigerungen bei den Datendiensten aufgefangen wird. Beide Sektoren sehen sich damit Problemen gegenüber, die manch ein Unternehmen zu moderaten Kürzungen seiner Dividenden veranlassen mögen. Dieser Trend kann nur zum Teil durch andere dividendenstarke Unternehmen ausgeglichen werden. Umfangreiche Dividendenkürzungen durch die Bank weg sind somit nicht zu erwarten. Die Entwicklungen bei BP im Erdölsektor haben abermals gezeigt, wie wichtig Diversifikation für Investoren ist. Das lässt sich auch für Investments in Versorger und Telcos feststellen. Anleger, die sich in Zeiten der Ungewissheit in diesen „sicheren Häfen“ engagieren möchten, sollten Sektorfonds in Erwägung ziehen.
Überlebt die Eurozone die Schuldenkrise? Aktueller Kommentar AXA IM /Chefvolkswirt Eric Chaney 12.7.10
 Überlebt die Eurozone die aktuelle Schuldenkrise? Kurz gesagt: Ja. Dabei handelt es sich allerdings um eine bedingte Wahrscheinlichkeit und keine absolute Gewissheit, die vom geordneten Abbau der gegenwärtigen Spannungen und der Umsetzung dreifacher Reformen abhängt. Die erste dieser Reformen bezieht sich auf die fiskalische Kontrolle im Euroraum. Hier sind Maßnahmen wahrscheinlich, um das augenscheinliche Phänomen des fiskalischen „Trittbrettfahrens“ zu unterbinden. Der zweite Reformkomplex bezieht sich auf die einzelstaatlichen Haushaltsvorschriften und befindet sich infolge des Drucks vom Anleihemarkt bereits in der Umsetzung. Danach soll sichergestellt werden, dass die öffentliche Verschuldung nicht aus dem Ruder läuft. Die dritte Reform schließlich beschäftigt sich mit der Steuerung der strukturellen Divergenzen innerhalb der Europäischen Währungsunion (EWU). Dabei handelt es sich auf lange Sicht um die größte Herausforderung für die gemeinsame Währung. Zugleich wird diese Problematik unter wirtschaftspolitischen Entscheidungsträgern am wenigsten durchschaut. Drei Reformen, um die Zukunft des Euro zu sichern Die aktuelle Krise wirft die zentrale Frage nach der Tragfähigkeit der spanischen Staatsfinanzen auf, nachdem die Märkte bereits die hohe Wahrscheinlichkeit einer Insolvenz Griechenlands eingepreist haben. Das entspricht auch den Fundamentaldaten. Spanien ist jedoch zweifelsohne zahlungsfähig. Schauen wir uns das einmal anhand eines Gedankenexperiments an. Nehmen wir an, dass die gesamten Problemkredite des spanischen Bankensektors in der Bau- und
Immobilienbranche (166 Mrd. Euro nach den Zahlen der spanischen Zentralbank) abgeschrieben werden müssen und die Regierung das System mit neuen Mitteln in gleicher Höhe rekapitalisiert. Die sozusagen ins Bankensystem eingebauten umfangreichen Kapitalpolster ignorieren wir dabei. Damit würde die von der EUKommission auf 73 Prozent des BIP prognostizierte Staatsverschuldung 2011 um
17 Prozent steigen und läge somit bei 90 Prozent, ein Niveau, das auch Großbritannien und Frankreich Prognosen zufolge zu diesem Zeitpunkt erreicht haben dürften. Selbst wenn Spanien eine höhere Risikoprämie zahlen muss und das potenzielle Wachstum nur halb so hoch ist wie in den Boomjahren (und das wird der Fall sein), ist ein solcher Schuldenstand immer noch tragbar. Spanien ist zahlungsfähig und seine derzeitige Liquiditätskrise wird sich als vorübergehend erweisen.

Eine Anmerkung zur Logik
Bevor wir uns langfristigeren Themen zuwenden, ist zunächst eine logische Prämisse zu klären. Die Währungsunion baut auf zwei Kernprinzipien auf: ein unabhängiger Währungshüter und die Ablehnung des fiskalischen Föderalismus, d. h. Steuertransfers zwischen den Mitgliedsstaaten sind nicht vorgesehen. Während das erste Prinzip nicht mehr zu Diskussion steht, ist eine wachsende Zahl von Analysten der Ansicht, dass der Euro ohne fiskalische (und damit politische) Union zum Scheitern verurteilt ist. Da die fiskalische Union von den
Völkern Europas abgelehnt wird, müssen diese Analysten zwangsläufig zum Schluss gelangen, dass der Euro eher früher als später scheitern wird.
Die Issing/Feldstein-Debatte
Ich bin anderer Ansicht. Der fiskalische Föderalismus wurde bereits vor rund zwanzig Jahren debattiert und nichts deutet darauf hin, dass die gegenwärtige Krise die damals gezogenen Schlussfolgerungen grundlegend geändert hat. Die Anfang der 1990er Jahre geführte Debatte lässt sich folgendermaßen zusammenfassen: Prof. Otmar Issing1, einer der Gründungsväter des Euro und seinerzeit Chefvolkswirt der Bundesbank sowie späteres Direktoriumsmitglied der EZB, war zunächst skeptisch, was das Funktionieren einer Währungsunion ohne
gleichzeitige politische Union betraf. Im Zuge seiner geldpolitischen Analysen gelangte Issing jedoch zu der Auffassung, dass eine Währungsunion ohne politische Union (d. h. ohne fiskalischen Föderalismus) angesichts der engen rechtlichen sowie handels- und kapitalpolitischen Verflechtungen zwischen den Ländern Europas nicht nur möglich, sondern sogar ratsam sei. Ratsam deswegen, weil andernfalls eine Situation entstünde, in der Zeiten der Währungsstabilität mit hohen Risikoprämien und politischen Spannungen sich mit
unruhigen und von wettbewerbsbedingten Währungsabwertungen geprägten Phasen abwechseln. Ich halte diese These gerade vor dem Hintergrund der Kreditkrise von 2007 bis 2009 umso wahrscheinlicher. Möglich, sofern zwei Voraussetzungen erfüllt sind: eine unabhängige, der Preisstabilität verpflichtete Zentralbank und das klare Bekenntnis aller Euro-Mitglieder zur fiskalischen Stabilität, festgeschrieben in einem fiskalischen Verhaltenskodex. Die gegenteilige – euroskeptische – Meinung wurde von Prof. Martin Feldstein von der Harvard University vertreten, der 1997, zwei Jahre vor der Geburt des Euro, schrieb: „Falls die EWU zustande kommt (…), wird dies den politischen Charakter Europas auf eine Weise ändern, die zu Konflikten in Europa und zu Konfrontationen mit den Vereinigten Staaten führen könnte.”2 Da die Länder Europas nach Feldsteins Fundamentalanalyse keinen optimalen Währungsraum darstellen, würde die Währungsunion entweder scheitern oder jene innereuropäischen Spannungen erzeugen, die in der Vergangenheit regelmäßig
zu Kriegen geführt hatte. Während am Markt die euroskeptische Sicht vorherrschte, gab es dennoch gegenläufige Sichtweisen. So war Gavyn Davies, seinerzeit Chefökonom bei Goldman Sachs, im Gegensatz zur Mehrheit der Analysten in der City of London, von der politischen Entschlossenheit der EUEntscheidungsträger überzeugt und kam zu dem Schluss, dass der Euro auf dem richtigen Weg sei. 1998 zahlte es sich dann aus, ein „Kontrarier“ zu sein.
Die Krise hat Issings Sichtweise bestätigt
Während die aktuellen Ereignisse Feldsteins Erkenntnisse weder bestätigt noch widerlegt haben – das wird sich erst mit der Zeit zeigen –, haben sie doch zumindest Issings Auffassung bestätigt. Soweit bekannt, wurde der Wohlverhaltenskodex, also der Stabilitäts- und Wachstumspakt 2004 von mehreren Ländern missachtet, allen voran Deutschland und Frankreich. Damit wurde einer Haushaltspolitik der „Trittbrettfahrer“, vor allem in Griechenland, Tür und Tor geöffnet. Dabei muss auch betont werden, dass das weder bei Irland
noch Spanien oder Italien der Fall war. Dennoch würde eine Besinnung auf fiskalpolitische Vernunft nicht ausreichen, um die Tragfähigkeit des Euro zu gewährleisten: Aus der gegenwärtigen Krise sind wichtige Lehren zu ziehen, die wir jetzt nachvollziehen und in konkrete Reformen umsetzen müssen.
Reform Nr. 1: Weiterentwicklung des Stabilitätspakts, der auch Vorschriften zur Beilegung von Krisen umfasst
Da die Völker Europas nicht bereit sind, fiskalischen Föderalismus auch nur ansatzweise zu akzeptieren, muss die EWU sicherstellen, dass „Trittbrettfahrer-Strategien“ frühzeitig erkannt und unterbunden werden. Krisen kommen vor und die Lehre, die man zu allererst aus den jüngsten Turbulenzen ziehen muss, ist, dass die Ablehnung des fiskalischen Föderalismus nicht dazu führen darf, dass EWU-Länder anderen Mitgliedsstaaten in finanziellen Nöten – gleich welcher Ursache – ihre Hilfe versagen. In der Vergangenheit haben die politischen
Instanzen der EWU die Möglichkeit einer Schuldenkrise in der Währungsunion verdrängt, sei es, weil sie vom Erfolg des Euro geblendet waren oder aufgrund der demokratischen Institutionen innewohnenden Tendenz, Entscheidungen auf die lange Bank zu schieben. Und dann war die Krise auf einmal da. Als Direktor der europäischen Denkfabrik Bruegel betont Jean Pisani-Ferry, dass das anhaltende Hin und Her zu Mitverantwortung und Unterstützung einer der schädlichsten Aspekte der (…) Diskussion um das Krisenmanagement gewesen sei3. Nur unter intensivem Marktdruck waren die politischen Entscheidungsträger schließlich bereit, gemeinsam ein mit strikten Auflagen verbundenes Darlehenspaket für Griechenland zu schnüren und auch für andere Länder den Rettungsschirm aufzuspannen. Dies ist zwar nicht gleichbedeutend mit fiskalischem Föderalismus. Sofern diese Darlehen jedoch nicht in voller Höhe getilgt werden, würden die Steuerzahler aller anderen EWU-Länder die Ausfallkosten tragen müssen. Daher muss im Rahmen einer Euro-Reform zunächst der Stabilitätspakt neu ausgehandelt werden. Darin sind Anreize für haushaltspolitisches Wohlverhalten und Sanktionen für haushaltspolitisches
Fehlverhalten aufzunehmen. Ferner sind umfassende Bestimmungen zur Beilegung von Finanzierungskrisen vonnöten, um auch jene Extremfälle zu bewältigen, die die Verhandlungsparteien des Maastrichter Vertrags geflissentlich ignoriert haben. Bei Insolvenz muss es einem Euro-Mitglied nicht nur gestattet sein, seine Schulden gemäß IWF-artigen Konditionen geordnet umzustrukturieren. Zugleich muss einem solchen Mitglied auch der Weg aus der Union offen sein, ohne Chaos zu schaffen. Eine Vogel-Strauß-Politik funktioniert
nicht.
Reform Nr. 2: Nationale Haushaltsregeln
Eine wachsende Zahl europäischer Länder (wie beispielsweise Norwegen, Niederlande, Belgien) haben verbindliche nationale Haushaltsregeln erlassen, um eine aus dem Ruder laufende Staatsverschuldung zu verhindern. Sofern es für diese Regelungen qualifizierte Mehrheiten gibt, kann auf diesem Weg effektiv und langfristig fiskalische Glaubwürdigkeit erreicht werden – ohne den Prozess
der haushaltspolitischen Debatte auszuhebeln. Mit seiner grundgesetzlich verankerten Schuldenbremse hat Deutschland einen ähnlichen Weg beschritten. Damit stehen andere EWU-Länder vor einem Dilemma: Sie müssen entweder dem Beispiel folgen, oder die Märkte werden ihre haushaltspolitische Entschlossenheit bezweifeln und saftige Risikoprämien verlangen. Da die öffentliche Verschuldung in den meisten EWU-Ländern jetzt ein beträchtliches Niveau erreicht hat, besteht im Prinzip kein Konflikt mehr zwischen einzelstaatlichen Interessen (haushaltspolitische Glaubwürdigkeit vor dem Hintergrund rasch alternder Gesellschaften) und kollektiven Interessen (Glaubwürdigkeit der Währungsunion). Wie der jüngst in Frankreich veröffentlichte Camdessus-Bericht verdeutlicht, ist die Einführung nationaler Haushaltsregeln sowohl ratsam als auch wahrscheinlich. Dies würde die Glaubwürdigkeit des Euro deutlich stärken, und zwar auf eine dezentrale Weise, die der allgemeinen Ablehnung des fiskalischen Föderalismus nicht zuwiderläuft.
Reform Nr. 3: Umgang mit strukturellen Divergenzen
Die Ungleichgewichte, die sich in den ersten zehn Jahren der Währungsunion herausgebildet haben (der deutsche Leistungsbilanzüberschuss, dem die hohen Defizite in Griechenland, Spanien, Irland und Portugal gegenüberstehen), sind
Indiz für die unhaltbaren strukturellen Divergenzen. Zuweilen wurden diese Ungleichgewichte auf Preisdivergenzen zurückgeführt. Wäre das der Fall, dann müsste eine angemessene Überwachung des Wettbewerbs verhindern, dass die Ungleichgewichte auf ein unhaltbares Maß anwachsen. Nach meinem Dafürhalten gelingt dieser Sichtweise nicht der Blick über den Tellerrand. Sofern Preis- bzw. Lohnwettbewerb 2007 der Hauptgrund für Spaniens zweistelliges Leistungsbilanzdefizit war – warum ist dann der relative Marktanteil der
spanischen Exporte bei Industrieprodukten seit Anbeginn der EWU stetig gestiegen (von 5,4 Prozent der EWU-Exporte in 1999 auf 5,7 Prozent in 2008). Eine umfassende Analyse der Ursachen für unhaltbare Divergenzen sollte doch alle Märkte einbeziehen, auf die es in einer Währungsunion ankommt: Arbeits-,Absatz-, Immobilien-, Kredit- und Kapitalmärkte. Im Fall Spanien ist nicht etwa
ein Mangel an Wettbewerbsfähigkeit, sondern vielmehr die Kreditblase für das bis 2007 aufgelaufene untragbare Leistungsbilanzdefizit schuld. Bei einer gründlichen Prüfung sollte nicht übersehen werden, dass die seit Beginn der Währungsunion im Privatsektor investierten Kapitalströme sich in Irland auf 850 Prozent des BIP und in Spanien auf 112 Prozent belaufen (gegenüber 68 Prozent in Deutschland). Müssten wir im Nachhinein nicht eigentlich behaupten, dass Irland und Spanien zu erpicht darauf waren, ausländisches
Kapital anzuziehen, und deshalb die Regulierung ihrer Kreditmärkte nicht mit der gebotenen Konsequenz betrieben haben? Und war Deutschland nicht vielleicht zu restriktiv, bedingt durch die strikte Regulierung seines Immobilienmarktes und der ablehnenden Haltung gegenüber ausländischem Kapital, wie beispielsweise Private-Equity-Investoren?
Effektive wirtschaftspolitische Kontrolle bedarf klarer Worte
Übermäßig hohe und lang anhaltende strukturelle Differenzen könnten der Währungsunion den Todesstoß versetzen. Daher stellt sich die Frage, ob unhaltbare Divergenzen angesichts der Rahmenbedingungen der Währungsunion, wie beispielsweise höherer Wettbewerb, im Laufe der Zeit abgebaut werden können. In einem 2008 veröffentlichten Beitrag wiesen Alberto Alesina4 u. a. nach, dass die Einführung des Euro zwar mit beschleunigten Reformen an den Absatzmärkten, aber nicht an den Beschäftigungsmärkten verbunden war. Dieses etwas ernüchternde Ergebnis muss indes relativiert werden, denn seitdem sind längst überfällige Reformen (Regulierung des Arbeitsmarktes, Rentenreform) erneut auf der politischen Tagesordnung erschienen. Aber diese positive Nebenwirkung der Krise wird nicht länger
anhalten als die Krise selbst und ersetzt keinen vernünftig ausgestalteten institutionellen Rahmen. Die wirtschaftspolitische Kontrolle des Euroraums, die im Grundsatz bereits akzeptiert wird, darf nicht auf die Durchsetzung eines fiskalischen Verhaltenskodex reduziert werden. Ebenso wichtig ist es, die Entwicklung von Privatverschuldung und Leistungsbilanzungleichgewichten sowie deren Ursachen an den Arbeits-, Kredit-, Immobilien- und Kapitalmärkten im Auge zu behalten. In diesem Rahmen sollten klare Worte die Regel, nicht die
Ausnahme sein. Alles in allem bin ich recht zuversichtlich, dass die politischen Instanzen der EWU im Zuge einer begrüßenswerten Rückkehr zu mehr Marktdisziplin die ersten beiden Reformkomplexe zur EWU-weiten und nationalen Fiskalpolitik umsetzen werden. Das würde sowohl ihren eigenen Volkswirtschaften als auch dem Euro helfen. Außerdem verschafft es eine Atempause. Die Aussichten für den dritten Reformkomplex – strukturelle Konvergenz – sind indes weitaus weniger gewiss. Deshalb fällt die lange Antwort deutlich länger und weniger kategorisch als die Kurzversion aus.
Jyske Invest: Schwellenländer-Anleihen bleiben attraktiv  9.07.2010
 
Schwellenländer-Anleihen haben im ersten Halbjahr 2010 ihren Aufwärtstrend fortgesetzt. „Immer mehr Investoren erkennen, dass die stabile Aufwärtsentwicklung vieler Schwellenländer einen wichtigen Beitrag beim Erreichen der eigenen Renditeziele leisten kann. Die zurückliegenden Erschütterungen der Kapitalmärkte haben in diesen Volkswirtschaften weniger Spuren hinterlassen als in den Industrienationen. Damit haben auch die entsprechenden Anleihen ihren „Stresstest“ gut bestanden. Niedrige Verschuldungsraten und wachsender privater Konsum einer erstarkenden Mittelschicht sorgen für robuste Wachstumsaussichten. Den Rohstoff exportierenden Ländern kommen zusätzlich die in den letzten zwölf Monaten gestiegenen Rohstoffpreise zugute“, erläuterte Morten Groth, Portfoliomanager im Team Emerging Markets Fixed Income, der dänischen Fondsgesellschaft Jyske Invest.

Der von dem Team aktiv gemanagte Fonds Jyske Invest Emerging Local Market Bonds konnte seit Jahresbeginn eine Wertsteigerung von rund 18 Prozent erzielen und zählt damit risikoadjustiert zu den Top 20 Prozent seiner Klasse. 

Gerade die in lokalen Währungen begebenen Staatstitel, in die Jyske Invest bevorzugt investiert, böten gute Chancen auf hohe Erträge, so Groth. „Neben attraktiven Verzinsungen bietet diese Anlageklasse auch die Chance auf Währungsgewinne. Solide Staatshaushalte und eine umsichtige Geldmarktpolitik tragen zu einem verbesserten Risikoprofil bei.“ Besonders positiv bewertet Jyske Invest die Entwicklung an den asiatischen und lateinamerikanischen Märkten. „Asien hat sich am schnellsten von der Wirtschaftskrise erholt und stellt sich aktuell mit einem sehr gesunden Wachstum dar. Besonders gut gefällt uns zurzeit Indonesien, während wir Thailand und die Philippinen derzeit untergewichten. In Lateinamerika gefällt uns Mexico.“  

Wieland Thyssen, der Niederlassungsleiter von Jyske Invest in Deutschland, erwartet weiter steigendes Interesse an Investments in Schwellenländer: „Diese Anlageklasse ist eine wertvolle Ergänzung für viele Portfolios. Gerade vor dem Hintergrund großer Unsicherheiten in der Wirtschaftsentwicklung sowie der Fiskal- und Investitionspolitik der Industriestaaten, suchen professionelle Investoren nach Alternativen, um ihre Renditeerwartungen zu erfüllen. Schwellenländeranleihen sind ein langfristiges Thema mit einem großen Potenzial: Wir rechnen damit, dass sich der Anteil dieser Anlageklasse in den Portfolios professioneller Investoren in den nächsten Jahren überdurchschnittlich stark erhöht.“

Nordischer Aktienmarkt: Carlson rechnet mit Kurssteigerungen von bis zu zehn Prozent 09.07.2010
 

An den nordischen Börsen sind bis zum Jahresende Kurssteigerungen von bis zu zehn Prozent zu erwarten. Zu dieser Einschätzung kommt Karl Hogtun, Manager des Carlson Fund – Scandinavia (ISIN: LU0083425479) in einem aktuellen Marktausblick. Bis Mitte 2011 seien dann nochmals bis zu zehn Prozent Wertzuwachs drin. „Hauptmotor der nordischen Aktienmärkte werden in diesem Jahr die Unternehmensgewinne sein“, so Hogtun. Die Konsenserwartungen für die Gewinne der nordeuropäischen Länder lägen für 2010 bei etwa 25 bis 30 Prozent. „Deshalb sind wir bezüglich des langfristigen Risiko-Gewinn-Verhältnisses der nordeuropäischen Aktien weiterhin optimistisch“, betont Hogtun vor dem Hintergrund einer steigenden Unsicherheit bezüglich des weltweiten Wirtschaftswachstums. „Solide Finanzpolitik, große Haushaltsdisziplin und ein geringer Schuldenstand gemessen am Bruttoinlandsprodukt machen die nordischen Länder gegenüber einer weltweiten Wachstumsschwäche widerstandsfähig“, erklärt Hogtun. 

Eine weitere Stärke sind nach Ansicht von Hogtun die unterschiedlichen wirtschaftlichen Schwerpunkte der nordischen Länder. Schweden beispielsweise zeichne sich aus durch starke Industrieunternehmen, die in ihren Geschäftsfeldern zu den weltweit führenden Anbietern gehören: So der Kugellagerhersteller SKF, der Schließsystem-Spezialist Assa Abloy oder Atlas Copco, Hersteller und Dienstleister im Bereich Kompressor-, Bohr- und Bergbautechnik. Außerdem verfüge Schweden über einen starken Health-Care-Sektor mit AstraZeneca sowie Medivir und Bioinvent. Die finnische Wirtschaft profitiere von der geografischen Nähe zu Russland. „Viele finnische Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen haben dieses besondere Wachstumspotenzial erkannt und nutzen es“, erklärt Hogtun. Als Beispiele nennt der Fondsmanager den Reifenhersteller Nokian Tyres, die Warenhaus-Kette Stockmann und den Spezialstahl-Hersteller Rautaruukki. 

„Auch Dänemark hat – ähnlich wie Schweden – einen starken Health-Care-Sektor, der sich aber durch einen anderen Fokus auszeichnet“, sagt Hogtun. Neben Konzernen wie Novo Nordisk oder William Demant gebe es dort eine ganze Reihe interessanter Spezialanbieter wie Novozymes, Danisco oder Christian Hansen, die sich auf die Herstellung von Enzymen und Starter-Kulturen oder von Hilfsstoffen für die Lebensmittelindustrie konzentrierten. 

In Norwegen hingegen dominieren die Erdöl- und Ölservice-Industrie die Wirtschaft. Als größter Konzern an der norwegischen Börse sei Statoil interessant, aber auch etwas unbekanntere Unternehmen wie Tiefsee-Bohrspezialist Seadrill und die Explorations-Dienstleister PGS und Agercy zählen in ihren Geschäftsfeldern zu den globalen Playern.

Schwerwiegende Vorwürfe gegen Beratungspraxis der Hamburger Sparkasse  9.7.10
 
„Externe Finanzberater können in Konten von Kunden der Hamburger Sparkasse Einsicht nehmen, selbst wenn keine Einwilligungen dazu vorliegen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Norddeutschen Rundfunks (NDR). Recherchen zur Sendung „NDR Info“ hatten ergeben, dass die Berater der Hamburger Sparkasse (Hapa) über die Computersysteme die Möglichkeit haben, sämtliche Kontoumsätze und Kundendaten, Wertpapier- oder Versicherungsgeschäfte nachzuvollziehen. Laut Gesetz ist ihnen dieser Einblick nur gestattet, wenn Kunden zuvor eine Einwilligung dazu erteilt haben. Aus einem Revisionsbericht aus dem Jahr 2009 geht laut NDR jedoch hervor, dass externe Berater auch ohne solche Einwilligungserklärungen auf die Kundendaten zugegriffen haben. Darüber hinaus könnten externe Berater als Urlaubsvertreter oder ergänzende Mitarbeiter in den Filialen die Kontodaten einsehen. Das gehe aus internen Unterlagen hervor. Insider erklärten nach Angaben des Hörfunksenders, es sei völlig normal für externe Berater, in den Dateien nach neuen Kunden für Finanzgeschäfte zu suchen. Für Kunden sei aber gar nicht ersichtlich, ob der Berater Haspa-Mitarbeiter sei oder ein selbstständiger Handelsvertreter. Die Bank habe die Berater sogar aufgefordert, sich wie normale Angestellte zu verhalten.
Die Haspa widerspricht dieser Darstellung. Jeder der 80 externen Finanzberater müsse sich als solcher auch ausweisen, heißt es in einer Stellungnahme. Außerdem gehe die Bank Unregelmäßigkeiten entschieden nach. Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar kündigte an, die Datenschutz-Standards bei der Haspa zu überprüfen. Zuletzt hatte die Postbank bereits mit ähnlichen Datenschutz-Mängeln für Schlagzeilen gesorgt. Daraufhin musste sie ein Bußgeld von 120.000 Euro zahlen.
Allianz über regionale Aktienmärkte in der EU: „Je weiter südlich, desto schlechter“  9.07.2010
 

Stoppten die Bären vor etwas mehr als einem Jahr ihren Beutezug an den Börsen, so ist nun vor allem der hohe Schuldenstand in südeuropäischen Staaten ein zentrales Thema. Für das dritte Quartal erwarten die Allianz Experten weiterhin ein Wachstum unter Trend.

Risikoaversion und Verunsicherung sind an die Börsen zurückgekehrt. Sparpakete und Steuererhöhungen nehmen an Fahrt auf und drücken regional unterschiedlich auf die Kapitalmärkte. „Die globale Konjunkturerholung setzte sich im ersten Halbjahr 2010 weiter fort, regional gibt es jedoch gewaltige Unterschiede’“, erklärte Martin Bruckner, Vorstand der Allianz Investmentbank AG, vor Journalisten in Wien. Während die USA, Deutschland und Japan stärker wachsen sollten, hinke der Euroraum deutlich hinterher.
Regionale Aktienmärkte in der EU: Je weiter südlich, desto schlechter.

„Hohe Staatsverschuldung und zukünftige Maßnahmenpakete gefährden die Erholung der Realwirtschaft und bremsen die Entwicklung regionaler Aktienmärkte“, so Mag. Christian Ramberger, Geschäftsführer der Allianz Invest KAG. Dies lasse sich an den Unterschieden zwischen den regionalen Kapitalmärkten innerhalb Europas ablesen: Wirft man einen Blick auf die Performance der Leitindizes in Europa, so liegen seit Jahresanfang nur der DAX mit 3,35 Prozent und der schwedische Markt OMX mit 7,79 Prozent im Plus. Der portugiesische PSI (-11,37 Prozent), der italienische FTSE IMB (-13,41 Prozent) und der spanische IBEX (-18,86 Prozent) weisen eine deutlich schlechtere Performance als der EuroStoxx 50 (-9,99 Prozent) auf. Der griechische Leitindex ASE bildet mit minus 34,11 Prozent das Schlusslicht, der österreichische Leitindex ATX liegt mit   minus 4,25 Prozent im Mittelfeld. „Die ‚Budgetmusterschüler’ Deutschland, Schweiz und Schweden wurden an ihren regionalen Aktienmärkten mit einer positiven Performance belohnt. Auch für die langfristige Entwicklung bedeutet ein niedrigeres Budgetdefizit eine bessere Startposition“, so Ramberger.'
CDS-Spreads: Starke Ausweitung in Südeuropa
Die Staatsschuldenkrise hinterlässt damit auch auf den Anleihemärkten ihre Spuren: Schwache Bonität und hohes politisches Risiko sind spätestens seit diesem Jahr mit südeuropäischen Industrieländern assoziiert, es kommt zu einer stärkeren Differenzierung seitens der Investoren. Eine Verschlechterung der Bonitätseinschätzung, ablesbar an einer Vergrößerung der CDS-Spreads (Credit Default Swap, also die Ausfallsprämie für einen CDS-Kontrakt), ist besonders für südeuropäische Staaten zu beobachten: Lagen diese zu Beginn des Jahres 2010 auf einem niedrigen Niveau, so ist seit Beginn des zweiten Quartals ein Anstieg zu verzeichnen: Spanien, Griechenland und Portugal liegen aktuell bei Werten über drei Prozent, Griechenland weist mit aktuell knapp zehn Prozent den höchsten CDS-Spread in der Euro-Zone auf. Zum Vergleich: Der CDS-Spread für Deutschland liegt seit Jahresanfang konstant bei 0,5 Prozent. „Mit den steigenden Budgetdefiziten wird der Handlungsspielraum für tiefgreifende Reformen immer enger“, erklärt Ramberger.
Chancen für Anleger„In Zeiten wie diesen, wo an den Märkten eine derart hohe Verunsicherung herrscht, empfiehlt es sich, mit beiden Beinen fest am Boden zu stehen und Aktien und Anleihen ausgewogen zu gewichten“, erklärt Bruckner die Anlagestrategie der Allianz für das kommende Quartal. Renditen von Staatsanleihen befinden sich auf historisch niedrigen Niveaus, die Staatsverschuldung dagegen auf Rekordniveau. Inflation ist weiterhin kein Thema, Dividendenrenditen liegen über Anleiherenditen. Auf der Aktienseite rät die Allianz, Japan über- und die USA unterzugewichten. In Japan belebe das Asien-Exposure die Konjunktur, in den USA winkt 2010 das stärkste Wachstum der entwickelten Länder, die Aktienbewertungen liegen jedoch über jenen anderer Regionen. In Europa und den Emerging Markets ist die Allianz neutral gewichtet: In Europa begünstige die Euroschwäche exportorientierte Unternehmen und Länder. In den Emerging Markets ist hohes Wirtschaftswachstum bei langfristig positiven demographischen Trends ungebrochen. Die Stärkung der Binnenwirtschaft Chinas könnte das Exportmodell ablösen, kurzfristig dürfte sich das Wachstum verlangsamen. Als Risiko lässt sich laut Bruckner Protektionismus charakterisieren, auch eine „Double Dip“-Rezession sei nicht auszuschließen.
Auf der Anleihenseite empfiehlt die Allianz, Staatsanleihen unter- sowie Unternehmensanleihen überzugewichten. In den USA und in Japan ist die Allianz untergewichtet: In den USA wurde das Wachstum zuletzt von den Analysten nach oben revidiert, Zinsschritte seien möglich. In Japan bleibt das absolute Zinsniveau weiterhin unattraktiv. Für Europa sowie die Emerging Markets lautet das Anlagevotum „Übergewichten“: In Europa bleibt das Wirtschaftswachstum weiterhin niedrig, die EZB werde daher länger als geplant eine Niedrigzinspolitik fahren müssen. Anleihen aus den Emerging Markets verzeichnen höhere Renditen trotz besserer Qualität der Staatsbilanzen. Dabei seien Länder mit hoher Bonität zu bevorzugen.
Für den Gesamtausblick auf das nächste Quartal rät die Allianz weiterhin zur Vorsicht: „Wer als Privatanleger seine Risken in einem volatilen Umfeld begrenzen möchte, sollte auf Diversifikation setzen“, so Bruckner abschließend.

ebase baut ETF-Produktangebot weiter aus  2.7.2010
 

Ab  1. Juli 2010 erweitert die ebase ihr Angebot an ETFs um Produkte von db x-trackers und Lyxor. Zur Einführung der neuen ETFs startet die ebase im Zeitraum vom 1. Juli 2010 bis zum 31. Dezember 2010 eine No-Fee-Aktion für alle bei der ebase gelisteten ETFs. In diesem Zeitraum entfallen für die Kunden das ETF- Transaktionsentgelt, die Additional Trading Costs (ATC) und das volumenabhängige ETF- Entgelt. Die Aktion gilt sowohl bei Käufen und Verkäufen, wie auch bei Sparplänen.

 ETFs sind durch passives Portfoliomanagement eine kostengünstige Alternative zu aktiv gemanagten Portfolios und eröffnen neue Möglichkeiten in der Vermögensallokation. Mit diesem Schritt baut ebase ihr Produkt- und Leistungsspektrum weiter in Richtung B2B-Direktbank aus, wie es in eigener Sache heißt. Weitere Informationen zu ETFs bei der ebase sowie die neu aufgenommen ETFs finden sich auf derebase Homepage unter: www.ebase.com/etf

Trostpflaster für Anleger  02.07.2010
 

Der offene Immobilienfonds SEB ImmoInvest schüttet per 1. Juli 2010 für das vergangene Geschäftsjahr insgesamt 233,2 Millionen Euro an seine Anleger aus. Pro Anteil entspricht dies – wie im Vorjahr – 2,10 Euro. Davon sind 67,2 Prozent einkommensteuerfrei, wenn sich die Anteile im Privatvermögen des Anlegers befinden. Im Vorjahr waren es lediglich 56,1 Prozent. Für die Anleger dürfe die stabile Ausschüttung ein kleiner Trost sein, schließlich nimmt der   Flaggschiff-Fonds der SEB Asset Management seit dem 5. Mai dieses Jahres keine Anteilscheine mehr zurück, nachdem der Diskussionsentwurf zur Neuregulierung der offenen Immobilienfonds – nicht nur bei der SEB – zu übermäßigen Rückgaben von Anteilen geführt hatte. Die Wertentwicklung für das zurückliegende Geschäftsjahr 2009/2010 beträgt 3,7 Prozent (BVI-Berechnungs-Methode). Mit einer Performance von 4,07 Prozent für das Jahr 2009 beziehungsweise 0,99 Prozent 2010 (Ende Mai 2010) liegt der SEB ImmoInvest im Peergroup-Vergleich auf Rang 12 bzw. 23 von insgesamt 50 offen Immobilienfonds.

Sauren Global Defensiv öffnet wieder wieder  2.7.10
 Am 31. März hatte Sauren den Dachfonds geschlossen, weil die Barquote mit etwa 23 Prozent zu hoch geworden war. Starke Geldzuflüsse hatten das Fondsvolumen auf rund 1,3 Milliarden Euro steigen lassen Das ist noch immer so. Allerdings hat Fondsmanager Sauren neue kaufenswerte Fonds gefunden und durch Neuanlagen die Cash-Quote auf 13 Prozent zurückgefahren. An weiteren Anlageideen arbeitet er, weshalb neue Mittelzuflüsse nun wieder in Ordnung sind.
BaFin untersagt eBank 24 Corporation Betreiben von Bankgeschäften  01.07.10
 Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat der eBank 24 Corporation, Mutsamudu, Anjouran, Komoren, bereits am 19. Mai 2010 das Betreiben von Bankgeschäften, insbesondere des Einlagengeschäfts, sowie das Erbringen von Finanzdienstleistungen und Zahlungsdiensten untersagt. Ferner hat sie die unverzügliche Abwicklung des unerlaubt betriebenen Einlagengeschäfts angeordnet. Die BaFin hat zudem gegen den Vorstand und alleinigen Anteilseigner, Herrn Arthur Hartl, als Organ der eBank 24 Corporation mit Bescheid vom selben Tag eine entsprechende Untersagungsverfügung und Abwicklungsanordnung erlassen.

Die eBank 24 Corporation unterhält auf ihrer Homepage ein e-Banking-Portal, über das sie dem Publikum Bankgeschäfte, Finanzdienstleistungen und Zahlungsdienste offeriert. Sie bietet den potenziellen Kunden dabei unter anderem die Vermögensverwaltung, die Kontoführung für Privat- und Geschäftsleute sowie das Online-Banking an. Daneben wirbt das Unternehmen vor allem auch für die Anlage von Festgeldern. Ab einem Betrag von 75.000 Euro (bzw. 100.000,- CHF) verspricht die eBank 24 Corparation Zinsen von 3,50 Prozent bei einer Laufzeit von zwei Jahren und 3,80 Prozent bei einer Laufzeit von drei Jahren. Zusätzlich zu den banküblichen Zinsen werden monatliche Bonuszahlungen in Aussicht gestellt.

Laut Angaben des Vorstands Arthur Hartl verfüge die eBank 24 Corporation über eine Bankerlaubnis („Banking Licence Class B“) der Offshore Finance Authority der Komoren. Mit der Annahme unbedingt rückzahlbarer Gelder betreibt die eBank 24 Corporation jedoch das Einlagengeschäft, ohne die dafür erforderliche Erlaubnis der BaFin zu besitzen. 

Die Verfügungen sind sofort vollziehbar, aber noch nicht bestandskräftig, wie die BaFin in einer Hausmitteilung vom 9. Juni schreibt.

 

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